Bundeutscher Mühlentag: Zu Besuch in Minden-Lübbeckes Mühlenhauptstadt Petershagen Ulrich Westermann Petershagen-Heimsen/Döhren/Seelenfeld. Nachdem die zentrale Eröffnungsveranstaltung des bundesdeutschen Mühlentages aufgrund der Corona-Pandemie im Weserdorf Heimsen Pfingstmontag 2020 und 2021 zweimal ausfallen musste, war es am Sonntag endlich so weit. Zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um rund um die Wallholländer-Mühle des Weserdorfes ein buntes Fest zu feiern. Zudem wurden mit der Wassermühle in Döhren und der Königsmühle in Seelenfeld zwei weitere herausragende Bauwerke aus der näheren Umgebung in den Veranstaltungsablauf eingebunden. Es war genau 12.15 Uhr, als der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM), Erhard Jahn, seine Rede mit folgendem Satz beendete: „Hiermit erkläre ich den 28. Deutschen Mühlentag für eröffnet“. Es folgte der Müllergruß „Glück zu“. Die Ehrengäste würdigten die ehrenamtliche Tätigkeit, die von zahlreichen Helferinnen und Helfern zum Erhalt der Mühlen geleistet werde. Neben dem Heimser Industrie- und Kulturdenkmal lockte die benachbarte Mühlenscheune die Besucherinnen und Besucher. Dazu kamen Ausstellungen, Informationsstände, geselliges Zusammensein, Musik, Vorträge und Kinderbelustigung. Das Programm begann mit einem Freiluftgottesdienst an der Heimser Windmühle. Beteiligt waren Pfarrerin Esther Witte und der Posaunenchor Heimsen-Ilvese unter der Leitung von Kai Plenge. Mit der Gemeinde wurden unter anderem die Lieder „Lobe den Herrn“ und „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ angestimmt. Pfarrerin Witte wies darauf hin, dass eine Mühle die Herausforderung annehme, die der Wind an sie stelle. Der Wind werde in Kraft umgewandelt, sodass die Mahlsteine in Bewegung gesetzt werden könnten. Der Sprecher der Interessengemeinschaft Windmühle Heimsen, Jochen Plenge, erinnerte daran, dass in dem kleinen Weserdorf seit vielen Jahrhunderten Mühlen der verschiedensten Art existierten. Funktionsfähig übrig geblieben sei der Wallholländer von 1873. „Seit über zwei Jahrzehnten setzen sich unsere Mühlengruppe und der Mühlenbauhof des Kreises für den Erhalt und Ausbau des gesamten Ensembles ein. Auch Petershagen gilt mein besonderer Dank. Ich hoffe, dass die Politik nicht nachlässt, sich weiter um diese Art der Denkmale zu kümmern. Die Mühlen zeigen, wie der Mensch mit scheinbar einfachsten Mitteln von den Naturkräften profitiert. Ein wenig Wind oder strömendes Wasser, schon ist eine Bewegung da“, sagte Plenge. Zudem lud er die Gäste ein, die Ortschaft Heimsen mit der über 900 Jahre alten Kirche, dem einzigartigen Heringsfängermuseum und den Booten an der Weser mit einem Traktorgespann oder bei Spaziergängen zu erkunden. Der Vorsitzende des Mühlenkreises Minden-Lübbecke, Dr. Ralf Niermann, ging auf den Sinnspruch „Zukunft braucht Herkunft“ ein. Wichtig sei, dass sich die Menschen ihrer Wurzeln bewusst seien. „Ich bewundere die Personen, die sich für die Kulturdenkmale einsetzen“, führte Niermann aus. Stellvertretender Landrat Siegfried Gutsche betonte, dass der Deutsche Mühlentag vor Corona Pfingstmontag stattgefunden habe. Beteiligt hätten sich immer so um die 1000 Mühlen, diesmal seien es nicht ganz so viele. Der Erhalt dieser Bauwerke trage zur Pflege der Dorfgemeinschaft bei. Zum ersten Mal finde die Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Mühlentages mit Heimsen, Döhren und Seelenfeld an drei Standorten statt, sagte Gutsche (Grüne). Die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann (CDU) bezeichnete die verschiedenen Mühlenarten als „reine Wunderbauwerke“. Wichtig sei, auch in Zukunft die Substanz der Mühlen zu erhalten. Eine bedeutende Rolle dabei spiele der Mühlenbauhof, bekräftigte Winkelmann. Petershagens Bürgermeister Dirk Breves (CDU) betonte, dass in den Mühlen die alte Technik wieder auflebe. „Allein in unserer Stadt Petershagen haben wir elf Mühlen. Diese Zahl bedeutet, dass sich Petershagen Mühlenhauptstadt nennen darf“, freute sich Breves. DGM-Präsident Erhard Jahn wies darauf bin, dass die Ausrichtung der Eröffnungsveranstaltung eine Belohnung für das ehrenamtliche Wirken der Helferinnen und Helfer sei. Allein in Heimsen waren 70 Personen an der Organisation und Durchführung des Mühlentages beteiligt. Auch die Helferinnen und Helfer in Seelenfeld und Döhren hatten zur Freude des Publikums ein unterhaltsames Programm zusammengestellt. Zwischen den drei Mühlendörfern in Petershagen war ein kostenloser Pendelverkehr eingerichtet worden.

Bundeutscher Mühlentag: Zu Besuch in Minden-Lübbeckes Mühlenhauptstadt Petershagen

Die Windmühle in Heimsen stand im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung. © wes

Petershagen-Heimsen/Döhren/Seelenfeld. Nachdem die zentrale Eröffnungsveranstaltung des bundesdeutschen Mühlentages aufgrund der Corona-Pandemie im Weserdorf Heimsen Pfingstmontag 2020 und 2021 zweimal ausfallen musste, war es am Sonntag endlich so weit. Zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um rund um die Wallholländer-Mühle des Weserdorfes ein buntes Fest zu feiern. Zudem wurden mit der Wassermühle in Döhren und der Königsmühle in Seelenfeld zwei weitere herausragende Bauwerke aus der näheren Umgebung in den Veranstaltungsablauf eingebunden.

Es war genau 12.15 Uhr, als der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM), Erhard Jahn, seine Rede mit folgendem Satz beendete: „Hiermit erkläre ich den 28. Deutschen Mühlentag für eröffnet“. Es folgte der Müllergruß „Glück zu“. Die Ehrengäste würdigten die ehrenamtliche Tätigkeit, die von zahlreichen Helferinnen und Helfern zum Erhalt der Mühlen geleistet werde. Neben dem Heimser Industrie- und Kulturdenkmal lockte die benachbarte Mühlenscheune die Besucherinnen und Besucher. Dazu kamen Ausstellungen, Informationsstände, geselliges Zusammensein, Musik, Vorträge und Kinderbelustigung.

Informationen bot das Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke“ mit Dr. Alfons Bense (von links), Oliver Wolff und Marcus Trümper. Fotos: Ulrich Westermann - © wes
Informationen bot das Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke“ mit Dr. Alfons Bense (von links), Oliver Wolff und Marcus Trümper. Fotos: Ulrich Westermann - © wes

Das Programm begann mit einem Freiluftgottesdienst an der Heimser Windmühle. Beteiligt waren Pfarrerin Esther Witte und der Posaunenchor Heimsen-Ilvese unter der Leitung von Kai Plenge. Mit der Gemeinde wurden unter anderem die Lieder „Lobe den Herrn“ und „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ angestimmt. Pfarrerin Witte wies darauf hin, dass eine Mühle die Herausforderung annehme, die der Wind an sie stelle. Der Wind werde in Kraft umgewandelt, sodass die Mahlsteine in Bewegung gesetzt werden könnten.

Der Sprecher der Interessengemeinschaft Windmühle Heimsen, Jochen Plenge, erinnerte daran, dass in dem kleinen Weserdorf seit vielen Jahrhunderten Mühlen der verschiedensten Art existierten. Funktionsfähig übrig geblieben sei der Wallholländer von 1873. „Seit über zwei Jahrzehnten setzen sich unsere Mühlengruppe und der Mühlenbauhof des Kreises für den Erhalt und Ausbau des gesamten Ensembles ein. Auch Petershagen gilt mein besonderer Dank. Ich hoffe, dass die Politik nicht nachlässt, sich weiter um diese Art der Denkmale zu kümmern. Die Mühlen zeigen, wie der Mensch mit scheinbar einfachsten Mitteln von den Naturkräften profitiert. Ein wenig Wind oder strömendes Wasser, schon ist eine Bewegung da“, sagte Plenge. Zudem lud er die Gäste ein, die Ortschaft Heimsen mit der über 900 Jahre alten Kirche, dem einzigartigen Heringsfängermuseum und den Booten an der Weser mit einem Traktorgespann oder bei Spaziergängen zu erkunden.

Der Vorsitzende des Mühlenkreises Minden-Lübbecke, Dr. Ralf Niermann, ging auf den Sinnspruch „Zukunft braucht Herkunft“ ein. Wichtig sei, dass sich die Menschen ihrer Wurzeln bewusst seien. „Ich bewundere die Personen, die sich für die Kulturdenkmale einsetzen“, führte Niermann aus. Stellvertretender Landrat Siegfried Gutsche betonte, dass der Deutsche Mühlentag vor Corona Pfingstmontag stattgefunden habe. Beteiligt hätten sich immer so um die 1000 Mühlen, diesmal seien es nicht ganz so viele. Der Erhalt dieser Bauwerke trage zur Pflege der Dorfgemeinschaft bei. Zum ersten Mal finde die Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Mühlentages mit Heimsen, Döhren und Seelenfeld an drei Standorten statt, sagte Gutsche (Grüne).

Die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann (CDU) bezeichnete die verschiedenen Mühlenarten als „reine Wunderbauwerke“. Wichtig sei, auch in Zukunft die Substanz der Mühlen zu erhalten. Eine bedeutende Rolle dabei spiele der Mühlenbauhof, bekräftigte Winkelmann. Petershagens Bürgermeister Dirk Breves (CDU) betonte, dass in den Mühlen die alte Technik wieder auflebe. „Allein in unserer Stadt Petershagen haben wir elf Mühlen. Diese Zahl bedeutet, dass sich Petershagen Mühlenhauptstadt nennen darf“, freute sich Breves.

DGM-Präsident Erhard Jahn wies darauf bin, dass die Ausrichtung der Eröffnungsveranstaltung eine Belohnung für das ehrenamtliche Wirken der Helferinnen und Helfer sei. Allein in Heimsen waren 70 Personen an der Organisation und Durchführung des Mühlentages beteiligt. Auch die Helferinnen und Helfer in Seelenfeld und Döhren hatten zur Freude des Publikums ein unterhaltsames Programm zusammengestellt. Zwischen den drei Mühlendörfern in Petershagen war ein kostenloser Pendelverkehr eingerichtet worden.

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