Bürgerinitiative „Biss Leese“ fühlt sich ausgeschlossen Initiative hätte gerne am Begleitausschuss für die Landessammelstelle teilgenommen / „Alle Fässer kontrollieren“ Oliver Plöger Leese/Petershagen (mt). Die nach ihrer Auffassung mangelnde Transparenz und die Sorge, dass sich die Strahlenwerte in der Landessammelstelle Leese noch erhöhen, ruft die Bürgerinitiative „Biss Leese“ auf den Plan. Verärgert zeigt sich Biss-Sprecher Holger Grossmann über die verwehrte Teilnahme an einem Begleitausschuss. Das kritisiert auch Wolfgang Riesner, der die Forderungen von Biss Leese als Vorsitzender der Petershäger Bürgerinitiative „Stoppt den Giftmüll“ unterstützt: „Man kann eine Bürgerinitiative nicht aus so einem Gremium heraushalten“, sagt Riesner.Laut Grant Hendrik Tonne, niedersächsischer Landtagsabgeordneter und Bürgermeister der Gemeinde Leese, habe es so jedoch der Verwaltungsausschuss beschlossen. Beteiligt am Begleitausschuss, der die geplante Erweiterung der Sammelstelle überwachen soll, würden BUND und drei Bürger. Außerdem sei die fachliche Begleitung durch Samtgemeinde und Landkreis vorgesehen. Das, so heißt es in dem Schreiben an Grossmann, werde den Anforderungen an eine umfassende Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung gerecht. Tonne betont aber auch, dass diese Auffassung „zu gegebener Zeit“ überprüft werde.Darauf hofft auch Wolfgang Riesner: „Verwaltung und Politiker sollten nicht diejenigen Bürger behindern, die selbst die Initiative übernehmen. Ich wünsche mir aktive Unterstützung und partnerschaftliche Beteiligung.“Zuletzt hatte Biss Leese durch eine öffentlichkeitswirksame Aktion auf sich aufmerksam gemacht: Positioniert an Zufahrtswegen, haben Aktivisten während eines Familientages auf dem Gelände der Raiffeisen Agil Flugblätter verteilt.Abfälle aus Medizin und ForschungHier befindet sich auch das Abfalllager, genehmigt von der staatlichen Gewerbeaufsicht Hannover als Sammelstelle für radioaktive Abfälle aus Medizin, Forschung und Technik. Betreiber ist die Firma Eckert & Ziegler.Britta Rommenberg, Geschäftsführerin von Raiffeisen Agil Leese, fühlt ihr Unternehmen durch die Biss-Aktion zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die genossenschaftlich arbeitende Firma stelle dem Lager und dem Betreiber der Sammelstelle lediglich Platz zur Verfügung, außerdem: „Die Demonstration müsste sich nicht gegen uns, sondern – wenn überhaupt – gegen das Umweltministerium richten. Und aus dem haben wir die Information, dass hier nicht gegen geltendes Recht verstoßen wird.“ Dass schwachradioaktive Abfälle gelagert werden müssen, verteidigte Britta Rommenberg. Wenn Medizin gebraucht werde, seien die Leute positiv gestimmt. Wenn es um die Hinterlassenschaften gehe, nicht mehr: „Wo sollen die Abfälle denn hin?“Auch die geplante Vergrößerung werde falsch verstanden. „Dabei geht es um die Verbesserung der Lagerung und eine weitere Verringerung der Strahlenwerte.“ Eine höhere Strahlung würde auch Rommenberg, die sich auch für ihre 180 Mitarbeiter verantwortlich fühlt, nicht akzeptieren: „Das wollen wir nicht.“Gegenüber dem MT kündigte die betreibende Firma Eckert & Ziegler für Montag eine Stellungnahme an. In der Tat sieht aber auch das niedersächsische Umweltministerium nach Entdeckung eines beschädigten Fasses (MT berichtete) Handlungsbedarf. „Da nicht auszuschließen sei, dass in den kommenden Jahren weitere Altfässer korrodieren, könne die Bergung im Einzelfall keine Lösung sein“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ein Hallenneubau sei die beste Option, und: Eine Erhöhung des Lagervolumens sei nicht geplant. „Im Gegenteil“, so Umweltminister Stefan Wenzel, „wir prüfen auch, das Lagerinventar auf das unbedingt notwendige und sicherheitstechnisch vertretbare Maß zu beschränken.“Die Bürgerinitiative Biss bleibt skeptisch und fordert die weiträumige Trennung von, so wörtlich, „Atommülllager, Publikumsverkehr und explosiven Stoffen“, die Kontrolle jedes der 13 000 hier gelagerten Fässer, die tägliche Veröffentlichung von Strahlen-Messdaten und die Übernahme der Landessammelstelle durch staatliche Behörden.

Bürgerinitiative „Biss Leese“ fühlt sich ausgeschlossen

Mit einer plakativen Aktion wandten sich Aktivisten gegen eine Erhöhung der Strahlenaktivität in Leese. © Foto: pr/Michaela Mügge

Leese/Petershagen (mt). Die nach ihrer Auffassung mangelnde Transparenz und die Sorge, dass sich die Strahlenwerte in der Landessammelstelle Leese noch erhöhen, ruft die Bürgerinitiative „Biss Leese“ auf den Plan. Verärgert zeigt sich Biss-Sprecher Holger Grossmann über die verwehrte Teilnahme an einem Begleitausschuss.

Das kritisiert auch Wolfgang Riesner, der die Forderungen von Biss Leese als Vorsitzender der Petershäger Bürgerinitiative „Stoppt den Giftmüll“ unterstützt: „Man kann eine Bürgerinitiative nicht aus so einem Gremium heraushalten“, sagt Riesner.

Laut Grant Hendrik Tonne, niedersächsischer Landtagsabgeordneter und Bürgermeister der Gemeinde Leese, habe es so jedoch der Verwaltungsausschuss beschlossen. Beteiligt am Begleitausschuss, der die geplante Erweiterung der Sammelstelle überwachen soll, würden BUND und drei Bürger. Außerdem sei die fachliche Begleitung durch Samtgemeinde und Landkreis vorgesehen. Das, so heißt es in dem Schreiben an Grossmann, werde den Anforderungen an eine umfassende Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung gerecht. Tonne betont aber auch, dass diese Auffassung „zu gegebener Zeit“ überprüft werde.

Darauf hofft auch Wolfgang Riesner: „Verwaltung und Politiker sollten nicht diejenigen Bürger behindern, die selbst die Initiative übernehmen. Ich wünsche mir aktive Unterstützung und partnerschaftliche Beteiligung.“

Zuletzt hatte Biss Leese durch eine öffentlichkeitswirksame Aktion auf sich aufmerksam gemacht: Positioniert an Zufahrtswegen, haben Aktivisten während eines Familientages auf dem Gelände der Raiffeisen Agil Flugblätter verteilt.

Abfälle aus Medizin und Forschung

Hier befindet sich auch das Abfalllager, genehmigt von der staatlichen Gewerbeaufsicht Hannover als Sammelstelle für radioaktive Abfälle aus Medizin, Forschung und Technik. Betreiber ist die Firma Eckert & Ziegler.

Britta Rommenberg, Geschäftsführerin von Raiffeisen Agil Leese, fühlt ihr Unternehmen durch die Biss-Aktion zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die genossenschaftlich arbeitende Firma stelle dem Lager und dem Betreiber der Sammelstelle lediglich Platz zur Verfügung, außerdem: „Die Demonstration müsste sich nicht gegen uns, sondern – wenn überhaupt – gegen das Umweltministerium richten. Und aus dem haben wir die Information, dass hier nicht gegen geltendes Recht verstoßen wird.“ Dass schwachradioaktive Abfälle gelagert werden müssen, verteidigte Britta Rommenberg. Wenn Medizin gebraucht werde, seien die Leute positiv gestimmt. Wenn es um die Hinterlassenschaften gehe, nicht mehr: „Wo sollen die Abfälle denn hin?“

Auch die geplante Vergrößerung werde falsch verstanden. „Dabei geht es um die Verbesserung der Lagerung und eine weitere Verringerung der Strahlenwerte.“ Eine höhere Strahlung würde auch Rommenberg, die sich auch für ihre 180 Mitarbeiter verantwortlich fühlt, nicht akzeptieren: „Das wollen wir nicht.“

Gegenüber dem MT kündigte die betreibende Firma Eckert & Ziegler für Montag eine Stellungnahme an. In der Tat sieht aber auch das niedersächsische Umweltministerium nach Entdeckung eines beschädigten Fasses (MT berichtete) Handlungsbedarf. „Da nicht auszuschließen sei, dass in den kommenden Jahren weitere Altfässer korrodieren, könne die Bergung im Einzelfall keine Lösung sein“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ein Hallenneubau sei die beste Option, und: Eine Erhöhung des Lagervolumens sei nicht geplant. „Im Gegenteil“, so Umweltminister Stefan Wenzel, „wir prüfen auch, das Lagerinventar auf das unbedingt notwendige und sicherheitstechnisch vertretbare Maß zu beschränken.“

Die Bürgerinitiative Biss bleibt skeptisch und fordert die weiträumige Trennung von, so wörtlich, „Atommülllager, Publikumsverkehr und explosiven Stoffen“, die Kontrolle jedes der 13 000 hier gelagerten Fässer, die tägliche Veröffentlichung von Strahlen-Messdaten und die Übernahme der Landessammelstelle durch staatliche Behörden.

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