Bürger wehren sich gegen Gleisschotter-Aufbereitung der Firma Ahrens Oliver Plöger Petershagen (mt). Für die Aktiven aus dem neuen Bürger-Team steht es längst fest: „Wir wollen die Ansiedlung der Firma Ahrens im Gewerbegebiet Lahde nicht." Das machte Frank Kirchner, einer der Team-Sprecher, im Rat am Donnerstag deutlich. Informationen vor Ort hätten sie gerade in Lünen gesammelt, sagte Kirchner, der auch Fotos mitgebracht hatte. Dort gebe es bereits eine Gleisschotter-Aufbereitung. Zwar verlasse kein Lkw ungewaschen das Gelände, ob das allerdings reiche, werde bezweifelt. Auch sehe man die aus der Anlage entstehende Staubentwicklung noch auf 300 Meter entfernt wachsenden Pflanzen. Wenig Verständnis hatte Kirchner für die Diskussionen um das Schreiben an die Bezirksregierung, das sich ebenfalls kritisch mit der Gewerbeansiedlung in Lahde auseinandersetzen soll: „Ihr habt drei Wochen für diesen blöden Brief gebraucht, wir einigen uns da in zehn Minuten." Laut CDU-Fraktionsvorsitzendem Hermann Humcke sei der Bezirksregierung „umgehend" mitzuteilen, so wörtlich, dass das Vorhaben „aus städtischer Sicht nicht für genehmigungsfähig angesehen und eine Umplanung der Anlage unter Berücksichtigung höchster Standards zum Schutz der Nachbarschaft und der Umwelt für zwingend erforderlich gehalten wird." Die ebenfalls geforderten Auflagen - darunter eine durch die Firma zu erbringende Bankbürgschaft für Rückbau- und Sanierungsverpflichtung - hält die SPD hingegen für falsch. Grund sei die fehlende Kenntnis der Antragsunterlagen, die noch durch den Bezirk geprüft werden müssen. Eine Informationsveranstaltung, so SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Christian Ebenau, solle umfassend zum Verfahren, den rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Verfahrensstand berichten. Ansonsten wolle sich die SPD, wie Ingo Ellerkamp schließlich deutlich machte, dem Schreiben des Bürger-Teams anschließen. Dieser Text wiederum betont die Sorge und den Widerstand der Bürger schon vor der Offenlegung der Pläne, und: „Was gerade im Umgang mit Gefahrgütern schiefgehen kann, haben die Petershäger Bürger als direkte Nachbarn der Giftmülldeponie Münchehagen erfahren." Dass die Positionen innerhalb der Politik gar nicht so weit auseinanderliegen, stellten insbesondere die kleineren Fraktionen heraus, Günter Wehmeyer (FDP) meinte gar: „Dieses Parteiengezänk ist nicht hilfreich." Heiner Müller, ebenfalls FDP, machte noch einmal deutlich: „Frage ist doch wirklich, ob es diese Ansiedlung hier braucht." Kritisch sah er auch, dass die Stadt früh auf das Vorkaufsrecht der Fläche verzichtet hatte. Für Wolfgang Riesner (Grüne) sollte der Fall Ahrens Anlass für Maßgaben sein, wie Gewerbegebiete künftig aufgestellt werden sollen „Bei Ahrens hilft uns das vielleicht nicht weiter, aber bei Anfragen künftiger Firmen." Das Ergebnis der Ratssitzung: Einen Brief an die Bezirksregierung wird es geben, auf die Forderung nach einer Bürgerversammlung wird hier verzichtet, allerdings soll der Bürgermeister von sich aus möglichst bald zu einer solchen Versammlung einladen. Die einzelnen Forderungen wie Zuwegung über die Straße „An der Wandlung", versiegelte Flächen und die Verarbeitung komplett in Hallen, werden aus der Politik heraus erst einmal nicht gestellt. Der Beschluss war einstimmig bei vier Enthaltungen. Zum Thema Ahrens will das Bürger-Team an diesem Wochenende beim Lahder Herbstmarkt informieren. Sigrid Krueger-Young, ebenfalls Sprecherin, kündigte einen Informationsstand an.

Bürger wehren sich gegen Gleisschotter-Aufbereitung der Firma Ahrens

Hinter diesem Bauzaun soll künftig Gleisschotter aufgearbeitet werden. das Material gilt als hochbelastet - durch Schmiermittel, Betriebsstoffe, Abrieb und Pflanzen- und Holzschutzmittel. MT-Foto: Oliver Plöger

Petershagen (mt). Für die Aktiven aus dem neuen Bürger-Team steht es längst fest: „Wir wollen die Ansiedlung der Firma Ahrens im Gewerbegebiet Lahde nicht." Das machte Frank Kirchner, einer der Team-Sprecher, im Rat am Donnerstag deutlich. Informationen vor Ort hätten sie gerade in Lünen gesammelt, sagte Kirchner, der auch Fotos mitgebracht hatte. Dort gebe es bereits eine Gleisschotter-Aufbereitung. Zwar verlasse kein Lkw ungewaschen das Gelände, ob das allerdings reiche, werde bezweifelt. Auch sehe man die aus der Anlage entstehende Staubentwicklung noch auf 300 Meter entfernt wachsenden Pflanzen.

Wenig Verständnis hatte Kirchner für die Diskussionen um das Schreiben an die Bezirksregierung, das sich ebenfalls kritisch mit der Gewerbeansiedlung in Lahde auseinandersetzen soll: „Ihr habt drei Wochen für diesen blöden Brief gebraucht, wir einigen uns da in zehn Minuten."

Laut CDU-Fraktionsvorsitzendem Hermann Humcke sei der Bezirksregierung „umgehend" mitzuteilen, so wörtlich, dass das Vorhaben „aus städtischer Sicht nicht für genehmigungsfähig angesehen und eine Umplanung der Anlage unter Berücksichtigung höchster Standards zum Schutz der Nachbarschaft und der Umwelt für zwingend erforderlich gehalten wird."

Die ebenfalls geforderten Auflagen - darunter eine durch die Firma zu erbringende Bankbürgschaft für Rückbau- und Sanierungsverpflichtung - hält die SPD hingegen für falsch. Grund sei die fehlende Kenntnis der Antragsunterlagen, die noch durch den Bezirk geprüft werden müssen. Eine Informationsveranstaltung, so SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Christian Ebenau, solle umfassend zum Verfahren, den rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Verfahrensstand berichten. Ansonsten wolle sich die SPD, wie Ingo Ellerkamp schließlich deutlich machte, dem Schreiben des Bürger-Teams anschließen. Dieser Text wiederum betont die Sorge und den Widerstand der Bürger schon vor der Offenlegung der Pläne, und: „Was gerade im Umgang mit Gefahrgütern schiefgehen kann, haben die Petershäger Bürger als direkte Nachbarn der Giftmülldeponie Münchehagen erfahren."

Dass die Positionen innerhalb der Politik gar nicht so weit auseinanderliegen, stellten insbesondere die kleineren Fraktionen heraus, Günter Wehmeyer (FDP) meinte gar: „Dieses Parteiengezänk ist nicht hilfreich." Heiner Müller, ebenfalls FDP, machte noch einmal deutlich: „Frage ist doch wirklich, ob es diese Ansiedlung hier braucht." Kritisch sah er auch, dass die Stadt früh auf das Vorkaufsrecht der Fläche verzichtet hatte.

Für Wolfgang Riesner (Grüne) sollte der Fall Ahrens Anlass für Maßgaben sein, wie Gewerbegebiete künftig aufgestellt werden sollen „Bei Ahrens hilft uns das vielleicht nicht weiter, aber bei Anfragen künftiger Firmen."

Das Ergebnis der Ratssitzung: Einen Brief an die Bezirksregierung wird es geben, auf die Forderung nach einer Bürgerversammlung wird hier verzichtet, allerdings soll der Bürgermeister von sich aus möglichst bald zu einer solchen Versammlung einladen. Die einzelnen Forderungen wie Zuwegung über die Straße „An der Wandlung", versiegelte Flächen und die Verarbeitung komplett in Hallen, werden aus der Politik heraus erst einmal nicht gestellt. Der Beschluss war einstimmig bei vier Enthaltungen.

Zum Thema Ahrens will das Bürger-Team an diesem Wochenende beim Lahder Herbstmarkt informieren. Sigrid Krueger-Young, ebenfalls Sprecherin, kündigte einen Informationsstand an.

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