Bücher to go: Schrank in Jössen wird gut angenommen Claudia Hyna Petershagen-Jössen. Bücherschränke kennen keinen Ladenschluss – und keine Lockdown-Beschränkungen: Daher ist das Exemplar in Jössen momentan besonders gefragt. Das Konzept dahinter: Jeder Bücherfreund kann sich ein Buch nehmen, es lesen, behalten oder auch irgendwann wieder zurückstellen. Ebenso können Bürger ihre überzähligen Bücher dort unterstellen – und anderen Lesern eine Freude bereiten. In manchen Orten sind es ausrangierte Telefonzellen oder alte Bibliothekseinrichtungen, die zur Aufbewahrung und als Tauschmöglichkeit dienen. Die Idee zum Bücherschrank im Buswartehäuschen mitten im Ort hatte Fred Bergmann, ein Jösser, der „etwas für sein Dorf tun wollte“, sagt Kulturgemeinschaftsvorsitzender Dieter Marowsky. Er freut sich über das Engagement der Einwohner. „Das ist eine tolle Idee.“ Vom Gedanken bis zur Umsetzung verging nicht viel Zeit. Bergmann liest selber gerne und viel. Er stellte den Antrag zum Vorhaben bei der Kulturgemeinschaft, schließlich musste die Stadt Petershagen das Projekt absegnen. Das ging problemlos über die Bühne. „Schließlich hat die Stadt keine Kosten.“ Fred Bergmann besorgte sich einen alten Schrank aus einem Abbruchhaus, den er für seine Zwecke überarbeitete. Zunächst stellte er nur drei Bücher in das Möbelstück – die wundersame Vermehrung blieb nicht aus. Schon bald war der Schrank gut gefüllt und wurde gut angenommen. Das sei direkt nach der Aufstellung im November vergangenen Jahres so gewesen, hat der Kulturgemeinschaftsvorsitzende erfahren. Selbst in der Dunkelheit wurden Interessierte gesichtet, die mit Hilfe einer Taschenlampe im Angebot stöberten. Vor allem Kinderbücher seien gefragt, heißt es. Leser kämen sogar aus dem Kreis Nienburg, weiß Marowsky, der von fremden Autokennzeichen berichtet. Fred Bergmann, der in der Nähe des Schranks wohnt, hat ein Auge auf das Geschehen. Vandalismus hat es noch nicht gegeben, ist Marowsky froh über die pflegliche Behandlung. Das Sortiment ist vielfältig, zu finden sind Bücher jeden Genres. Bisher ist die Einrichtung die einzige ihrer Art in der Stadt Petershagen. Aber was ja nicht ist, kann ja noch werden.

Bücher to go: Schrank in Jössen wird gut angenommen

Der Bücherschrank befindet sich direkt an der Bushaltestelle. MT-Foto: Claudia Hyna © hy

Petershagen-Jössen. Bücherschränke kennen keinen Ladenschluss – und keine Lockdown-Beschränkungen: Daher ist das Exemplar in Jössen momentan besonders gefragt.

Das Konzept dahinter: Jeder Bücherfreund kann sich ein Buch nehmen, es lesen, behalten oder auch irgendwann wieder zurückstellen. Ebenso können Bürger ihre überzähligen Bücher dort unterstellen – und anderen Lesern eine Freude bereiten. In manchen Orten sind es ausrangierte Telefonzellen oder alte Bibliothekseinrichtungen, die zur Aufbewahrung und als Tauschmöglichkeit dienen. Die Idee zum Bücherschrank im Buswartehäuschen mitten im Ort hatte Fred Bergmann, ein Jösser, der „etwas für sein Dorf tun wollte“, sagt Kulturgemeinschaftsvorsitzender Dieter Marowsky. Er freut sich über das Engagement der Einwohner. „Das ist eine tolle Idee.“

Der Bücherschrank befindet sich direkt an der Bushaltestelle. MT-Foto: Claudia Hyna - © hy
Der Bücherschrank befindet sich direkt an der Bushaltestelle. MT-Foto: Claudia Hyna - © hy

Vom Gedanken bis zur Umsetzung verging nicht viel Zeit. Bergmann liest selber gerne und viel. Er stellte den Antrag zum Vorhaben bei der Kulturgemeinschaft, schließlich musste die Stadt Petershagen das Projekt absegnen. Das ging problemlos über die Bühne. „Schließlich hat die Stadt keine Kosten.“

Fred Bergmann besorgte sich einen alten Schrank aus einem Abbruchhaus, den er für seine Zwecke überarbeitete. Zunächst stellte er nur drei Bücher in das Möbelstück – die wundersame Vermehrung blieb nicht aus. Schon bald war der Schrank gut gefüllt und wurde gut angenommen. Das sei direkt nach der Aufstellung im November vergangenen Jahres so gewesen, hat der Kulturgemeinschaftsvorsitzende erfahren. Selbst in der Dunkelheit wurden Interessierte gesichtet, die mit Hilfe einer Taschenlampe im Angebot stöberten. Vor allem Kinderbücher seien gefragt, heißt es. Leser kämen sogar aus dem Kreis Nienburg, weiß Marowsky, der von fremden Autokennzeichen berichtet.

Fred Bergmann, der in der Nähe des Schranks wohnt, hat ein Auge auf das Geschehen. Vandalismus hat es noch nicht gegeben, ist Marowsky froh über die pflegliche Behandlung. Das Sortiment ist vielfältig, zu finden sind Bücher jeden Genres. Bisher ist die Einrichtung die einzige ihrer Art in der Stadt Petershagen. Aber was ja nicht ist, kann ja noch werden.

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