Breves oder Wölke: Welchen Bürgermeisterkandidaten unterstützen die Fraktionen? Claudia Hyna Petershagen. So viel steht fest: Petershagen wird im Herbst einen neuen Bürgermeister bekommen. Zur Auswahl stehen Dirk Breves für die CDU und Jens Wölke für die SPD. Wen unterstützen die FDP und die Grünen – oder zaubern sie einen eigenen Kandidaten aus dem Hut? Danach sieht es nicht aus. Die Sozialdemokraten hatten erst Mitte Mai ihren neuen Bürgermeister-Kandidaten Wölke vorgestellt, da im März die bisherige Bewerberin Kerstin Koopmann ihren Rückzug mitgeteilt hatte. Wegen der Corona-Krise laufen die Versammlungen jetzt erst wieder an. Dabei sind die Grünen in Petershagen – nach ausführlicher Diskussion – zu einem eindeutigen Votum für den Bewerber Dirk Breves gelangt. Das teilt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Riesner mit. „Das ist eine gute und zukunftsweisende Lösung für Petershagen.“ Kurzzeitig hätte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen überlegt, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, dann aber davon Abstand genommen. Riesner selber habe Breves bereits vor zweieinhalb Jahren übermittelt, dass er seinen Antritt erwarte. „Daher freuen wir uns sehr über seine Entscheidung.“ Wie die Grünen zu ihrer Präferenz kamen, kann Riesner erklären. Breves sei immer ein Motor gewesen, wenn es um Innovationen ging. Er habe Chancen, die sich boten, beherzt ergriffen. Der Eindruck der Grünen sei, dass die Entscheidungen der inneren Verwaltungsleitung (Bauamt, Hauptamt, Kämmerei) in den vergangenen Jahren von Dirk Breves geprägt und gefördert wurden. Dann zählt Riesner auf, welche Eigenschaften der Kämmerer seiner Meinung nach mitbringt, die ihn zum idealen Kandidaten machen. Er sei konstruktiv, nachdenklich, zugewandt, höre zu, neige nicht zu Schnellschüssen und treffe auch unpopuläre Entscheidungen – und mache sich das nicht leicht. Dazu komme, dass er extrem kompetent ist und Petershagen „wie seine Westentasche“ kenne. Wichtig sei, dass der künftige Bürgermeister nicht nur von seiner Fraktion getragen werde. Nach Ansicht der Umweltpartei steht gerade Breves über der politischen Sache – „und das nehmen wir ihm ab“. Der Kämmerer vereine als CDU-Mitglied natürlich vieles in sich, wofür die Christdemokraten stehen. „Aber er hat auch eine grüne Komponente.“ Aus all diesen Gründen wollen die Grünen ihre Wähler mobilisieren, für Breves als Bürgermeister zu stimmen. Ideal wäre es, wenn sie dann aber für den grünen Kandidaten als Ratsvertreter votieren, so Riesner. Insgesamt gehe es bei diesem Beschluss nur um Inhalte, einen Freifahrtschein wollen sie Breves nicht ausstellen, macht der Politiker klar. Das Vertrauen habe sich Breves in seiner jahrelangen Tätigkeit allerdings hinreichend erarbeitet. Die Freien Demokraten verzichten ebenfalls auf einen eigenen Kandidaten. Das teilt Fraktionsvorsitzender Günter Wehmeyer auf MT-Anfrage mit. Wehmeyer selbst war vor zehn Jahren mit Bürgermeister Dieter Blume und Klaus-Dieter Behrmann zur Wahl angetreten. Und die Liberalen treffen auch keine Aussage, welchen Kandidaten der anderen Parteien sie unterstützen. „Die Wahlentscheidung legen wir vertrauensvoll in die Hände der Wählerinnen und Wähler“, so Wehmeyer. Der 71-Jährige ist seit 1992 im Rat und auch als Ortsbürgermeister von Meßlingen tätig, er wird sich in diesem Jahr erneut aufstellen lassen. Die FDP in der Stadt Petershagen sei eine eigenständige politische Kraft mit einem Anspruch auf politische Gestaltung, so Wehmeyer weiter. Im Mittelpunkt ihrer Kommunalpolitik stehe die aktive Mitgestaltung zum Wohl der Bürger. In die Kommunalwahl am 13. September wollen sie mit einem Sachprogramm gehen, das einen klaren Kurs für eine positive Entwicklung „unserer Stadt der 29 Dörfer“ beschreiben wird. Wie so vieles in Corona-Zeiten, so leidet auch die Entscheidungsbildung der Fraktionen unter der Krise. Lange waren Zusammenkünfte verboten und daher ist die Kandidatenfindung noch nicht vollends abgeschlossen. Der Parteitag der FDP hätte vor rund zwei Monaten stattfinden sollen, nun ist der 16. Juni anberaumt. Wahlkampf sei normalerweise eine Sache beim Ernte- oder Schützenfest, von Tür zu Tür oder bei der Feuerwehr, sagt Günter Wehmeyer. Das alles ist bisher ausgefallen. Daher sei die jetzige Situation ein Vorteil für Bürgermeister als Amtsinhaber, die wiedergewählt werden wollen, und auch für Ortsbürgermeister als Kandidaten für den Rat. Die Neuen hätten kaum eine Chance, auf sich aufmerksam zu machen. Für Karl-Christian Ebenau (Demokratisches Petershagen) ist es die letzte Ratsperiode: Er hat angekündigt, sich aus der Politik zurückzuziehen. Damit ist auch die von ihm im Jahr 2017 mit Angelika Dreier gegründete Fraktion Demokratische Petershagen Geschichte. Kommunalwahl 2020 In NRW werden am 13. September kommunalpolitische Gremien, Landräte und Bürgermeister gewählt. Alle MT-Berichte aus dem Kommunalwahlkampf werden in den kommenden Monaten auf MT.de gesammelt und sind dort unter dem Stichwort „Kommunalwahl 2020“ zu finden.

Breves oder Wölke: Welchen Bürgermeisterkandidaten unterstützen die Fraktionen?

CDU-Bürgermeisterkandidat und Kämmerer Dirk Breves hat seit kurzem auch eine eigene Homepage. © Foto: privat

Petershagen. So viel steht fest: Petershagen wird im Herbst einen neuen Bürgermeister bekommen. Zur Auswahl stehen Dirk Breves für die CDU und Jens Wölke für die SPD. Wen unterstützen die FDP und die Grünen – oder zaubern sie einen eigenen Kandidaten aus dem Hut?

Danach sieht es nicht aus. Die Sozialdemokraten hatten erst Mitte Mai ihren neuen Bürgermeister-Kandidaten Wölke vorgestellt, da im März die bisherige Bewerberin Kerstin Koopmann ihren Rückzug mitgeteilt hatte. Wegen der Corona-Krise laufen die Versammlungen jetzt erst wieder an. Dabei sind die Grünen in Petershagen – nach ausführlicher Diskussion – zu einem eindeutigen Votum für den Bewerber Dirk Breves gelangt. Das teilt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Riesner mit. „Das ist eine gute und zukunftsweisende Lösung für Petershagen.“ Kurzzeitig hätte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen überlegt, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, dann aber davon Abstand genommen. Riesner selber habe Breves bereits vor zweieinhalb Jahren übermittelt, dass er seinen Antritt erwarte. „Daher freuen wir uns sehr über seine Entscheidung.“

Jens Wölke kandidiert für die SPD. Der Rechtsanwalt ist seit mehr als zehn Jahren Mitglied des Rates der Stadt. MT- - © Foto: Oliver Plöger
Jens Wölke kandidiert für die SPD. Der Rechtsanwalt ist seit mehr als zehn Jahren Mitglied des Rates der Stadt. MT- - © Foto: Oliver Plöger

Wie die Grünen zu ihrer Präferenz kamen, kann Riesner erklären. Breves sei immer ein Motor gewesen, wenn es um Innovationen ging. Er habe Chancen, die sich boten, beherzt ergriffen. Der Eindruck der Grünen sei, dass die Entscheidungen der inneren Verwaltungsleitung (Bauamt, Hauptamt, Kämmerei) in den vergangenen Jahren von Dirk Breves geprägt und gefördert wurden.

Dann zählt Riesner auf, welche Eigenschaften der Kämmerer seiner Meinung nach mitbringt, die ihn zum idealen Kandidaten machen. Er sei konstruktiv, nachdenklich, zugewandt, höre zu, neige nicht zu Schnellschüssen und treffe auch unpopuläre Entscheidungen – und mache sich das nicht leicht. Dazu komme, dass er extrem kompetent ist und Petershagen „wie seine Westentasche“ kenne. Wichtig sei, dass der künftige Bürgermeister nicht nur von seiner Fraktion getragen werde. Nach Ansicht der Umweltpartei steht gerade Breves über der politischen Sache – „und das nehmen wir ihm ab“.

Der Kämmerer vereine als CDU-Mitglied natürlich vieles in sich, wofür die Christdemokraten stehen. „Aber er hat auch eine grüne Komponente.“ Aus all diesen Gründen wollen die Grünen ihre Wähler mobilisieren, für Breves als Bürgermeister zu stimmen. Ideal wäre es, wenn sie dann aber für den grünen Kandidaten als Ratsvertreter votieren, so Riesner. Insgesamt gehe es bei diesem Beschluss nur um Inhalte, einen Freifahrtschein wollen sie Breves nicht ausstellen, macht der Politiker klar. Das Vertrauen habe sich Breves in seiner jahrelangen Tätigkeit allerdings hinreichend erarbeitet.

Die Freien Demokraten verzichten ebenfalls auf einen eigenen Kandidaten. Das teilt Fraktionsvorsitzender Günter Wehmeyer auf MT-Anfrage mit. Wehmeyer selbst war vor zehn Jahren mit Bürgermeister Dieter Blume und Klaus-Dieter Behrmann zur Wahl angetreten. Und die Liberalen treffen auch keine Aussage, welchen Kandidaten der anderen Parteien sie unterstützen. „Die Wahlentscheidung legen wir vertrauensvoll in die Hände der Wählerinnen und Wähler“, so Wehmeyer. Der 71-Jährige ist seit 1992 im Rat und auch als Ortsbürgermeister von Meßlingen tätig, er wird sich in diesem Jahr erneut aufstellen lassen. Die FDP in der Stadt Petershagen sei eine eigenständige politische Kraft mit einem Anspruch auf politische Gestaltung, so Wehmeyer weiter. Im Mittelpunkt ihrer Kommunalpolitik stehe die aktive Mitgestaltung zum Wohl der Bürger. In die Kommunalwahl am 13. September wollen sie mit einem Sachprogramm gehen, das einen klaren Kurs für eine positive Entwicklung „unserer Stadt der 29 Dörfer“ beschreiben wird.

Wie so vieles in Corona-Zeiten, so leidet auch die Entscheidungsbildung der Fraktionen unter der Krise. Lange waren Zusammenkünfte verboten und daher ist die Kandidatenfindung noch nicht vollends abgeschlossen. Der Parteitag der FDP hätte vor rund zwei Monaten stattfinden sollen, nun ist der 16. Juni anberaumt. Wahlkampf sei normalerweise eine Sache beim Ernte- oder Schützenfest, von Tür zu Tür oder bei der Feuerwehr, sagt Günter Wehmeyer. Das alles ist bisher ausgefallen. Daher sei die jetzige Situation ein Vorteil für Bürgermeister als Amtsinhaber, die wiedergewählt werden wollen, und auch für Ortsbürgermeister als Kandidaten für den Rat. Die Neuen hätten kaum eine Chance, auf sich aufmerksam zu machen.

Für Karl-Christian Ebenau (Demokratisches Petershagen) ist es die letzte Ratsperiode: Er hat angekündigt, sich aus der Politik zurückzuziehen. Damit ist auch die von ihm im Jahr 2017 mit Angelika Dreier gegründete Fraktion Demokratische Petershagen Geschichte.

Kommunalwahl 2020

In NRW werden am 13. September kommunalpolitische Gremien, Landräte und Bürgermeister gewählt. Alle MT-Berichte aus dem Kommunalwahlkampf werden in den kommenden Monaten auf MT.de gesammelt und sind dort unter dem Stichwort „Kommunalwahl 2020“ zu finden.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen