Blütenmeer im gekappten Brunnen: Grüner Daumen hofft auf Anerkennung Oliver Plöger Petershagen-Lahde. Dass einem stillgelegtem Brunnen in Lahde neues Leben eingehaucht wurde, ist einer Gruppe engagierter Bürger zu verdanken, die das Areal seit über sechs Jahren betreuen und sich hier regelmäßig zu Pflanz- und Pflegeaktionen treffen. Die Stadt konnte die Anlage im Bereich Bahnhofstraße/Nienburger Straße nicht mehr retten und musste das unterirdische Rohrsystem kappen. Mittlerweile ist wieder ein Treffpunkt entstanden, wie Ortsbürgermeisterin Helga Berg (CDU) betont. Die Aktiven aus der örtlichen Kulturgemeinschaft machen nie viel Aufhebens um sich, hoffen jetzt aber auf die Auszeichnung mit dem Heimatpreis der Stadt Petershagen, der in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben wird. Als Preisgeld winken 2.500 Euro für den ersten Platz. Wenn Beete sprießen, wird den Pflanzenden oft ein „Grüner Daumen“ nachgesagt. Und „Grüner Daumen“ nennen sich auch die Rentner, die in der vergangenen Woche wieder mal in der Kurve am alten Brunnen im Einsatz waren. Treffen mit Hacke, Harke, Scheren und Spaten gibt es alle vier Wochen (immer mittwochs ab 15 Uhr). Diesmal gab es Pflanzungen im ehemaligen Brunnen und auf dem Areal rundherum.Bereit seit 2015 ist die Gruppe „am Ball“. Nach einer Bestandsaufnahme damals war der Handlungsbedarf festgestellt worden: Lahde muss schöner werden! Horst Dossow hatte eine „dringende Reinigungsaktion“ angeregt. Seither kümmern sich die Rentner nicht nur um das Brunnenareal, sondern auch um den Bereich Aue/Unterm Berge. Der Brunnen – an sich gut gemeint – hatte nur bis 2014 gesprudelt. Entstanden war die Anlage Jahre zuvor im Zuge der Ortskernsanierung, lange vor dem Projekt „Rahmenplanung“, wie es heute verfolgt wird. Der aufgemauerte und mit Feldsteinen belegte Brunnen sollte damals eine brach liegende Fläche aufwerten. Das funktionierte jedoch nur wenige Jahre.Probleme hatte es mit dem unter den Steinen verdeckten Rohrsystem und dem damit verbundenen Wasserkreislauf gegeben. Wegen undichter Stellen sei regelmäßig Wasser auf die Freifläche und den Gehweg gespült worden, wussten die Aktiven der Pflegegruppe. Die Stadt musste den Brunnen abstellen, das Innere der Anlage wurde damals durch den Bauhof mit Sand und Erde verfüllt – offenbar notwendig, aber nicht gerade eine Augenweide.Beteiligt am jüngsten Pflegeeinsatz waren wieder Horst Dossow als einer der Initiatoren des Arbeitskreises, Margarete Köhn, Dieter Menking und Karl-Heinz Schwier. Ansonsten gehören auch Elke und Reiner Urban zu den aktivsten Mitstreitern, betonte Helga Berg.Gleichzeitig wies die Ortsbürgermeisterin auf die Teilnahme am diesjährigen Heimatpreis hin. Die Gruppe „Grüner Daumen“ habe sich beworben – und musste sich als eine von zwölf Initiativen der Jury stellen, wie Kay Busche gegenüber dem MT aus der Stadtverwaltung berichtete. So viele hatten sich insgesamt beworben, was laut Busche ein positives Signal sei, auch wenn es bei der Preisverleihung 2019 noch 20 Bewerber gab – das aber sei eben vor Corona gewesen. Zum zweiten Mal lobt die Stadt den Preis aus, die Veranstaltung soll – nach jetzigem Stand – am 9. November im Alten Amtsgericht stattfinden. Die mögliche „Schiebung“ durch Darstellung des Grünen Daumens im MT sei kein Problem: Bewerbungsschluss für den Heimatpreis war der 12. September, die Jury habe bereits getagt, so Busche, intern stehen die Gewinner also schon fest. Öffentlich gemacht werden sie aber erst am 9. November. Zunächst war – auch wegen Corona – an eine parallele Online-Veranstaltung gedacht worden, davon sehe die Stadt jetzt aber wieder ab. Präsenztreffen seien möglich und die Veranstaltung sei öffentlich, so Kay Busche. Der erste Preis wird mit 2.500 Euro bedacht, der zweite Preis mit 1.500 Euro, auf dem dritten Platz gibt es 1.000 Euro. Das auszuzeichnende Projekt soll unter anderem ehrenamtlich umgesetzt worden und öffentlich zugänglich sein. Außerdem darf es nicht auf materiellen Gewinn ausgerichtet sein. Ortsbürgermeisterin Helga Berg, die sich nach ihrer Berufszeit als Pädagogin nun ebenfalls als Rentnerin bezeichnen darf, freut sich über das Engagement ihrer Lahder – übrigens auch über das weiterer Bürger: Mitglieder des Vereins der Gartenfreunde krempeln etwa regelmäßig die Ärmel hoch, um einen Abschnitt des Petershäger Weges in Ordnung zu halten. Und am Brunnen? Da laufe es gut, die Anlage in unmittelbarer Nähe der Lahder Marsch werden von Radfahrern und Spaziergängern rege genutzt.

Blütenmeer im gekappten Brunnen: Grüner Daumen hofft auf Anerkennung

Der Grüne Daumen mit (von links): Horst Dossow, Helga Berg, Karl-Heinz Schwier, Dieter Menking und Margarete Köhn. Die Gruppe hat den Brunnen, aber auch andere Bereiche Lahdes im Blick. MT-Foto: Oliver Plöger

Petershagen-Lahde. Dass einem stillgelegtem Brunnen in Lahde neues Leben eingehaucht wurde, ist einer Gruppe engagierter Bürger zu verdanken, die das Areal seit über sechs Jahren betreuen und sich hier regelmäßig zu Pflanz- und Pflegeaktionen treffen. Die Stadt konnte die Anlage im Bereich Bahnhofstraße/Nienburger Straße nicht mehr retten und musste das unterirdische Rohrsystem kappen. Mittlerweile ist wieder ein Treffpunkt entstanden, wie Ortsbürgermeisterin Helga Berg (CDU) betont. Die Aktiven aus der örtlichen Kulturgemeinschaft machen nie viel Aufhebens um sich, hoffen jetzt aber auf die Auszeichnung mit dem Heimatpreis der Stadt Petershagen, der in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben wird. Als Preisgeld winken 2.500 Euro für den ersten Platz.

Wenn Beete sprießen, wird den Pflanzenden oft ein „Grüner Daumen“ nachgesagt. Und „Grüner Daumen“ nennen sich auch die Rentner, die in der vergangenen Woche wieder mal in der Kurve am alten Brunnen im Einsatz waren. Treffen mit Hacke, Harke, Scheren und Spaten gibt es alle vier Wochen (immer mittwochs ab 15 Uhr). Diesmal gab es Pflanzungen im ehemaligen Brunnen und auf dem Areal rundherum.

Bereit seit 2015 ist die Gruppe „am Ball“. Nach einer Bestandsaufnahme damals war der Handlungsbedarf festgestellt worden: Lahde muss schöner werden! Horst Dossow hatte eine „dringende Reinigungsaktion“ angeregt. Seither kümmern sich die Rentner nicht nur um das Brunnenareal, sondern auch um den Bereich Aue/Unterm Berge.

Der Brunnen – an sich gut gemeint – hatte nur bis 2014 gesprudelt. Entstanden war die Anlage Jahre zuvor im Zuge der Ortskernsanierung, lange vor dem Projekt „Rahmenplanung“, wie es heute verfolgt wird. Der aufgemauerte und mit Feldsteinen belegte Brunnen sollte damals eine brach liegende Fläche aufwerten. Das funktionierte jedoch nur wenige Jahre.

Probleme hatte es mit dem unter den Steinen verdeckten Rohrsystem und dem damit verbundenen Wasserkreislauf gegeben. Wegen undichter Stellen sei regelmäßig Wasser auf die Freifläche und den Gehweg gespült worden, wussten die Aktiven der Pflegegruppe. Die Stadt musste den Brunnen abstellen, das Innere der Anlage wurde damals durch den Bauhof mit Sand und Erde verfüllt – offenbar notwendig, aber nicht gerade eine Augenweide.

Beteiligt am jüngsten Pflegeeinsatz waren wieder Horst Dossow als einer der Initiatoren des Arbeitskreises, Margarete Köhn, Dieter Menking und Karl-Heinz Schwier. Ansonsten gehören auch Elke und Reiner Urban zu den aktivsten Mitstreitern, betonte Helga Berg.

Gleichzeitig wies die Ortsbürgermeisterin auf die Teilnahme am diesjährigen Heimatpreis hin. Die Gruppe „Grüner Daumen“ habe sich beworben – und musste sich als eine von zwölf Initiativen der Jury stellen, wie Kay Busche gegenüber dem MT aus der Stadtverwaltung berichtete. So viele hatten sich insgesamt beworben, was laut Busche ein positives Signal sei, auch wenn es bei der Preisverleihung 2019 noch 20 Bewerber gab – das aber sei eben vor Corona gewesen. Zum zweiten Mal lobt die Stadt den Preis aus, die Veranstaltung soll – nach jetzigem Stand – am 9. November im Alten Amtsgericht stattfinden. Die mögliche „Schiebung“ durch Darstellung des Grünen Daumens im MT sei kein Problem: Bewerbungsschluss für den Heimatpreis war der 12. September, die Jury habe bereits getagt, so Busche, intern stehen die Gewinner also schon fest. Öffentlich gemacht werden sie aber erst am 9. November. Zunächst war – auch wegen Corona – an eine parallele Online-Veranstaltung gedacht worden, davon sehe die Stadt jetzt aber wieder ab. Präsenztreffen seien möglich und die Veranstaltung sei öffentlich, so Kay Busche. Der erste Preis wird mit 2.500 Euro bedacht, der zweite Preis mit 1.500 Euro, auf dem dritten Platz gibt es 1.000 Euro. Das auszuzeichnende Projekt soll unter anderem ehrenamtlich umgesetzt worden und öffentlich zugänglich sein. Außerdem darf es nicht auf materiellen Gewinn ausgerichtet sein.

Ortsbürgermeisterin Helga Berg, die sich nach ihrer Berufszeit als Pädagogin nun ebenfalls als Rentnerin bezeichnen darf, freut sich über das Engagement ihrer Lahder – übrigens auch über das weiterer Bürger: Mitglieder des Vereins der Gartenfreunde krempeln etwa regelmäßig die Ärmel hoch, um einen Abschnitt des Petershäger Weges in Ordnung zu halten. Und am Brunnen? Da laufe es gut, die Anlage in unmittelbarer Nähe der Lahder Marsch werden von Radfahrern und Spaziergängern rege genutzt.

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