Blues ins Blaue: Freunde des gepflegten Zwölftakters planen Festival-Jahr Oliver Plöger Petershagen. Mutig sein. Das wollen die Freunde des gepflegten Zwölftakters. Und ja, auch 2021 soll wieder ein Bluesjahr werden. „Wir müssen planen“, sagt Vorsitzender Adi Meyer und fügt hinzu „Was denn sonst?“ Er weiß: Die Bands werden ihm nicht auf die Füße treten, wenn ein Konzert wegen Corona ausfällt, alle sitzen in einem Boot. Er weiß aber auch, dass alle bereit sind: Veranstalter, Künstler, das Publikum. Und was wäre, wenn plötzlich wieder Auftritte möglich sind? Was, wenn ausgerechnet dann keine Musiker verpflichtet wurden? Als Life-Musikfestival sei allein die Bluesnacht, die der Verein veranstaltet, übers Jahr gesehen das größte Event in Petershagen, sagt Meyer. Nicht zuletzt durch die Blues-Challenge, bei der die Petershäger als „Bestes Festival“ geehrt wurden, müssen die Bluesmacher die Erwartungen ihrer Fans erfüllen – wenn es denn möglich wäre. „Ich hätte jetzt mehr Zeit für den Blues“, sagt Meyer, der die Geschicke des Vereins mittlerweile im Rentner-Status lenken kann. Doch seit Corona ist alles anders, vorerst geht es also noch darum, „passend zur Pandemie“ zu planen. Dabei ändert sich die Lage ständig. Veranstaltungen, die seit Dezember auf der Homepage der Bluesnacht angezeigt werden, sind zum Teil schon wieder gestrichen. John Primer & The Real Deal Bluesband wollten im März auftreten, dann noch James Armstrong & Band. „Doch die Amerikaner kommen nicht“, sagt Meyer, der auf eine Coronaschutzverordnung hofft, die wieder 300 Zuschauer zulässt. Dann, so ist er sicher, könne es auch eine Bluesnacht geben, vielleicht auch mit Bands, deren Auftritte an anderer Stelle gestrichen wurde. Vielleicht können am 26. Juni Thorbjørn Risager & The Black Tornado aus Dänemark auftreten, auch das Tomi Leino-Trio hat sich den Termin notiert. Die Rede war für 2021 auch schon von einem zweitägigen Bluesfestival. „Die Leute sind ausgehungert“, weiß Meyer. Bisher gekaufte Karten behalten für das neue Festival die Gültigkeit. Einzelkonzerte seien sowieso geplant. „Das hat im Herbst schon sehr gut geklappt“, sagt Adi Meyer. Das Publikum habe toll mitgemacht, auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Petershagen sei gut gewesen. Die Masken, die Adi Meyer extra noch gekauft hatte, seien nicht nötig gewesen – alle waren bestens ausgestattet. Drinnen in Windheim No 2 könnten wohl auch in näherer Zukunft keine Konzerte stattfinden, draußen gebe es aber mittlerweile zwei Bühnen und damit beste Voraussetzungen. Gerade hat Meyer eine aktualisierte Liste mit möglichen Bands und Terminen an die Verantwortlichen von Windheim No 2 geschickt – dort finden die Konzerte seit 2017 statt, nachdem die Windmühle in Großenheerse nach einem Pächterwechsel als Veranstaltungsort weggefallen war. „Und sollte kurzfristig eine Band nicht spielen können, können wir schnell für Ersatz sorgen.“ Die Bluesfreunde aus Petershagen sind bestens vernetzt. Zu koordinieren sind die Termine allerdings mit Windheim No 2, der Denkmal-Verein plant ebenfalls schon wieder Konzerte. Das Motto, so Vorsitzender Wolfgang Riesner, zeige schon, dass man sich nicht in die Quere kommen will: „Alles außer Blues“. Die bisherige Planung für die Freunde des gepflegten Zwölftakters, wie sie noch auf bluesnacht-petershagen.de erscheint, soll in den nächsten Tagen durch den aktuellen Stand ersetzt werden. Dass im ersten Corona-Jahr nur wenige Veranstaltungen über die Bühne gegangen sind, sei schmerzhaft, aber, so Meyer, der Verein sei finanziell gut durch das Jahr gekommen. Bands, die nicht mehr auftreten konnten, seien kooperativ gewesen, was die Gagen betrifft. An der Blues-Challenge, bei dem die Petershäger 2019 noch als „Bestes Blues-Festival“ grandios abgeräumt hatten, hatten sie auch 2020 teilgenommen – eine eigene Veranstaltung in Eutin gab es nicht, lediglich online sind die Preise vergeben worden, diesmal ohne Spitzenplatz für Petershagen, aber mit lobender Erwähnung. „Schon toll, dass wir als Landfestival da immer wieder eine Rolle spielen“, sagt Adi Meyer. Gewinner war das Freiburg Blues Festival. Die Idee, ein eigenes Festival in Petershagen auf die Beine zu stellen, fand ihren Ursprung beim 50. Geburtstag von Adi Meyer. Damals traten Trickbag aus Schweden und die Kölner Silvertones in seinem Garten in Neuenkick auf – vor 120 Gästen. Die erste Bluesnacht gab es dann 2010 im Landcafé Gottschalk, die folgenden Festivals an der Mühle in Großenheerse, später in Windheim. Zuletzt kamen über 700 Leute. Schon 2012 hatte sich der Verein gegründet, mittlerweile gehören über 80 Bluesfreunde dazu. Alles hatte sich gut eingespielt, die Bands waren zufrieden, die Veranstalter, die Gäste. „Hoffen wir gemeinsam, dass der Corona-Spuk bald vorbei ist und dass wir zumindest in kleinen Schritten zu so etwas wie Normalität zurückkehren können“, sagt Adi Meyer.

Blues ins Blaue: Freunde des gepflegten Zwölftakters planen Festival-Jahr

Es war einmal in Windheim: Andreas Arlt von B.B. and the Blues Shacks bei der zehnten Bluesnacht 2019. Wegen Corona fiel das Event im Vorjahr aus. Archivfoto: Rolf Graff © Rolf Graff

Petershagen. Mutig sein. Das wollen die Freunde des gepflegten Zwölftakters. Und ja, auch 2021 soll wieder ein Bluesjahr werden. „Wir müssen planen“, sagt Vorsitzender Adi Meyer und fügt hinzu „Was denn sonst?“ Er weiß: Die Bands werden ihm nicht auf die Füße treten, wenn ein Konzert wegen Corona ausfällt, alle sitzen in einem Boot. Er weiß aber auch, dass alle bereit sind: Veranstalter, Künstler, das Publikum. Und was wäre, wenn plötzlich wieder Auftritte möglich sind? Was, wenn ausgerechnet dann keine Musiker verpflichtet wurden? Als Life-Musikfestival sei allein die Bluesnacht, die der Verein veranstaltet, übers Jahr gesehen das größte Event in Petershagen, sagt Meyer. Nicht zuletzt durch die Blues-Challenge, bei der die Petershäger als „Bestes Festival“ geehrt wurden, müssen die Bluesmacher die Erwartungen ihrer Fans erfüllen – wenn es denn möglich wäre.

„Ich hätte jetzt mehr Zeit für den Blues“, sagt Meyer, der die Geschicke des Vereins mittlerweile im Rentner-Status lenken kann. Doch seit Corona ist alles anders, vorerst geht es also noch darum, „passend zur Pandemie“ zu planen.

Dabei ändert sich die Lage ständig. Veranstaltungen, die seit Dezember auf der Homepage der Bluesnacht angezeigt werden, sind zum Teil schon wieder gestrichen. John Primer & The Real Deal Bluesband wollten im März auftreten, dann noch James Armstrong & Band. „Doch die Amerikaner kommen nicht“, sagt Meyer, der auf eine Coronaschutzverordnung hofft, die wieder 300 Zuschauer zulässt. Dann, so ist er sicher, könne es auch eine Bluesnacht geben, vielleicht auch mit Bands, deren Auftritte an anderer Stelle gestrichen wurde.

Hofft in kleinen Schritten auf die Rückkehr zur Normalität: Adi Meyer, hier beim größten Erfolg des Vereins mit Urkunde der Blues-Challenge. Die Auszeichnung galt für das beste Festival. Archivfoto: Claudia Hyna - © Claudia Hyna
Hofft in kleinen Schritten auf die Rückkehr zur Normalität: Adi Meyer, hier beim größten Erfolg des Vereins mit Urkunde der Blues-Challenge. Die Auszeichnung galt für das beste Festival. Archivfoto: Claudia Hyna - © Claudia Hyna

Vielleicht können am 26. Juni Thorbjørn Risager & The Black Tornado aus Dänemark auftreten, auch das Tomi Leino-Trio hat sich den Termin notiert. Die Rede war für 2021 auch schon von einem zweitägigen Bluesfestival. „Die Leute sind ausgehungert“, weiß Meyer. Bisher gekaufte Karten behalten für das neue Festival die Gültigkeit.

Einzelkonzerte seien sowieso geplant. „Das hat im Herbst schon sehr gut geklappt“, sagt Adi Meyer. Das Publikum habe toll mitgemacht, auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Petershagen sei gut gewesen. Die Masken, die Adi Meyer extra noch gekauft hatte, seien nicht nötig gewesen – alle waren bestens ausgestattet.

Drinnen in Windheim No 2 könnten wohl auch in näherer Zukunft keine Konzerte stattfinden, draußen gebe es aber mittlerweile zwei Bühnen und damit beste Voraussetzungen. Gerade hat Meyer eine aktualisierte Liste mit möglichen Bands und Terminen an die Verantwortlichen von Windheim No 2 geschickt – dort finden die Konzerte seit 2017 statt, nachdem die Windmühle in Großenheerse nach einem Pächterwechsel als Veranstaltungsort weggefallen war. „Und sollte kurzfristig eine Band nicht spielen können, können wir schnell für Ersatz sorgen.“ Die Bluesfreunde aus Petershagen sind bestens vernetzt. Zu koordinieren sind die Termine allerdings mit Windheim No 2, der Denkmal-Verein plant ebenfalls schon wieder Konzerte. Das Motto, so Vorsitzender Wolfgang Riesner, zeige schon, dass man sich nicht in die Quere kommen will: „Alles außer Blues“.

Die bisherige Planung für die Freunde des gepflegten Zwölftakters, wie sie noch auf bluesnacht-petershagen.de erscheint, soll in den nächsten Tagen durch den aktuellen Stand ersetzt werden. Dass im ersten Corona-Jahr nur wenige Veranstaltungen über die Bühne gegangen sind, sei schmerzhaft, aber, so Meyer, der Verein sei finanziell gut durch das Jahr gekommen. Bands, die nicht mehr auftreten konnten, seien kooperativ gewesen, was die Gagen betrifft.

An der Blues-Challenge, bei dem die Petershäger 2019 noch als „Bestes Blues-Festival“ grandios abgeräumt hatten, hatten sie auch 2020 teilgenommen – eine eigene Veranstaltung in Eutin gab es nicht, lediglich online sind die Preise vergeben worden, diesmal ohne Spitzenplatz für Petershagen, aber mit lobender Erwähnung. „Schon toll, dass wir als Landfestival da immer wieder eine Rolle spielen“, sagt Adi Meyer. Gewinner war das Freiburg Blues Festival.

Die Idee, ein eigenes Festival in Petershagen auf die Beine zu stellen, fand ihren Ursprung beim 50. Geburtstag von Adi Meyer. Damals traten Trickbag aus Schweden und die Kölner Silvertones in seinem Garten in Neuenkick auf – vor 120 Gästen. Die erste Bluesnacht gab es dann 2010 im Landcafé Gottschalk, die folgenden Festivals an der Mühle in Großenheerse, später in Windheim. Zuletzt kamen über 700 Leute. Schon 2012 hatte sich der Verein gegründet, mittlerweile gehören über 80 Bluesfreunde dazu.

Alles hatte sich gut eingespielt, die Bands waren zufrieden, die Veranstalter, die Gäste. „Hoffen wir gemeinsam, dass der Corona-Spuk bald vorbei ist und dass wir zumindest in kleinen Schritten zu so etwas wie Normalität zurückkehren können“, sagt Adi Meyer.

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