Blaualgenbefall: Badespaß in Lahde vorerst beendet Petershagen-Lahde (mt/vast). Am Badesee Lahde besteht aktuell ein Badeverbot wegen eines vermehrten Aufkommens von Blaualgen. Besucherinnen und Besucher des Badesees werden außerdem gebeten, weitere Verhaltenshinweise vor Ort zu beachten. Wie Kreissprecherin Sabine Ohnesorge in einer Pressemitteilung berichtet, überwachen die Gesundheitsbehörden während der Badesaison die Badegewässer nach den Vorgaben der Badegewässerverordnung auf bakterielle Verunreinigungen. Das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke habe aktuell Befunde mit mikroskopisch erhöhtem Nachweis von „Blaualgen“ im Badesee Lahde erhalten. "Das Umweltamt hat umgehend das Badeverbot in Absprache mit der Stadt Petershagen umgesetzt. Der See wird während der Badesaison regelmäßig beprobt im Abstand von einer Woche. Die Beachbar12 ist von der Sperrung nicht betroffen", heißt es weiter in der Pressemitteilung. Massenvermehrungen von sogenannten Blaualgen treten vor allem bei hohen Wassertemperaturen in den Sommermonaten auf. Das Wasser verfärbt sich durch Cyanobakterien und kann einen üblen Geruch nach faulen Eiern und Gülle sowie nach Ammoniak verbreiten. Gesundheitlich problematisch sind allergische Haut- und Schleimhautreizungen durch Zellbestandteile der Bakterien. Toxine von Cyanobakterien können Leber- und neurotoxische Wirkung entfalten. Einige dieser Gifte können im menschlichen Körper nicht abgebaut werden. Daher ist ein Verschlucken von Wasser, das stark mit Cyanobakterien durchsetzt ist, unbedingt zu vermeiden. Es können akute Durchfälle auftreten, die auch mehrere Tage anhalten können. Vor allem kleine Kinder sollten vor Verschlucken des Wassers geschützt werden. Wenn sie in der flachen Uferzonen spielen, können sie auch durch Hand- zu Mund-Kontakt Gifte aufnehmen. Bei Tieren sind außerdem Fälle von tödlichen Vergiftungen bekannt, wenn sie das Wasser trinken. Bei Menschen ist ein derart schwerer Verlauf nach Baden in belastetem Wasser aber nicht bekannt. Massenansammlungen von Cyanobakterien werden gelegentlich mit chemischen Farbstoffen, aber auch mit Blütenpollen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen, verwechselt. "Algenblüten" haben folgende Merkmale: die Sichttiefe beträgt (meist deutlich) unter einem Meter das Wasser ist grünlich oder bläulich-grünlich verfärbt oder getrübt Schlierenbildung bis hin zu Algenteppichen wolkenartige Verteilung im Wasser

Blaualgenbefall: Badespaß in Lahde vorerst beendet

MT-Archivfoto: Oliver Plöger © Plöger © Plöger

Petershagen-Lahde (mt/vast). Am Badesee Lahde besteht aktuell ein Badeverbot wegen eines vermehrten Aufkommens von Blaualgen. Besucherinnen und Besucher des Badesees werden außerdem gebeten, weitere Verhaltenshinweise vor Ort zu beachten.

Wie Kreissprecherin Sabine Ohnesorge in einer Pressemitteilung berichtet, überwachen die Gesundheitsbehörden während der Badesaison die Badegewässer nach den Vorgaben der Badegewässerverordnung auf bakterielle Verunreinigungen. Das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke habe aktuell Befunde mit mikroskopisch erhöhtem Nachweis von „Blaualgen“ im Badesee Lahde erhalten. "Das Umweltamt hat umgehend das Badeverbot in Absprache mit der Stadt Petershagen umgesetzt. Der See wird während der Badesaison regelmäßig beprobt im Abstand von einer Woche. Die Beachbar12 ist von der Sperrung nicht betroffen", heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Massenvermehrungen von sogenannten Blaualgen treten vor allem bei hohen Wassertemperaturen in den Sommermonaten auf. Das Wasser verfärbt sich durch Cyanobakterien und kann einen üblen Geruch nach faulen Eiern und Gülle sowie nach Ammoniak verbreiten. Gesundheitlich problematisch sind allergische Haut- und Schleimhautreizungen durch Zellbestandteile der Bakterien. Toxine von Cyanobakterien können Leber- und neurotoxische Wirkung entfalten. Einige dieser Gifte können im menschlichen Körper nicht abgebaut werden. Daher ist ein Verschlucken von Wasser, das stark mit Cyanobakterien durchsetzt ist, unbedingt zu vermeiden. Es können akute Durchfälle auftreten, die auch mehrere Tage anhalten können.

Vor allem kleine Kinder sollten vor Verschlucken des Wassers geschützt werden. Wenn sie in der flachen Uferzonen spielen, können sie auch durch Hand- zu Mund-Kontakt Gifte aufnehmen. Bei Tieren sind außerdem Fälle von tödlichen Vergiftungen bekannt, wenn sie das Wasser trinken. Bei Menschen ist ein derart schwerer Verlauf nach Baden in belastetem Wasser aber nicht bekannt.

Massenansammlungen von Cyanobakterien werden gelegentlich mit chemischen Farbstoffen, aber auch mit Blütenpollen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen, verwechselt.

"Algenblüten" haben folgende Merkmale:

  • die Sichttiefe beträgt (meist deutlich) unter einem Meter
  • das Wasser ist grünlich oder bläulich-grünlich verfärbt oder getrübt
  • Schlierenbildung bis hin zu Algenteppichen
  • wolkenartige Verteilung im Wasser
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