Bei der Schlacht von Waterloo gefallen Petershagen-Heimsen (Scho). Eine wahre Rarität stellt das Heimat- und Heringsfängermuseum im Bereich Heimatstuben im Keller des Gebäudes vor. Es handelt sich um eine 1,20 Meter hohe und etwa 80 Zentimeter breite hölzerne Gedenktafel der Freiheitskriege vor 200 Jahren mit besonderer Bedeutung. Denn an der Schlacht bei Waterloo nahm der gebürtige Heimser Bürger Joh.-Hein.-Wilhelm Plönges als Unteroffizier teil. Er fiel im Vorgefecht am 16. Juni 1815.An diesem Tag stellte sich Blüchers Armee den Franzosen bei Ligny zum Kampf. Er dürfte daher etwa 15 Kilometer vor Waterloo gefallen sein. Wilhelm Plönges gehörte dem „Mindenschen Landwehr Regiment“ an. Bereits im Jahr 1813 nach der ersten Schlacht erging die Kriegsorder zur Einrichtung von Gedächtnistafeln für die im Kampf gegen die Franzosen gefallenen Soldaten.Die Tafeln wurden in den Kirchen der Gemeindezugehörigkeit aufgehängt. So auch in Heimsen, bis sie später abgenommen wurde und in der Uhrenstube des Kirchturms verstaubte. Um 1990 wurde sie wiederentdeckt und dem Museum übergeben. Die Gedenktafel zeigt eine Abbildung des Eisernen Kreuzes, daneben den Text: „Mit Gott für König und Vaterland“, gefolgt von den Namen der Verstorbenen. Museumsleiter Bernd Rüdiger Schalm hat herausgefunden, dass der 24-Jährige in der Schlacht Belle Alliance gestorben ist. Mit Belle Alliance ist eigentlich Waterloo gemeint. Am 18. Juni 1815 trafen sich Blücher und Wellington im Gasthaus „Belle-Alliance“, dem früheren Hauptquartier Napoleons an der Straße von Brüssel nach Paris. Der preußischen Seite gefiel die Bezeichnung „Schöne Alliance“, den Briten nicht. Und so einigte man sich auf den Namen des benachbarten Dorfes „Waterloo“ (Sumpfiger Wald).Zu sehen ist die 200 Jahre alte Rarität an den Öffnungstagen des Heimat- und Heringsfängermuseums. Seite 24/25

Bei der Schlacht von Waterloo gefallen

Museumsleiter Bernd Rüdiger Schalm zeigt auf der 200 Jahre alte Ehrentafel auf den in Waterloo gefallenen Unteroffizier Wilhelm Plönges. © Foto: Rüdiger Schoppmann

Petershagen-Heimsen (Scho). Eine wahre Rarität stellt das Heimat- und Heringsfängermuseum im Bereich Heimatstuben im Keller des Gebäudes vor. Es handelt sich um eine 1,20 Meter hohe und etwa 80 Zentimeter breite hölzerne Gedenktafel der Freiheitskriege vor 200 Jahren mit besonderer Bedeutung. Denn an der Schlacht bei Waterloo nahm der gebürtige Heimser Bürger Joh.-Hein.-Wilhelm Plönges als Unteroffizier teil. Er fiel im Vorgefecht am 16. Juni 1815.

An diesem Tag stellte sich Blüchers Armee den Franzosen bei Ligny zum Kampf. Er dürfte daher etwa 15 Kilometer vor Waterloo gefallen sein. Wilhelm Plönges gehörte dem „Mindenschen Landwehr Regiment“ an. Bereits im Jahr 1813 nach der ersten Schlacht erging die Kriegsorder zur Einrichtung von Gedächtnistafeln für die im Kampf gegen die Franzosen gefallenen Soldaten.

Die Tafeln wurden in den Kirchen der Gemeindezugehörigkeit aufgehängt. So auch in Heimsen, bis sie später abgenommen wurde und in der Uhrenstube des Kirchturms verstaubte. Um 1990 wurde sie wiederentdeckt und dem Museum übergeben. Die Gedenktafel zeigt eine Abbildung des Eisernen Kreuzes, daneben den Text: „Mit Gott für König und Vaterland“, gefolgt von den Namen der Verstorbenen. Museumsleiter Bernd Rüdiger Schalm hat herausgefunden, dass der 24-Jährige in der Schlacht Belle Alliance gestorben ist. Mit Belle Alliance ist eigentlich Waterloo gemeint. Am 18. Juni 1815 trafen sich Blücher und Wellington im Gasthaus „Belle-Alliance“, dem früheren Hauptquartier Napoleons an der Straße von Brüssel nach Paris. Der preußischen Seite gefiel die Bezeichnung „Schöne Alliance“, den Briten nicht. Und so einigte man sich auf den Namen des benachbarten Dorfes „Waterloo“ (Sumpfiger Wald).

Zu sehen ist die 200 Jahre alte Rarität an den Öffnungstagen des Heimat- und Heringsfängermuseums. Seite 24/25

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