Baustellen der Digitalisierung - Schwierigkeitenbei der Ausstattung der Endgeräte und der Glasfaseranbindung Claudia Hyna Petershagen. Digitalisierung ist mehr, als mobile Endgeräte in den Unterricht einzubinden. Das sagte Bürgermeister Dirk Breves (CDU) im Fachausschuss. Das Konzept der Stadt wurde von den Kommunalpolitikern für gut befunden. Entwicklung Seit 2016 geht der Prozess an den Schulen der Stadt voran, hatte Schul- und Sozialamtsleiter Detlev Scheumann berichtet. 2019 sei er dann in Schwung gekommen. Und aktuell zeige Corona, wie wichtig die Digitalisierung ist – und dass es deutlichen Handlungsbedarf an den Schulen gibt. Doch nicht nur da hake es, sondern es geht bereits bei der Beschaffung los. Seit Ende August lägen die Geräte zwar vor, doch die Tastaturen würden erst Anfang dieses Jahres geliefert. Rahmenbedingungen Probleme gibt es auch bei den Rahmenbedingungen, sprich der Glasfaseranbindung. In den Jahren 2004/2005 wurde die LAN-Vernetzung der Schulgebäude größtenteils sternförmig ausgeführt. Mindestens Gigabitfähigkeit ist gegeben. Glasfaser ist bei den größeren Schulen zwischen Gebäudeteilen oder Etagen verlegt. Alle Schulstandorte sollen bis Ende 2021 zeitgemäßes W-LAN erhalten. Gleichzeitig soll die vorhandene Vernetzung modernisiert und optimiert werden. Der Eigenanteil der Stadt beträgt mindestens 30.000 Euro. Der Breitbandanschluss der Schulen in Form von Glasfaser mit angemessenem Down- und Uploadraten sollen bis Ende 2021 hergestellt sein. Der städtische Eigenanteil beträgt 25.000 Euro. Auf dieser Grundlage könne die zukünftige Infrastruktur aufgebaut werden. Mobile Endgeräte Scheumann geht davon aus, dass die Schüler erst Ende 2021 vernünftig mit den Endgeräten arbeiten können, wie er sagte. Das Gymnasium prescht mit iPads in den Jahrgängen 7 und 8 vor (das MT berichtete), aber auch Grundschule und Sekundarschule machen sich derzeit auf den Weg. Seit Mai 2020 wird im Gymnasium in der Schulgemeinschaft der Einsatz von durch Schülern selbst mitgebrachte mobile Endgeräte diskutiert. Stichwort ist hier „Bring your own device“ (heißt private elektronische Endgeräte im Netzwerk einer Schule nutzen). Bund und Land NRW starteten Mitte der Sommerferien Förderprogramme zur Beschaffung mobiler Geräte für Lehrer und schulgebundene mobile Endgeräte für Schüler zum Ausgleich sozialer Ungleichgewichte. Wichtig sei, dass die Eltern zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Geräte anschaffen. Das laufe später über die Schule. Entscheidung für iPads 2018 hatten die Grundschulen eine Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum des Kreises gebildet. In diesem Konzept wurde der Einsatz von iPads im Unterricht mit schuleigenen Geräten befürwortet. 2019 wurde ein Testklassenraum mit interaktivem Touchscreen im Gymnasium eingerichtet. Die Verwaltung hat sich Anfang August mit Vertretern aller Schulen zusammengesetzt, um zu klären, welche mobilen Endgeräte beschafft werden sollen. Nach ausführlicher Diskussion in mehreren Gesprächsrunden sprachen die Beteiligten sich mit Mehrheit für iPads aus. Der Förderzeitraum war ursprünglich bis 31. Dezember 2020 befristet, jetzt läuft er bis 31. Juli 2021. Bestellt wurden 371 iPads mit Gesamtkosten in Höhe von 169.137,50 Euro. Medienentwicklungsplan Im ersten Quartal 2021 soll über den Medienentwicklungsplan der Schulen der Stadt Petershagen für die Jahre 2021 bis 2024 in den politischen Gremien beraten werden. Dann wird auch über die weitere Verwendung der übrigen Digitalpaktmittel entschieden, so Scheumann. Das in den Schulen vorhandene W-LAN-Netz, die Anzahl der Geräte sowie der Breitbandanschluss bedingen einander. Erst beim Vorliegen aller drei Komponenten sei eine optimale Nutzung möglich. Die Einrichtung erfolgt nicht zeitlich parallel, sondern nur schrittweise. Auch die Räume müssten ausgestattet werden. Für eine zeitgemäße Nutzung sei auch ein Management zur Verwaltung der mobilen Geräte wichtig. Dafür fallen jährlich 10.000 Euro an Kosten an. Pädagogik vor Technik Wichtig sei, dass Pädagogik vor Technik stehe, fügte der Bürgermeister hinzu. Die Politiker waren sich einige, dass der Prozess der Digitalisierung schnell vorangetrieben werde müsse. Denn Corona habe ein „digitales Desaster“ offenbart, sagte Katharina Koch (SPD). Björn Nommensen (Grüne) wies darauf hin, dass Deutschland in dieser Hinsicht europaweit auf den letzten Plätzen rangiere. „Da müssen wir einiges aufholen.“ Es sei aber auch klar, dass die Kommunen kein Rundum-Sorglos-Paket liefern könnten. Helma Owczarski (SPD) gab zu bedenken, dass hohe Folgekosten auf die Stadt zukommen. Marlies Schäfer (Grüne) lobte den Vorstoß des Gymnasiums.

Baustellen der Digitalisierung - Schwierigkeitenbei der Ausstattung der Endgeräte und der Glasfaseranbindung

Die Politik berät im ersten Quartal dieses Jahres, wie es mit dem Medienentwicklungsplan weiter geht. Archivfoto: dpa © lehn

Petershagen. Digitalisierung ist mehr, als mobile Endgeräte in den Unterricht einzubinden. Das sagte Bürgermeister Dirk Breves (CDU) im Fachausschuss. Das Konzept der Stadt wurde von den Kommunalpolitikern für gut befunden.

Entwicklung

Seit 2016 geht der Prozess an den Schulen der Stadt voran, hatte Schul- und Sozialamtsleiter Detlev Scheumann berichtet. 2019 sei er dann in Schwung gekommen. Und aktuell zeige Corona, wie wichtig die Digitalisierung ist – und dass es deutlichen Handlungsbedarf an den Schulen gibt. Doch nicht nur da hake es, sondern es geht bereits bei der Beschaffung los. Seit Ende August lägen die Geräte zwar vor, doch die Tastaturen würden erst Anfang dieses Jahres geliefert.

Die Politik berät im ersten Quartal dieses Jahres, wie es mit dem Medienentwicklungsplan weiter geht. Archivfoto: dpa - © Rolf Vennenbernd
Die Politik berät im ersten Quartal dieses Jahres, wie es mit dem Medienentwicklungsplan weiter geht. Archivfoto: dpa - © Rolf Vennenbernd

Rahmenbedingungen

Probleme gibt es auch bei den Rahmenbedingungen, sprich der Glasfaseranbindung. In den Jahren 2004/2005 wurde die LAN-Vernetzung der Schulgebäude größtenteils sternförmig ausgeführt. Mindestens Gigabitfähigkeit ist gegeben. Glasfaser ist bei den größeren Schulen zwischen Gebäudeteilen oder Etagen verlegt. Alle Schulstandorte sollen bis Ende 2021 zeitgemäßes W-LAN erhalten. Gleichzeitig soll die vorhandene Vernetzung modernisiert und optimiert werden. Der Eigenanteil der Stadt beträgt mindestens 30.000 Euro. Der Breitbandanschluss der Schulen in Form von Glasfaser mit angemessenem Down- und Uploadraten sollen bis Ende 2021 hergestellt sein. Der städtische Eigenanteil beträgt 25.000 Euro. Auf dieser Grundlage könne die zukünftige Infrastruktur aufgebaut werden.

Mobile Endgeräte

Scheumann geht davon aus, dass die Schüler erst Ende 2021 vernünftig mit den Endgeräten arbeiten können, wie er sagte. Das Gymnasium prescht mit iPads in den Jahrgängen 7 und 8 vor (das MT berichtete), aber auch Grundschule und Sekundarschule machen sich derzeit auf den Weg. Seit Mai 2020 wird im Gymnasium in der Schulgemeinschaft der Einsatz von durch Schülern selbst mitgebrachte mobile Endgeräte diskutiert. Stichwort ist hier „Bring your own device“ (heißt private elektronische Endgeräte im Netzwerk einer Schule nutzen). Bund und Land NRW starteten Mitte der Sommerferien Förderprogramme zur Beschaffung mobiler Geräte für Lehrer und schulgebundene mobile Endgeräte für Schüler zum Ausgleich sozialer Ungleichgewichte. Wichtig sei, dass die Eltern zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Geräte anschaffen. Das laufe später über die Schule.

Entscheidung für iPads

2018 hatten die Grundschulen eine Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum des Kreises gebildet. In diesem Konzept wurde der Einsatz von iPads im Unterricht mit schuleigenen Geräten befürwortet. 2019 wurde ein Testklassenraum mit interaktivem Touchscreen im Gymnasium eingerichtet.

Die Verwaltung hat sich Anfang August mit Vertretern aller Schulen zusammengesetzt, um zu klären, welche mobilen Endgeräte beschafft werden sollen. Nach ausführlicher Diskussion in mehreren Gesprächsrunden sprachen die Beteiligten sich mit Mehrheit für iPads aus.

Der Förderzeitraum war ursprünglich bis 31. Dezember 2020 befristet, jetzt läuft er bis 31. Juli 2021. Bestellt wurden 371 iPads mit Gesamtkosten in Höhe von 169.137,50 Euro.

Medienentwicklungsplan

Im ersten Quartal 2021 soll über den Medienentwicklungsplan der Schulen der Stadt Petershagen für die Jahre 2021 bis 2024 in den politischen Gremien beraten werden. Dann wird auch über die weitere Verwendung der übrigen Digitalpaktmittel entschieden, so Scheumann. Das in den Schulen vorhandene W-LAN-Netz, die Anzahl der Geräte sowie der Breitbandanschluss bedingen einander. Erst beim Vorliegen aller drei Komponenten sei eine optimale Nutzung möglich. Die Einrichtung erfolgt nicht zeitlich parallel, sondern nur schrittweise. Auch die Räume müssten ausgestattet werden. Für eine zeitgemäße Nutzung sei auch ein Management zur Verwaltung der mobilen Geräte wichtig. Dafür fallen jährlich 10.000 Euro an Kosten an.

Pädagogik vor Technik

Wichtig sei, dass Pädagogik vor Technik stehe, fügte der Bürgermeister hinzu. Die Politiker waren sich einige, dass der Prozess der Digitalisierung schnell vorangetrieben werde müsse. Denn Corona habe ein „digitales Desaster“ offenbart, sagte Katharina Koch (SPD). Björn Nommensen (Grüne) wies darauf hin, dass Deutschland in dieser Hinsicht europaweit auf den letzten Plätzen rangiere. „Da müssen wir einiges aufholen.“ Es sei aber auch klar, dass die Kommunen kein Rundum-Sorglos-Paket liefern könnten.

Helma Owczarski (SPD) gab zu bedenken, dass hohe Folgekosten auf die Stadt zukommen. Marlies Schäfer (Grüne) lobte den Vorstoß des Gymnasiums.

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