Auto kollidiert mit Zug: 20-Jähriger stirbt an Friller Bahnübergang Nina Könemann,Jan Henning Rogge Petershagen-Frille (mt). Die Stimmung ist gedrückt, am Sonntagmittag am Friller Bahnübergang. Eben haben die Rettungskräfte zwei junge Menschen aus einem Autowrack befreit – doch für den 20-jährigen Beifahrer kommt jede Hilfe zu spät, er stirbt an der Unfallstelle. Der 19-jähriger Fahrer wird schwerstverletzt mit dem Rettungshubschrauber Christoph 13 ins Klinikum Minden geflogen. Trümmerteile im Gras, Kratzer auf der Straße und Spuren im Feld zeigen, was hier eben passiert ist: Es ist kurz nach 12 Uhr als der blaue VW von Frille kommend auf den unbeschrankten Bahnübergang an der Holzstraße zufährt. Offenbar übersehen die Petershäger den von rechts herankommenden rund 70 Meter langen Zug. Zeugen berichten später, der Triebfahrzeugführer habe mehrfach die Signalpfeife betätigt, doch das Auto bremst nicht. Trotz einer Vollbremsung kann der Zug nicht rechtzeitig stoppen. Auf dem Bahnübergang kracht der tonnenschwere Triebwagen auf Höhe der Beifahrertür in das Auto, das daraufhin von den Schienen eine kleine Böschung hinabkatapultiert wird, sich überschlägt und auf dem Dach liegen bleibt. Die Beifahrertür bleibt an der Kupplung des Triebwagens hängen, die halb aus dem Fahrzeug herausgerissen wird. Erst 270 Meter später kommt der Zug zum Stehen.Wenig später sind die Rettungskräfte vor Ort, kümmern sich um die Insassen des VW, um eine Zeugin, die mit einem schweren Schock ebenfalls ins Klinikum gebracht werden muss. Sie versorgen gemeinsam mit den inzwischen eingetroffenen Notfallseelsorgern auch die 16 Passagiere des Zuges, den Schaffner und den Triebfahrzeugführer. Erst nach Abschluss der Rettungsmaßnahmen werden die Fahrgäste evakuiert und mit einem Bus weiter transportiert. Für die Arbeit der Einsatzkräfte finden einige von ihnen lobende Worte.Nach und nach werden Notärzte, Rettungssanitäter, Polizeibeamte und Feuerwehrleute vom Einsatzort abgezogen. Bei einer anschließenden Nachbesprechung in Frille sind ebenfalls Notfallseelsorger vor Ort, um zu helfen, das eben Erlebte besser zu verarbeiten. Für die Polizei ist die Arbeit noch nicht getan: Ein Hubschrauber fliegt über den Bahnübergang, um aus der Luft die Spuren des Unfalls zu sichern. Erst dann kann ein Abschleppwagen das Unfallfahrzeug bergen. Ebenfalls vor Ort ist ein Notfallmanager und weitere Mitarbeiter der Bahn, die den Abtransport des Zuges und die Freigabe der Gleise organisiert. Es dauert noch mehrere Stunden, bis die Holzstraße wieder freigegeben wird. Kritik am unbeschrankten Bahnübergang gibt es seit Jahren von den so genannten Brinkern, einer Anwohnergemeinschaft in Frille. Verwiesen wird auf die Unfälle der vergangenen Jahre, darunter 1995 ein Unfall mit Totalschaden des Pkw, 2001 ein Unfall mit Schwerverletztem und Todesfolge. Gewünscht wird ein beschrankter Bahnübergang oder eine andere sichere Lösung.

Auto kollidiert mit Zug: 20-Jähriger stirbt an Friller Bahnübergang

© MT-Foto: Jan Henning Rogge

Petershagen-Frille (mt). Die Stimmung ist gedrückt, am Sonntagmittag am Friller Bahnübergang. Eben haben die Rettungskräfte zwei junge Menschen aus einem Autowrack befreit – doch für den 20-jährigen Beifahrer kommt jede Hilfe zu spät, er stirbt an der Unfallstelle. Der 19-jähriger Fahrer wird schwerstverletzt mit dem Rettungshubschrauber Christoph 13 ins Klinikum Minden geflogen.
Trümmerteile im Gras, Kratzer auf der Straße und Spuren im Feld zeigen, was hier eben passiert ist: Es ist kurz nach 12 Uhr als der blaue VW von Frille kommend auf den unbeschrankten Bahnübergang an der Holzstraße zufährt. Offenbar übersehen die Petershäger den von rechts herankommenden rund 70 Meter langen Zug. Zeugen berichten später, der Triebfahrzeugführer habe mehrfach die Signalpfeife betätigt, doch das Auto bremst nicht. Trotz einer Vollbremsung kann der Zug nicht rechtzeitig stoppen.
Auf dem Bahnübergang kracht der tonnenschwere Triebwagen auf Höhe der Beifahrertür in das Auto, das daraufhin von den Schienen eine kleine Böschung hinabkatapultiert wird, sich überschlägt und auf dem Dach liegen bleibt. Die Beifahrertür bleibt an der Kupplung des Triebwagens hängen, die halb aus dem Fahrzeug herausgerissen wird. Erst 270 Meter später kommt der Zug zum Stehen.
Wenig später sind die Rettungskräfte vor Ort, kümmern sich um die Insassen des VW, um eine Zeugin, die mit einem schweren Schock ebenfalls ins Klinikum gebracht werden muss. Sie versorgen gemeinsam mit den inzwischen eingetroffenen Notfallseelsorgern auch die 16 Passagiere des Zuges, den Schaffner und den Triebfahrzeugführer. Erst nach Abschluss der Rettungsmaßnahmen werden die Fahrgäste evakuiert und mit einem Bus weiter transportiert. Für die Arbeit der Einsatzkräfte finden einige von ihnen lobende Worte.

Nach und nach werden Notärzte, Rettungssanitäter, Polizeibeamte und Feuerwehrleute vom Einsatzort abgezogen. Bei einer anschließenden Nachbesprechung in Frille sind ebenfalls Notfallseelsorger vor Ort, um zu helfen, das eben Erlebte besser zu verarbeiten.
Für die Polizei ist die Arbeit noch nicht getan: Ein Hubschrauber fliegt über den Bahnübergang, um aus der Luft die Spuren des Unfalls zu sichern. Erst dann kann ein Abschleppwagen das Unfallfahrzeug bergen. Ebenfalls vor Ort ist ein Notfallmanager und weitere Mitarbeiter der Bahn, die den Abtransport des Zuges und die Freigabe der Gleise organisiert. Es dauert noch mehrere Stunden, bis die Holzstraße wieder freigegeben wird.
Kritik am unbeschrankten Bahnübergang gibt es seit Jahren von den so genannten Brinkern, einer Anwohnergemeinschaft in Frille. Verwiesen wird auf die Unfälle der vergangenen Jahre, darunter 1995 ein Unfall mit Totalschaden des Pkw, 2001 ein Unfall mit Schwerverletztem und Todesfolge. Gewünscht wird ein beschrankter Bahnübergang oder eine andere sichere Lösung.

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