Ausnahme-Modus bei den Ferienspielen in Petershagen Oliver Plöger Petershagen. Wenn sie Fußball spielen oder basteln, ist diese „komische Krankheit“ ganz weit weg. „Wir haben hier jede Menge Spaß“, sagt Paul. Der Neunjährige liebt Fußball und lebt das gerade so richtig aus. Basteln findet er nicht so toll, anders als Lilly (10), die auch Traumfänger mit nach Hause nehmen wird. Wichtig ist: Alle können aus den Angeboten frei wählen. Und auf den ersten Blick sieht es so aus wie immer: Ferienspiele halt. Doch es ist schon anders, sagt Jugendpfleger Konstantinos „Costa“ Makrogiannis – die „komische Krankheit“ Corona habe hier vieles im Griff. Die Kinder allerdings könnten gut damit umgehen, weil sie in der Schule schon auf die Gefahren gepolt worden sind, sagt Costa. „Ferienspiele light“ nennt er die Aktion des Jugendzentrums in diesem eigentümlichen Jahr. Und dabei war schon die Vorbereitung ziemlich heftig. Alles war geplant wie immer, die 70 Plätze waren schon zu 80 Prozent ausgebucht, zwei Wochen wollten die Kinder in diesen Ferien spielen. Dann kam Corona. „Und wir mussten eine Lösung finden“, sagt Costa, der anfangs auch befürchtete, es würden gar keine Ferienspiele stattfinden können. Dann aber gab es Lockerungen, eine neue Schutzverordnung und die Chance. Allerdings nicht wie geplant. „Wir haben dann die Spiele auf drei Wochen gestreckt, mit allen Eltern telefoniert, neue Zeiten abgemacht.“ Maximal 30 Teilnehmer durften dabei sein, auf die ansonsten beliebte Mittagsverpflegung wird verzichtet, die Spiele dauern täglich nur noch fünf Stunden: in der ersten (und jetzt aktuellen) Woche von 8 bis 13 Uhr, in der zweiten Woche von 13 bis 18 Uhr, dann in der dritten noch mal von 8 bis 13 Uhr. Getränke gibt es und Verpacktes – ansonsten müssen die Kinder zuhause essen. Dass das für alle Eltern wegen der Betreuungssituation nicht leicht ist, weiß Costa nur zu gut. Man habe aber durch die unterschiedlichen Zeitangebote Lösungen gefunden, 95 Prozent, sagt er, seien positiv gestimmt gewesen. „Sie haben sich gefreut, dass es überhaupt ein Angebot gibt.“ Wenige hätten gemeckert, eben weil es nicht so war wie in den Jahren zuvor. Mit Essen, länger spielen und allem drum und dran. „Vielleicht haben diese Eltern generell ein Problem beim Umgang mit Corona“, vermutet Costa. Doch auch als Jugendpfleger findet er die Situation morgens irgendwie beklemmend. „Wir stehen dann alle mit den Masken da.“ Natürlich werde – so weit wie eben möglich – auf Hygiene geachtet, immer wieder Hände gewaschen, auch Desinfektionsmittel stehen bereit. „Und das alles klappt, weil wir auch in diesem Jahr wieder ein sehr motiviertes Team haben. Sechs Helfer kommen vom Gymnasium Petershagen, der Sekundarschule Lahde und von der Verbundschule Hille.“ Neu bei diesen Ferienspielen ist Alexandra Hoffmann, die Sina Schlomann in der Elternzeit vertritt. Alexandra Hoffmann stammt aus Löhne, hat Erziehungswissenschaften in Vechta studiert und freut sich auf die drei Wochen mit den Kindern. Ein möglichst vielseitiges Angebot wollen sie auch in der Corona-Zeit schaffen, sagt die 23-Jährige. Genutzt werden drei Stationen: die Bastelwerkstatt in der Sekundarschule, an der gestern bereits die besagten Traumfänger entstanden, die Außenanlagen mit den neuen Spielgeräten und der Kletterwand, natürlich auch die Sporthalle, die – falls es regnen sollte – zu besonderen Ehren kommt. Ohnehin will sich hier auch Bastelfreundin Lilly wiederfinden. Denn es ist ja nicht so, dass sie Sport nicht mag, ganz im Gegenteil. Sie will in dieser Woche Basketball spielen, schließlich ist sie ja auch aktiv im VfB Gorspen-Vahlsen. Konstantinos Makrogiannis hofft derweil, dass dies die ersten und einzigen Ferienspiele unter Corona-Bedingungen bleiben. Im Herbst soll schon alles besser sein. Dann veranstaltet das Jugendzentrum Ferienaktionen getrennt für Jungen und Mädchen. Anmeldungen dazu sind bereits im Jugendzentrum möglich.

Ausnahme-Modus bei den Ferienspielen in Petershagen

In der Bastelwerkstatt entstehen schon Traumfänger.

Petershagen. Wenn sie Fußball spielen oder basteln, ist diese „komische Krankheit“ ganz weit weg. „Wir haben hier jede Menge Spaß“, sagt Paul. Der Neunjährige liebt Fußball und lebt das gerade so richtig aus. Basteln findet er nicht so toll, anders als Lilly (10), die auch Traumfänger mit nach Hause nehmen wird. Wichtig ist: Alle können aus den Angeboten frei wählen. Und auf den ersten Blick sieht es so aus wie immer: Ferienspiele halt. Doch es ist schon anders, sagt Jugendpfleger Konstantinos „Costa“ Makrogiannis – die „komische Krankheit“ Corona habe hier vieles im Griff. Die Kinder allerdings könnten gut damit umgehen, weil sie in der Schule schon auf die Gefahren gepolt worden sind, sagt Costa. „Ferienspiele light“ nennt er die Aktion des Jugendzentrums in diesem eigentümlichen Jahr.

Und dabei war schon die Vorbereitung ziemlich heftig. Alles war geplant wie immer, die 70 Plätze waren schon zu 80 Prozent ausgebucht, zwei Wochen wollten die Kinder in diesen Ferien spielen. Dann kam Corona. „Und wir mussten eine Lösung finden“, sagt Costa, der anfangs auch befürchtete, es würden gar keine Ferienspiele stattfinden können. Dann aber gab es Lockerungen, eine neue Schutzverordnung und die Chance. Allerdings nicht wie geplant. „Wir haben dann die Spiele auf drei Wochen gestreckt, mit allen Eltern telefoniert, neue Zeiten abgemacht.“ Maximal 30 Teilnehmer durften dabei sein, auf die ansonsten beliebte Mittagsverpflegung wird verzichtet, die Spiele dauern täglich nur noch fünf Stunden: in der ersten (und jetzt aktuellen) Woche von 8 bis 13 Uhr, in der zweiten Woche von 13 bis 18 Uhr, dann in der dritten noch mal von 8 bis 13 Uhr. Getränke gibt es und Verpacktes – ansonsten müssen die Kinder zuhause essen.

Ruhe vor dem Sturm: Helfer Emilio (16) wartet auf die erste Sportgruppe und hat für die eigene Verpflegung gesorgt.
Ruhe vor dem Sturm: Helfer Emilio (16) wartet auf die erste Sportgruppe und hat für die eigene Verpflegung gesorgt.

Dass das für alle Eltern wegen der Betreuungssituation nicht leicht ist, weiß Costa nur zu gut. Man habe aber durch die unterschiedlichen Zeitangebote Lösungen gefunden, 95 Prozent, sagt er, seien positiv gestimmt gewesen. „Sie haben sich gefreut, dass es überhaupt ein Angebot gibt.“ Wenige hätten gemeckert, eben weil es nicht so war wie in den Jahren zuvor. Mit Essen, länger spielen und allem drum und dran. „Vielleicht haben diese Eltern generell ein Problem beim Umgang mit Corona“, vermutet Costa.

Am Klettergarten: Jugendpfleger Konstantinos Makrogiannis organisiert die dreiwöchigen Spiele gemeinsam mit der neuen Kollegin Alexandra Hoffmann. MT-Fotos: Oliver Plöger
Am Klettergarten: Jugendpfleger Konstantinos Makrogiannis organisiert die dreiwöchigen Spiele gemeinsam mit der neuen Kollegin Alexandra Hoffmann. MT-Fotos: Oliver Plöger

Doch auch als Jugendpfleger findet er die Situation morgens irgendwie beklemmend. „Wir stehen dann alle mit den Masken da.“ Natürlich werde – so weit wie eben möglich – auf Hygiene geachtet, immer wieder Hände gewaschen, auch Desinfektionsmittel stehen bereit. „Und das alles klappt, weil wir auch in diesem Jahr wieder ein sehr motiviertes Team haben. Sechs Helfer kommen vom Gymnasium Petershagen, der Sekundarschule Lahde und von der Verbundschule Hille.“

Neu bei diesen Ferienspielen ist Alexandra Hoffmann, die Sina Schlomann in der Elternzeit vertritt. Alexandra Hoffmann stammt aus Löhne, hat Erziehungswissenschaften in Vechta studiert und freut sich auf die drei Wochen mit den Kindern. Ein möglichst vielseitiges Angebot wollen sie auch in der Corona-Zeit schaffen, sagt die 23-Jährige. Genutzt werden drei Stationen: die Bastelwerkstatt in der Sekundarschule, an der gestern bereits die besagten Traumfänger entstanden, die Außenanlagen mit den neuen Spielgeräten und der Kletterwand, natürlich auch die Sporthalle, die – falls es regnen sollte – zu besonderen Ehren kommt. Ohnehin will sich hier auch Bastelfreundin Lilly wiederfinden. Denn es ist ja nicht so, dass sie Sport nicht mag, ganz im Gegenteil. Sie will in dieser Woche Basketball spielen, schließlich ist sie ja auch aktiv im VfB Gorspen-Vahlsen.

Konstantinos Makrogiannis hofft derweil, dass dies die ersten und einzigen Ferienspiele unter Corona-Bedingungen bleiben. Im Herbst soll schon alles besser sein. Dann veranstaltet das Jugendzentrum Ferienaktionen getrennt für Jungen und Mädchen. Anmeldungen dazu sind bereits im Jugendzentrum möglich.

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