Auf der Suche nach Bauland: Manche Grundstücke sind gefragt, andere will keiner haben Claudia Hyna Petershagen. Der ländliche Raum ist nach wie vor bei Bauwilligen beliebt. Momentan sind einige Stadtplaner unterwegs und schauen sich die einzelnen Ortschaften an – immer auf der Suche nach geeigneten Grundstücken. Häufig sei es zwar von der Stadt gewünscht, die vorhandenen Wohngebiete zu erweitern. Doch in der Regel stünden die Flächen nicht zur Verfügung, sagt Bauamtsleiter Kay Busche. Die Stadt habe keinen Einfluss auf den Verkauf der privaten Grundstücke. Wenn man ganz genau hinschaue, sprechen doch einige Kriterien gegen eine Ausweisung von Bauland. Das kann die Nähe zur Bundes-/Landes-/Kreisstraße sein, oder auch die Nachbarschaft zu einem landwirtschaftlichen Betrieb.Aktuell seien etwa einzelne Grundstücke gefragt, doch da könne die Stadt nichts bieten. Auf dem Papier gebe es manchmal Lücken, aber faktisch seien sie doch nicht verfügbar. Die meisten Bauwilligen haben sich festgelegt: Sie wollten auf jeden Fall in ihrem Ort bleiben – und nicht etwa einen Ort weiter ihr Haus errichten. Wer über einen Bauplatz verfüge – eventuell ans Grundstück angrenzend – wolle den meist nicht veräußern. Das ist das Dilemma der Verwaltung: Keiner hat ein Interesse daran, dass die Dörfer aussterben. Wenn aber keine Grundstücke zur Verfügung stehen, weichen die Menschen aus. Und ziehen dann möglicherweise nicht in das Nachbardorf, sondern in die Stadt – zum Beispiel Minden – mit einer besseren Infrastruktur. Freie Flächen gebe es zum Beispiel in Döhren-Elmenhorst. Es besteht aber eher kein Interesse, da diese zu nah an der B482 liegen.Auch im Bebauungsplan Nr. 38 in Wasserstraße ist noch Vakanz für Eigentümer, auch hier bestehe bis jetzt kein Interesse und es fehle an der Erschließung.Ein großes Thema sei aktuell der Bereich Umbau beziehungsweise Nachnutzung, sagt Busche. Nicht alle Familien/Paare wollten schließlich ein neues Haus bewohnen, auch ehemals ländliche Hofstellen oder ältere Häuser seien attraktiv. Fragen, die hier zu klären sind, betreffen etwa den genehmigten Ausbau des Dachgeschosses.Aktuell gibt es in Lahde zwei Bebaungsgebiete. Im Gebiet Auf der Höge ist der Bau des Seniorenpflegeheims (barrierearm) fast fertig, direkt dahinter sei noch Wohnbebauung möglich. Die Bauleitplanung für das Gebiet Südlich Freibad wird voraussichtlich im ersten Halbjahr dieses Jahres abgeschlossen sein. Dort stehen rund 20 Grundstücke zur Verfügung, es gebe bereits eine Warteliste, sagt Anette Spieß aus der Bauverwaltung. Das Interesse sei sehr groß.In Frille sind in den Gebieten Lichtenberg I und II alle Grundstücke verkauft, das Baugebiet ist beinah fertig. Beim Baugebiet Fössebarg in Windheim wird der Bebauungsplan den Gegebenheiten angepasst, wie zum Beispiel der Ausschluss von Schottergärten, eine Änderung bei den Einfriedungen, eine Vorgabe bei den Stellplätzen und vor allem eine geringfügige Verschiebung der privaten Anliegerwege. Dort gibt es um die 15 Bauplätze. Gewünscht von Eigenheimbesitzern seien aktuell Grundstücksgrößen von 600 bis 800 Quadratmetern. Vor einigen Jahrzehnten waren in Petershagen noch Flächen von bis zu 1.500 Quadratmetern üblich, erklärt der Bauamtsleiter. Auch hier hat ein Umdenken stattgefunden. Es sei für die Stadt Petershagen mit ihren 27 Ortschaften im Freiraum wichtig und erforderlich, einen angemessenen mittel- bis langfristigen Bedarf an Bauflächen für die ortsansässige Bevölkerung – auch in den Ortschaften mit weniger als 2.000 Einwohnern – vorzuhalten. So heißt es in einer Stellungnahme der Stadt zum Regionalplan. Dies müsse auch in Zukunft für die Eigenentwicklung der Ortschaften und angemessene Betriebserweiterungen heimischer Unternehmen möglich sein. Diese Ziele sollten auch in den Regionalplan aufgenommen werden, heißt es.

Auf der Suche nach Bauland: Manche Grundstücke sind gefragt, andere will keiner haben

Im Baugebiet Fössebarg in Windheim gibt es 15 Grundstücke. Der Bebauungsplan wurde angepasst. MT-Foto: Claudia Hyna © hy

Petershagen. Der ländliche Raum ist nach wie vor bei Bauwilligen beliebt. Momentan sind einige Stadtplaner unterwegs und schauen sich die einzelnen Ortschaften an – immer auf der Suche nach geeigneten Grundstücken.

Häufig sei es zwar von der Stadt gewünscht, die vorhandenen Wohngebiete zu erweitern. Doch in der Regel stünden die Flächen nicht zur Verfügung, sagt Bauamtsleiter Kay Busche. Die Stadt habe keinen Einfluss auf den Verkauf der privaten Grundstücke. Wenn man ganz genau hinschaue, sprechen doch einige Kriterien gegen eine Ausweisung von Bauland. Das kann die Nähe zur Bundes-/Landes-/Kreisstraße sein, oder auch die Nachbarschaft zu einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Aktuell seien etwa einzelne Grundstücke gefragt, doch da könne die Stadt nichts bieten. Auf dem Papier gebe es manchmal Lücken, aber faktisch seien sie doch nicht verfügbar. Die meisten Bauwilligen haben sich festgelegt: Sie wollten auf jeden Fall in ihrem Ort bleiben – und nicht etwa einen Ort weiter ihr Haus errichten. Wer über einen Bauplatz verfüge – eventuell ans Grundstück angrenzend – wolle den meist nicht veräußern. Das ist das Dilemma der Verwaltung: Keiner hat ein Interesse daran, dass die Dörfer aussterben. Wenn aber keine Grundstücke zur Verfügung stehen, weichen die Menschen aus. Und ziehen dann möglicherweise nicht in das Nachbardorf, sondern in die Stadt – zum Beispiel Minden – mit einer besseren Infrastruktur. Freie Flächen gebe es zum Beispiel in Döhren-Elmenhorst. Es besteht aber eher kein Interesse, da diese zu nah an der B482 liegen.

Auch im Bebauungsplan Nr. 38 in Wasserstraße ist noch Vakanz für Eigentümer, auch hier bestehe bis jetzt kein Interesse und es fehle an der Erschließung.

Ein großes Thema sei aktuell der Bereich Umbau beziehungsweise Nachnutzung, sagt Busche. Nicht alle Familien/Paare wollten schließlich ein neues Haus bewohnen, auch ehemals ländliche Hofstellen oder ältere Häuser seien attraktiv. Fragen, die hier zu klären sind, betreffen etwa den genehmigten Ausbau des Dachgeschosses.

Aktuell gibt es in Lahde zwei Bebaungsgebiete. Im Gebiet Auf der Höge ist der Bau des Seniorenpflegeheims (barrierearm) fast fertig, direkt dahinter sei noch Wohnbebauung möglich. Die Bauleitplanung für das Gebiet Südlich Freibad wird voraussichtlich im ersten Halbjahr dieses Jahres abgeschlossen sein. Dort stehen rund 20 Grundstücke zur Verfügung, es gebe bereits eine Warteliste, sagt Anette Spieß aus der Bauverwaltung. Das Interesse sei sehr groß.

In Frille sind in den Gebieten Lichtenberg I und II alle Grundstücke verkauft, das Baugebiet ist beinah fertig. Beim Baugebiet Fössebarg in Windheim wird der Bebauungsplan den Gegebenheiten angepasst, wie zum Beispiel der Ausschluss von Schottergärten, eine Änderung bei den Einfriedungen, eine Vorgabe bei den Stellplätzen und vor allem eine geringfügige Verschiebung der privaten Anliegerwege. Dort gibt es um die 15 Bauplätze.

Gewünscht von Eigenheimbesitzern seien aktuell Grundstücksgrößen von 600 bis 800 Quadratmetern. Vor einigen Jahrzehnten waren in Petershagen noch Flächen von bis zu 1.500 Quadratmetern üblich, erklärt der Bauamtsleiter. Auch hier hat ein Umdenken stattgefunden.

Es sei für die Stadt Petershagen mit ihren 27 Ortschaften im Freiraum wichtig und erforderlich, einen angemessenen mittel- bis langfristigen Bedarf an Bauflächen für die ortsansässige Bevölkerung – auch in den Ortschaften mit weniger als 2.000 Einwohnern – vorzuhalten. So heißt es in einer Stellungnahme der Stadt zum Regionalplan. Dies müsse auch in Zukunft für die Eigenentwicklung der Ortschaften und angemessene Betriebserweiterungen heimischer Unternehmen möglich sein. Diese Ziele sollten auch in den Regionalplan aufgenommen werden, heißt es.

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