Archäologen finden mutmaßliches Urnenfeld bei Petershagen Thomas Lieske Petershagen (mt). Daniel Bake spricht von einem kleinen Sensationsfund. Scherben von mindestens drei Urnen, Knochenteile und Leichenbrand haben er und seine Mitstreiter von der Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke am Samstag auf einem Acker im Raum Petershagen gefunden. „Ein Urnenfeld hätten wir hier nie vermutet", freut er sich über den Fund. Eigentlich waren Bake und seine Kollegen schon wieder auf dem Weg zum Auto, hatten vorher übliche Keramikscherben aus Neuzeit und Frühmittelalter gefunden. Nur durch Zufall stießen sie auf eine Häufung der Urnenscherben und Knochen am unteren Rand des Feldes. Einen Großteil der Knochen haben die Bodendenkmalfreunde eingetütet, aber noch am Platz belassen. Auch die Urnenscherben liegen noch dort, wo Bake und Mitstreiter sie gefunden haben. Denn: „Jetzt müssen sich die hauptamtlichen Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) die Überreste anschauen. Wir hoffen, dass es Ausgrabungen geben wird", erklärt Bake. Er vermutet, dass sich tiefer in der Erde noch viele weitere Scherben und Knochen befinden. Dann zeigt er auf ein besonders großes und gut erhaltenes Exemplar: „Dieser Knochen ist so groß, dass man bei Untersuchungen sogar feststellen könnte, ob es sich um einen Mann oder eine Frau gehandelt hat", sagt der Grabungsassistent. Die Überreste könnten aus der späten Bronzezeit oder Hallstattzeit, also 1300 bis 800 vor Christus, stammen, mutmaßt Bake. „Vielleicht sind die Urnen sogar mit Mustern verziert." Genaueres ließe sich aber erst sagen, wenn der LWL tatsächlich Grabungen zustimmt. Grundsätzlich sei das Gebiet für historische Funde bekannt. Bake und seine Kollegen betonen, dass dort über viele Jahrhunderte Siedlungen waren. „Auf den umliegenden Feldern haben wir schon viele Funde verzeichnen können", sagt Bake. Ein Urnenfeld an dieser Stelle sei aber noch nicht auf den Karten eingezeichnet. Deshalb freuen sich die Denkmalschützer so sehr über diesen Fund und setzen nun alle Karten auf den LWL. Dessen Vertreter könnten Dienstag anreisen, sagt Bake. Die Überreste aus einer früheren Zeit waren zutage gekommen, als der Landwirt das Feld pflügte. „Das ist typisch, danach gehen wir gerne auf solche Äcker und schauen uns das, was dort aus den unteren Bodenschichten nach oben transportiert wurde, genauer an", erklärt Daniel Bake. In Petershagen war es nun ein Volltreffer am Wochenende. Auch am Sonntag suchten die Archäologie-Interessierten den betroffenen Acker weiter ab und sicherten die Funde mit Flatterband. Die Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege gibt es seit 2017. Schritt für Schritt haben die Mitglieder den Verein aufgebaut und arbeiten eng mit der Bielefelder Außenstelle der LWL-Archäologie und den Archäologen des Kreises Minden-Lübbecke zusammen. Für Sondengänger, die mit speziellen Ortungsgeräten umgepflügte Äcker im Kreisgebiet absuchen, ist die Gesellschaft ein wichtiger Ansprechpartner.

Archäologen finden mutmaßliches Urnenfeld bei Petershagen

Die Fundorte der Urnenüberreste haben die Mitglieder der Archäologie-Gesellschaft mit Plastikbechern gekennzeichnet. Vermutlich Dienstag kommen hauptamtliche Archäologen vorbei. MT- © Foto: Thomas Lieske

Petershagen (mt). Daniel Bake spricht von einem kleinen Sensationsfund. Scherben von mindestens drei Urnen, Knochenteile und Leichenbrand haben er und seine Mitstreiter von der Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke am Samstag auf einem Acker im Raum Petershagen gefunden. „Ein Urnenfeld hätten wir hier nie vermutet", freut er sich über den Fund. Eigentlich waren Bake und seine Kollegen schon wieder auf dem Weg zum Auto, hatten vorher übliche Keramikscherben aus Neuzeit und Frühmittelalter gefunden. Nur durch Zufall stießen sie auf eine Häufung der Urnenscherben und Knochen am unteren Rand des Feldes.

Einen Großteil der Knochen haben die Bodendenkmalfreunde eingetütet, aber noch am Platz belassen. Auch die Urnenscherben liegen noch dort, wo Bake und Mitstreiter sie gefunden haben. Denn: „Jetzt müssen sich die hauptamtlichen Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) die Überreste anschauen. Wir hoffen, dass es Ausgrabungen geben wird", erklärt Bake. Er vermutet, dass sich tiefer in der Erde noch viele weitere Scherben und Knochen befinden. Dann zeigt er auf ein besonders großes und gut erhaltenes Exemplar: „Dieser Knochen ist so groß, dass man bei Untersuchungen sogar feststellen könnte, ob es sich um einen Mann oder eine Frau gehandelt hat", sagt der Grabungsassistent.

So könnten die Urnen in dem Acker mal ausgesehen haben. MT- - © Foto: Thomas Lieske
So könnten die Urnen in dem Acker mal ausgesehen haben. MT- - © Foto: Thomas Lieske

Die Überreste könnten aus der späten Bronzezeit oder Hallstattzeit, also 1300 bis 800 vor Christus, stammen, mutmaßt Bake. „Vielleicht sind die Urnen sogar mit Mustern verziert." Genaueres ließe sich aber erst sagen, wenn der LWL tatsächlich Grabungen zustimmt. Grundsätzlich sei das Gebiet für historische Funde bekannt. Bake und seine Kollegen betonen, dass dort über viele Jahrhunderte Siedlungen waren. „Auf den umliegenden Feldern haben wir schon viele Funde verzeichnen können", sagt Bake. Ein Urnenfeld an dieser Stelle sei aber noch nicht auf den Karten eingezeichnet. Deshalb freuen sich die Denkmalschützer so sehr über diesen Fund und setzen nun alle Karten auf den LWL. Dessen Vertreter könnten Dienstag anreisen, sagt Bake. Die Überreste aus einer früheren Zeit waren zutage gekommen, als der Landwirt das Feld pflügte. „Das ist typisch, danach gehen wir gerne auf solche Äcker und schauen uns das, was dort aus den unteren Bodenschichten nach oben transportiert wurde, genauer an", erklärt Daniel Bake. In Petershagen war es nun ein Volltreffer am Wochenende. Auch am Sonntag suchten die Archäologie-Interessierten den betroffenen Acker weiter ab und sicherten die Funde mit Flatterband.

Den ausschlaggebenden Fund für ihre Vermutung haben die Hobby-Archäologen im Bild festgehalten. - © Foto: pr
Den ausschlaggebenden Fund für ihre Vermutung haben die Hobby-Archäologen im Bild festgehalten. - © Foto: pr

Die Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege gibt es seit 2017. Schritt für Schritt haben die Mitglieder den Verein aufgebaut und arbeiten eng mit der Bielefelder Außenstelle der LWL-Archäologie und den Archäologen des Kreises Minden-Lübbecke zusammen. Für Sondengänger, die mit speziellen Ortungsgeräten umgepflügte Äcker im Kreisgebiet absuchen, ist die Gesellschaft ein wichtiger Ansprechpartner.

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