Archäologen finden altes Urnengrab und Knochenreste in Döhren Nadine Schwan Petershagen-Döhren (nas). Auf einem gepflügten Acker in Döhren haben Daniel Bake (33) und Willi Köster (57) am Sonntagnachmittag ein altes Urnengrab sowie sechs weitere sogenannte Brandschüttungsgräber entdeckt. Auch Knochenreste fanden die ehrenamtlichen Archäologen vom Verein „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke". Ihren Fund haben die Vereinsmitglieder nun abgesichert und der LWL-Archäologie für Westfalen in Bielefeld gemeldet. "Eine Sensation ist dieser Fund nicht, aber er war nicht zu erwarten", erklärt Daniel Bake. Das gute Wetter hat die beiden Männer am Sonntag nach draußen aufs Feld gelockt. Dort wollten sie eigentlich nur nach Scherben und weiteren Artefakten Ausschau halten. "Den Bauern kenne ich gut, da war das kein Problem", sagt Bake. Auf der Geländekuppe entdeckten die beiden dann aber eine schwarze Verfärbung im Boden, weitere dunkle Stellen ein paar Meter entfernt, sowie rund 30 Keramikscherben, die kompakt beieinander lagen. Mindestens 2000 Jahre sind diese alt, so Bake. Er schätzt, dass sie aus der Urgeschichte stammen. Auch eine Feuersteinklinge haben sie dort gefunden. "Eventuell wurde sie später in die Bestattung gegeben", sagt der 33-Jährige. Die Bestattung kann man sich ihm nach so vorstellen: Holz wurde aufgeschichtet, ein Tuch über den Toten gelegt und Waffen, Getränke oder Gefäße dazugelegt. Dann wurde der Stapel angezündet. Die Asche kam dann entweder in ein Gefäß oder wurde so in ein Loch gegeben und verbuddelt. Für Laien sind solche Grabstellen nur schwer zu erkennen. Die Knochensplitter, die Bake und Köster gefunden haben, sind nur etwa 15 Millimeter groß. "Kleine helle Schnipsel in der Erde", beschreibt Bake. Ob sie menschlich sind, wird sich erst herausstellen, wenn die LWL-Archäologen aus Bielefeld sie untersuchen. Bake ist aber ziemlich sicher, dass hier kein Tier verbrannt worden ist. "Bis zu drei Tage haben die Archäologen jetzt Zeit, sich unsere Fundstelle anzusehen. Dann wissen wir mehr." Der Verein „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke“ Als Verein hat sich die Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben, „bürgerschaftliches Engagement in der Archäologie und Bodendenkmalpflege im Mühlenkreis zu fördern oder gar erst möglich zu machen“. Außerdem sind die Mitglieder selbst in regelmäßigen Abständen auf Feldern im Mühlenkreis unterwegs, um archäologische Befunde und Funde – in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden – zu sichern. 2018 entdeckten ebenfalls Bake und Köster bei einer Begehung nahe Windheim Tonscherben und Leichenbrandreste, die auf eine frühere Nutzung der Fläche als Urnengräberfeld der Eisenzeit hinweisen. Zum Teil graben die Mitglieder während ihrer Begehungen, ausgerüstet mit speziellen Genehmigungen, l selbst nach Artefakten. Ohne diese Genehmigungen, stellt ein solcher Eingriff eine Ordnungswidrigkeit dar. Übrigens finden die Archäologen nicht nur alte Artefakte, auch auf eine Granate sind sie dieses Jahr schon gestoßen. Besonders schön war aber der Fund eines verlorenen Eherings im Sommer. Lesen Sie auch Archäologie vor der Haustür: Hobby-Archäologen wollen im Mühlenkreis neu durchstarten Zufallsfund aus der Jungsteinzeit offenbart neues Geschichtskapitel für Minden Granate in Costedt erfolgreich gesprengt Der verlorene Schatz: Ehering nach 60 Jahren bei Ausgrabungen gefunden

Archäologen finden altes Urnengrab und Knochenreste in Döhren

© D. Bake/GeFBdML e.V.

Petershagen-Döhren (nas). Auf einem gepflügten Acker in Döhren haben Daniel Bake (33) und Willi Köster (57) am Sonntagnachmittag ein altes Urnengrab sowie sechs weitere sogenannte Brandschüttungsgräber entdeckt. Auch Knochenreste fanden die ehrenamtlichen Archäologen vom Verein „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke". Ihren Fund haben die Vereinsmitglieder nun abgesichert und der LWL-Archäologie für Westfalen in Bielefeld gemeldet. "Eine Sensation ist dieser Fund nicht, aber er war nicht zu erwarten", erklärt Daniel Bake.

Das gute Wetter hat die beiden Männer am Sonntag nach draußen aufs Feld gelockt. Dort wollten sie eigentlich nur nach Scherben und weiteren Artefakten Ausschau halten. "Den Bauern kenne ich gut, da war das kein Problem", sagt Bake. Auf der Geländekuppe entdeckten die beiden dann aber eine schwarze Verfärbung im Boden, weitere dunkle Stellen ein paar Meter entfernt, sowie rund 30 Keramikscherben, die kompakt beieinander lagen. Mindestens 2000 Jahre sind diese alt, so Bake. Er schätzt, dass sie aus der Urgeschichte stammen. Auch eine Feuersteinklinge haben sie dort gefunden. "Eventuell wurde sie später in die Bestattung gegeben", sagt der 33-Jährige.

Auf einem Acker haben Daniel Bake und Willi Köster vom Verein „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke" ein altes Urnengrab und sechs weitere sogenannte Brandschüttungsgräber entdeckt. Foto: D. Bake/GeFBdML e.V. - © D. Bake/GeFBdML e.V.
Auf einem Acker haben Daniel Bake und Willi Köster vom Verein „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke" ein altes Urnengrab und sechs weitere sogenannte Brandschüttungsgräber entdeckt. Foto: D. Bake/GeFBdML e.V. - © D. Bake/GeFBdML e.V.

Die Bestattung kann man sich ihm nach so vorstellen: Holz wurde aufgeschichtet, ein Tuch über den Toten gelegt und Waffen, Getränke oder Gefäße dazugelegt. Dann wurde der Stapel angezündet. Die Asche kam dann entweder in ein Gefäß oder wurde so in ein Loch gegeben und verbuddelt.

Für Laien sind solche Grabstellen nur schwer zu erkennen. Die Knochensplitter, die Bake und Köster gefunden haben, sind nur etwa 15 Millimeter groß. "Kleine helle Schnipsel in der Erde", beschreibt Bake. Ob sie menschlich sind, wird sich erst herausstellen, wenn die LWL-Archäologen aus Bielefeld sie untersuchen. Bake ist aber ziemlich sicher, dass hier kein Tier verbrannt worden ist. "Bis zu drei Tage haben die Archäologen jetzt Zeit, sich unsere Fundstelle anzusehen. Dann wissen wir mehr."

Der Verein „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke“

Als Verein hat sich die Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben, „bürgerschaftliches Engagement in der Archäologie und Bodendenkmalpflege im Mühlenkreis zu fördern oder gar erst möglich zu machen“. Außerdem sind die Mitglieder selbst in regelmäßigen Abständen auf Feldern im Mühlenkreis unterwegs, um archäologische Befunde und Funde – in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden – zu sichern. 2018 entdeckten ebenfalls Bake und Köster bei einer Begehung nahe Windheim Tonscherben und Leichenbrandreste, die auf eine frühere Nutzung der Fläche als Urnengräberfeld der Eisenzeit hinweisen. Zum Teil graben die Mitglieder während ihrer Begehungen, ausgerüstet mit speziellen Genehmigungen, l selbst nach Artefakten. Ohne diese Genehmigungen, stellt ein solcher Eingriff eine Ordnungswidrigkeit dar.

Übrigens finden die Archäologen nicht nur alte Artefakte, auch auf eine Granate sind sie dieses Jahr schon gestoßen. Besonders schön war aber der Fund eines verlorenen Eherings im Sommer.

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