Archäologen auf Spurensuche unter neuer Schule Untergrund vor Baubeginn begutachtet / Keine Fundstücke entdeckt Von Uwe Vinke Petershagen-Lahde (uv). Im Lahder Untergrund schlummern noch zahlreiche Hinweise auf die Vorfahren. Bei Erdarbeiten gab es immer wieder archäologische Funde. So wurde auch der Baugrund für die neue Sekundarschule untersucht. Zwei Tage waren Grabungstechnikerin Tatjana Meglin und Grabungshelferin Ulli Rode auf dem Baugelände im Einsatz. Funde gab es zwar nicht, aber Hinweise."In der vorrömischen Eisenzeit gab es in der Region ein Siedlungsgebiet", begründet Dr. Daniel Bérenger das Interesse der Archäologen an Lahde. Bérenger ist Leiter der Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen.Letzte große Funde hatte es im Baugebiet "Auf dem Ufer" nahe der Aue gegeben. Während der Bebauung waren von Oktober 2005 bis August 2007 immer wieder Archäologen vor Ort. Entdeckt wurden Reste eines Gräberfeldes aus der Zeit von 500 vor Christus sowie einer Siedlung aus dem Mittelalter. Die Reste von elf Gebäuden, darunter das größte mittelalterliche Haus in Ostwestfalen, kamen dabei zutage.Im Baufeld der neuen Sekundarschule waren solche Funde nicht zu erwarten, jedoch gab es Hinweise auf ein Gräberfeld an dieser Stelle. "Diese Information war für uns neu", erklärte Daniel Bérenger beim Pressegespräch. Der Hinweis war in alten Aufzeichnungen der Ortsheimatpflege entdeckt worden.Der verstorbene Ortsheimatpfleger Friedrich Brinkmann hatte auf ein altes Hügelgräberfeld im Bereich der Bult hingewiesen. In einer Karte aus der Zeit um 1880 sei noch ein Hügelgrab verzeichnet gewesen, berichtete Ingrid Henke-Brennecker, verantwortlich in der Stadtverwaltung für die Untere Denkmalpflege.Die Gräber wurden geleert und die Hügel eingeebnet, um Ackerland zu schaffen. Fundstücken aus den Gräbern seien nicht erhalten geblieben, blickt der Archäologe zurück.Angesichts solcher Hinweise sei die Stadt aktiv geworden, lobte Bérenger die gute Zusammenarbeit auch mit dem Arbeitskreis Schulbau, für den Detlev Scheumann auf die Wichtigkeit der archäologischen Untersuchung vor Baubeginn verwies.So wurde auf der Rasenfläche neben dem alten Realschulhof der Mutterboden mit einem Bagger abgehoben, um der Grabungstechnikerin und ihrer Helferin die Basis für die Suche zu geben. "Wir müssen auf den gewachsenen Boden, um mögliche Veränderungen zu erkennen", erklärt Tatjana Meglin das Verfahren.An einer Stelle ging es bis auf etwa einen Meter in die Tiefe. "Hier haben wir eine leichte Veränderung in der Bodenstruktur erkannt", berichtete Tatjana Meglin. Da die Schule aber keinen Keller erhalte, seien weitere Grabungen nicht erforderlich."Die Bodenarbeiten werden beobachtet, die Baufirma ist informiert", wies Daniel Bérenger auf die weitere Beteiligung der Archäologen hin. "Was im Untergrund verbleibt, wird durch den Bau versiegelt und somit auch erhalten."Der Bauablauf für die Sekundarschule könne im Zeitplan erfolgen, machte Detlev Scheumann vom Schulamt deutlich. So sei der Teil der Realschule bereits abgebrochen, der der neuen Schule im Weg stand. "Sieben Klassen sind in den Teil der ehemaligen Hauptschule umgezogen".

Archäologen auf Spurensuche unter neuer Schule

Petershagen-Lahde (uv). Im Lahder Untergrund schlummern noch zahlreiche Hinweise auf die Vorfahren. Bei Erdarbeiten gab es immer wieder archäologische Funde. So wurde auch der Baugrund für die neue Sekundarschule untersucht.

Grabungshelferin Ulli Rode (links) und Grabungstechnikerin Tatjana Meglin waren auf dem Baugelände der neuen Sekundarschule auf archäologischer Spurensuche. - © MT-Foto: Uwe Vinke
Grabungshelferin Ulli Rode (links) und Grabungstechnikerin Tatjana Meglin waren auf dem Baugelände der neuen Sekundarschule auf archäologischer Spurensuche. - © MT-Foto: Uwe Vinke

Zwei Tage waren Grabungstechnikerin Tatjana Meglin und Grabungshelferin Ulli Rode auf dem Baugelände im Einsatz. Funde gab es zwar nicht, aber Hinweise.

"In der vorrömischen Eisenzeit gab es in der Region ein Siedlungsgebiet", begründet Dr. Daniel Bérenger das Interesse der Archäologen an Lahde. Bérenger ist Leiter der Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen.

Letzte große Funde hatte es im Baugebiet "Auf dem Ufer" nahe der Aue gegeben. Während der Bebauung waren von Oktober 2005 bis August 2007 immer wieder Archäologen vor Ort. Entdeckt wurden Reste eines Gräberfeldes aus der Zeit von 500 vor Christus sowie einer Siedlung aus dem Mittelalter. Die Reste von elf Gebäuden, darunter das größte mittelalterliche Haus in Ostwestfalen, kamen dabei zutage.

Im Baufeld der neuen Sekundarschule waren solche Funde nicht zu erwarten, jedoch gab es Hinweise auf ein Gräberfeld an dieser Stelle. "Diese Information war für uns neu", erklärte Daniel Bérenger beim Pressegespräch. Der Hinweis war in alten Aufzeichnungen der Ortsheimatpflege entdeckt worden.

Der verstorbene Ortsheimatpfleger Friedrich Brinkmann hatte auf ein altes Hügelgräberfeld im Bereich der Bult hingewiesen. In einer Karte aus der Zeit um 1880 sei noch ein Hügelgrab verzeichnet gewesen, berichtete Ingrid Henke-Brennecker, verantwortlich in der Stadtverwaltung für die Untere Denkmalpflege.

Die Gräber wurden geleert und die Hügel eingeebnet, um Ackerland zu schaffen. Fundstücken aus den Gräbern seien nicht erhalten geblieben, blickt der Archäologe zurück.

Angesichts solcher Hinweise sei die Stadt aktiv geworden, lobte Bérenger die gute Zusammenarbeit auch mit dem Arbeitskreis Schulbau, für den Detlev Scheumann auf die Wichtigkeit der archäologischen Untersuchung vor Baubeginn verwies.

So wurde auf der Rasenfläche neben dem alten Realschulhof der Mutterboden mit einem Bagger abgehoben, um der Grabungstechnikerin und ihrer Helferin die Basis für die Suche zu geben. "Wir müssen auf den gewachsenen Boden, um mögliche Veränderungen zu erkennen", erklärt Tatjana Meglin das Verfahren.

An einer Stelle ging es bis auf etwa einen Meter in die Tiefe. "Hier haben wir eine leichte Veränderung in der Bodenstruktur erkannt", berichtete Tatjana Meglin. Da die Schule aber keinen Keller erhalte, seien weitere Grabungen nicht erforderlich.

"Die Bodenarbeiten werden beobachtet, die Baufirma ist informiert", wies Daniel Bérenger auf die weitere Beteiligung der Archäologen hin. "Was im Untergrund verbleibt, wird durch den Bau versiegelt und somit auch erhalten."

Der Bauablauf für die Sekundarschule könne im Zeitplan erfolgen, machte Detlev Scheumann vom Schulamt deutlich. So sei der Teil der Realschule bereits abgebrochen, der der neuen Schule im Weg stand. "Sieben Klassen sind in den Teil der ehemaligen Hauptschule umgezogen".

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