Arbeitslager Lahde: Erinnerungen an die Stätte des Grauens Petershagen-Lahde (Wes). Es war eine Stätte des Grauens: Die Gefangenen starben an Unterernährung, Misshandlungen oder – wurden erschossen. Mit einer Informationstafel erinnern Schülerinnen der Sekundarschule der Jahrgangsstufe zehn jetzt an das „Arbeits- und Erziehungslager Lahde“ an der heutigen Bundesstraße 482 und der Dingbreite. Anlass war die Auflösung des Lagers vor 75 Jahren. Der Text der Informationstafel ist in der AG „Arbeitserziehungslager Lahde – 1943 bis 1945“ entstanden. Dazu kommt ein altes Foto, das einen Teil des Eingangsbereichs zeigt. Die AG bildeten Celina Becker, Imke Büschking, Eleni Degueldre, Laura-Marie Hilker, Vivien Mushak, Hannah Schäkel, Merle Schulze, Isabell-Sophie Spät, Kate-Lynn Wallbaum und Laure Wigger. „Wir sind vor Corona immer zwei Stunden in der Woche zusammengekommen“, berichtete ein Mädchen. Betreuende Lehrkraft war Heike Dühlmeier. Zur Übergabe hatten sich im „Grünen Klassenzimmer“ der Sekundarschule acht der zehn beteiligten Mädchen, Konrektor Albert Südbeck, Fachlehrer Religion Alexander Hildebrand sowie die Lahder Ortsbürgermeisterin Helga Berg und Kulturgemeinschaftsvorsitzender Karl-Heinz Schwier eingefunden. Mitglieder der Kulturgemeinschaft wollen die Infotafel noch vor den Sommerferien an der Gedenkstätte in Höhe der Straße Dingbreite aufstellen. Die traditionelle Gedenkfeier, die am 3. April mit einer Kranzniederlegung stattfinden sollte, musste aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Karl-Heinz Schwier dankte den Schülerinnen für das Engagement, sich mit der Geschichte ihrer Stadt zu beschäftigen. „Heute leben nur noch wenige Zeitzeugen, die über die Ereignisse im Lager und in der Umgebung berichten können“, sagte der Kulturgemeinschaftsvorsitzende. In ihrem Text orientieren sich die Mädchen der Sekundarschule an der Veröffentlichung des früheren Lahder Ortsheimatpflegers Friedrich Brinkmann. Darin heißt es, dass das Lager mit einer Fläche von 25 .000 Quadratmetern der Gestapo in Hannover unterstand. Zudem sind Einzelheiten über Gefangene, Opfer, Unterkünfte, Gelände und Lebensumstände zu erfahren. Durchschnittlich war das Lager mit 600 bis 800 Häftlingen belegt. Sie kamen aus elf Ländern. Den Nachforschungen der Arbeitsgemeinschaft zufolge kamen dort 637 Menschen ums Leben. Andere Quellen gehen von über 700 Todesopfern aus. Die genaue Zahl ist nicht bekannt. Zum Appellplatz gehörte der Lagergalgen. Die Insassen trugen zerschlissene Arbeitskleidung. Groß war der Mangel an Lagerhygiene. Wöchentlich erhielten 200 Personen nur 20 Stück Seife, Toilettenpapier gab es nicht. Zur körperlichen Schwerstarbeit kam die schlechte Ernährung. Vor den heranrückenden alliierten Truppen wurde das Lager am 1. April 1945 aufgelöst. Die Wachen trieben die überlebenden Häftlinge auf den so genannten Todesmarsch nach Hannover-Ahlem. Die Stadt Petershagen hat 1995 nur wenige Meter vom früheren Arbeitslager entfernt eine Gedenkstätte mit einem Findling und Grünbewuchs angelegt. Dort soll nach Absprache mit dem Bauhof auch die Infotafel aufgestellt werden.

Arbeitslager Lahde: Erinnerungen an die Stätte des Grauens

Die AG „Arbeitserziehungslager Lahde“ der Sekundarschule hat eine Informationstafel an die Lahder Ortsbürgermeisterin Helga Berg (links) und Kulturgemeinschaftsvorsitzenden Karl-Heinz Schwier (rechts) überreicht. © Foto: Ulrich Westermann

Petershagen-Lahde (Wes). Es war eine Stätte des Grauens: Die Gefangenen starben an Unterernährung, Misshandlungen oder – wurden erschossen. Mit einer Informationstafel erinnern Schülerinnen der Sekundarschule der Jahrgangsstufe zehn jetzt an das „Arbeits- und Erziehungslager Lahde“ an der heutigen Bundesstraße 482 und der Dingbreite. Anlass war die Auflösung des Lagers vor 75 Jahren.

Der Text der Informationstafel ist in der AG „Arbeitserziehungslager Lahde – 1943 bis 1945“ entstanden. Dazu kommt ein altes Foto, das einen Teil des Eingangsbereichs zeigt. Die AG bildeten Celina Becker, Imke Büschking, Eleni Degueldre, Laura-Marie Hilker, Vivien Mushak, Hannah Schäkel, Merle Schulze, Isabell-Sophie Spät, Kate-Lynn Wallbaum und Laure Wigger. „Wir sind vor Corona immer zwei Stunden in der Woche zusammengekommen“, berichtete ein Mädchen. Betreuende Lehrkraft war Heike Dühlmeier. Zur Übergabe hatten sich im „Grünen Klassenzimmer“ der Sekundarschule acht der zehn beteiligten Mädchen, Konrektor Albert Südbeck, Fachlehrer Religion Alexander Hildebrand sowie die Lahder Ortsbürgermeisterin Helga Berg und Kulturgemeinschaftsvorsitzender Karl-Heinz Schwier eingefunden.

Mitglieder der Kulturgemeinschaft wollen die Infotafel noch vor den Sommerferien an der Gedenkstätte in Höhe der Straße Dingbreite aufstellen. Die traditionelle Gedenkfeier, die am 3. April mit einer Kranzniederlegung stattfinden sollte, musste aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen.

Karl-Heinz Schwier dankte den Schülerinnen für das Engagement, sich mit der Geschichte ihrer Stadt zu beschäftigen. „Heute leben nur noch wenige Zeitzeugen, die über die Ereignisse im Lager und in der Umgebung berichten können“, sagte der Kulturgemeinschaftsvorsitzende.

In ihrem Text orientieren sich die Mädchen der Sekundarschule an der Veröffentlichung des früheren Lahder Ortsheimatpflegers Friedrich Brinkmann. Darin heißt es, dass das Lager mit einer Fläche von 25 .000 Quadratmetern der Gestapo in Hannover unterstand. Zudem sind Einzelheiten über Gefangene, Opfer, Unterkünfte, Gelände und Lebensumstände zu erfahren. Durchschnittlich war das Lager mit 600 bis 800 Häftlingen belegt. Sie kamen aus elf Ländern.

Den Nachforschungen der Arbeitsgemeinschaft zufolge kamen dort 637 Menschen ums Leben. Andere Quellen gehen von über 700 Todesopfern aus. Die genaue Zahl ist nicht bekannt.

Zum Appellplatz gehörte der Lagergalgen. Die Insassen trugen zerschlissene Arbeitskleidung. Groß war der Mangel an Lagerhygiene. Wöchentlich erhielten 200 Personen nur 20 Stück Seife, Toilettenpapier gab es nicht. Zur körperlichen Schwerstarbeit kam die schlechte Ernährung.

Vor den heranrückenden alliierten Truppen wurde das Lager am 1. April 1945 aufgelöst. Die Wachen trieben die überlebenden Häftlinge auf den so genannten Todesmarsch nach Hannover-Ahlem.

Die Stadt Petershagen hat 1995 nur wenige Meter vom früheren Arbeitslager entfernt eine Gedenkstätte mit einem Findling und Grünbewuchs angelegt.

Dort soll nach Absprache mit dem Bauhof auch die Infotafel aufgestellt werden.

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