Anwohner in Petershagen sorgen sich wegen Ahrens-Ansiedlung Claudia Hyna Petershagen-Lahde (mt). Die Ansiedlung des Abfallbehandlungsbetriebes Ahrens im Industriegebiet Lahde erhitzt die Gemüter. Gut 55 Zuhörer verfolgten die Diskussion im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Sie erreichten, dass der Tagesordnungspunkt vom vorgesehenen Ende an den Anfang der Sitzung verlegt wurde.Eine Öffentlichkeitsbeteiligung in der Sache soll in absehbarer Zeit erfolgen. Sandra Möhlenbroch, die sich an das Mindener Tageblatt wandte, findet es traurig, dass die Stadt auf eine vorgezogene Bürgerbeteiligung verzichtet hat. Außerdem bemängelt sie, dass die Stadt ihre Stellungnahme ohne Beteiligung der Ausschüsse abgegeben habe. Immer noch ist von einer Planung die Rede, die Firma sei mit dem Bauvorhaben jedoch längst gestartet. „Wir wollen unsere Kinder gesund aufwachsen sehen“, appelliert sie an die Verantwortlichen.Die Firma Ahrens hat vor, im Industriegebiet in erster Linie Gleisschotter zu lagern, und der sei nun mal hoch kontaminiert, sagte Bürgermeister Dieter Blume. Das gereinigte Material solle eine Zeit auf dem Gelände verbleiben und später herunter gebrochen werden. Das belastete Wasser werde aufgefangen. Zu Beginn habe es einige Zusagen an die Stadt gegeben, diese seien mit dem Hinweis, wenn es betriebswirtschaftlich möglich ist, zurückgenommen worden. „Damit waren wir nicht einverstanden“, so der Bürgermeister.Nach einer kontroversen Debatte stimmte die Mehrheit der Ausschussmitglieder für die Abgabe einer Stellungnahme der Verwaltung an die Bezirksregierung, fünf SPD-Politiker enthielten dabei sich der Stimme. Der Ausschuss schloss sich damit mehrheitlich dem Antrag der Christdemokraten an, die den Schutz der Umwelt und der Anwohner der Genehmigungsbehörde in Detmold verdeutlichen wollten (das MT berichtete).Dabei geht es um folgende Punkte: Die Zuwegung des Betriebsgeländes soll über die Straße „An der Wandlung“ erfolgen, Lager- und Behandlungsbereiche für gefährliche und nicht gefährliche Abfälle sowie die Verkehrsflächen sollen wasserundurchlässig versiegelt werden, die Wetterschutzhalle soll vollständig geschlossen bleiben und Wege staubfrei gehalten werden. Das alles kann nur eine empfehlende Stellungnahme der Stadt sein, das letzte Wort in der Sache hat die Bezirksregierung.An eben diesem Umstand entzündete sich die Diskussion der Politiker. Dabei standen sich vor allem Wolfgang Riesner (Bündnis 90/Die Grünen) und Karl-Christian Ebenau (SPD) gegenüber. Aus Riesners Sicht ist die Firma Ahrens keine zuverlässige Firma, daher sollte die Stadt Überwachungsdruck ausüben. Er führt dabei Erfahrungen an, die die Bürgerinitiative in Stadthagen mit dem Unternehmen gemacht hat.Ebenau hingegen hat keine Zweifel daran, dass die Firma sich rechtlich richtig verhält. Außerdem sah er in dem Fall die Stadt nicht als Sachwalter, sondern die Bezirksregierung. Daher habe er Schwierigkeiten, dem Antrag der CDU zu folgen. Die hatte Wolfgang Riesner nicht, da er begründete Hinweise auf das Nicht-Einhalten freiwilliger Zusagen sah. Der Druck, den die Verwaltung bisher gemacht habe, habe schon Wirkung gezeigt. „Wir sind nicht machtlos“, konstatierte Riesner.An die Vorstellung der Firma Ahrens im interfraktionellen Kreis erinnerte erneut Hermann Humcke. Da habe es vor allem schwammige Antworten auf konkrete Einwände gegeben. Die CDU halte eine Anlage dieser Art durchaus für sinnvoll, in der belastetes Material aufbereitet wird - im anderen Fall müssten noch mehr Abfälle auf Deponien gefahren werden und es würden noch mehr Steinbrüche gebraucht. „Wir wollen der Firma zeigen, dass es uns ernst ist und wir hohe Umweltstandards wollen“, meinte Humcke. Diese hatte zuvor auch Bürgermeister Dieter Blume propagiert.Der Haken stecke im Detail, merkte Riesner zum Thema Lagerung an; die Höchstmenge sei mit 600 000 Tonnen angegeben. Er hatte eine durchschnittliche Belastung von 85 Lastwagenfahrten am Tag errechnet, das bedeute für den Verkehr vor Ort „keine Kleinigkeit“.Am 29. September steht das Thema erneut auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses (15 Uhr Lahder Rathaus).

Anwohner in Petershagen sorgen sich wegen Ahrens-Ansiedlung

Petershagen-Lahde (mt). Die Ansiedlung des Abfallbehandlungsbetriebes Ahrens im Industriegebiet Lahde erhitzt die Gemüter. Gut 55 Zuhörer verfolgten die Diskussion im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Sie erreichten, dass der Tagesordnungspunkt vom vorgesehenen Ende an den Anfang der Sitzung verlegt wurde.

Im Sitzungssaal des Rathauses Lahde gab es keinen freien Platz mehr, als das Thema Ahrens auf der Tagesordnung stand. MT- - © Foto: Hyna
Im Sitzungssaal des Rathauses Lahde gab es keinen freien Platz mehr, als das Thema Ahrens auf der Tagesordnung stand. MT- - © Foto: Hyna

Eine Öffentlichkeitsbeteiligung in der Sache soll in absehbarer Zeit erfolgen. Sandra Möhlenbroch, die sich an das Mindener Tageblatt wandte, findet es traurig, dass die Stadt auf eine vorgezogene Bürgerbeteiligung verzichtet hat. Außerdem bemängelt sie, dass die Stadt ihre Stellungnahme ohne Beteiligung der Ausschüsse abgegeben habe. Immer noch ist von einer Planung die Rede, die Firma sei mit dem Bauvorhaben jedoch längst gestartet. „Wir wollen unsere Kinder gesund aufwachsen sehen“, appelliert sie an die Verantwortlichen.

Die Firma Ahrens hat vor, im Industriegebiet in erster Linie Gleisschotter zu lagern, und der sei nun mal hoch kontaminiert, sagte Bürgermeister Dieter Blume. Das gereinigte Material solle eine Zeit auf dem Gelände verbleiben und später herunter gebrochen werden. Das belastete Wasser werde aufgefangen. Zu Beginn habe es einige Zusagen an die Stadt gegeben, diese seien mit dem Hinweis, wenn es betriebswirtschaftlich möglich ist, zurückgenommen worden. „Damit waren wir nicht einverstanden“, so der Bürgermeister.

Nach einer kontroversen Debatte stimmte die Mehrheit der Ausschussmitglieder für die Abgabe einer Stellungnahme der Verwaltung an die Bezirksregierung, fünf SPD-Politiker enthielten dabei sich der Stimme. Der Ausschuss schloss sich damit mehrheitlich dem Antrag der Christdemokraten an, die den Schutz der Umwelt und der Anwohner der Genehmigungsbehörde in Detmold verdeutlichen wollten (das MT berichtete).

Dabei geht es um folgende Punkte: Die Zuwegung des Betriebsgeländes soll über die Straße „An der Wandlung“ erfolgen, Lager- und Behandlungsbereiche für gefährliche und nicht gefährliche Abfälle sowie die Verkehrsflächen sollen wasserundurchlässig versiegelt werden, die Wetterschutzhalle soll vollständig geschlossen bleiben und Wege staubfrei gehalten werden. Das alles kann nur eine empfehlende Stellungnahme der Stadt sein, das letzte Wort in der Sache hat die Bezirksregierung.

An eben diesem Umstand entzündete sich die Diskussion der Politiker. Dabei standen sich vor allem Wolfgang Riesner (Bündnis 90/Die Grünen) und Karl-Christian Ebenau (SPD) gegenüber. Aus Riesners Sicht ist die Firma Ahrens keine zuverlässige Firma, daher sollte die Stadt Überwachungsdruck ausüben. Er führt dabei Erfahrungen an, die die Bürgerinitiative in Stadthagen mit dem Unternehmen gemacht hat.

Ebenau hingegen hat keine Zweifel daran, dass die Firma sich rechtlich richtig verhält. Außerdem sah er in dem Fall die Stadt nicht als Sachwalter, sondern die Bezirksregierung. Daher habe er Schwierigkeiten, dem Antrag der CDU zu folgen. Die hatte Wolfgang Riesner nicht, da er begründete Hinweise auf das Nicht-Einhalten freiwilliger Zusagen sah. Der Druck, den die Verwaltung bisher gemacht habe, habe schon Wirkung gezeigt. „Wir sind nicht machtlos“, konstatierte Riesner.

An die Vorstellung der Firma Ahrens im interfraktionellen Kreis erinnerte erneut Hermann Humcke. Da habe es vor allem schwammige Antworten auf konkrete Einwände gegeben. Die CDU halte eine Anlage dieser Art durchaus für sinnvoll, in der belastetes Material aufbereitet wird - im anderen Fall müssten noch mehr Abfälle auf Deponien gefahren werden und es würden noch mehr Steinbrüche gebraucht. „Wir wollen der Firma zeigen, dass es uns ernst ist und wir hohe Umweltstandards wollen“, meinte Humcke. Diese hatte zuvor auch Bürgermeister Dieter Blume propagiert.

Der Haken stecke im Detail, merkte Riesner zum Thema Lagerung an; die Höchstmenge sei mit 600 000 Tonnen angegeben. Er hatte eine durchschnittliche Belastung von 85 Lastwagenfahrten am Tag errechnet, das bedeute für den Verkehr vor Ort „keine Kleinigkeit“.

Am 29. September steht das Thema erneut auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses (15 Uhr Lahder Rathaus).

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