Alte Molkerei schließt zum Jahresende Aus für Bildungsarbeit in der Heimvolkshochschule nach 35 Jahren / Tagung zum Abschied / Haus steht zum Verkauf Petershagen-Frille (mt/hy). Nach 35 Jahren endet die politische Bildungsarbeit in der Heimvolkshochschule "Alte Molkerei Frille". Zum Abschluss gab es eine Abschiedstagung mit mehr als 60 Teilnehmern. Die "Alte Molkerei" war auf Bundesebene mehr als 35 Jahre eine wichtige Einrichtung der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Zum Ende des Jahres 2011 stellt sie ihren Betrieb ein, da die langfristige Finanzierung nicht mehr gesichert ist. Die Immobilie steht damit zum Verkauf.Am Wochenende verabschiedeten sich mehr als 60 Menschen, darunter ehemalige Seminarteilnehmer, freie Mitarbeiter, Freunde, Förderer und Mitglieder. Auf der Abschiedstagung, die unter dem Motto "Niemals geht man so ganz" stand, gab es neben einem umfangreichen Rückblick auf die Bildungsarbeit der vergangenen Jahrzehnte viele persönliche Reflexionen."Von Frille starteten wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Genderpädagogik sowie Mädchen- und Jungenarbeit". "Frille ist ein Ort, an dem man ungewöhnlich lernen konnte". "Die Teilnahme an dem Seminar zu Tod, Sterben und Trauer war für meine Arbeit und auch meine persönliche Entwicklung sehr wichtig", lautetet das Urteil verschiedener Teilnehmer in ihrem persönlichen Rückblick.Ärger und EnttäuschungIn allen Beiträgen kamen neben der Bedeutung, die Frille für die politische Weiterbildungslandschaft hatte, auch der Ärger und die Enttäuschung über die politischen Rahmen- und Förderbedingungen zum Ausdruck. So sind es in erster Linie die bildungspolitischen Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre wie auch die Perspektiven für eine öffentlich finanzierte politische Weiterbildung, die den Schließungsbeschluss vorangetrieben haben.Die Mitgliederversammlung des Trägervereins Vega traf ihn im Sommer 2011. Die klaffende Haushaltslücke, die aufgrund der Kürzungen institutioneller Fördermittel entstand, habe zwar durch die Einsparung von Personal und durch die Akquise von verschiedenen Projektgeldern immer wieder geschlossen werden können, sei langfristig aber nicht länger tragbar gewesen. Das Leitungsteam, bestehend aus Fenna Paproth, Michael Drogand-Strud und Daniela Möller-Peck, hatte sich aus politischer Überzeugung stets gegen das Auslagern der Hauswirtschaftsbereiche und gegen die Trennung von dem Tagungshaus entschieden."Das Eis wurde immer dünner. Die Mehrbelastungen, die Planungsunsicherheit und die immer wiederkehrenden Liquiditätsengpässe forcierten einen internen Kräfteverschleiß, den wir nicht weiter betreiben wollen. Für diesesHaus und unser Angebot ist es nicht möglich, die Basisfinanzierung langfristig über Projektmittel abzudecken. So kam der Beschluss zu einem Zeitpunkt, der uns jetzt ein ordnungsgemäßes Ende ermöglicht", sagte Daniela Möller-Peck.Teilnehmer kamen aus Nordrhein-Westfalen, aber auch dem ganzen Bundesgebiet und aus anderen europäischen Ländern. Das Angebot bestand aus mehrtägigen Bildungsveranstaltungen und Weiterbildungsreihen zu gesellschaftspolitischen Themen.Bis Ende 2011 werden alle Bildungsseminare stattfinden, danach endet der Tagungsbetrieb.

Alte Molkerei schließt zum Jahresende

Petershagen-Frille (mt/hy). Nach 35 Jahren endet die politische Bildungsarbeit in der Heimvolkshochschule "Alte Molkerei Frille". Zum Abschluss gab es eine Abschiedstagung mit mehr als 60 Teilnehmern.

Die Alte Molkerei in Frille schließt zum Ende des Jahres ihre Pforten. - © Foto: pr
Die Alte Molkerei in Frille schließt zum Ende des Jahres ihre Pforten. - © Foto: pr

Die "Alte Molkerei" war auf Bundesebene mehr als 35 Jahre eine wichtige Einrichtung der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Zum Ende des Jahres 2011 stellt sie ihren Betrieb ein, da die langfristige Finanzierung nicht mehr gesichert ist. Die Immobilie steht damit zum Verkauf.

Am Wochenende verabschiedeten sich mehr als 60 Menschen, darunter ehemalige Seminarteilnehmer, freie Mitarbeiter, Freunde, Förderer und Mitglieder. Auf der Abschiedstagung, die unter dem Motto "Niemals geht man so ganz" stand, gab es neben einem umfangreichen Rückblick auf die Bildungsarbeit der vergangenen Jahrzehnte viele persönliche Reflexionen.

"Von Frille starteten wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Genderpädagogik sowie Mädchen- und Jungenarbeit". "Frille ist ein Ort, an dem man ungewöhnlich lernen konnte". "Die Teilnahme an dem Seminar zu Tod, Sterben und Trauer war für meine Arbeit und auch meine persönliche Entwicklung sehr wichtig", lautetet das Urteil verschiedener Teilnehmer in ihrem persönlichen Rückblick.

Ärger und Enttäuschung

In allen Beiträgen kamen neben der Bedeutung, die Frille für die politische Weiterbildungslandschaft hatte, auch der Ärger und die Enttäuschung über die politischen Rahmen- und Förderbedingungen zum Ausdruck. So sind es in erster Linie die bildungspolitischen Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre wie auch die Perspektiven für eine öffentlich finanzierte politische Weiterbildung, die den Schließungsbeschluss vorangetrieben haben.

Die Mitgliederversammlung des Trägervereins Vega traf ihn im Sommer 2011. Die klaffende Haushaltslücke, die aufgrund der Kürzungen institutioneller Fördermittel entstand, habe zwar durch die Einsparung von Personal und durch die Akquise von verschiedenen Projektgeldern immer wieder geschlossen werden können, sei langfristig aber nicht länger tragbar gewesen. Das Leitungsteam, bestehend aus Fenna Paproth, Michael Drogand-Strud und Daniela Möller-Peck, hatte sich aus politischer Überzeugung stets gegen das Auslagern der Hauswirtschaftsbereiche und gegen die Trennung von dem Tagungshaus entschieden.

"Das Eis wurde immer dünner. Die Mehrbelastungen, die Planungsunsicherheit und die immer wiederkehrenden Liquiditätsengpässe forcierten einen internen Kräfteverschleiß, den wir nicht weiter betreiben wollen. Für dieses

Haus und unser Angebot ist es nicht möglich, die Basisfinanzierung langfristig über Projektmittel abzudecken. So kam der Beschluss zu einem Zeitpunkt, der uns jetzt ein ordnungsgemäßes Ende ermöglicht", sagte Daniela Möller-Peck.

Teilnehmer kamen aus Nordrhein-Westfalen, aber auch dem ganzen Bundesgebiet und aus anderen europäischen Ländern. Das Angebot bestand aus mehrtägigen Bildungsveranstaltungen und Weiterbildungsreihen zu gesellschaftspolitischen Themen.

Bis Ende 2011 werden alle Bildungsseminare stattfinden, danach endet der Tagungsbetrieb.

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