Petershagen

Saisonstart am Schiffsanleger verschoben

Claudia Hyna

Familie Putzmann nutzt das gute Wetter für einen Besuch des Schiffsanlegers. MT- - © Foto: Claudia Hyna
Familie Putzmann nutzt das gute Wetter für einen Besuch des Schiffsanlegers. MT- (© Foto: Claudia Hyna)

Petershagen. Ulrich Lange ist der Motor des Vereins Schiffsanleger. Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung ließ sich der Vorsitzende nur für die Hälfte der zwei Jahre dauernden Amtszeit wählen. Spätestens 2021 braucht der Verein also einen neuen Chef.

Der 64-Jährige möchte sich beruflich neu orientieren. Er hofft, dass sich jemand findet, der seine Nachfolge antritt. Der Verein zähle aktuell 160 Mitglieder, da müsste jemand dabei sein, meint er. Zum neuen Kassierer wählte die Versammlung Jürgen Wesemann.

Der Saisonstart, der für Anfang April geplant war, musste wegen der Corona-Krise verschoben werden. Die Stadt hat Baken aufgestellt und so den Bereich für Autos oder Wohnmobile abgesperrt. Diese Sperrung soll mindestens bis zum 19. April gelten, so Lange. Danach werde man weiter sehen. Spaziergänger, viele auch mit Hunden, sind bei dem schönen Wetter häufig am Schiffsanleger anzutreffen – was ja auch laut Allgemeinverfügung erlaubt ist. „Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die Menschen sich hier an der frischen Luft bewegen können.“

Auf dem Gelände selbst sind noch einige Arbeiten geplant. Damit wollen die Mitglieder beginnen, sobald es wieder erlaubt ist, das Gelände mit einigen Leuten zu betreten. Dann sollen unter anderem drei neue Sitzgruppen und drei Einzelbänke auf dem Gelände installiert werden. Diese werden aus einem Stahlgerüst mit Holzbeplankung in den Wittekindshofer Werkstätten hergestellt. Der Verein hofft, bei der Finanzierung vom Heimatscheck profitieren zu können. Dazu haben die Mitglieder einen Antrag bei der Bezirksregierung gestellt.

An den Rändern der Grünfläche sollen demnächst Blühstreifen mit Wildblumen eingesät werden. „Davon haben auch die Bienen etwas.“ Ein wenig stolz ist Lange darauf, dass die Feuerwehr den Platz zum Üben nutzt. Das sei wichtig, damit die Rettungskräfte nicht mit Booten und Einsatzfahrzeuge Autos bis Minden fahren müssten, sondern hier schnell zur Rettung ins Wasser gelangen. Die Slipanlage sei in diesem Jahr allerdings noch nicht für die Saison vorbereitet worden, auch dem machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Sie soll umgebaut werden, da die Autos dort generell schlecht wenden können.

Nach wie vor fehlt eine Toilette auf dem Gelände. Es gibt Probleme mit der Baugenehmigung. Wie schon in der vergangenen Saison, so werden auch in diesem Sommer wieder zwei mobile Toiletten aufgestellt, ebenso zwei Abfallcontainer. „Das hat gut funktioniert“, sagt Ulrich Lange. Grundsätzlich solle der Platz seinen natürlichen Charakter behalten – schließlich liege er im Landschaftsschutzgebiet.

Normalerweise ist die Anlage gut besucht von Wohnmobilisten. Insgesamt gibt es dort 25 Plätze, die das ganze Jahr über gemietet werden können. Eine Jahreskarte kostet 400 Euro, 16 bis 17 Menschen verfügen darüber. Die Touristen kommen aus den Städten Bielefeld, Gütersloh, Herford und Hannover, ein Mitglied reist sogar regelmäßig aus Garmisch-Partenkirchen an, berichtet Ulrich Lange. Von den Dauercampern ziehe man derzeit kein Geld ein. Das habe der Verein beschlossen, ergänzt Lange. Er schätzt, dass diese Regelung noch bis etwa Anfang Mai dauere.

Er stellt klar, dass es sich bei dem Areal nicht um einen Campingplatz handelt. Der Verein sucht dringend einen Hausmeister auf 450-Euro-Basis. Der alte Platzwart habe das vorbildlich gemacht, stehe nun aber leider nicht mehr zur Verfügung.

Es gibt also immer noch einige Baustellen am Schiffsanleger. Ob er es nie bedauert habe, dass der Platz – wie vor fünf Jahren geplant – nicht zum Biotop gestaltet wurde? Vordergründig sei die Lösung attraktiv gewesen, sagt Lange. Doch sei das Vorhaben nicht umsetzbar. Die Insellösung hätte seiner Ansicht nach nicht lange gehalten. „Beim ersten Hochwasser wären die Strände überspült worden.“ Dazu wäre angeschwemmtes Treibgut wie Äste und Unrat gekommen. „Wer hätte das wieder in Ordnung gebracht?“, fragt er.

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PetershagenSaisonstart am Schiffsanleger verschobenClaudia HynaPetershagen. Ulrich Lange ist der Motor des Vereins Schiffsanleger. Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung ließ sich der Vorsitzende nur für die Hälfte der zwei Jahre dauernden Amtszeit wählen. Spätestens 2021 braucht der Verein also einen neuen Chef. Der 64-Jährige möchte sich beruflich neu orientieren. Er hofft, dass sich jemand findet, der seine Nachfolge antritt. Der Verein zähle aktuell 160 Mitglieder, da müsste jemand dabei sein, meint er. Zum neuen Kassierer wählte die Versammlung Jürgen Wesemann. Der Saisonstart, der für Anfang April geplant war, musste wegen der Corona-Krise verschoben werden. Die Stadt hat Baken aufgestellt und so den Bereich für Autos oder Wohnmobile abgesperrt. Diese Sperrung soll mindestens bis zum 19. April gelten, so Lange. Danach werde man weiter sehen. Spaziergänger, viele auch mit Hunden, sind bei dem schönen Wetter häufig am Schiffsanleger anzutreffen – was ja auch laut Allgemeinverfügung erlaubt ist. „Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die Menschen sich hier an der frischen Luft bewegen können.“ Auf dem Gelände selbst sind noch einige Arbeiten geplant. Damit wollen die Mitglieder beginnen, sobald es wieder erlaubt ist, das Gelände mit einigen Leuten zu betreten. Dann sollen unter anderem drei neue Sitzgruppen und drei Einzelbänke auf dem Gelände installiert werden. Diese werden aus einem Stahlgerüst mit Holzbeplankung in den Wittekindshofer Werkstätten hergestellt. Der Verein hofft, bei der Finanzierung vom Heimatscheck profitieren zu können. Dazu haben die Mitglieder einen Antrag bei der Bezirksregierung gestellt. An den Rändern der Grünfläche sollen demnächst Blühstreifen mit Wildblumen eingesät werden. „Davon haben auch die Bienen etwas.“ Ein wenig stolz ist Lange darauf, dass die Feuerwehr den Platz zum Üben nutzt. Das sei wichtig, damit die Rettungskräfte nicht mit Booten und Einsatzfahrzeuge Autos bis Minden fahren müssten, sondern hier schnell zur Rettung ins Wasser gelangen. Die Slipanlage sei in diesem Jahr allerdings noch nicht für die Saison vorbereitet worden, auch dem machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Sie soll umgebaut werden, da die Autos dort generell schlecht wenden können. Nach wie vor fehlt eine Toilette auf dem Gelände. Es gibt Probleme mit der Baugenehmigung. Wie schon in der vergangenen Saison, so werden auch in diesem Sommer wieder zwei mobile Toiletten aufgestellt, ebenso zwei Abfallcontainer. „Das hat gut funktioniert“, sagt Ulrich Lange. Grundsätzlich solle der Platz seinen natürlichen Charakter behalten – schließlich liege er im Landschaftsschutzgebiet. Normalerweise ist die Anlage gut besucht von Wohnmobilisten. Insgesamt gibt es dort 25 Plätze, die das ganze Jahr über gemietet werden können. Eine Jahreskarte kostet 400 Euro, 16 bis 17 Menschen verfügen darüber. Die Touristen kommen aus den Städten Bielefeld, Gütersloh, Herford und Hannover, ein Mitglied reist sogar regelmäßig aus Garmisch-Partenkirchen an, berichtet Ulrich Lange. Von den Dauercampern ziehe man derzeit kein Geld ein. Das habe der Verein beschlossen, ergänzt Lange. Er schätzt, dass diese Regelung noch bis etwa Anfang Mai dauere. Er stellt klar, dass es sich bei dem Areal nicht um einen Campingplatz handelt. Der Verein sucht dringend einen Hausmeister auf 450-Euro-Basis. Der alte Platzwart habe das vorbildlich gemacht, stehe nun aber leider nicht mehr zur Verfügung. Es gibt also immer noch einige Baustellen am Schiffsanleger. Ob er es nie bedauert habe, dass der Platz – wie vor fünf Jahren geplant – nicht zum Biotop gestaltet wurde? Vordergründig sei die Lösung attraktiv gewesen, sagt Lange. Doch sei das Vorhaben nicht umsetzbar. Die Insellösung hätte seiner Ansicht nach nicht lange gehalten. „Beim ersten Hochwasser wären die Strände überspült worden.“ Dazu wäre angeschwemmtes Treibgut wie Äste und Unrat gekommen. „Wer hätte das wieder in Ordnung gebracht?“, fragt er.