Update: 4.000 Haushalte vom großen Wasserrohrbruch in Petershagen betroffen

Sebastian Radermacher

An dieser Stelle hatte die Hauptwasserleitung ein Leck. Am Sonntagmorgen war die Versorgung wieder hergestellt. MT- - © Foto: Nadine Schwan
An dieser Stelle hatte die Hauptwasserleitung ein Leck. Am Sonntagmorgen war die Versorgung wieder hergestellt. MT- (© Foto: Nadine Schwan)

Petershagen. Gegen 6 Uhr am Samstagmorgen ging der erste Anruf auf dem Bereitschaftshandy der Stadt Petershagen ein. Und Bernd Lange war schnell klar: Da gibt ein größeres Problem. Ein Wasserrohrbruch an der Haupttransportleitung in Wietersheim sorgte am Samstagmorgen für starke Einschränkungen bei der Wasserversorgung. Etwa 4.000 Haushalte auf der linken Weserseite waren davon betroffen, berichtete der Betriebsleiter der Stadtwerke Petershagen und des städtischen Abwasserbetriebes. Zahlreiche Bewohner hatten wenig bis gar keinen Wasserdruck auf ihren Leitungen.

Besonders große Probleme gab es in Friedewalde und Südfelde, aber auch in Petershagen, Eldagsen, Meßlingen und Maaslingen. Auf Waschmaschine, Spülmaschine und auch aufs Duschen sollten die Bewohner besser verzichten, sagte Wilhelm Büsching, stellvertretener Betriebsleiter, am Samstag in einer ersten Stellungnahme.

Das angrenzende Feld in Wietersheim stand am Samstag zeitweise unter Wasser. Fotos: Stadtwerke Petershagen/pr
Das angrenzende Feld in Wietersheim stand am Samstag zeitweise unter Wasser. Fotos: Stadtwerke Petershagen/pr

Der Bereitschaftsdienst der Stadt Petershagen sowie die Vertragsfirma Eugen Engert arbeiteten mit Hochdruck daran, das Problem zu lösen. Unterdessen wurde kurzfristig eine Notversorgung aufgebaut. Zunächst schalteten die Stadtwerke eine alte Leitung, die von Todtenhausen nach Petershagen führt, frei, um an zusätzliches Wasser zu gelangen. Doch die Menge war begrenzt und reichte irgendwann nicht mehr aus, erklärte Lange. Also wurde eine zweite Leitung aus Hille freigeschaltet, um die Grundversorgung in den betroffenen Ortschaften sicherzustellen.

Durch das Leck trat viel Wasser aus – wie viel genau, steht noch nicht fest.
Durch das Leck trat viel Wasser aus – wie viel genau, steht noch nicht fest.

Zwischenzeitlich erhielt Lange Anrufe von Pflegeeinrichtungen und Viehhaltern, die stark auf Wasser angewiesen sind. „Die Leute wurden verständlicherweise schon etwas nervös“, sagte Lange. Etwa 350 Anrufe habe er insgesamt über das Bereitschaftstelefon im Laufe des Tages erhalten. Was ihn freut: „Die Anrufer hatten Verständnis. Es gab keine Beschimpfungen.“

Gegen 16 Uhr am Samstagnachmittag konnte Lange Entwarnung geben: Über die Notleitungen waren alle Haushalte auf der linken Weserseite zunächst einmal wieder versorgt worden. Das war enorm wichtig, denn es sollte noch längere Zeit dauern, bis der Fehler an der defekten Hauptleitung behoben werden konnte.

Die Hauptwasserleitung in Wietersheim ist etwa 45 Jahre alt. In dem Gussrohr mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern hatte es im vergangenen Jahr an zwei Stellen bereits kleinere Risse gegeben, die aber schnell behoben werden konnten, ohne dass es zu größeren Einschränkungen kam, erklärte Lange. In mehreren Abschnitten sei die Leitung bereits erneuert worden. In Wietersheim sollte am Dienstag eine neu verlegte Parallelleitung freigeschaltet werden. Genau in dem Bereich, wo die neue und alte Leitung aufeinandertreffen, sei nun das alte Gussrohr an einer Muffe auseinander gerissen worden, berichtete der Betriebsleiter. Er vermutet, dass dies ein schleichender Prozess war.

Der erste Plan der Fachleute vor Ort war, die defekte Muffe zu reparieren. Doch es war unmöglich, kurzfristig – und dann auch noch am Wochenende – entsprechende Ersatzteile zu bekommen. Also änderten sie kurzerhand ihren Plan: „Wir haben dann entschieden, den Anschluss der etwa 800 Meter langen Parallelleitung kurzerhand um ein paar Tage vorzuziehen, um die Wasserversorgung wieder herzustellen“, erklärte Lange. Die Bauarbeiter seien die ganze Nacht vor Ort im Einsatz gewesen. Gegen 6 Uhr am Sonntagmorgen konnten sie die Leitung wieder freigeben. In den nächsten zwei bis drei Jahren werde die Hauptleitung sukzessive weiter erneuert, kündigte der Betriebsleiter an.

Wie viel Wasser durch den Rohrbruch am Samstag ausgetreten ist, konnte Lange noch nicht sagen. Die Menge wird aber nicht unerheblich gewesen sein, die Felder hinter der Pumpstation in Wietersheim standen jedenfalls unter Wasser und mussten abgepumpt werden. Lange: „Wir müssen das jetzt in Ruhe analysieren. Für uns ging es erst einmal darum, die Wasserversorgung wieder herzustellen. Das hatte Vorrang.“

Auf der rechten Weserseite gab es für die Bürger keine Einschränkungen bei der Wasserversorgung, berichtete der Betriebsleiter. Sie werden zwar auch aus Wietersheim versorgt, aber durch eine andere Leitung. Und die Ortschaften Großenheerse, Buchholz und Hävern würden über die Wasserleitung in Ovenstädt versorgt.

Mitte der 90er Jahre hatte es in Döhren schon einmal einen größeren Wasserrohrbruch gegeben, erinnert sich Lange. An einen Fall mit ähnlichem Ausmaß wie am Samstag könne er sich allerdings nicht erinnern. „So etwas braucht man wirklich nicht. Ich bin froh, dass das Problem jetzt wieder behoben ist“, sagte Lange am Sonntag abschließend.

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Update: 4.000 Haushalte vom großen Wasserrohrbruch in Petershagen betroffenSebastian RadermacherPetershagen. Gegen 6 Uhr am Samstagmorgen ging der erste Anruf auf dem Bereitschaftshandy der Stadt Petershagen ein. Und Bernd Lange war schnell klar: Da gibt ein größeres Problem. Ein Wasserrohrbruch an der Haupttransportleitung in Wietersheim sorgte am Samstagmorgen für starke Einschränkungen bei der Wasserversorgung. Etwa 4.000 Haushalte auf der linken Weserseite waren davon betroffen, berichtete der Betriebsleiter der Stadtwerke Petershagen und des städtischen Abwasserbetriebes. Zahlreiche Bewohner hatten wenig bis gar keinen Wasserdruck auf ihren Leitungen. Besonders große Probleme gab es in Friedewalde und Südfelde, aber auch in Petershagen, Eldagsen, Meßlingen und Maaslingen. Auf Waschmaschine, Spülmaschine und auch aufs Duschen sollten die Bewohner besser verzichten, sagte Wilhelm Büsching, stellvertretener Betriebsleiter, am Samstag in einer ersten Stellungnahme. Der Bereitschaftsdienst der Stadt Petershagen sowie die Vertragsfirma Eugen Engert arbeiteten mit Hochdruck daran, das Problem zu lösen. Unterdessen wurde kurzfristig eine Notversorgung aufgebaut. Zunächst schalteten die Stadtwerke eine alte Leitung, die von Todtenhausen nach Petershagen führt, frei, um an zusätzliches Wasser zu gelangen. Doch die Menge war begrenzt und reichte irgendwann nicht mehr aus, erklärte Lange. Also wurde eine zweite Leitung aus Hille freigeschaltet, um die Grundversorgung in den betroffenen Ortschaften sicherzustellen. Zwischenzeitlich erhielt Lange Anrufe von Pflegeeinrichtungen und Viehhaltern, die stark auf Wasser angewiesen sind. „Die Leute wurden verständlicherweise schon etwas nervös“, sagte Lange. Etwa 350 Anrufe habe er insgesamt über das Bereitschaftstelefon im Laufe des Tages erhalten. Was ihn freut: „Die Anrufer hatten Verständnis. Es gab keine Beschimpfungen.“ Gegen 16 Uhr am Samstagnachmittag konnte Lange Entwarnung geben: Über die Notleitungen waren alle Haushalte auf der linken Weserseite zunächst einmal wieder versorgt worden. Das war enorm wichtig, denn es sollte noch längere Zeit dauern, bis der Fehler an der defekten Hauptleitung behoben werden konnte. Die Hauptwasserleitung in Wietersheim ist etwa 45 Jahre alt. In dem Gussrohr mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern hatte es im vergangenen Jahr an zwei Stellen bereits kleinere Risse gegeben, die aber schnell behoben werden konnten, ohne dass es zu größeren Einschränkungen kam, erklärte Lange. In mehreren Abschnitten sei die Leitung bereits erneuert worden. In Wietersheim sollte am Dienstag eine neu verlegte Parallelleitung freigeschaltet werden. Genau in dem Bereich, wo die neue und alte Leitung aufeinandertreffen, sei nun das alte Gussrohr an einer Muffe auseinander gerissen worden, berichtete der Betriebsleiter. Er vermutet, dass dies ein schleichender Prozess war. Der erste Plan der Fachleute vor Ort war, die defekte Muffe zu reparieren. Doch es war unmöglich, kurzfristig – und dann auch noch am Wochenende – entsprechende Ersatzteile zu bekommen. Also änderten sie kurzerhand ihren Plan: „Wir haben dann entschieden, den Anschluss der etwa 800 Meter langen Parallelleitung kurzerhand um ein paar Tage vorzuziehen, um die Wasserversorgung wieder herzustellen“, erklärte Lange. Die Bauarbeiter seien die ganze Nacht vor Ort im Einsatz gewesen. Gegen 6 Uhr am Sonntagmorgen konnten sie die Leitung wieder freigeben. In den nächsten zwei bis drei Jahren werde die Hauptleitung sukzessive weiter erneuert, kündigte der Betriebsleiter an. Wie viel Wasser durch den Rohrbruch am Samstag ausgetreten ist, konnte Lange noch nicht sagen. Die Menge wird aber nicht unerheblich gewesen sein, die Felder hinter der Pumpstation in Wietersheim standen jedenfalls unter Wasser und mussten abgepumpt werden. Lange: „Wir müssen das jetzt in Ruhe analysieren. Für uns ging es erst einmal darum, die Wasserversorgung wieder herzustellen. Das hatte Vorrang.“ Auf der rechten Weserseite gab es für die Bürger keine Einschränkungen bei der Wasserversorgung, berichtete der Betriebsleiter. Sie werden zwar auch aus Wietersheim versorgt, aber durch eine andere Leitung. Und die Ortschaften Großenheerse, Buchholz und Hävern würden über die Wasserleitung in Ovenstädt versorgt. Mitte der 90er Jahre hatte es in Döhren schon einmal einen größeren Wasserrohrbruch gegeben, erinnert sich Lange. An einen Fall mit ähnlichem Ausmaß wie am Samstag könne er sich allerdings nicht erinnern. „So etwas braucht man wirklich nicht. Ich bin froh, dass das Problem jetzt wieder behoben ist“, sagte Lange am Sonntag abschließend.