Petershagen

Entscheidung über Kirchenschließung im Sommer

Claudia Hyna

St. Maria Lahde. Foto: wes - © Lehn,Alexander
St. Maria Lahde. Foto: wes (© Lehn,Alexander)

Petershagen. Die Entscheidung, welche der beiden katholischen Kirchen in Petershagen aufgegeben werden soll, fällt wahrscheinlich erst im Sommer. Diese Einschätzung teilt Dompropst Roland Falkenhahn.

Zu der Versammlung, in der es um die Zusammenlegung der Gemeinden in Petershagen und Lahde ging, kamen in der vergangenen Woche rund 60 Teilnehmer. Angeschrieben waren 1.450 Menschen. Die Mehrzahl der rund 50 sonntäglichen Gottesdienstbesucher seien gekommen, meint Falkenhahn, der seit 14 Jahren auch für Petershagen zuständig ist. Ansonsten sei ein guter Teil des Kirchenvorstandes vor Ort gewesen. Er war jedenfalls zufrieden mit der Resonanz.

Nach diesem Gespräch gebe es jetzt einen Zeitraum von 14 Tagen, in dem die Arbeitsgruppe weitere Kriterien, Wünsche und Bedenken entgegennimmt. Anschließend sei ein erneutes Treffen vorgesehen. „Das ist immerhin eine Entscheidung von großer Tragweite“, sagt der Propst. Daher sei er froh, wie die Versammlung gelaufen sei und dass die Emotionalität keine Rolle spielte. Dazu trage sicher auch bei, dass keine Kirche abgerissen werden soll. Es wird darüber nachgedacht, ein Gebäude der russisch-orthodoxen Gemeinde zu überlassen (das MT berichtete). Falkenhahn rechnet nicht vor Ostern mit einem Beschluss, eher sogar mit Sommer. Anfang April kommt der stellvertretende Generalvikar für einen Besuch nach Minden. Dann wird auch die Kirchenschließung ein Thema sein.

Erste Überlegungen gab es im Sommer 2019. Aufgrund der geringen Zahl der Gottesdienstbesucher wird eine sonntägliche Messe in beiden Kichen mittelfristig nicht mehr leistbar sein, erklärt der Dompropst. St. Maria Lahde hat 800, St. Johannes Baptist Petershagen 650 Gemeindemitglieder.

Die Gemeindeversammlung in Petershagen ist Teil eines gemeindeinternen Meinungsbildungsprozesses zur Zukunft des kirchlichen Lebens vor Ort. Solche Überlegungen könnten zwar von der Gemeindeberatung des Erzbistums Paderborn begleitet und moderiert werden, blieben aber Prozesse der örtlichen Gemeinden, sagt dazu Benjamin Krysmann, Pressesprecher des Erzbistums Paderborn.

Das Erzbistum sei an solchen Stellen nicht steuernd beteiligt, sondern lasse die Kirchengemeinden eigenverantwortlich entscheiden. Nicht selten würden erst im Anschluss die Ansprechpartner im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn kontaktiert und um Mithilfe bei weiteren Schritten gebeten.

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PetershagenEntscheidung über Kirchenschließung im SommerClaudia HynaPetershagen. Die Entscheidung, welche der beiden katholischen Kirchen in Petershagen aufgegeben werden soll, fällt wahrscheinlich erst im Sommer. Diese Einschätzung teilt Dompropst Roland Falkenhahn. Zu der Versammlung, in der es um die Zusammenlegung der Gemeinden in Petershagen und Lahde ging, kamen in der vergangenen Woche rund 60 Teilnehmer. Angeschrieben waren 1.450 Menschen. Die Mehrzahl der rund 50 sonntäglichen Gottesdienstbesucher seien gekommen, meint Falkenhahn, der seit 14 Jahren auch für Petershagen zuständig ist. Ansonsten sei ein guter Teil des Kirchenvorstandes vor Ort gewesen. Er war jedenfalls zufrieden mit der Resonanz. Nach diesem Gespräch gebe es jetzt einen Zeitraum von 14 Tagen, in dem die Arbeitsgruppe weitere Kriterien, Wünsche und Bedenken entgegennimmt. Anschließend sei ein erneutes Treffen vorgesehen. „Das ist immerhin eine Entscheidung von großer Tragweite“, sagt der Propst. Daher sei er froh, wie die Versammlung gelaufen sei und dass die Emotionalität keine Rolle spielte. Dazu trage sicher auch bei, dass keine Kirche abgerissen werden soll. Es wird darüber nachgedacht, ein Gebäude der russisch-orthodoxen Gemeinde zu überlassen (das MT berichtete). Falkenhahn rechnet nicht vor Ostern mit einem Beschluss, eher sogar mit Sommer. Anfang April kommt der stellvertretende Generalvikar für einen Besuch nach Minden. Dann wird auch die Kirchenschließung ein Thema sein. Erste Überlegungen gab es im Sommer 2019. Aufgrund der geringen Zahl der Gottesdienstbesucher wird eine sonntägliche Messe in beiden Kichen mittelfristig nicht mehr leistbar sein, erklärt der Dompropst. St. Maria Lahde hat 800, St. Johannes Baptist Petershagen 650 Gemeindemitglieder. Die Gemeindeversammlung in Petershagen ist Teil eines gemeindeinternen Meinungsbildungsprozesses zur Zukunft des kirchlichen Lebens vor Ort. Solche Überlegungen könnten zwar von der Gemeindeberatung des Erzbistums Paderborn begleitet und moderiert werden, blieben aber Prozesse der örtlichen Gemeinden, sagt dazu Benjamin Krysmann, Pressesprecher des Erzbistums Paderborn. Das Erzbistum sei an solchen Stellen nicht steuernd beteiligt, sondern lasse die Kirchengemeinden eigenverantwortlich entscheiden. Nicht selten würden erst im Anschluss die Ansprechpartner im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn kontaktiert und um Mithilfe bei weiteren Schritten gebeten.