78 Mitarbeiter betroffen: Kraftwerk Lahde muss 2025 schließen Claudia Hyna,Lothar Schmalen Petershagen/Düsseldorf. Das Kraftwerk Heyden in Petershagen-Lahde soll bis spätestens Ende 2025 stillgelegt werden. Von der Abschaltung eines der leistungsstärksten Steinkohle-Kraftwerke in Europa (maximale Leistungsstärke: 920 Megawatt) wären rund 78 Mitarbeiter betroffen. Für Heiko Deterding, der für die Öffentlichkeitsarbeit in Lahde zuständig ist, kommt die Entscheidung „nicht überraschend“. Noch vor einem Jahr hatte er im Interview mit dieser Zeitung gesagt, keiner wisse, wie lange Lahde am Netz bliebe. Die ausgewiesene Laufzeit sei vor der gestrigen Bekanntgabe der Pläne mit dem Jahr 2031 benannt worden. Aufgrund der von der Bundesregierung eingesetzten Kohlekommission und der Energiewende habe sich die Frist vieler Standorte verkürzt. Die Schließung sei den Beschäftigten in einer Versammlung von Konzernbetriebsrat und dem Vorstandsgremium aus Düsseldorf mitgeteilt worden. Neben den 78 Mitarbeitern (Kraftwerker und Kraftwerksmeister, Industriemechaniker, Leittechniker, Elektriker und kaufmännische Mitarbeiter) seien auch Partnerfirmen von der Schließung betroffen. Kraftwerksbetreiber Uniper legte einen Plan für die Abschaltung seiner Steinkohlekraftwerke vor. Zunächst sollen bis Ende 2022 die drei Blöcke in Gelsenkirchen-Scholven sowie das Kraftwerk Wilhelmshaven mit einer Gesamtleistung von 1.500 Megawatt abgeschaltet werden. Bis spätestens Ende 2025 sollen dann die Kraftwerke Staudinger (Hessen) und Heyden – das entspreche einer Gesamtleistung von 1.400 MW – stillgelegt werden. Davon sind nach Angaben von Unternehmenssprecher Leif Erichsen insgesamt 850 Mitarbeiter betroffen. Die Stilllegungen bedeuten, dass nach 2025 nur noch das neue Kraftwerk Datteln 4 (1.100 MW) laufen wird – solange wie möglich, also längstens bis 2038. Es befindet sich im Probebetrieb und soll im Sommer in den Regelbetrieb wechseln. Klimaaktivisten, Umweltschutzverbände und die Grünen kritisieren die Inbetriebnahme von Datteln 4, weil sie – obwohl der CO2-Ausstoß durch die Kohleverstromung reduziert werden solle – den Ausstoß zunächst steigen lasse. Die Kohlekommission hatte empfohlen, mit Betreiber Uniper über einen Verzicht auf eine Inbetriebnahme des Kraftwerks am Dortmund-Ems-Kanal zu verhandeln. Offenbar waren der Bundesregierung aber die Entschädigungsforderungen von Uniper (angeblich 1,5 Milliarden Euro) zu hoch. Bis 2015 hatte Uniper, das durch eine Abspaltung der Energieerzeugungssparten Wasser, Kohle und Gas von Eon entstanden ist, Steinkohlekraftwerke mit einer Leistung von 2.400 MW an den Standorten Veltheim (Porta Westfalica), Datteln, Scholven, Knepper und Shamrock stillgelegt. Uniper betreibt außerdem noch ein Braunkohle-Kraftwerk in Schkopau in Sachsen-Anhalt. (900 MW). Kraftwerk Heyden Seit Inbetriebnahme im Jahr 1987 ist der Block 4 des Kraftwerks Heyden in Petershagen-Lahde mit einer Leistung 875 Mega-Watt (netto) die leistungsstärkste Kraftwerksanlage Deutschlands. Die Anlage, die zuvor zu PreussenElektra gehörte, war das erste Kraftwerk in der Republik, das nach dem Krieg wieder ans Netz ging.

78 Mitarbeiter betroffen: Kraftwerk Lahde muss 2025 schließen

© Alex Lehn

Petershagen/Düsseldorf. Das Kraftwerk Heyden in Petershagen-Lahde soll bis spätestens Ende 2025 stillgelegt werden. Von der Abschaltung eines der leistungsstärksten Steinkohle-Kraftwerke in Europa (maximale Leistungsstärke: 920 Megawatt) wären rund 78 Mitarbeiter betroffen.

Für Heiko Deterding, der für die Öffentlichkeitsarbeit in Lahde zuständig ist, kommt die Entscheidung „nicht überraschend“. Noch vor einem Jahr hatte er im Interview mit dieser Zeitung gesagt, keiner wisse, wie lange Lahde am Netz bliebe. Die ausgewiesene Laufzeit sei vor der gestrigen Bekanntgabe der Pläne mit dem Jahr 2031 benannt worden. Aufgrund der von der Bundesregierung eingesetzten Kohlekommission und der Energiewende habe sich die Frist vieler Standorte verkürzt. Die Schließung sei den Beschäftigten in einer Versammlung von Konzernbetriebsrat und dem Vorstandsgremium aus Düsseldorf mitgeteilt worden. Neben den 78 Mitarbeitern (Kraftwerker und Kraftwerksmeister, Industriemechaniker, Leittechniker, Elektriker und kaufmännische Mitarbeiter) seien auch Partnerfirmen von der Schließung betroffen.

Kraftwerksbetreiber Uniper legte einen Plan für die Abschaltung seiner Steinkohlekraftwerke vor. Zunächst sollen bis Ende 2022 die drei Blöcke in Gelsenkirchen-Scholven sowie das Kraftwerk Wilhelmshaven mit einer Gesamtleistung von 1.500 Megawatt abgeschaltet werden. Bis spätestens Ende 2025 sollen dann die Kraftwerke Staudinger (Hessen) und Heyden – das entspreche einer Gesamtleistung von 1.400 MW – stillgelegt werden. Davon sind nach Angaben von Unternehmenssprecher Leif Erichsen insgesamt 850 Mitarbeiter betroffen.

Die Stilllegungen bedeuten, dass nach 2025 nur noch das neue Kraftwerk Datteln 4 (1.100 MW) laufen wird – solange wie möglich, also längstens bis 2038. Es befindet sich im Probebetrieb und soll im Sommer in den Regelbetrieb wechseln. Klimaaktivisten, Umweltschutzverbände und die Grünen kritisieren die Inbetriebnahme von Datteln 4, weil sie – obwohl der CO2-Ausstoß durch die Kohleverstromung reduziert werden solle – den Ausstoß zunächst steigen lasse. Die Kohlekommission hatte empfohlen, mit Betreiber Uniper über einen Verzicht auf eine Inbetriebnahme des Kraftwerks am Dortmund-Ems-Kanal zu verhandeln. Offenbar waren der Bundesregierung aber die Entschädigungsforderungen von Uniper (angeblich 1,5 Milliarden Euro) zu hoch.

Bis 2015 hatte Uniper, das durch eine Abspaltung der Energieerzeugungssparten Wasser, Kohle und Gas von Eon entstanden ist, Steinkohlekraftwerke mit einer Leistung von 2.400 MW an den Standorten Veltheim (Porta Westfalica), Datteln, Scholven, Knepper und Shamrock stillgelegt. Uniper betreibt außerdem noch ein Braunkohle-Kraftwerk in Schkopau in Sachsen-Anhalt. (900 MW).

Kraftwerk Heyden

Seit Inbetriebnahme im Jahr 1987 ist der Block 4 des Kraftwerks Heyden in Petershagen-Lahde mit einer Leistung 875 Mega-Watt (netto) die leistungsstärkste Kraftwerksanlage Deutschlands. Die Anlage, die zuvor zu PreussenElektra gehörte, war das erste Kraftwerk in der Republik, das nach dem Krieg wieder ans Netz ging.

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