Petershagen.

Vermehrt Anfragen nach Bauland

Claudia Hyna

MT- - © Foto: Claudia Hyna
MT- (© Foto: Claudia Hyna)

Petershagen. Der Bedarf an Bauland in der Stadt Petershagen wächst. Täglich erreichen die Verwaltung Anfragen von Interessenten. „Wer hier bauen möchte, für den gibt es eine Lösung“, sagt Bauamtsleiter Kay Busche. Nur sei das nicht unbedingt am Wunschort.

Die Stadt sei in der Regel nicht der Eigentümer. „Zur Zeit werden die Flächen von Investoren vermarktet.“ Ein Blick auf den Flächennutzungsplan zeigt, dass ein Großteil der bebauungsfähigen Gebiete belegt ist. Ein Baulückenkataster hat die Stadt Petershagen bisher nicht. Es werde aber daran gearbeitet, verspricht Busche. Große Wohngebiete könnten in Zukunft nicht mehr ausgewiesen werden.

Zu finden sind nur noch kleinräumige Bereiche mit vier bis fünf Bauplätzen, etwa südlich der Bahnhofstraße in Lahde. Der Bebauungsplan ist kürzlich mit weiteren (Auf der Höge II Lahde, Meßlinger Straße Nord Petershagen) im Rat verabschiedet worden. Bis dort die Bautätigkeit beginnen kann, werden noch mindestens 15 Monate vergehen, sagt Annette Spieß, Mitarbeiterin im Bauamt. Schließlich dauere allein das Bauleitverfahren ein Jahr. Die Grundstücksgröße liegt in der Regel zwischen 600 und 900 Quadratmetern, Flächen von mehr als 1.000 Quadratmetern werden derzeit so gut wie gar nicht nachgefragt, sagt Stadt-Pressesprecherin Tatjana Brast.

Die Lage sei gerade für Bauwillige aufgrund niedriger Zinsen und Baukindergeld ideal, sagt der Bauamtsleiter. Daher habe es in den vergangenen Jahren vermehrt Anfragen aus der Bevölkerung gegeben. Viele kehrten nach Ausbildung und Studium in die Heimat zurück, gründeten eine Familie und bräuchten mehr Platz. Nun wird es kompliziert. Wer in Neuenknick wohnen möchte, kauft kein Grundstück in Lahde. oder Bierde. „Einen Kompromiss zu finden, gestaltet sich meist schwierig“, sagt Busche.

Mehr nachgefragt werden die Kernorte Lahde und Petershagen, gerne auch stadtnah an Minden angebunden, ist die Erfahrung. Vermehrt werden Frille und Wietersheim nachgefragt, da es dort zwei aktuelle Baugebiete gibt. In der Ortschaft Ilse etwa gibt es derzeit überhaupt keine Bauplätze, städtische Flächen sind ebenfalls nicht vorhanden. Es mache auch keinen Sinn, dort 20 Plätze auszuweisen. Aber punktuell etwas zur Verfügung zu stellen, wäre schon schön, meint Busche.

Zum Teil kauften Bauherren ein altes Haus, reißen dieses ab und bauen an der gleichen Stelle neu. Man müsse bei alldem darauf achten, dass in den Außenbereichen nicht zu viele neue Häuser gebaut werden. Schließlich würden in den kommenden Jahren ältere Häuser von Senioren zunehmend im Innenbereich aufgegeben und stünden dann leer.

Entgegen der Annahme, dass alle wegen besserer Infrastruktur in die Stadt wollen, sei der ländliche Raum beliebt bei Bauwilligen, weiß die Pressesprecherin. Andere wiederum suchten ihr Grundstück zum Beispiel danach aus, wo die Schule sich befindet. Und dann gibt es Interessenten, die große Grundstücke suchen, weil sie etwa Pferde halten oder ein Unternehmen gründen möchten. Ein entscheidender Faktor für letztere sei die gute Internet-Verbindung.

Der Blick auf die Bevölkerungsstatistik sei immer hilfreich. Einst hatte Petershagen 26.000 Einwohner, heute sind es 25.000, prognostiziert sind künftig nur noch 24.000. „Wie wohnt man heute?“ sei die Frage, die die Verwaltung stellen müsse. Wer realistisch sei, sehe, dass es keinen Sinn mache, zu viel Bauland vorzuhalten. Denn schon bald werde die Statistik die Realität einholen.

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Petershagen.Vermehrt Anfragen nach BaulandClaudia HynaPetershagen. Der Bedarf an Bauland in der Stadt Petershagen wächst. Täglich erreichen die Verwaltung Anfragen von Interessenten. „Wer hier bauen möchte, für den gibt es eine Lösung“, sagt Bauamtsleiter Kay Busche. Nur sei das nicht unbedingt am Wunschort. Die Stadt sei in der Regel nicht der Eigentümer. „Zur Zeit werden die Flächen von Investoren vermarktet.“ Ein Blick auf den Flächennutzungsplan zeigt, dass ein Großteil der bebauungsfähigen Gebiete belegt ist. Ein Baulückenkataster hat die Stadt Petershagen bisher nicht. Es werde aber daran gearbeitet, verspricht Busche. Große Wohngebiete könnten in Zukunft nicht mehr ausgewiesen werden. Zu finden sind nur noch kleinräumige Bereiche mit vier bis fünf Bauplätzen, etwa südlich der Bahnhofstraße in Lahde. Der Bebauungsplan ist kürzlich mit weiteren (Auf der Höge II Lahde, Meßlinger Straße Nord Petershagen) im Rat verabschiedet worden. Bis dort die Bautätigkeit beginnen kann, werden noch mindestens 15 Monate vergehen, sagt Annette Spieß, Mitarbeiterin im Bauamt. Schließlich dauere allein das Bauleitverfahren ein Jahr. Die Grundstücksgröße liegt in der Regel zwischen 600 und 900 Quadratmetern, Flächen von mehr als 1.000 Quadratmetern werden derzeit so gut wie gar nicht nachgefragt, sagt Stadt-Pressesprecherin Tatjana Brast. Die Lage sei gerade für Bauwillige aufgrund niedriger Zinsen und Baukindergeld ideal, sagt der Bauamtsleiter. Daher habe es in den vergangenen Jahren vermehrt Anfragen aus der Bevölkerung gegeben. Viele kehrten nach Ausbildung und Studium in die Heimat zurück, gründeten eine Familie und bräuchten mehr Platz. Nun wird es kompliziert. Wer in Neuenknick wohnen möchte, kauft kein Grundstück in Lahde. oder Bierde. „Einen Kompromiss zu finden, gestaltet sich meist schwierig“, sagt Busche. Mehr nachgefragt werden die Kernorte Lahde und Petershagen, gerne auch stadtnah an Minden angebunden, ist die Erfahrung. Vermehrt werden Frille und Wietersheim nachgefragt, da es dort zwei aktuelle Baugebiete gibt. In der Ortschaft Ilse etwa gibt es derzeit überhaupt keine Bauplätze, städtische Flächen sind ebenfalls nicht vorhanden. Es mache auch keinen Sinn, dort 20 Plätze auszuweisen. Aber punktuell etwas zur Verfügung zu stellen, wäre schon schön, meint Busche. Zum Teil kauften Bauherren ein altes Haus, reißen dieses ab und bauen an der gleichen Stelle neu. Man müsse bei alldem darauf achten, dass in den Außenbereichen nicht zu viele neue Häuser gebaut werden. Schließlich würden in den kommenden Jahren ältere Häuser von Senioren zunehmend im Innenbereich aufgegeben und stünden dann leer. Entgegen der Annahme, dass alle wegen besserer Infrastruktur in die Stadt wollen, sei der ländliche Raum beliebt bei Bauwilligen, weiß die Pressesprecherin. Andere wiederum suchten ihr Grundstück zum Beispiel danach aus, wo die Schule sich befindet. Und dann gibt es Interessenten, die große Grundstücke suchen, weil sie etwa Pferde halten oder ein Unternehmen gründen möchten. Ein entscheidender Faktor für letztere sei die gute Internet-Verbindung. Der Blick auf die Bevölkerungsstatistik sei immer hilfreich. Einst hatte Petershagen 26.000 Einwohner, heute sind es 25.000, prognostiziert sind künftig nur noch 24.000. „Wie wohnt man heute?“ sei die Frage, die die Verwaltung stellen müsse. Wer realistisch sei, sehe, dass es keinen Sinn mache, zu viel Bauland vorzuhalten. Denn schon bald werde die Statistik die Realität einholen.