Ärger beim Wechsel des Telefonanbieters Jörn Graue Petershagen-Quetzen (harke). „Das war geschäftsschädigend“, sagt Wilhelm Wilkening (70). Er ist Seniorchef einer Kfz-Werkstatt mit Reifenhandel in Quetzen/Masloh. Als er eine neue Telefonanlage sowie einen neuen Internetrouter für den Betrieb angeschafft hatte und vom Anbieter „Ewe Tel“ zur Deutschen Telekom wechseln wollte, ging für einige Tage gar nichts. Der Betrieb war telefonisch nicht zu erreichen. Wilkening geht davon aus, dass er rund 20 Kunden aufgrund der technischen Probleme verloren hat. Aktuell bahnt sich eine Schadensregulierung mit der Telekom an. Überaus misslich ist das Ganze auch für IT-Systemelektroniker Jürgen Meier (49) aus Nordel. Wilkening hatte ihn zuvor mit dem Austausch der Telefonanlage in seinem Werkstattbetrieb beauftragt. Als selbstständiger Fachmann sitzt der Nordeler zwischen den Stühlen: So haben für ihn als Dienstleister zufriedene Kunden Priorität. Zugleich muss er sich im Kundenauftrag mit den unterschiedlichen Telekommunikationsunternehmen auseinandersetzen. „Die Anbieter schieben die Verantwortung hin und her, Schuld sind immer die anderen“, findet er klare Worte. Auch sei die Kommunikation gerade mit der Deutschen Telekom in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden. Er müsse genauso über eine Kunden-Hotline Kontakt zu dem Unternehmen Kontakt aufnehmen – Wartezeiten inklusive. Längst nicht alle Kunden bringen offenbar für technische Tücken und zeitliche Verzögerungen im Hinblick auf Telefonie und Internet Verständnis auf. „Es kam schon vor, dass man mir Schläge angedroht hat“, erinnert sich Meier. Er hatte im Fall der Werkstatt in Masloh eine Rufumleitung auf das Handy von Wilkenings Sohn eingerichtet. So sei der Betrieb zumindest teilweise erreichbar gewesen. Seniorchef Wilkening möchte eine Erstattung von der Telekom für den Nutzungsausfall geltend machen. Ein weiteres Problem: Sofern sich Umstellungen länger hinziehen, steigen auch die Kosten für die Dienstleistungen. Dies sind dem Nordeler zufolge beispielsweise lange Telefonate mit der Telekom-Hotline oder zusätzliche Fahrten zu seinen Kunden. Im Hinblick auf einen Schadensersatz von Wilhelm Wilkening zeigt sich die Telekom gesprächsbereit. „Wir stehen mit Herrn Wilkening telefonisch in Kontakt und haben ihn gebeten, Dokumente zur Prüfung eines Schadenersatzes vorzulegen“, sagt Pressesprecher Nico Göricke auf Anfrage. „Die Bereitstellung des Anschlusses für den Kunden erfolgte aufgrund eines technischen Ports leider verzögert. Hierfür entschuldigen wir uns. Erst nach Tausch des Ports war die Einrichtung des Anschlusses möglich.“ Einen längeren Ausfall des Telefons gab es auch bei Helmut Berghorn in Essern. Dem 68-Jährigen zufolge bestand dieser vom 25. Oktober bis 8. November 2019. „Ein neuer Router sollte auf IP-Telefonie umgestellt werden“, erläuterte Meier. Für den Mann aus Essern war der Ausfall durchaus heikel. „Im Notfall hätte ich nicht einmal einen Arzt rufen können“, sagt er. „Wie steht die Telekom zu der Problematik, dass der Kunde im Notfall keinen Arzt hätte rufen können?“, fragte die Harke bei dem Unternehmen an. „Im Notfall steht dem Kunden die komplette T-Mobile Mobilfunkbandbreite zur Verfügung“, teilte Stefan Barwieck aus dem Bereich „Corporate Communications“ mit. Seinen Angaben zufolge hatte die Störung nichts mit dem Produktwechsel zu tun. „Es handelte sich um eine Störung im Verzweigungskabel VZK“, so Barwieck. Diese sei vom Tiefbau der Telekom behoben worden, erklärte er.

Ärger beim Wechsel des Telefonanbieters

IT-Systemelektroniker Jürgen Meier (links) sowie seine Kunden Wilhelm Wilkening (sitzend) und Helmut Berghorn sind unzufrieden mit der Deutschen Telekom. © Foto: Graue

Petershagen-Quetzen (harke). „Das war geschäftsschädigend“, sagt Wilhelm Wilkening (70). Er ist Seniorchef einer Kfz-Werkstatt mit Reifenhandel in Quetzen/Masloh. Als er eine neue Telefonanlage sowie einen neuen Internetrouter für den Betrieb angeschafft hatte und vom Anbieter „Ewe Tel“ zur Deutschen Telekom wechseln wollte, ging für einige Tage gar nichts. Der Betrieb war telefonisch nicht zu erreichen. Wilkening geht davon aus, dass er rund 20 Kunden aufgrund der technischen Probleme verloren hat. Aktuell bahnt sich eine Schadensregulierung mit der Telekom an.

Überaus misslich ist das Ganze auch für IT-Systemelektroniker Jürgen Meier (49) aus Nordel. Wilkening hatte ihn zuvor mit dem Austausch der Telefonanlage in seinem Werkstattbetrieb beauftragt. Als selbstständiger Fachmann sitzt der Nordeler zwischen den Stühlen: So haben für ihn als Dienstleister zufriedene Kunden Priorität. Zugleich muss er sich im Kundenauftrag mit den unterschiedlichen Telekommunikationsunternehmen auseinandersetzen. „Die Anbieter schieben die Verantwortung hin und her, Schuld sind immer die anderen“, findet er klare Worte. Auch sei die Kommunikation gerade mit der Deutschen Telekom in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden. Er müsse genauso über eine Kunden-Hotline Kontakt zu dem Unternehmen Kontakt aufnehmen – Wartezeiten inklusive.

Längst nicht alle Kunden bringen offenbar für technische Tücken und zeitliche Verzögerungen im Hinblick auf Telefonie und Internet Verständnis auf. „Es kam schon vor, dass man mir Schläge angedroht hat“, erinnert sich Meier.

Er hatte im Fall der Werkstatt in Masloh eine Rufumleitung auf das Handy von Wilkenings Sohn eingerichtet. So sei der Betrieb zumindest teilweise erreichbar gewesen. Seniorchef Wilkening möchte eine Erstattung von der Telekom für den Nutzungsausfall geltend machen.

Ein weiteres Problem: Sofern sich Umstellungen länger hinziehen, steigen auch die Kosten für die Dienstleistungen. Dies sind dem Nordeler zufolge beispielsweise lange Telefonate mit der Telekom-Hotline oder zusätzliche Fahrten zu seinen Kunden.

Im Hinblick auf einen Schadensersatz von Wilhelm Wilkening zeigt sich die Telekom gesprächsbereit. „Wir stehen mit Herrn Wilkening telefonisch in Kontakt und haben ihn gebeten, Dokumente zur Prüfung eines Schadenersatzes vorzulegen“, sagt Pressesprecher Nico Göricke auf Anfrage. „Die Bereitstellung des Anschlusses für den Kunden erfolgte aufgrund eines technischen Ports leider verzögert. Hierfür entschuldigen wir uns. Erst nach Tausch des Ports war die Einrichtung des Anschlusses möglich.“

Einen längeren Ausfall des Telefons gab es auch bei Helmut Berghorn in Essern. Dem 68-Jährigen zufolge bestand dieser vom 25. Oktober bis 8. November 2019. „Ein neuer Router sollte auf IP-Telefonie umgestellt werden“, erläuterte Meier. Für den Mann aus Essern war der Ausfall durchaus heikel. „Im Notfall hätte ich nicht einmal einen Arzt rufen können“, sagt er. „Wie steht die Telekom zu der Problematik, dass der Kunde im Notfall keinen Arzt hätte rufen können?“, fragte die Harke bei dem Unternehmen an. „Im Notfall steht dem Kunden die komplette T-Mobile Mobilfunkbandbreite zur Verfügung“, teilte Stefan Barwieck aus dem Bereich „Corporate Communications“ mit.

Seinen Angaben zufolge hatte die Störung nichts mit dem Produktwechsel zu tun. „Es handelte sich um eine Störung im Verzweigungskabel VZK“, so Barwieck. Diese sei vom Tiefbau der Telekom behoben worden, erklärte er.

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