Ritterschlag von Günther Jauch: Nico Hoffmeister über seinen Auftritt bei "Wer wird Millionär?" Patrick Schwemling Petershagen/Köln. Noch während seines TV-Auftritts in der RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?" erreichen den Petershäger Nico Hoffmeister die ersten Nachrichten. „Viele, zum Teil völlig fremde Menschen, haben mir geschrieben", sagt der 25-Jährige am Tag nach der Ausstrahlung. Über Nacht hat sich für den Studenten vieles geändert. Er ist durch den Gewinn nicht nur um 125.000 Euro reicher, er hat auch die Herzen eines Millionenpublikums im Sturm erobert. Vielleicht hat er mit dem Auftritt sogar einen großen Schritt in Richtung Traumberuf gemacht. Dass er überhaupt auf dem berühmten Stuhl gegenüber von Günther Jauch sitzt, ist mehr oder weniger Zufall. „Abgesehen von der Masterarbeit bin ich mit dem Studium fertig und muss Bewerbungen schreiben", sagt Hoffmeister. Immer wieder lenkt er sich von der lästigen Pflicht ab. Einmal füllt er das Anmeldeformular für die Jauch-Quizshow aus. „Ich weiß gar nicht mehr, was man alles angeben musste. Auf jeden Fall, was man mit der Million machen wolle", erinnert er sich. Er kündigt an, als Investor bei der Vox-Show „Die Höhle der Löwen" einzusteigen – und überzeugt damit die Redaktion. „Im Studio ist es dann wie in einem Tunnel", sagt Hoffmeister. Nervös sei er gar nicht gewesen. „Bei den Auswahlfragen war ich aber völlig fokussiert, um möglichst schnell auf den Touchscreen zu hauen." Mit Erfolg. Er ist der Schnellste und sitzt plötzlich Günther Jauch gegenüber. „Das konnte ich erst gar nicht begreifen. Mit der Zeit ist es dann aber alles sehr locker gewesen", sagt Hoffmeister, der sich auf der Bühne wohl fühlt. In Düsseldorf tritt er regelmäßig bei sogenannten Science-Slams auf. Dabei werden Forschungsthemen humorvoll aufbereitet und einem Publikum präsentiert. „Es geht in Richtung Comedy", erklärt der Student der Sozialwissenschaften. Außerdem ist er gelegentlich als Moderator tätig. Vor vielen Jahren zeigte er sein Talent bereits in der Theater-AG des Petershäger Gymnasiums, wie sich Lehrer Rainer Hoock erinnert. „Er war damals schon ein sehr guter Schauspieler", sagt Hoock, der gern an eine Anekdote zurückdenkt: „In Mathe mussten die Schüler immer die Aufgaben an der Tafel vorrechnen – keine beliebte Aufgabe. Nico hat das freiwillig gemacht, und zwar im bayrischen oder sächsischen Dialekt. Die anderen Schüler haben sich kaputtgelacht." Für diese Lacher sorgt er auch als Kandidat bei Jauch – und das fast im Minutentakt. Ob mit Witzen auf Kosten des Quizmasters, dem Geständnis, dass er Chips nur mit Einweghandschuhen isst, oder auf die Aussichten nach dem Studium mit „Taxifahrer braucht man immer" antwortet. „Ich habe mir gar keine Gedanken gemacht. Es hat sich so ergeben und wir haben uns die Bälle gut zugespielt", sagt er über den Auftritt, den er am Montagabend erstmals sieht. „Wir haben in meiner kleinen Wohnung in Düsseldorf mit zwölf Freunden geguckt", berichtet er vom Public Viewing, bei dem auch seine engsten Bekannten erstmals von dem Gewinn erfahren. Selten so einen sympathischen und witzigen Kandidaten bei #WWM gesehen... Danke! — Julia (@Blumenmeer2) January 13, 2020 Da er die Million verpasst hat, fällt der Plan, als Investor einzusteigen flach. „Aber ich habe mir schon einen Wäschetrockner gekauft", berichtet er von einem „wertvollen Ersatz". Außerdem geht es bald mit seiner Freundin und den Eltern nach London. „Nachdem sie mich 25 Jahre eingeladen haben, lade ich sie nun auch mal ein", sagt er. Und dann? „Ab Mai muss ich wohl arbeiten", vermutet er. Allerdings hat er schon zwei Anfragen für TV-Auftritte bekommen, die in Richtung Science-Slam und Comedy gehen. „Das ist meine Leidenschaft. Wenn sich etwas in diese Richtung ergibt – wieso nicht?" Dass er das nötige Talent dafür besitzt, hat er auf der großen Bühne bewiesen – inklusive Lob von Günther Jauch. „Das ist schon ein Ritterschlag", sagt Nico Hoffmeister stolz. Nicht der schlechteste Anfang.

Ritterschlag von Günther Jauch: Nico Hoffmeister über seinen Auftritt bei "Wer wird Millionär?"

Nico Hoffmeister sorgte bei „Wer wird Millionär?" für Lacher im Minutentakt. Der Petershäger wuchs in Wietersheim auf und machte sein Abitur am Gymnasium Petershagen. © TVNOW/Stefan Gregorowius

Petershagen/Köln. Noch während seines TV-Auftritts in der RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?" erreichen den Petershäger Nico Hoffmeister die ersten Nachrichten. „Viele, zum Teil völlig fremde Menschen, haben mir geschrieben", sagt der 25-Jährige am Tag nach der Ausstrahlung. Über Nacht hat sich für den Studenten vieles geändert. Er ist durch den Gewinn nicht nur um 125.000 Euro reicher, er hat auch die Herzen eines Millionenpublikums im Sturm erobert. Vielleicht hat er mit dem Auftritt sogar einen großen Schritt in Richtung Traumberuf gemacht.

Dass er überhaupt auf dem berühmten Stuhl gegenüber von Günther Jauch sitzt, ist mehr oder weniger Zufall. „Abgesehen von der Masterarbeit bin ich mit dem Studium fertig und muss Bewerbungen schreiben", sagt Hoffmeister. Immer wieder lenkt er sich von der lästigen Pflicht ab. Einmal füllt er das Anmeldeformular für die Jauch-Quizshow aus. „Ich weiß gar nicht mehr, was man alles angeben musste. Auf jeden Fall, was man mit der Million machen wolle", erinnert er sich. Er kündigt an, als Investor bei der Vox-Show „Die Höhle der Löwen" einzusteigen – und überzeugt damit die Redaktion.

Immer wieder brachte der 25-jährige Student Günther Jauch zum Lachen. - © TVNOW/Stefan Gregorowius
Immer wieder brachte der 25-jährige Student Günther Jauch zum Lachen. - © TVNOW/Stefan Gregorowius

„Im Studio ist es dann wie in einem Tunnel", sagt Hoffmeister. Nervös sei er gar nicht gewesen. „Bei den Auswahlfragen war ich aber völlig fokussiert, um möglichst schnell auf den Touchscreen zu hauen." Mit Erfolg. Er ist der Schnellste und sitzt plötzlich Günther Jauch gegenüber. „Das konnte ich erst gar nicht begreifen. Mit der Zeit ist es dann aber alles sehr locker gewesen", sagt Hoffmeister, der sich auf der Bühne wohl fühlt.

In Düsseldorf tritt er regelmäßig bei sogenannten Science-Slams auf. Dabei werden Forschungsthemen humorvoll aufbereitet und einem Publikum präsentiert. „Es geht in Richtung Comedy", erklärt der Student der Sozialwissenschaften. Außerdem ist er gelegentlich als Moderator tätig. Vor vielen Jahren zeigte er sein Talent bereits in der Theater-AG des Petershäger Gymnasiums, wie sich Lehrer Rainer Hoock erinnert.

„Er war damals schon ein sehr guter Schauspieler", sagt Hoock, der gern an eine Anekdote zurückdenkt: „In Mathe mussten die Schüler immer die Aufgaben an der Tafel vorrechnen – keine beliebte Aufgabe. Nico hat das freiwillig gemacht, und zwar im bayrischen oder sächsischen Dialekt. Die anderen Schüler haben sich kaputtgelacht."

Für diese Lacher sorgt er auch als Kandidat bei Jauch – und das fast im Minutentakt. Ob mit Witzen auf Kosten des Quizmasters, dem Geständnis, dass er Chips nur mit Einweghandschuhen isst, oder auf die Aussichten nach dem Studium mit „Taxifahrer braucht man immer" antwortet.

„Ich habe mir gar keine Gedanken gemacht. Es hat sich so ergeben und wir haben uns die Bälle gut zugespielt", sagt er über den Auftritt, den er am Montagabend erstmals sieht. „Wir haben in meiner kleinen Wohnung in Düsseldorf mit zwölf Freunden geguckt", berichtet er vom Public Viewing, bei dem auch seine engsten Bekannten erstmals von dem Gewinn erfahren.



Da er die Million verpasst hat, fällt der Plan, als Investor einzusteigen flach. „Aber ich habe mir schon einen Wäschetrockner gekauft", berichtet er von einem „wertvollen Ersatz". Außerdem geht es bald mit seiner Freundin und den Eltern nach London. „Nachdem sie mich 25 Jahre eingeladen haben, lade ich sie nun auch mal ein", sagt er.

Und dann? „Ab Mai muss ich wohl arbeiten", vermutet er. Allerdings hat er schon zwei Anfragen für TV-Auftritte bekommen, die in Richtung Science-Slam und Comedy gehen. „Das ist meine Leidenschaft. Wenn sich etwas in diese Richtung ergibt – wieso nicht?" Dass er das nötige Talent dafür besitzt, hat er auf der großen Bühne bewiesen – inklusive Lob von Günther Jauch. „Das ist schon ein Ritterschlag", sagt Nico Hoffmeister stolz. Nicht der schlechteste Anfang.

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