Maaslingen

Das erfahren die Teilnehmer der Winterwanderung in Maaslingen

Ulrich Westermann

Erst im vergangenen November waren diese Kopfweiden an der Straße Schierenhorst in einer Aktion des Kreis-Umweltamtes geschneitelt worden. Das Alter schätzten die Teilnehmer auf 60 bis 70 Jahre. - © Foto: Ulrich Westermann
Erst im vergangenen November waren diese Kopfweiden an der Straße Schierenhorst in einer Aktion des Kreis-Umweltamtes geschneitelt worden. Das Alter schätzten die Teilnehmer auf 60 bis 70 Jahre. (© Foto: Ulrich Westermann)

Petershagen-Maaslingen (Wes). Nach der milden Witterung an den Tagen zuvor waren die Temperaturen am Samstag auf sechs Grad gesunken. Dazu kam ein frischer Wind, sodass die Winterwanderung der Maaslinger Kulturgemeinschaft ihren Namen verdient hatte. Insgesamt machten sich 31 Personen – 28 Erwachsene und drei Kinder – auf den Weg, um sich drei Stunden lang unter freiem Himmel aufzuhalten und Einzelheiten über ihre Ortschaft zu erfahren.

Los ging es am alten Schulgebäude. Ortsbürgermeisterin Heike Schwier freute sich über die gute Beteiligung und gab die Richtung vor. Schon bald war über Schierenhorst nördlich des Sportgeländes der Öspersteg erreicht. Dort haben Mitglieder der Kulturgemeinschaft und Schierenhorst-Anlieger im Jahr 2006 einen Rastplatz angelegt.

Genutzt wurde ein städtisches Gelände in unmittelbarer Nähe des schnurgerade verlaufenden Weges. Das Helferteam hatte die 60 Quadratmeter große Fläche an der Mühlenroute vor nahezu 15 Jahren mit zwei Eichenholztischen und vier Sitzbänken „möbliert“. Nachdem abgängiges Holz und eine alte Sitzgruppe entfernt worden waren, wurde der Bankplatz im Grünen an der Wiesenseite mit Sträuchern bepflanzt. Ein Winterwanderer erinnerte sich, dass damals Feuer- und Weißdorn, Pfaffenhütchen, Schneeball und Goldglöckchen einen Standort erhielten. Hinzu kamen buntblättrige Weigelie und Spierstrauch. Außerdem wurden drei Lindenbäume in die Erde gesetzt.

Ihr handwerkliches Geschick stellten einige Maaslinger beim Aufstellen der Anlehnbalken für Fahrräder unter Beweis. Zur Verfügung standen alte Strommasten, die auf Maß zugeschnitten wurden. Bei den Bohrlöchern für die Stützpfähle kam schweres Gerät zum Einsatz. Heike Schwier betonte, dass im Laufe der Jahre Ergänzungs- und Sanierungsmaßnahmen vorgenommen worden seien. „Die zur Südseite offene Rasthütte mit Spitzdach und Fenstern wurde 2008 errichtet. Ein kleines Holzschild mit Jahreszahl erinnert daran. Da der Zahn seine Spuren hinterlassen hatte, wurden von der Kulturgemeinschaft im Jahr 2018 neue Tische und Sitzbänke aufgestellt. 2019 ist ein Teil der Fläche mit Rindenmulch ausgestattet worden“, berichtete die Ortsbürgermeisterin.

Zudem wies sie darauf hin, dass der Rastplatz sehr gut angenommen werde. Auch auswärtige Radler seien dort häufig anzutreffen, wusste Heike Schwier.

Eine gute Hilfe auf der Mühlen- und Nat(o)urroute bieten im Einmündungsbereich Schierenhorst/Öspersteg Richtungsschilder mit Kilometerangabe. Nach Wegholm sind es 5,5, nach Petershagen 5,2 und nach Eldagsen 2,9 Kilometer. Bereits nach einem Kilometer ist Meßlingen erreicht. Über die westfälisch/niedersächsische Landesgrenze führt der Weg über 15 und elf Kilometer nach Diepenau bzw. Warmsen.

Ein weiteres Thema der Winterwanderung waren 16 Kopfweiden in westlicher Ortslage (Schierenhorst). Beim Alter der Bäume gab es zunächst verschiedene Meinungen, schließlich war man sich einig: 60 bis 70 Jahre.

Heinz-Günter Franke, nicht weit von dieser Baumreihe entfernt ansässig, berichtete, dass das hoch gewachsene Gehölz im November 2019 in einer Aktion des Kreis-Umweltamtes geschneitelt worden sei. „Der Einsatz eines Lohnunternehmens dauerte zwei Tage. Dabei musste die Straße vorübergehend gesperrt werden. Das gesamte Schnittgut ist entsorgt worden. Schon bald treiben die Bäume wieder aus“, bekräftigte Franke.

Vorbei an Wiesen und Feldern führte die Winterwanderung auf die Straße Hahlenhorst. Eine längere Rast wurde bei Franke-Tinnermann eingelegt. Dort gab Glühwein, Punsch, Kaffee, Topfkuchen und Süßigkeiten.

Auf die Tierwelt in der Maaslinger Heide ging der erste Vorsitzende der Jagdgenossenschaft, Friedhelm Kruse, ein: „Vor zehn Jahren hatten wir hier so gut wie keine Rebhühner. Heute sind es erfreulicherweise vier bis fünf `Ketten`. Eine dieser Lebensgemeinschaften setzt sich aus etwa zehn Tieren zusammen. Groß ist auch die Fasanenpopulation. Dazu kommen Rehwild, Hase, Dachs, Waschbär, Eichhörnchen, Fuchs sowie Greife wie Bussard, Habicht und Roter Milan“.

Eine wichtige Rolle bei dieser positiven Entwicklung spiele, dass Jagdgenossenschaft und Jäger mit Anpflanzungen und weiteren Aktionen so genannte „Kinderstuben“ angelegt hätten, sagte Kruse.

Die Winterwanderung führte insgesamt über 5,5 Kilometer, unter anderem auch über Wirtschaftswege, Striethorn, Vor der Heide, Kohlhorst und Maaslinger Dorfstraße. Vorbei ging es an einer ehemaligen Telefonzelle vorbei, in der Bücher zum Mitnehmen angeboten werden. Der Abschluss fand im Gemeinschaftsraum der alten Maaslinger Schule bei Erbsensuppe und Getränken statt.

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MaaslingenDas erfahren die Teilnehmer der Winterwanderung in MaaslingenUlrich WestermannPetershagen-Maaslingen (Wes). Nach der milden Witterung an den Tagen zuvor waren die Temperaturen am Samstag auf sechs Grad gesunken. Dazu kam ein frischer Wind, sodass die Winterwanderung der Maaslinger Kulturgemeinschaft ihren Namen verdient hatte. Insgesamt machten sich 31 Personen – 28 Erwachsene und drei Kinder – auf den Weg, um sich drei Stunden lang unter freiem Himmel aufzuhalten und Einzelheiten über ihre Ortschaft zu erfahren. Los ging es am alten Schulgebäude. Ortsbürgermeisterin Heike Schwier freute sich über die gute Beteiligung und gab die Richtung vor. Schon bald war über Schierenhorst nördlich des Sportgeländes der Öspersteg erreicht. Dort haben Mitglieder der Kulturgemeinschaft und Schierenhorst-Anlieger im Jahr 2006 einen Rastplatz angelegt. Genutzt wurde ein städtisches Gelände in unmittelbarer Nähe des schnurgerade verlaufenden Weges. Das Helferteam hatte die 60 Quadratmeter große Fläche an der Mühlenroute vor nahezu 15 Jahren mit zwei Eichenholztischen und vier Sitzbänken „möbliert“. Nachdem abgängiges Holz und eine alte Sitzgruppe entfernt worden waren, wurde der Bankplatz im Grünen an der Wiesenseite mit Sträuchern bepflanzt. Ein Winterwanderer erinnerte sich, dass damals Feuer- und Weißdorn, Pfaffenhütchen, Schneeball und Goldglöckchen einen Standort erhielten. Hinzu kamen buntblättrige Weigelie und Spierstrauch. Außerdem wurden drei Lindenbäume in die Erde gesetzt. Ihr handwerkliches Geschick stellten einige Maaslinger beim Aufstellen der Anlehnbalken für Fahrräder unter Beweis. Zur Verfügung standen alte Strommasten, die auf Maß zugeschnitten wurden. Bei den Bohrlöchern für die Stützpfähle kam schweres Gerät zum Einsatz. Heike Schwier betonte, dass im Laufe der Jahre Ergänzungs- und Sanierungsmaßnahmen vorgenommen worden seien. „Die zur Südseite offene Rasthütte mit Spitzdach und Fenstern wurde 2008 errichtet. Ein kleines Holzschild mit Jahreszahl erinnert daran. Da der Zahn seine Spuren hinterlassen hatte, wurden von der Kulturgemeinschaft im Jahr 2018 neue Tische und Sitzbänke aufgestellt. 2019 ist ein Teil der Fläche mit Rindenmulch ausgestattet worden“, berichtete die Ortsbürgermeisterin. Zudem wies sie darauf hin, dass der Rastplatz sehr gut angenommen werde. Auch auswärtige Radler seien dort häufig anzutreffen, wusste Heike Schwier. Eine gute Hilfe auf der Mühlen- und Nat(o)urroute bieten im Einmündungsbereich Schierenhorst/Öspersteg Richtungsschilder mit Kilometerangabe. Nach Wegholm sind es 5,5, nach Petershagen 5,2 und nach Eldagsen 2,9 Kilometer. Bereits nach einem Kilometer ist Meßlingen erreicht. Über die westfälisch/niedersächsische Landesgrenze führt der Weg über 15 und elf Kilometer nach Diepenau bzw. Warmsen. Ein weiteres Thema der Winterwanderung waren 16 Kopfweiden in westlicher Ortslage (Schierenhorst). Beim Alter der Bäume gab es zunächst verschiedene Meinungen, schließlich war man sich einig: 60 bis 70 Jahre. Heinz-Günter Franke, nicht weit von dieser Baumreihe entfernt ansässig, berichtete, dass das hoch gewachsene Gehölz im November 2019 in einer Aktion des Kreis-Umweltamtes geschneitelt worden sei. „Der Einsatz eines Lohnunternehmens dauerte zwei Tage. Dabei musste die Straße vorübergehend gesperrt werden. Das gesamte Schnittgut ist entsorgt worden. Schon bald treiben die Bäume wieder aus“, bekräftigte Franke. Vorbei an Wiesen und Feldern führte die Winterwanderung auf die Straße Hahlenhorst. Eine längere Rast wurde bei Franke-Tinnermann eingelegt. Dort gab Glühwein, Punsch, Kaffee, Topfkuchen und Süßigkeiten. Auf die Tierwelt in der Maaslinger Heide ging der erste Vorsitzende der Jagdgenossenschaft, Friedhelm Kruse, ein: „Vor zehn Jahren hatten wir hier so gut wie keine Rebhühner. Heute sind es erfreulicherweise vier bis fünf `Ketten`. Eine dieser Lebensgemeinschaften setzt sich aus etwa zehn Tieren zusammen. Groß ist auch die Fasanenpopulation. Dazu kommen Rehwild, Hase, Dachs, Waschbär, Eichhörnchen, Fuchs sowie Greife wie Bussard, Habicht und Roter Milan“. Eine wichtige Rolle bei dieser positiven Entwicklung spiele, dass Jagdgenossenschaft und Jäger mit Anpflanzungen und weiteren Aktionen so genannte „Kinderstuben“ angelegt hätten, sagte Kruse. Die Winterwanderung führte insgesamt über 5,5 Kilometer, unter anderem auch über Wirtschaftswege, Striethorn, Vor der Heide, Kohlhorst und Maaslinger Dorfstraße. Vorbei ging es an einer ehemaligen Telefonzelle vorbei, in der Bücher zum Mitnehmen angeboten werden. Der Abschluss fand im Gemeinschaftsraum der alten Maaslinger Schule bei Erbsensuppe und Getränken statt.