Friedewalde

Club für Bastler: Trio plant besondere Vereinsgründung

Claudia Hyna

Gary Martin, Dorothea Christine Berg und Mikel Qasqas (von links) wollen einen Verein gründen und Menschen mit Talenten zusammenbringen. MT- - © Foto: Claudia Hyna
Gary Martin, Dorothea Christine Berg und Mikel Qasqas (von links) wollen einen Verein gründen und Menschen mit Talenten zusammenbringen. MT- (© Foto: Claudia Hyna)

Petershagen-Friedewalde. Einst waren sie Kollegen, jetzt planen sie einen Verein zu gründen. Dorothea Christine Berg, Gary Martin und Mikel Qasqas haben eine originelle Idee: Sie möchten Kinder und Senioren zusammenbringen, dabei praktische Fähigkeiten vermitteln und Kontakte herstellen – und das alles zum Nulltarif. Nun sucht das Trio Interessierte, die ihre Talente einbringen oder „einfach so“ mitmachen.

Der Gedanke passt gut in eine Zeit, in der an dem Thema Nachhaltigkeit keiner mehr vorbei kommt. In den Vereinstreffen soll es beispielsweise darum gehen, Dinge zu erhalten und zu reparieren statt wegzuwerfen. „Das schont auch die Umwelt“, sagt Dorothea Christine Berg (60) aus Friedewalde, die der Motor des Ganzen ist. Ein reines Repaircafé hat das Trio aber nicht im Sinn. Kinder und Jugendliche hätten heute kaum noch Kontakt zu handwerklichen Arbeiten. Da wollen sie Abhilfe schaffen und dafür brauchen sie Menschen mit Talenten.

Die Ideengeber bringen auch eine ganze Menge an Fähigkeiten mit. Gary Martin (58) arbeitet gerne mit Holz, baut Schachspiele. Berg kann nähen, französisch kochen, Rosen züchten oder auch Gärten anlegen. Sie traut sich zu, Tipps für den Hausumbau zu geben oder ein Buffet auf die Beine zu stellen. Als Coach sei sie außerdem darin geübt, Menschen auf dem Weg der Selbstverwirklichung weiter zu bringen.

Mikel kam vor vier Jahren aus Syrien nach Deutschland. Er ist zufrieden, wenn er Leuten helfen kann, sagt er. „Ich möchte zurückgeben, was ich hier bekommen habe.“ Der 32-Jährige ist Übungsleiter, trainiert Tischtennis und Dart und hat als Grafikdesigner ein Händchen für Illustrationen. Er könnte Jugendlichen helfen, Videos zu drehen oder Ältere im Umgang mit dem Smartphone anleiten. „Wir wollen nicht die Alleinunterhalter sein“, das macht Dorothea Berg deutlich. Gerne würde sie die Organisation des Vereins übernehmen, der natürlich auch ein Domizil (mit Küche und Toiletten) braucht, vorzugsweise im Raum Petershagen.

Was sie antreibt ist, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun. Alle drei wissen, wie es ist, von heute auf morgen ohne Job zu sein und daher notgedrungen mit wenig Einkommen auszukommen. Und wer finanziell wenig zur Verfügung hat, muss kreativ werden, um das fehlende Geld auszugleichen. Man müsse nicht alles kaufen, heißt es von dem Trio. Viel schöner sei es doch, sich etwas selber zu erarbeiten. Tipps zum Sparen, um den Standard einigermaßen zu halten, wollen sie ebenfalls geben.

Das Angebot richtet sich an Menschen im Alter von sechs bis 99 Jahren. Alt und Jung in Kontakt zu bringen, überhaupt Kommunikation gegen die Vereinsamung, das sei ebenfalls ein wichtiger Antrieb für den Verein. Denn all das, was der Verein bieten soll, könne man prinzipiell auch online erhalten. Es macht aber weniger Spaß. Und dann sitzt jeder weiter allein in seiner Wohnung.

Den Organisatoren schweben zur Zeit monatliche Treffen vor, das komme ganz auf die Resonanz der Leute an. Alles soll möglichst schnell gehen. Realistisch sei ein Start im Sommer.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

FriedewaldeClub für Bastler: Trio plant besondere VereinsgründungClaudia HynaPetershagen-Friedewalde. Einst waren sie Kollegen, jetzt planen sie einen Verein zu gründen. Dorothea Christine Berg, Gary Martin und Mikel Qasqas haben eine originelle Idee: Sie möchten Kinder und Senioren zusammenbringen, dabei praktische Fähigkeiten vermitteln und Kontakte herstellen – und das alles zum Nulltarif. Nun sucht das Trio Interessierte, die ihre Talente einbringen oder „einfach so“ mitmachen. Der Gedanke passt gut in eine Zeit, in der an dem Thema Nachhaltigkeit keiner mehr vorbei kommt. In den Vereinstreffen soll es beispielsweise darum gehen, Dinge zu erhalten und zu reparieren statt wegzuwerfen. „Das schont auch die Umwelt“, sagt Dorothea Christine Berg (60) aus Friedewalde, die der Motor des Ganzen ist. Ein reines Repaircafé hat das Trio aber nicht im Sinn. Kinder und Jugendliche hätten heute kaum noch Kontakt zu handwerklichen Arbeiten. Da wollen sie Abhilfe schaffen und dafür brauchen sie Menschen mit Talenten. Die Ideengeber bringen auch eine ganze Menge an Fähigkeiten mit. Gary Martin (58) arbeitet gerne mit Holz, baut Schachspiele. Berg kann nähen, französisch kochen, Rosen züchten oder auch Gärten anlegen. Sie traut sich zu, Tipps für den Hausumbau zu geben oder ein Buffet auf die Beine zu stellen. Als Coach sei sie außerdem darin geübt, Menschen auf dem Weg der Selbstverwirklichung weiter zu bringen. Mikel kam vor vier Jahren aus Syrien nach Deutschland. Er ist zufrieden, wenn er Leuten helfen kann, sagt er. „Ich möchte zurückgeben, was ich hier bekommen habe.“ Der 32-Jährige ist Übungsleiter, trainiert Tischtennis und Dart und hat als Grafikdesigner ein Händchen für Illustrationen. Er könnte Jugendlichen helfen, Videos zu drehen oder Ältere im Umgang mit dem Smartphone anleiten. „Wir wollen nicht die Alleinunterhalter sein“, das macht Dorothea Berg deutlich. Gerne würde sie die Organisation des Vereins übernehmen, der natürlich auch ein Domizil (mit Küche und Toiletten) braucht, vorzugsweise im Raum Petershagen. Was sie antreibt ist, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun. Alle drei wissen, wie es ist, von heute auf morgen ohne Job zu sein und daher notgedrungen mit wenig Einkommen auszukommen. Und wer finanziell wenig zur Verfügung hat, muss kreativ werden, um das fehlende Geld auszugleichen. Man müsse nicht alles kaufen, heißt es von dem Trio. Viel schöner sei es doch, sich etwas selber zu erarbeiten. Tipps zum Sparen, um den Standard einigermaßen zu halten, wollen sie ebenfalls geben. Das Angebot richtet sich an Menschen im Alter von sechs bis 99 Jahren. Alt und Jung in Kontakt zu bringen, überhaupt Kommunikation gegen die Vereinsamung, das sei ebenfalls ein wichtiger Antrieb für den Verein. Denn all das, was der Verein bieten soll, könne man prinzipiell auch online erhalten. Es macht aber weniger Spaß. Und dann sitzt jeder weiter allein in seiner Wohnung. Den Organisatoren schweben zur Zeit monatliche Treffen vor, das komme ganz auf die Resonanz der Leute an. Alles soll möglichst schnell gehen. Realistisch sei ein Start im Sommer.