Petershagen

Petershagen: Bürger sollen fürs Klima in die Pedale treten

Oliver Plöger

Beim Stadtradeln solllen möglichst viele Bürger mitmachen. Das Projekt fördert den Umstieg vom Auto in Form eines Wettbewerbs. Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa - © Hauke-Christian Dittrich
Beim Stadtradeln solllen möglichst viele Bürger mitmachen. Das Projekt fördert den Umstieg vom Auto in Form eines Wettbewerbs. Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa (© Hauke-Christian Dittrich)

Petershagen (mt). Fürs Klima können sich auch die Petershäger künftig abstrampeln. Das in Minden bereits erfolgreich absolvierte „Stadtradeln“ findet sich auf der örtlichen Maßnahmenliste vom „Integrierten Klimaschutzkonzept“ des Kreises. Kay Busche, Leiter der Bauverwaltung, nahm die Aktion als Beispiel für zahlreiche Projekte, die den CO2-Ausstoß auch in Petershagen verringern sollen. Weitere sind die Installation von Pedelec-Ladestationen, Leihfahrradstationen, die Anschaffung von Diensträdern für die Verwaltung oder die Verbesserung der hiesigen Radwege-Struktur.

Beim Stadtradeln, so Busche in der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses, werden über drei Wochen die mit dem Rad gefahrenen Kilometer in eine Online-Plattform eingetragen. Alle können mitmachen, auch als Teams. Der dadurch mögliche bundesweite Vergleich steigere die Motivation. Für die meist gefahrenen Kilometer soll es Preise geben.

Minden hatte bereits in diesem Jahr erstmals an der Aktion teilgenommen. Insgesamt legten 745 Bürger und 14 Stadtverordnete in 56 Teams 131.902 Kilometer zurück. Damit ersparten sie dem Klima nach Berechnungen der Veranstalter 18.730 Kilogramm CO2 durch den Umstieg auf den Radsattel. Bundesweit gab es über 400.000 Teilnehmer.

„Sehr schön“, meinte Wolfgang Riesner (Grüne), verwies aber mit Blick auf den gesamten Maßnahmenkatalog zum Klimaschutzkonzept auf den organisatorischen Aufwand. „Da sollten wir jemanden einstellen.“ Und zwar einen, der „Ahnung von der Materie“ hat.

Die ist in der Tat umfangreich, wie der Blick auf die jetzt erstmals öffentlich präsentierte Liste für Petershagen zeigt. Dabei geht es nämlich nicht nur um Fahrräder, sondern um das energie- und klimaschonende Bauen, Beratungsangebote zu Fördermitteln oder um die Schulung von Nutzern öffentlicher Gebäude. Wesentliche Punkte des Konzepts sind Bildung und Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Anpassung an die Klimafolgen (darunter Aufforstungsmaßnahmen), die in Petershagen gerade besonders diskutierte Mobilität und die vernetzte Kommunikation unter anderem mit dem Netzwerk kommunaler Klimaschutz im Mühlenkreis. Nein, so Riesner, das alles könne der Klimaschutzmanager des Kreises nicht leisten, eine entsprechende Person müsse vor Ort arbeiten. Zur Einstellung gäbe es auch Förderprogramme.

In der Tat müsse man sich die Frage stellen, inwieweit der Klimaschutzmanager des Kreises zur Verfügung steht, so CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke. „Ich gehe aber in jedem Fall davon aus, dass die Kompetenzen auch in der Verwaltung hier in Petershagen vorhanden sind.“ Ausdrücklich warnte Humcke vor einem Schnellschuss, wie er sagte.

Und bei vielem, so Ausschussmitglied und Petershäger Ortsbürgermeister Wilhelm Lange (CDU), müsse man sich auch an die eigene Nase fassen. „Ich selbst fahre mit meinem alten Stinke-Diesel zu den Ausschusssitzungen nach Lahde. Ich könnte das aber auch mit dem Fahrrad erledigen, habe das aber noch nie gemacht.“

Bereits integriert in die Maßnahmenliste ist das Sport- und Gesundheitszentrum Ovenstädt, das gerade saniert und im kommenden Jahr an den Start gehen soll. Konkret genannt werden auch Bürgersolaranlagen, grüner Strom für öffentliche Gebäude, die Aufforstung von Grünstreifen und Blühstreifen (eine bekannte Forderung aus der Bürgerschaft) und der Bau von E-Ladesäulen. Im Konzept heißt es dazu: der Ausbau von E-Ladesäulen schaffe neue Anreize für die Elektromobilität.

Welche und wie viele Maßnahmen des Klimaschutzkonzept für Petershagen umgesetzt werden, hat der Ausschuss in dieser Woche noch nicht entschieden. Der Maßnahmenkatalog soll weiter auf die Stadt zugeschnitten werden. Das Stadtradeln, das Kay Busche als Beispiel nannte, wäre aber sicherlich nur ein Anfang. Das Thema, so Ausschussvorsitzender Alfred Borgmann (CDU, werde Petershagen weiter beschäftigen.

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PetershagenPetershagen: Bürger sollen fürs Klima in die Pedale tretenOliver PlögerPetershagen (mt). Fürs Klima können sich auch die Petershäger künftig abstrampeln. Das in Minden bereits erfolgreich absolvierte „Stadtradeln“ findet sich auf der örtlichen Maßnahmenliste vom „Integrierten Klimaschutzkonzept“ des Kreises. Kay Busche, Leiter der Bauverwaltung, nahm die Aktion als Beispiel für zahlreiche Projekte, die den CO2-Ausstoß auch in Petershagen verringern sollen. Weitere sind die Installation von Pedelec-Ladestationen, Leihfahrradstationen, die Anschaffung von Diensträdern für die Verwaltung oder die Verbesserung der hiesigen Radwege-Struktur. Beim Stadtradeln, so Busche in der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses, werden über drei Wochen die mit dem Rad gefahrenen Kilometer in eine Online-Plattform eingetragen. Alle können mitmachen, auch als Teams. Der dadurch mögliche bundesweite Vergleich steigere die Motivation. Für die meist gefahrenen Kilometer soll es Preise geben. Minden hatte bereits in diesem Jahr erstmals an der Aktion teilgenommen. Insgesamt legten 745 Bürger und 14 Stadtverordnete in 56 Teams 131.902 Kilometer zurück. Damit ersparten sie dem Klima nach Berechnungen der Veranstalter 18.730 Kilogramm CO2 durch den Umstieg auf den Radsattel. Bundesweit gab es über 400.000 Teilnehmer. „Sehr schön“, meinte Wolfgang Riesner (Grüne), verwies aber mit Blick auf den gesamten Maßnahmenkatalog zum Klimaschutzkonzept auf den organisatorischen Aufwand. „Da sollten wir jemanden einstellen.“ Und zwar einen, der „Ahnung von der Materie“ hat. Die ist in der Tat umfangreich, wie der Blick auf die jetzt erstmals öffentlich präsentierte Liste für Petershagen zeigt. Dabei geht es nämlich nicht nur um Fahrräder, sondern um das energie- und klimaschonende Bauen, Beratungsangebote zu Fördermitteln oder um die Schulung von Nutzern öffentlicher Gebäude. Wesentliche Punkte des Konzepts sind Bildung und Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Anpassung an die Klimafolgen (darunter Aufforstungsmaßnahmen), die in Petershagen gerade besonders diskutierte Mobilität und die vernetzte Kommunikation unter anderem mit dem Netzwerk kommunaler Klimaschutz im Mühlenkreis. Nein, so Riesner, das alles könne der Klimaschutzmanager des Kreises nicht leisten, eine entsprechende Person müsse vor Ort arbeiten. Zur Einstellung gäbe es auch Förderprogramme. In der Tat müsse man sich die Frage stellen, inwieweit der Klimaschutzmanager des Kreises zur Verfügung steht, so CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke. „Ich gehe aber in jedem Fall davon aus, dass die Kompetenzen auch in der Verwaltung hier in Petershagen vorhanden sind.“ Ausdrücklich warnte Humcke vor einem Schnellschuss, wie er sagte. Und bei vielem, so Ausschussmitglied und Petershäger Ortsbürgermeister Wilhelm Lange (CDU), müsse man sich auch an die eigene Nase fassen. „Ich selbst fahre mit meinem alten Stinke-Diesel zu den Ausschusssitzungen nach Lahde. Ich könnte das aber auch mit dem Fahrrad erledigen, habe das aber noch nie gemacht.“ Bereits integriert in die Maßnahmenliste ist das Sport- und Gesundheitszentrum Ovenstädt, das gerade saniert und im kommenden Jahr an den Start gehen soll. Konkret genannt werden auch Bürgersolaranlagen, grüner Strom für öffentliche Gebäude, die Aufforstung von Grünstreifen und Blühstreifen (eine bekannte Forderung aus der Bürgerschaft) und der Bau von E-Ladesäulen. Im Konzept heißt es dazu: der Ausbau von E-Ladesäulen schaffe neue Anreize für die Elektromobilität. Welche und wie viele Maßnahmen des Klimaschutzkonzept für Petershagen umgesetzt werden, hat der Ausschuss in dieser Woche noch nicht entschieden. Der Maßnahmenkatalog soll weiter auf die Stadt zugeschnitten werden. Das Stadtradeln, das Kay Busche als Beispiel nannte, wäre aber sicherlich nur ein Anfang. Das Thema, so Ausschussvorsitzender Alfred Borgmann (CDU, werde Petershagen weiter beschäftigen.