Lahde

Das Freibad Lahde bleibt trotz vieler Gäste ein Zuschussgeschäft

Oliver Plöger und Claudia Hyna

Das Freibad muss laufend modernisiert und repariert werden. Auch für die Saison 2020 gibt es Investitionsbedarf: zum Beispiel in die Wärmetechnik. MT-Foto: Oliver Plöger - © Plöger, Oliver
Das Freibad muss laufend modernisiert und repariert werden. Auch für die Saison 2020 gibt es Investitionsbedarf: zum Beispiel in die Wärmetechnik. MT-Foto: Oliver Plöger (© Plöger, Oliver)

Petershagen-Lahde (mt). 27.690 Besucher kamen im vergangenen Sommer ins Freibad Lahde. Das ist das drittbeste Ergebnis seit 2012, erklärte Schul- und Sozialamtsleiter Detlev Scheumann im Fachausschuss. Im Vergleich zum Supersommer 2018 mit fast 35.000 Badegästen klingt die Zahl zwar gering. Doch ein Jahr zuvor kamen lediglich 18.600 Gäste.

Die guten Zahlen können nicht darüber hinweg täuschen, dass der Zuschussbedarf auch in den guten Jahren stetig gewachsen ist – und zwar von 78.000 Euro in 2012 auf 126.800 Euro in diesem Jahr (er wird abschließend bei 132.000 landen). Im vergangenen Jahr war der Bedarf mit 122.777 Euro ebenfalls recht hoch. Das liegt daran, dass es wegen des guten Wetters eine Betriebswoche mehr gab. Aufgrund der großen Hitze sei darüber hinaus mehr Wasser verdunstet und musste nachgefüllt werden.

Ein Grund für die hohe Summe in diesem Jahr ist die erneuerte Chlorgasanlage. Da die automatische Chlordosierung des Planschbeckens repariert werden musste, konnte das Planschbecken erst ab 7. Juni genutzt werden. Die Badesaison war am 30. Mai eröffnet worden. Beendet wurde die Saison am 31. August. Die Anzahl der Betriebstage ist seit 2015 gesenkt worden, in diesem Jahr waren es 94.

Sorgen macht sich Detlev Scheumann um die 20 Jahre alte Wärmepumpe. Wegen eines defekten Reglers ist ihre Leistung gemindert. Nach einer Reparatur im Juni 2019 wurde der Betrieb auf Handschaltung, umgebaut. So konnte eine Solltemperatur von 22 Grad erreicht werden. In 2020 müsse die Wärmeversorgung erneuert werden. Im kommenden Jahr muss außerdem eine neue Registrierkasse angeschafft werden, die den gesetzlichen Anforderungen genügt. Weiter gehe es darum, ein breiteres Schulschwimmangebot auszuloten. Hintergrund ist hier die Schließung des Lehrschwimmbades in Ovenstädt, das energetisch saniert wird.

Angeschafft wurde in diesem Jahr eine neue Telefonanlage, damit einher ging die Umstellung auf Internet-Telefonie. Neu ist außerdem ein Behindertenparkplatz vor dem Bad.

Die Öffnungszeiten waren werktags von 6 bis 9 Uhr sowie 13 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 19 Uhr. In den Sommerferien war werktags zusätzlich bereits ab 10 Uhr offen. Die Zahl der Frühschwimmer ist auf 2.115 (Vorjahr: 2.473) gesunken.

Aus den Schulen kamen 1.706 Kinder (Vorjahr: 2.714). Im Durchschnitt kamen 295 Besucher und 34 Frühschwimmer pro Tag ins Freibad. Positiv nahmen die Ausschussmitglieder die erfolgreichen Veranstaltungen 2019 zur Kenntnis, darunter die Aquafit-Kurse des TuS Lahde/Quetzen, ein Sportprojekt der Sekundarschule, die Ferienspiele Lahde oder das besucherstärkste Nachtschwimmen am 26. Juli. Das abschließende Hundeschwimmen hatte nicht stattgefunden. Sorge bestand, dass die Tiere die Schwimmbadhülle durch ihre Krallen beschädigen könnten.

Das Badeverbot im Badesee Lahde hatte entgegen der anfänglichen Vermutung nicht dazu beigetragen, die Besucherzahlen im Freibad zu erhöhen. „Das hatten wir geglaubt, aber es ist wohl so, dass die Badeseebesucher sich dann doch lieber andere Badeseen suchen", so Ute Klose, in der Verwaltung für das Freibad zuständig.

Übrigens: Weder Verwaltung noch Politik wollen am Freibad rütteln. Das hatte bereits zu Saisonbeginn Michael Schönbeck (Grüne) deutlich gemacht: Petershagen sollte das Freibad auf jeden Fall als „kulturelle Institution" in der Stadt halten. Daran, so sein Eindruck, bestand und besteht kein Zweifel.

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LahdeDas Freibad Lahde bleibt trotz vieler Gäste ein ZuschussgeschäftClaudia Hyna,Oliver PlögerPetershagen-Lahde (mt). 27.690 Besucher kamen im vergangenen Sommer ins Freibad Lahde. Das ist das drittbeste Ergebnis seit 2012, erklärte Schul- und Sozialamtsleiter Detlev Scheumann im Fachausschuss. Im Vergleich zum Supersommer 2018 mit fast 35.000 Badegästen klingt die Zahl zwar gering. Doch ein Jahr zuvor kamen lediglich 18.600 Gäste. Die guten Zahlen können nicht darüber hinweg täuschen, dass der Zuschussbedarf auch in den guten Jahren stetig gewachsen ist – und zwar von 78.000 Euro in 2012 auf 126.800 Euro in diesem Jahr (er wird abschließend bei 132.000 landen). Im vergangenen Jahr war der Bedarf mit 122.777 Euro ebenfalls recht hoch. Das liegt daran, dass es wegen des guten Wetters eine Betriebswoche mehr gab. Aufgrund der großen Hitze sei darüber hinaus mehr Wasser verdunstet und musste nachgefüllt werden. Ein Grund für die hohe Summe in diesem Jahr ist die erneuerte Chlorgasanlage. Da die automatische Chlordosierung des Planschbeckens repariert werden musste, konnte das Planschbecken erst ab 7. Juni genutzt werden. Die Badesaison war am 30. Mai eröffnet worden. Beendet wurde die Saison am 31. August. Die Anzahl der Betriebstage ist seit 2015 gesenkt worden, in diesem Jahr waren es 94. Sorgen macht sich Detlev Scheumann um die 20 Jahre alte Wärmepumpe. Wegen eines defekten Reglers ist ihre Leistung gemindert. Nach einer Reparatur im Juni 2019 wurde der Betrieb auf Handschaltung, umgebaut. So konnte eine Solltemperatur von 22 Grad erreicht werden. In 2020 müsse die Wärmeversorgung erneuert werden. Im kommenden Jahr muss außerdem eine neue Registrierkasse angeschafft werden, die den gesetzlichen Anforderungen genügt. Weiter gehe es darum, ein breiteres Schulschwimmangebot auszuloten. Hintergrund ist hier die Schließung des Lehrschwimmbades in Ovenstädt, das energetisch saniert wird. Angeschafft wurde in diesem Jahr eine neue Telefonanlage, damit einher ging die Umstellung auf Internet-Telefonie. Neu ist außerdem ein Behindertenparkplatz vor dem Bad. Die Öffnungszeiten waren werktags von 6 bis 9 Uhr sowie 13 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 19 Uhr. In den Sommerferien war werktags zusätzlich bereits ab 10 Uhr offen. Die Zahl der Frühschwimmer ist auf 2.115 (Vorjahr: 2.473) gesunken. Aus den Schulen kamen 1.706 Kinder (Vorjahr: 2.714). Im Durchschnitt kamen 295 Besucher und 34 Frühschwimmer pro Tag ins Freibad. Positiv nahmen die Ausschussmitglieder die erfolgreichen Veranstaltungen 2019 zur Kenntnis, darunter die Aquafit-Kurse des TuS Lahde/Quetzen, ein Sportprojekt der Sekundarschule, die Ferienspiele Lahde oder das besucherstärkste Nachtschwimmen am 26. Juli. Das abschließende Hundeschwimmen hatte nicht stattgefunden. Sorge bestand, dass die Tiere die Schwimmbadhülle durch ihre Krallen beschädigen könnten. Das Badeverbot im Badesee Lahde hatte entgegen der anfänglichen Vermutung nicht dazu beigetragen, die Besucherzahlen im Freibad zu erhöhen. „Das hatten wir geglaubt, aber es ist wohl so, dass die Badeseebesucher sich dann doch lieber andere Badeseen suchen", so Ute Klose, in der Verwaltung für das Freibad zuständig. Übrigens: Weder Verwaltung noch Politik wollen am Freibad rütteln. Das hatte bereits zu Saisonbeginn Michael Schönbeck (Grüne) deutlich gemacht: Petershagen sollte das Freibad auf jeden Fall als „kulturelle Institution" in der Stadt halten. Daran, so sein Eindruck, bestand und besteht kein Zweifel.