Schlüsselburg

Neues Kulturzentrum: "Hamburgers Haus" hat sich als Ort für Veranstaltungen in Schlüsselburg etabliert

Ulrich Westermann

Petershagen-Schlüsselburg (mt). Arbeitseinsätze in den zurückliegenden zwei Jahren haben entscheidend dazu beigetragen, dass in „Hamburgers Haus“ an der Hohen Straße 38 in Schlüsselburg wieder Leben eingekehrt ist. Zur Verfügung steht nun ein Dorfgemeinschaftshaus, das auf vielfältige Weise genutzt werden kann. Auf der Dachwerkdeele richteten vor Kurzem die Schlüsselburger Kulturgemeinschaft und der Förderverein „Dat Schünenvertel“ („Das Scheunenviertel“) in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Lübbecker Land eine Lesung aus. Zu Gast waren Mitglieder der Schreibwerkstatt „Tintenfass“ aus Espelkamp.

Errichtet wurde es 1885, heute Hamburgers Haus unter Denkmalschutz. Das Gebäude gehört der Stadt Petershagen und wird durch die Kulturgemeinschaft genutzt. Fotos: Ulrich Westermann
Errichtet wurde es 1885, heute Hamburgers Haus unter Denkmalschutz. Das Gebäude gehört der Stadt Petershagen und wird durch die Kulturgemeinschaft genutzt. Fotos: Ulrich Westermann

Die Kontakte waren über die gebürtige Schlüsselburgerin Gisela Foerster entstanden. „Ich war 25 Jahre alt, als ich nach Minden gezogen bin. Später wurde ich dann in Espelkamp ansässig. Im Haus Hohe Straße 38 war ich vor dieser Lesung zum letzten Mal mit sechs Jahren“, erzählt die heute 76-Jährige. „Damals wurde das Gebäude als Wohnung und Stall genutzt. Ich kann mich noch gut an einen Misthaufen neben der Eingangstür erinnern.“ Von dem ist heute nichts mehr zu sehen – ganz im Gegenteil. Seit der Wiedereröffnung im August (das MT berichtete) hat sich „Hamburgers Haus“ als Ort für Veranstaltungen etabliert.

„Hamburgers Haus“ in Schlüsselburg kann nun auf vielfältige Weise genutzt werden. Zu einer Lesung begrüßten „Schünenvertel“-Vorsitzender Hartmut Precht (stehend von linkes), Kulturgemeinschaftsvorsitzende Kerstin Gazso und der frühere Ortsheimatpfleger Jürgen Hannemann Mitglieder der Schreibwerkstatt „Tintenfass“ aus Espelkamp.
„Hamburgers Haus“ in Schlüsselburg kann nun auf vielfältige Weise genutzt werden. Zu einer Lesung begrüßten „Schünenvertel“-Vorsitzender Hartmut Precht (stehend von linkes), Kulturgemeinschaftsvorsitzende Kerstin Gazso und der frühere Ortsheimatpfleger Jürgen Hannemann Mitglieder der Schreibwerkstatt „Tintenfass“ aus Espelkamp.

Darauf freute sich die Kulturgemeinschaftsvorsitzende Kerstin Gazso, die schon auf mehrere Veranstaltungen zurückblicken konnte. Dazu gehörten Frauenfrühstück, Frühschoppen, Versammlungen und Treffen des Männergesangvereins „Cäcilia“ Schlüsselburg, der allerdings nicht mehr in der Öffentlichkeit auftrete. Für die bisherige Seniorenfeier sei ein Klön- und Spielenachmittag mit Kaffee und Kuchen durchgeführt worden. „Eine Wiederholung ist im Februar oder März 2020 geplant“, kündigte Kerstin Gazso an. Zudem war sie dankbar für eine Spende über 1.000 Euro – mit dem Geld möchte die Kulturgemeinschaft neue Stühle anschaffen.

Aktuell stehen noch einige Restarbeiten auf dem Plan, zum Beispiel ein frischer Farbanstrich im Innenbereich, erläuterte die Kulturgemeinschaftsvorsitzende. Zur Deele-Ausstattung gehören die Erntekrone von 2019 und ein altes Emaille-Schild mit der Aufschrift „Amt Schlüsselburg“. Im früheren Hochwasserschutzraum, der „hohen Stube“, erinnern Urkunden an die erfolgreiche Schlüsselburger Teilnahme bei Landes- und Kreiswettbewerben.

Hamburgers Haus wurde 1885 errichtet. Das Gebäude wurde 1987 unter Denkmalschutz gestellt. Noch im gleichen Jahr stützte das Dach ein, weshalb vereinzelte Stimmen nach einem Abriss laut wurden. Doch Einheimische setzten sich dann mit Erfolg für den Erhalt ein.

Nach den Restarbeiten in „Hamburgers Haus“ sind für 2020 Sanierungsmaßnahmen im Schlüsselburger Scheunenviertel vorgesehen. Dann geht es um „Putzers Scheune“, deren Bezeichnung auf den früheren Besitzer, einen Frisör, zurückzuführen ist. Vorsitzender Hartmut Precht bekräftigte, dass sich der Verein „Dat Schünenvertel“ zum Ziel gesetzt habe, das eigenständige Quartier in nordwestlicher Ortslage mit seinen 26 Scheunen für einheimische und auswärtige Besucher erlebbar zu machen.

Und in Hamburgers Haus? Weitere „Tintenfass“-Lesungen seien denkbar, hieß es bei der Premiere. Die kam übrigens sehr gut an. Die Autoren Bianca Fiene, Gisela Foerster, Martina Kolkhorst, Georg Trümper, Esther Wäcken und Sonja Alme erhielten reichlich Beifall für ihre Lesestücke.

Räume nutzbar

- Das frisch sanierte Gebäude und der Innenhof von Hamburgers Haus stehen auch für Privatfeiern zur Verfügung. Die Räumlichkeiten bieten Platz für insgesamt 45 Personen.

- Ansprechperson ist Kerstin Gazso, Telefon (01 57) 83 79 09 20 oder kerstin-gazso@web.de.

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SchlüsselburgNeues Kulturzentrum: "Hamburgers Haus" hat sich als Ort für Veranstaltungen in Schlüsselburg etabliertUlrich WestermannPetershagen-Schlüsselburg (mt). Arbeitseinsätze in den zurückliegenden zwei Jahren haben entscheidend dazu beigetragen, dass in „Hamburgers Haus“ an der Hohen Straße 38 in Schlüsselburg wieder Leben eingekehrt ist. Zur Verfügung steht nun ein Dorfgemeinschaftshaus, das auf vielfältige Weise genutzt werden kann. Auf der Dachwerkdeele richteten vor Kurzem die Schlüsselburger Kulturgemeinschaft und der Förderverein „Dat Schünenvertel“ („Das Scheunenviertel“) in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Lübbecker Land eine Lesung aus. Zu Gast waren Mitglieder der Schreibwerkstatt „Tintenfass“ aus Espelkamp. Die Kontakte waren über die gebürtige Schlüsselburgerin Gisela Foerster entstanden. „Ich war 25 Jahre alt, als ich nach Minden gezogen bin. Später wurde ich dann in Espelkamp ansässig. Im Haus Hohe Straße 38 war ich vor dieser Lesung zum letzten Mal mit sechs Jahren“, erzählt die heute 76-Jährige. „Damals wurde das Gebäude als Wohnung und Stall genutzt. Ich kann mich noch gut an einen Misthaufen neben der Eingangstür erinnern.“ Von dem ist heute nichts mehr zu sehen – ganz im Gegenteil. Seit der Wiedereröffnung im August (das MT berichtete) hat sich „Hamburgers Haus“ als Ort für Veranstaltungen etabliert. Darauf freute sich die Kulturgemeinschaftsvorsitzende Kerstin Gazso, die schon auf mehrere Veranstaltungen zurückblicken konnte. Dazu gehörten Frauenfrühstück, Frühschoppen, Versammlungen und Treffen des Männergesangvereins „Cäcilia“ Schlüsselburg, der allerdings nicht mehr in der Öffentlichkeit auftrete. Für die bisherige Seniorenfeier sei ein Klön- und Spielenachmittag mit Kaffee und Kuchen durchgeführt worden. „Eine Wiederholung ist im Februar oder März 2020 geplant“, kündigte Kerstin Gazso an. Zudem war sie dankbar für eine Spende über 1.000 Euro – mit dem Geld möchte die Kulturgemeinschaft neue Stühle anschaffen. Aktuell stehen noch einige Restarbeiten auf dem Plan, zum Beispiel ein frischer Farbanstrich im Innenbereich, erläuterte die Kulturgemeinschaftsvorsitzende. Zur Deele-Ausstattung gehören die Erntekrone von 2019 und ein altes Emaille-Schild mit der Aufschrift „Amt Schlüsselburg“. Im früheren Hochwasserschutzraum, der „hohen Stube“, erinnern Urkunden an die erfolgreiche Schlüsselburger Teilnahme bei Landes- und Kreiswettbewerben. Hamburgers Haus wurde 1885 errichtet. Das Gebäude wurde 1987 unter Denkmalschutz gestellt. Noch im gleichen Jahr stützte das Dach ein, weshalb vereinzelte Stimmen nach einem Abriss laut wurden. Doch Einheimische setzten sich dann mit Erfolg für den Erhalt ein. Nach den Restarbeiten in „Hamburgers Haus“ sind für 2020 Sanierungsmaßnahmen im Schlüsselburger Scheunenviertel vorgesehen. Dann geht es um „Putzers Scheune“, deren Bezeichnung auf den früheren Besitzer, einen Frisör, zurückzuführen ist. Vorsitzender Hartmut Precht bekräftigte, dass sich der Verein „Dat Schünenvertel“ zum Ziel gesetzt habe, das eigenständige Quartier in nordwestlicher Ortslage mit seinen 26 Scheunen für einheimische und auswärtige Besucher erlebbar zu machen. Und in Hamburgers Haus? Weitere „Tintenfass“-Lesungen seien denkbar, hieß es bei der Premiere. Die kam übrigens sehr gut an. Die Autoren Bianca Fiene, Gisela Foerster, Martina Kolkhorst, Georg Trümper, Esther Wäcken und Sonja Alme erhielten reichlich Beifall für ihre Lesestücke. Räume nutzbar - Das frisch sanierte Gebäude und der Innenhof von Hamburgers Haus stehen auch für Privatfeiern zur Verfügung. Die Räumlichkeiten bieten Platz für insgesamt 45 Personen. - Ansprechperson ist Kerstin Gazso, Telefon (01 57) 83 79 09 20 oder kerstin-gazso@web.de.