Ilse

Solarpark Ilse sorgt für Kiesabbau mit Sonnenkraft

Oliver Plöger

Statt Windrad haben die Kiesunternehmer Heinrich Meyer und Jan-Henrik Meyer (von links) einen Solarpark gebaut. Der passe gut zu den Anforderungen des Unternehmens, meinen sie. MT-Fotos: Oliver Plöger
Statt Windrad haben die Kiesunternehmer Heinrich Meyer und Jan-Henrik Meyer (von links) einen Solarpark gebaut. Der passe gut zu den Anforderungen des Unternehmens, meinen sie. MT-Fotos: Oliver Plöger

Petershagen-Ilse (mt). Anfangs hatte Jan-Henrik Meyer über ein Windrad nachgedacht. Doch das produziere Strom vor allem dann, wenn die Produktion im Kieswerk in Ilse eher gering ist. Tendenziell im Winter und nachts, wie Meyer sagt. Die Bauindustrie benötige vor allem im Sommer Material, ein Solarpark passe einfach besser. Der sei – wie die Abgrabung – auf 30 Jahre angelegt und produziere mit 2.700 Modulen jährlich etwa 750.000 Kilowattstunden. Nicht alles wird für die Kiesgewinnung gebraucht, der Rest von etwa 50.000 kwh geht ins Netz. Der Park soll in diesen Tagen freigeschaltet werden, zwei Jahre sind dann seit der ersten Idee vergangen.

Jan-Henrik Meyer, Geschäftsführer bei der Heinrich Meyer GmbH, weiß, dass die Kiesabgrabung ein hochsensibler Bereich ist und dass es durchaus auch Kritik aus der Bevölkerung gibt. Die Baubranche braucht Sand und Kies, um Beton und Mörtel herzustellen, andererseits gibt es den massiven Eingriff in die Landschaft.

Auch deshalb habe das Unternehmen mehr als 900.000 Euro für den neuen Solarpark investiert, sagt Meyer. Er geht davon aus, dass jährlich 495 Tonnen Kohlendioxid auf diese Weise vermieden werden. Darüber hinaus seien 1,5 Hektar Ackerland neben dem Betriebsgelände der Kiesabgrabung in extensives Grünland umgewandelt worden. Ohne Dünger und Pflanzenschutz. „Wir mähen regelmäßig um die Module herum“, sagt Meyer. Der Zaun habe Lücken für das Niederwild.

Unternehmerische Verantwortung, so Meyer weiter, werde an allen vier Standorten der Unternehmensgruppe wahrgenommen. Das Werk Büchenberg werde mit 200.000 kwh Strom aus Photovoltaik betrieben, die Verwaltung mit 30.000 kwh. Auf 50 Hektar gebe es Blühflächen, Agrarumweltmaßnahmen, Uferrandstreifen, Stilllegungen zur Rekultivierung. Zusammengearbeitet werde mit der Unteren Naturschutzbehörde in zwei Bundesländern. „Wir sind immer auf der Suche nach Technologien, die noch mehr Effizienz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit ermöglichen“, sagt Meyer, der auch auf die kurzen Transportwege verweist. Produziert würden die Rohstoffe für die regionale Bauindustrie. Kurze Transportwege seien die Folge.

Jährlich sollen hier 750.000 Kilowattstunden Strom produziert werden.
Jährlich sollen hier 750.000 Kilowattstunden Strom produziert werden.

Weiteres Beispiel in Ilse sei auch das neue Saugschiff, das 200 Tonnen je Stunde aus dem Boden holt: 40 Prozent Material, 60 Prozent Wasser. Genutzt werde Sonar, um den Baggersee „besenrein“ auszukiesen.

Nach Ende der Nutzung durch die Firma Meyer wird ein Landschaftssee entstehen, der im nördlichen Bereich der Naherholung dienen und von Anglern genutzt werden kann. Was dann aus dem Solarpark wird, ist noch nicht bekannt.

Die Abgrabung in Ilse hatte die politischen Gremien in Petershagen seit 2014 beschäftigt, Ende 2016 gab es unter Auflagen (darunter Produktionszeiten von 6 bis 18 Uhr werktags) grünes Licht. Abgebaut wird seit Frühjahr 2017.

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IlseSolarpark Ilse sorgt für Kiesabbau mit SonnenkraftOliver PlögerPetershagen-Ilse (mt). Anfangs hatte Jan-Henrik Meyer über ein Windrad nachgedacht. Doch das produziere Strom vor allem dann, wenn die Produktion im Kieswerk in Ilse eher gering ist. Tendenziell im Winter und nachts, wie Meyer sagt. Die Bauindustrie benötige vor allem im Sommer Material, ein Solarpark passe einfach besser. Der sei – wie die Abgrabung – auf 30 Jahre angelegt und produziere mit 2.700 Modulen jährlich etwa 750.000 Kilowattstunden. Nicht alles wird für die Kiesgewinnung gebraucht, der Rest von etwa 50.000 kwh geht ins Netz. Der Park soll in diesen Tagen freigeschaltet werden, zwei Jahre sind dann seit der ersten Idee vergangen. Jan-Henrik Meyer, Geschäftsführer bei der Heinrich Meyer GmbH, weiß, dass die Kiesabgrabung ein hochsensibler Bereich ist und dass es durchaus auch Kritik aus der Bevölkerung gibt. Die Baubranche braucht Sand und Kies, um Beton und Mörtel herzustellen, andererseits gibt es den massiven Eingriff in die Landschaft. Auch deshalb habe das Unternehmen mehr als 900.000 Euro für den neuen Solarpark investiert, sagt Meyer. Er geht davon aus, dass jährlich 495 Tonnen Kohlendioxid auf diese Weise vermieden werden. Darüber hinaus seien 1,5 Hektar Ackerland neben dem Betriebsgelände der Kiesabgrabung in extensives Grünland umgewandelt worden. Ohne Dünger und Pflanzenschutz. „Wir mähen regelmäßig um die Module herum“, sagt Meyer. Der Zaun habe Lücken für das Niederwild. Unternehmerische Verantwortung, so Meyer weiter, werde an allen vier Standorten der Unternehmensgruppe wahrgenommen. Das Werk Büchenberg werde mit 200.000 kwh Strom aus Photovoltaik betrieben, die Verwaltung mit 30.000 kwh. Auf 50 Hektar gebe es Blühflächen, Agrarumweltmaßnahmen, Uferrandstreifen, Stilllegungen zur Rekultivierung. Zusammengearbeitet werde mit der Unteren Naturschutzbehörde in zwei Bundesländern. „Wir sind immer auf der Suche nach Technologien, die noch mehr Effizienz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit ermöglichen“, sagt Meyer, der auch auf die kurzen Transportwege verweist. Produziert würden die Rohstoffe für die regionale Bauindustrie. Kurze Transportwege seien die Folge. Weiteres Beispiel in Ilse sei auch das neue Saugschiff, das 200 Tonnen je Stunde aus dem Boden holt: 40 Prozent Material, 60 Prozent Wasser. Genutzt werde Sonar, um den Baggersee „besenrein“ auszukiesen. Nach Ende der Nutzung durch die Firma Meyer wird ein Landschaftssee entstehen, der im nördlichen Bereich der Naherholung dienen und von Anglern genutzt werden kann. Was dann aus dem Solarpark wird, ist noch nicht bekannt. Die Abgrabung in Ilse hatte die politischen Gremien in Petershagen seit 2014 beschäftigt, Ende 2016 gab es unter Auflagen (darunter Produktionszeiten von 6 bis 18 Uhr werktags) grünes Licht. Abgebaut wird seit Frühjahr 2017.