Südfelde

Sabine Kruse ist die neue Ortsbürgermeisterin von Südfelde

Oliver Plöger

Freut sich auf das neue Amt: Ortsbürgermeisterin Sabine Kruse (53) kommt sowohl mit Senioren als auch mit jungen Leuten gut zurecht. MT- - © Foto: Oliver Plöger
Freut sich auf das neue Amt: Ortsbürgermeisterin Sabine Kruse (53) kommt sowohl mit Senioren als auch mit jungen Leuten gut zurecht. MT- (© Foto: Oliver Plöger)

Petershagen-Südfelde (mt). Streng genommen ist die neue Ortsbürgermeisterin von Südfelde gar keine Südfelderin. Doch es sind nur ein paar Meter von ihrem Wohnort Friedewalde bis nach Südfelde. Der Ort beginnt gewissermaßen auf der anderen Straßenseite. Was für Sabine Kruse aber noch viel wichtiger ist: Sie fühlt sich als Südfelderin durch und durch, nimmt hier am gesellschaftlichen Leben teil, gestaltet hier ihre Freizeit. Und für Vorgänger Joachim Hurrelmeyer (CDU) stand sowieso fest: „Du bist die beste Nachfolgerin: sozial engagiert, sachlich, analytisch, empathisch, eine, die zupackt.“

Bürgermeister Dieter Blume (CDU) überreichte der 53-Jährigen jetzt die Ernennungsurkunde. Und ja – Sabine Kruse freut sich auf ihr neues Ehrenamt, sagt von sich selbst, dass sie einen guten Draht zu den Senioren hat. Das liege wohl auch an ihrem Beruf in der Verwaltung des Alten- und Pflegeheims Kruse (die Namensgleichheit ist Zufall), aber – und auch das betont sie: „Ich komme gut mit der jüngeren Generation zurecht.“ Weil sie selbst zwei Kinder hat, weil sie an vielen Stellen weiß, wo in Südfelde der Schuh drückt. Beim ÖPNV zum Beispiel. „Eine Katastrophe“, sagt sie. Oder bei der Nahversorgung. Wenn der mobile Laden mal ausfällt, werde es für manche Leute schon schwierig. Welche weiteren Probleme oder Sorgen die Einwohner von Südfelde haben, sollen sie bei Bürgersprechstunden loswerden, die Sabine Kruse ab sofort einrichtet: erstmals am Freitag, 18. Oktober, ab 19 Uhr in der Heimatstube.

An eine Partei sei Sabine Kruse nicht gebunden, direkte politische Erfahrungen habe sie bisher nicht gesammelt. „Aber ich fühle mich einer Partei durchaus nahe“, sagt sie. Und stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Buschke, der an der Feierstunde teilnahm, meinte schmunzelnd: „Das kriegen wir schon hin.“ Buschke freut sich auf das Engagement von Sabine Kruse, auch vor dem Hintergrund, dass es heute gar nicht so leicht sei, Menschen zur politischen Teilhabe zu bewegen. Als Ratschläge gab er der neuen Ortsbürgermeister mit auf den Weg: Auf die Leute in Südfelde zugehen, sich die Probleme anhören, aber auch Kritik an der eigenen Arbeit ernst nehmen. „Wir sind keine Götter“, meinte Buschke.

Sabine Kruse stammt gebürtig aus Petershagen, hatte Groß- und Einzelhandelskauffrau gelernt und war nach der Elternzeit in der Verwaltung des Altenheims gelandet. Ehrenamtlich hatte sie eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin absolviert.

Johannes Hurrelmeyer hatte auf eigenen Wunsch die Segel gestrichen. Gut fünf Jahre war im Amt und erinnerte sich bei der Feierstunde an ein erstes Ortsteilgespräch. „Da fiel mir schon auf, dass der Altersschnitt ziemlich hoch war. Und wenn ich jetzt nach fünf Jahren ehrlich bin, muss ich schon sagen, dass ich selbst ein alter Sack bin.“

Dennoch habe er einen guten Draht zu den Südfeldern gehabt, auch wenn er nicht bei Facebook oder Instagram sei und das auch nicht wolle.

Seine Verdienste um die Ortschaft, so Bürgermeister Dieter Blume (CDU) seien aber unbestritten. Das Dorf habe sich mit Johannes Hurrelmeyer gut weiterentwickelt, neue Akzente wie der Minigolfplatz an der Alten Schule seien dazugekommen.

Hurrelmeyer selbst hatte sich um die Nachfolge bemüht und Sabine Kruse für den wichtigen Posten vorgeschlagen. „Er hat den dicksten Honigquast gerührt“, sagt Kruse, die dann aber gerne zugestimmt habe. Für Petershagen wichtig, denn – so Blume: „Ich will nicht auf Ortsbürgermeister in jeder Ortschaft verzichten.“ Sie seien der erste Kontakt für die Verwaltung, wenn es um Belange vor Ort geht. „Und auch den Bürgern ist es nach wie vor wichtig, einen direkten Ansprechpartner zu haben.“ Ortsbürgermeister spannen laut Blume ein Netz über das gesamte Stadtgebiet und sind Schaltzentrale für Information und Datenaustausch. Blume hält Sabine Kruse für „bestens vernetzt.“

Bleibt noch die Eingabe aus dem jüngsten Haupt- und Planungsausschuss. FDP-Fraktionsvorsitzender Günter Wehmeyer habe ja nichts gegen den Vorschlag, Sabine Kruse zur Ortsbürgermeisterin in Südfelde zu machen, dennoch verwies er auf die Ortsgrenzen, die doch einzuhalten seien. Das, so musste Wehmeyer erfahren, habe die Verwaltung bereits überprüft. Laut Landesrecht sei eine solche Vorgehensweise korrekt. „Landesrecht bricht Stadtrecht“, sagt Hartmut Buss aus der Hauptverwaltung. Dann, so Wehmeyer, müsse der Passus vor Ort aber auch schnell geändert werden. SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp hielt die Diskussion für höchst unerfreulich, zumal sich die Politik um Teilhabe kümmere. „Ist dieses Gremium hier der geeignete Rahmen?“ Karl-Christian Ebeneau (Demokratisches Petershagen) sah die ganze Geschichte gelassen: „Dann hat Friedewalde eben zwei Ortsbürgermeister.“

So wird es aber nicht sein; Sabine Kruse freut sich auf ihr Amt und auf Südfelde. Nur beruflich zieht es sie weiter nach Friedewalde. Seit 23 Jahren arbeitet sie im Altenheim Kruse. Dass ihre Chefin bei der offiziellen Ernennung dabei war und zu den ersten Gratulanten gehörte, freute sie. Das passte ohnehin gut: Margitta Kruse ist stellvertretende Vorsitzende der CDU-Ortsunion in Meßlingen-Südfelde.

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SüdfeldeSabine Kruse ist die neue Ortsbürgermeisterin von SüdfeldeOliver PlögerPetershagen-Südfelde (mt). Streng genommen ist die neue Ortsbürgermeisterin von Südfelde gar keine Südfelderin. Doch es sind nur ein paar Meter von ihrem Wohnort Friedewalde bis nach Südfelde. Der Ort beginnt gewissermaßen auf der anderen Straßenseite. Was für Sabine Kruse aber noch viel wichtiger ist: Sie fühlt sich als Südfelderin durch und durch, nimmt hier am gesellschaftlichen Leben teil, gestaltet hier ihre Freizeit. Und für Vorgänger Joachim Hurrelmeyer (CDU) stand sowieso fest: „Du bist die beste Nachfolgerin: sozial engagiert, sachlich, analytisch, empathisch, eine, die zupackt.“ Bürgermeister Dieter Blume (CDU) überreichte der 53-Jährigen jetzt die Ernennungsurkunde. Und ja – Sabine Kruse freut sich auf ihr neues Ehrenamt, sagt von sich selbst, dass sie einen guten Draht zu den Senioren hat. Das liege wohl auch an ihrem Beruf in der Verwaltung des Alten- und Pflegeheims Kruse (die Namensgleichheit ist Zufall), aber – und auch das betont sie: „Ich komme gut mit der jüngeren Generation zurecht.“ Weil sie selbst zwei Kinder hat, weil sie an vielen Stellen weiß, wo in Südfelde der Schuh drückt. Beim ÖPNV zum Beispiel. „Eine Katastrophe“, sagt sie. Oder bei der Nahversorgung. Wenn der mobile Laden mal ausfällt, werde es für manche Leute schon schwierig. Welche weiteren Probleme oder Sorgen die Einwohner von Südfelde haben, sollen sie bei Bürgersprechstunden loswerden, die Sabine Kruse ab sofort einrichtet: erstmals am Freitag, 18. Oktober, ab 19 Uhr in der Heimatstube. An eine Partei sei Sabine Kruse nicht gebunden, direkte politische Erfahrungen habe sie bisher nicht gesammelt. „Aber ich fühle mich einer Partei durchaus nahe“, sagt sie. Und stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Buschke, der an der Feierstunde teilnahm, meinte schmunzelnd: „Das kriegen wir schon hin.“ Buschke freut sich auf das Engagement von Sabine Kruse, auch vor dem Hintergrund, dass es heute gar nicht so leicht sei, Menschen zur politischen Teilhabe zu bewegen. Als Ratschläge gab er der neuen Ortsbürgermeister mit auf den Weg: Auf die Leute in Südfelde zugehen, sich die Probleme anhören, aber auch Kritik an der eigenen Arbeit ernst nehmen. „Wir sind keine Götter“, meinte Buschke. Sabine Kruse stammt gebürtig aus Petershagen, hatte Groß- und Einzelhandelskauffrau gelernt und war nach der Elternzeit in der Verwaltung des Altenheims gelandet. Ehrenamtlich hatte sie eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin absolviert. Johannes Hurrelmeyer hatte auf eigenen Wunsch die Segel gestrichen. Gut fünf Jahre war im Amt und erinnerte sich bei der Feierstunde an ein erstes Ortsteilgespräch. „Da fiel mir schon auf, dass der Altersschnitt ziemlich hoch war. Und wenn ich jetzt nach fünf Jahren ehrlich bin, muss ich schon sagen, dass ich selbst ein alter Sack bin.“ Dennoch habe er einen guten Draht zu den Südfeldern gehabt, auch wenn er nicht bei Facebook oder Instagram sei und das auch nicht wolle. Seine Verdienste um die Ortschaft, so Bürgermeister Dieter Blume (CDU) seien aber unbestritten. Das Dorf habe sich mit Johannes Hurrelmeyer gut weiterentwickelt, neue Akzente wie der Minigolfplatz an der Alten Schule seien dazugekommen. Hurrelmeyer selbst hatte sich um die Nachfolge bemüht und Sabine Kruse für den wichtigen Posten vorgeschlagen. „Er hat den dicksten Honigquast gerührt“, sagt Kruse, die dann aber gerne zugestimmt habe. Für Petershagen wichtig, denn – so Blume: „Ich will nicht auf Ortsbürgermeister in jeder Ortschaft verzichten.“ Sie seien der erste Kontakt für die Verwaltung, wenn es um Belange vor Ort geht. „Und auch den Bürgern ist es nach wie vor wichtig, einen direkten Ansprechpartner zu haben.“ Ortsbürgermeister spannen laut Blume ein Netz über das gesamte Stadtgebiet und sind Schaltzentrale für Information und Datenaustausch. Blume hält Sabine Kruse für „bestens vernetzt.“ Bleibt noch die Eingabe aus dem jüngsten Haupt- und Planungsausschuss. FDP-Fraktionsvorsitzender Günter Wehmeyer habe ja nichts gegen den Vorschlag, Sabine Kruse zur Ortsbürgermeisterin in Südfelde zu machen, dennoch verwies er auf die Ortsgrenzen, die doch einzuhalten seien. Das, so musste Wehmeyer erfahren, habe die Verwaltung bereits überprüft. Laut Landesrecht sei eine solche Vorgehensweise korrekt. „Landesrecht bricht Stadtrecht“, sagt Hartmut Buss aus der Hauptverwaltung. Dann, so Wehmeyer, müsse der Passus vor Ort aber auch schnell geändert werden. SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp hielt die Diskussion für höchst unerfreulich, zumal sich die Politik um Teilhabe kümmere. „Ist dieses Gremium hier der geeignete Rahmen?“ Karl-Christian Ebeneau (Demokratisches Petershagen) sah die ganze Geschichte gelassen: „Dann hat Friedewalde eben zwei Ortsbürgermeister.“ So wird es aber nicht sein; Sabine Kruse freut sich auf ihr Amt und auf Südfelde. Nur beruflich zieht es sie weiter nach Friedewalde. Seit 23 Jahren arbeitet sie im Altenheim Kruse. Dass ihre Chefin bei der offiziellen Ernennung dabei war und zu den ersten Gratulanten gehörte, freute sie. Das passte ohnehin gut: Margitta Kruse ist stellvertretende Vorsitzende der CDU-Ortsunion in Meßlingen-Südfelde.