Heimsen

Neuer Kapitän im Heringsfängermuseum

Ulrich Westermann

Zur Feier des Tages: Beim „Tag der Heringsfänger“ in Heimsen trat der Shanty-Chor Rehburg-Stadt auf. Fotos: Ulrich Westermann
Zur Feier des Tages: Beim „Tag der Heringsfänger“ in Heimsen trat der Shanty-Chor Rehburg-Stadt auf. Fotos: Ulrich Westermann

Petershagen-Heimsen (Wes). Das Heimat- und Heringsfängermuseum Heimsen hat einen neuen „Kapitän“. Den „Tag der Heringsfänger“ nutzte Kuratoriums-Vorsitzende Marianne Schmitz-Neuland, um den bisherigen Museumsleiter Bernd-Rüdiger Schalm (Windheim) zu verabschieden und dessen Nachfolger Klaus Hildebrand (Eldagsen) zu begrüßen.

Gewählt wurde er einstimmig auf der Kuratoriumssitzung am 19. September. Bernd-Rüdiger Schalm hatte das Leitungsamt vor sieben Jahren übernommen und ist auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Bereits 2012 war für ihn klar: „Im Alter von 75 Jahren trete ich in den Ruhestand“. Nun war es soweit.

In ihrer Laudatio wies Marianne Schmitz-Neuland darauf hin, dass er Grundschulleiter in Petershagen gewesen sei und dem historischen Arbeitskreis in Windheim angehöre. „Nach einer Phase der Überlegung und der selbstgewählten Probezeit wurdest Du dann auf der Kuratoriumssitzung im Herbst 2012 einstimmig zum Museumsleiter gewählt. Ein wahrer Glücksfall. Was Profis über Jahre nicht geschafft haben, bei verschiedenen Aufgaben eine pragmatische, praktische und kostengünstige Lösung zu finden, ist Dir in relativ kurzer Nachdenkphase gelungen“, sagte Schmitz-Neuland. Dabei erinnerte sie an die Herrichtung der Verwaltungs- und Archivräume, die Umsetzung des schon lange gehegten Wunsches nach einer Abteilung „Katastrophen auf See“ in der ehemaligen Lehrerwohnung und die Veröffentlichung der Namen der Heringsfänger, die aus den Dörfern der heimischen Region auf See geblieben oder verschollen sind. Zudem stellte sie die moderne Medienstation, die Darstellung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Heringswanderzug und die Vitrine für die Seemannsvereine heraus.

Die Nachfolge von Bernd-Rüdiger Schalm (Zweiter v. r.) als Leiter des Heringsfängermuseums Heimsen trat Klaus Hildebrand (Zweiter v. l.) an. Ebenfalls an der Feierstunde beteiligt waren Kuratoriumsvorsitzende Marianne Schmitz-Neuland (l.), Bürgermeister Dieter Blume (r.) und die Ehefrau des bisherigen Museumsleiters, Siglinde Schalm.
Die Nachfolge von Bernd-Rüdiger Schalm (Zweiter v. r.) als Leiter des Heringsfängermuseums Heimsen trat Klaus Hildebrand (Zweiter v. l.) an. Ebenfalls an der Feierstunde beteiligt waren Kuratoriumsvorsitzende Marianne Schmitz-Neuland (l.), Bürgermeister Dieter Blume (r.) und die Ehefrau des bisherigen Museumsleiters, Siglinde Schalm.

In seiner bescheidenen Art werde Bernd-Rüdiger Schalm jetzt sicher sagen, dass er das gar nicht alleine geschafft habe. „Es stimmt schon, wir waren und sind ein ausgesprochen gutes Team im Museum, wir haben Arbeitskreise gebildet und Gespräche geführt. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass das Heringsfängermuseum lebendig, modern, abwechslungsreich ist und bleibt und sich zu einem Aushängeschild entwickelt hat“, sagte die Kuratoriums-Vorsitzende. Klar sei aber auch, dass das Museum jemanden brauche, der vorangehe. Und diese Aufgabe habe Bernd-Rüdiger Schalm in den sieben Jahren als verantwortungsbewusster Museumsleiter voll und ganz erfüllt.

Den neuen Museumsleiter Klaus Hildebrand begrüßte sie mit dem Satz „Jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne“. Alle seien sicher, dass auch er mit seinen Vorstellungen und Visionen dem Museum einen weiteren Schwerpunkt hinzufügen werde. „Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit“, bekräftigte Schmitz-Neuland.

Bürgermeister Dieter Blume (CDU) wies darauf hin, dass das Museum über die Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf genieße und sich stets durch neue Ausstellungssegmente und Modernisierungsmaßnahmen weiterentwickelt habe. „Eine besondere Bedeutung kommt der Leitung, um seemännisch zu sprechen, dem Kapitän zu, der das Schiff über die Meere führt“, betonte Blume.

In seiner Vorstellung sprach Klaus Hildebrand von seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer für Mathematik und Physik. Im Laufe der Jahre habe er eine besondere Bindung zum Schiffsmodellbau entwickelt. Der Heringsfang sei ihm bei seinen zahlreichen Besuchen im Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven ein Begriff geworden. So habe er auch gelernt, dass die Mittelweserregion zwischen Preußen, Hannover und Schaumburg-Lippe als Heimat der Heringsfänger gelte.

„Seit 30 Jahren leben wir, meine Familie und ich, in der Stadt Petershagen. Schon sehr bald habe ich erfahren, dass es in Heimsen das Heringsfängermuseum gibt. Bekannte und Freunde, wenn sie von weit weg kamen, fragten dann häufig, wo in der Weser die Heringe gefangen worden sind“, erzählte Hildebrand. In seiner Antwort habe er berichtet, dass sich im 18. und 19. Jahrhundert aus den Hollandgängern von der Mittelweser die Tradition des Heringsfangs entwickelt habe. „In den kommenden Jahren möchte ich mithelfen, dass unser Museum mit seinen Dauerausstellungen über den Heringsfang ein beliebter Anlaufpunkt für alle bleibt, die sich mit der Seefahrt verbunden fühlen“, sagte Hildebrand.

Marianne Schmitz-Neuland überreichte Geschenke an Renate und Heinrich König, die seit zehn Jahren als Hausmeister tätig sind. Musikalisch umrahmt wurde der „Tag der Heringsfänger“ vom Shanty-Chor Rehburg-Stadt.

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HeimsenNeuer Kapitän im HeringsfängermuseumUlrich WestermannPetershagen-Heimsen (Wes). Das Heimat- und Heringsfängermuseum Heimsen hat einen neuen „Kapitän“. Den „Tag der Heringsfänger“ nutzte Kuratoriums-Vorsitzende Marianne Schmitz-Neuland, um den bisherigen Museumsleiter Bernd-Rüdiger Schalm (Windheim) zu verabschieden und dessen Nachfolger Klaus Hildebrand (Eldagsen) zu begrüßen. Gewählt wurde er einstimmig auf der Kuratoriumssitzung am 19. September. Bernd-Rüdiger Schalm hatte das Leitungsamt vor sieben Jahren übernommen und ist auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Bereits 2012 war für ihn klar: „Im Alter von 75 Jahren trete ich in den Ruhestand“. Nun war es soweit. In ihrer Laudatio wies Marianne Schmitz-Neuland darauf hin, dass er Grundschulleiter in Petershagen gewesen sei und dem historischen Arbeitskreis in Windheim angehöre. „Nach einer Phase der Überlegung und der selbstgewählten Probezeit wurdest Du dann auf der Kuratoriumssitzung im Herbst 2012 einstimmig zum Museumsleiter gewählt. Ein wahrer Glücksfall. Was Profis über Jahre nicht geschafft haben, bei verschiedenen Aufgaben eine pragmatische, praktische und kostengünstige Lösung zu finden, ist Dir in relativ kurzer Nachdenkphase gelungen“, sagte Schmitz-Neuland. Dabei erinnerte sie an die Herrichtung der Verwaltungs- und Archivräume, die Umsetzung des schon lange gehegten Wunsches nach einer Abteilung „Katastrophen auf See“ in der ehemaligen Lehrerwohnung und die Veröffentlichung der Namen der Heringsfänger, die aus den Dörfern der heimischen Region auf See geblieben oder verschollen sind. Zudem stellte sie die moderne Medienstation, die Darstellung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Heringswanderzug und die Vitrine für die Seemannsvereine heraus. In seiner bescheidenen Art werde Bernd-Rüdiger Schalm jetzt sicher sagen, dass er das gar nicht alleine geschafft habe. „Es stimmt schon, wir waren und sind ein ausgesprochen gutes Team im Museum, wir haben Arbeitskreise gebildet und Gespräche geführt. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass das Heringsfängermuseum lebendig, modern, abwechslungsreich ist und bleibt und sich zu einem Aushängeschild entwickelt hat“, sagte die Kuratoriums-Vorsitzende. Klar sei aber auch, dass das Museum jemanden brauche, der vorangehe. Und diese Aufgabe habe Bernd-Rüdiger Schalm in den sieben Jahren als verantwortungsbewusster Museumsleiter voll und ganz erfüllt. Den neuen Museumsleiter Klaus Hildebrand begrüßte sie mit dem Satz „Jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne“. Alle seien sicher, dass auch er mit seinen Vorstellungen und Visionen dem Museum einen weiteren Schwerpunkt hinzufügen werde. „Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit“, bekräftigte Schmitz-Neuland. Bürgermeister Dieter Blume (CDU) wies darauf hin, dass das Museum über die Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf genieße und sich stets durch neue Ausstellungssegmente und Modernisierungsmaßnahmen weiterentwickelt habe. „Eine besondere Bedeutung kommt der Leitung, um seemännisch zu sprechen, dem Kapitän zu, der das Schiff über die Meere führt“, betonte Blume. In seiner Vorstellung sprach Klaus Hildebrand von seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer für Mathematik und Physik. Im Laufe der Jahre habe er eine besondere Bindung zum Schiffsmodellbau entwickelt. Der Heringsfang sei ihm bei seinen zahlreichen Besuchen im Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven ein Begriff geworden. So habe er auch gelernt, dass die Mittelweserregion zwischen Preußen, Hannover und Schaumburg-Lippe als Heimat der Heringsfänger gelte. „Seit 30 Jahren leben wir, meine Familie und ich, in der Stadt Petershagen. Schon sehr bald habe ich erfahren, dass es in Heimsen das Heringsfängermuseum gibt. Bekannte und Freunde, wenn sie von weit weg kamen, fragten dann häufig, wo in der Weser die Heringe gefangen worden sind“, erzählte Hildebrand. In seiner Antwort habe er berichtet, dass sich im 18. und 19. Jahrhundert aus den Hollandgängern von der Mittelweser die Tradition des Heringsfangs entwickelt habe. „In den kommenden Jahren möchte ich mithelfen, dass unser Museum mit seinen Dauerausstellungen über den Heringsfang ein beliebter Anlaufpunkt für alle bleibt, die sich mit der Seefahrt verbunden fühlen“, sagte Hildebrand. Marianne Schmitz-Neuland überreichte Geschenke an Renate und Heinrich König, die seit zehn Jahren als Hausmeister tätig sind. Musikalisch umrahmt wurde der „Tag der Heringsfänger“ vom Shanty-Chor Rehburg-Stadt.