Schlüsselburg

Windpark Schlüsselburg soll ab Dezember Strom liefern

Oliver Plöger

Im Bau: eine der Windkraftanlagen im neuen Windpark Schlüsselburg. - © Foto: Thiele Consulting/pr
Im Bau: eine der Windkraftanlagen im neuen Windpark Schlüsselburg. (© Foto: Thiele Consulting/pr)

Petershagen-Schlüsselburg (mt). Die Rotoren für den neuen Windpark Schlüsselburg sollen in der Nacht von Montag auf Dienstag geliefert werden. Auf dem Areal zwischen Schleusenkanal und Landesgrenze zu Niedersachsen entstehen vier Windkraftanlagen, jede 193 Meter hoch. Über den aktuellen Stand informierte jetzt Rolf Thiele von der Thiele-Consulting mit Sitz in Rinteln. Das Unternehmen unterstützt den Investor „Wpd“ als Projektpartner. Die Firma „Wpd“ ist ein in Bremen ansässiger Entwickler, Finanzierer und Betreiber von On- und Offshore-Windparks mit Hauptsitz in Bremen. Weitere ausführende Firma ist der Windenergieanlagenhersteller Enercon.

Bei den vier Anlagen handelt es sich um Windräder des Typs Enercon E-11 E2 mit einer Nennleistung von jeweils 3,2 Megawatt. Die Inbetriebnahme sei für Dezember bis Februar 2020 geplant, so Sprecher Christian Schnibbe von „Wpd“.

Grünes Licht vom Kreis Minden-Lübbecke hatte es bereits im Juli vorigen Jahres gegeben – nach einem ausgesprochen langen Verfahren. Bereits im September 2016 hatte der Petershäger Bau-, Planungs- und Umweltausschuss den Konzentrationsflächen mit insgesamt zehn Hektar zugestimmt, neben Flächen in Wasserstraße und Frille auch jener in Schlüssselburg, die etwa die Größe von zwei Fußballfeldern umfasst. Vor der abschließenden Genehmigung hatte die Bezirksregierung auf die Bedeutung der Weseraue als Leitlinie für den Vogelflug verwiesen, ebenso auf das mögliche Vorkommen „windenergiesensibler Greif- und Großvogelarten.“ Zu diesen Aspekten sollte zunächst ein Gutachten abgewartet werden, hieß es damals. Die Windenergieanlagen befänden sich außerdem teilweise im Überschwemmungsgebiet der Weser. Die im Zuge der Genehmigung aufgestellte Forderung: die Fundamente müssen um zwei Meter höher errichtet werden.

Rolf Thiele: „Aktuell wird die Weserquerung, die Montage des ersten Generatorenhauses und die Anlieferung von drei Rotorblättern vorbereitet.“ Die Baustelle wird über die Kreisstraße 14 erschlossen. Für die Baustellenfahrzeuge wurden in der Marsch befestigte Wege angelegt. Die Unterquerung der Weser sei notwendig, um Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz zu bekommen.

Für die Politik in Petershagen war die Entscheidung, die Fläche in Schlüsselburg zu nutzen, nicht einfach. „Wir geben unsere Zustimmung, weil wir nicht wollen, das überall Einzelanlagen hin kommen“, so damals Wolfgang Riesner (Grüne). CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke hatte zuletzt von einem „Kompromiss“ gesprochen. Rolf Thiele sieht das Verfahren am Ende positiv: „Wir wünschen uns mehr weitsichtige Bürger, Kommunen und Genehmigungsbehörden wie in diesem Projekt.“ Schließlich liefere der Park später grünen Strom für mehr als 10.000 Dreipersonen-Haushalte. Ohnehin sei Schlüsselburg ein positives Beispiel: „Im letzten Halbjahr sind in der ganzen Bundesrepublik nur 86 Windenergieanlagen ans Netz gegangen und zahlreiche Altanlagen zurückgebaut worden.“ Insgesamt sei dies eine besorgniserregende Entwicklung. Denn es gehe, so Thiele weiter, neben dem Klimaschutz um Versorgungssicherheit. Windenergie werde maßgeblich dazu beitragen, „die Versorgungslücke nach Wegfall von Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken zu schließen.“

Der Autor ist erreichbar unter (05 71) 882 264 oder Oliver.Ploeger@MT.de

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

SchlüsselburgWindpark Schlüsselburg soll ab Dezember Strom liefernOliver PlögerPetershagen-Schlüsselburg (mt). Die Rotoren für den neuen Windpark Schlüsselburg sollen in der Nacht von Montag auf Dienstag geliefert werden. Auf dem Areal zwischen Schleusenkanal und Landesgrenze zu Niedersachsen entstehen vier Windkraftanlagen, jede 193 Meter hoch. Über den aktuellen Stand informierte jetzt Rolf Thiele von der Thiele-Consulting mit Sitz in Rinteln. Das Unternehmen unterstützt den Investor „Wpd“ als Projektpartner. Die Firma „Wpd“ ist ein in Bremen ansässiger Entwickler, Finanzierer und Betreiber von On- und Offshore-Windparks mit Hauptsitz in Bremen. Weitere ausführende Firma ist der Windenergieanlagenhersteller Enercon. Bei den vier Anlagen handelt es sich um Windräder des Typs Enercon E-11 E2 mit einer Nennleistung von jeweils 3,2 Megawatt. Die Inbetriebnahme sei für Dezember bis Februar 2020 geplant, so Sprecher Christian Schnibbe von „Wpd“. Grünes Licht vom Kreis Minden-Lübbecke hatte es bereits im Juli vorigen Jahres gegeben – nach einem ausgesprochen langen Verfahren. Bereits im September 2016 hatte der Petershäger Bau-, Planungs- und Umweltausschuss den Konzentrationsflächen mit insgesamt zehn Hektar zugestimmt, neben Flächen in Wasserstraße und Frille auch jener in Schlüssselburg, die etwa die Größe von zwei Fußballfeldern umfasst. Vor der abschließenden Genehmigung hatte die Bezirksregierung auf die Bedeutung der Weseraue als Leitlinie für den Vogelflug verwiesen, ebenso auf das mögliche Vorkommen „windenergiesensibler Greif- und Großvogelarten.“ Zu diesen Aspekten sollte zunächst ein Gutachten abgewartet werden, hieß es damals. Die Windenergieanlagen befänden sich außerdem teilweise im Überschwemmungsgebiet der Weser. Die im Zuge der Genehmigung aufgestellte Forderung: die Fundamente müssen um zwei Meter höher errichtet werden. Rolf Thiele: „Aktuell wird die Weserquerung, die Montage des ersten Generatorenhauses und die Anlieferung von drei Rotorblättern vorbereitet.“ Die Baustelle wird über die Kreisstraße 14 erschlossen. Für die Baustellenfahrzeuge wurden in der Marsch befestigte Wege angelegt. Die Unterquerung der Weser sei notwendig, um Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz zu bekommen. Für die Politik in Petershagen war die Entscheidung, die Fläche in Schlüsselburg zu nutzen, nicht einfach. „Wir geben unsere Zustimmung, weil wir nicht wollen, das überall Einzelanlagen hin kommen“, so damals Wolfgang Riesner (Grüne). CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke hatte zuletzt von einem „Kompromiss“ gesprochen. Rolf Thiele sieht das Verfahren am Ende positiv: „Wir wünschen uns mehr weitsichtige Bürger, Kommunen und Genehmigungsbehörden wie in diesem Projekt.“ Schließlich liefere der Park später grünen Strom für mehr als 10.000 Dreipersonen-Haushalte. Ohnehin sei Schlüsselburg ein positives Beispiel: „Im letzten Halbjahr sind in der ganzen Bundesrepublik nur 86 Windenergieanlagen ans Netz gegangen und zahlreiche Altanlagen zurückgebaut worden.“ Insgesamt sei dies eine besorgniserregende Entwicklung. Denn es gehe, so Thiele weiter, neben dem Klimaschutz um Versorgungssicherheit. Windenergie werde maßgeblich dazu beitragen, „die Versorgungslücke nach Wegfall von Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken zu schließen.“ Der Autor ist erreichbar unter (05 71) 882 264 oder Oliver.Ploeger@MT.de