Petershagen

Ideen für ein Petershagen der Zukunft

Claudia Hyna

Bauamtsleiter Kay Busche (2. von rechts) stellte mit Wilm Quaß und Tania Gianelli (links daneben) die Ideen von Verwaltung und Kommunalplanern vor. - © Claudia Hyna
Bauamtsleiter Kay Busche (2. von rechts) stellte mit Wilm Quaß und Tania Gianelli (links daneben) die Ideen von Verwaltung und Kommunalplanern vor. (© Claudia Hyna)

Petershagen (mt). Freier Blick aufs Schloss, eine Fußgängerbrücke über die Weser, ein neues Gesundheitszentrum: Themen, die Petershagen bewegen, beschäftigten auch die Teilnehmer eines Stadtspaziergangs.

Rund 60 Teilnehmer waren der Einladung der Stadt gefolgt. Sie machten sich mit Bauamtsleiter Kay Busche und den Mitarbeitern der Complan-Kommunalberatung aus Bielefeld in zwei Gruppen auf verschiedenen Routen durch den Ortskern. An zentralen Orten ging es um die Wünsche und Vorstellungen der Einwohner. Die brauchten nicht lange, um warm zu werden, sondern waren gleich mitten drin in den Themen – und sagten sehr deutlich, was Sache ist.

Alte Grundschule

Die städtische Verwaltung, die bisher in zwei Rathäusern in Lahde und Petershagen untergebracht sind, könnte perspektivisch in der ehemaligen Grundschule an der Nachtigallenstraße ihren Platz finden. Diese Idee wurde von den Spaziergängern diskutiert. Er als Lahder hätte nichts dagegen, meinte Volker Steffen aus dem CDU-Stadtverband. Eine Folge davon wäre, dass weitere Flächen frei würden, an denen sich jetzt die Verwaltungsstandorte befinden.

Sportplatz

Der Sportplatz B am Busbahnhof wird von den Vereinen kaum noch genutzt. Hier liegen 6.000 Quadratmeter in bester zentraler Lage quasi brach. Die Stadt könnte sich hier perspektivisch betreutes Wohnen bzw. eine Pflegeeinrichtung vorstellen, sagte Stadt- und Regionalplaner Wilm Quaß (Complan). Genau diese Größe würden solche Einrichtungen suchen. Bauplätze seien in Petershagen ständig gefragt, darauf machte Bauamtsleiter Kay Busche aufmerksam. Das konnte Ortsbürgermeister Wilhelm Lange (CDU) bestätigen. Etwa alle zwei Wochen hätte er Anfragen von Interessierten. Ein Anwohner schlug vor, die Sportplätze vollständig aus dem Zentrum zu entfernen und weiter in die Außenbereiche zu verlegen. Andere Anwohner warfen ein, dass viele Kinder den Platz als Bolzplatz nutzten.

Weserpromenade

Die Weserpromenade sei einer der wichtigsten Wege in Petershagen überhaupt, meinte ein Spaziergänger. Dem schlossen sich die anderen Teilnehmer an. Die Promenade sei nicht nur eine Verbindung für Rad- und Campingplatz-Touristen, sondern für alle Bürger. Wenn die Mühle offen ist, kämen rund 500 Besucher hierher. Die Sitzecke vor dem Jugendgästehaus sei ein Treffpunkt für alle Altersgruppen. „Es vergeht keine halbe Stunde, ohne dass hier jemand sitzt“, sagt der Hausmeister des Besselschen Hofes. Er verweist auf 13.500 Übernachtungen im Jahr und meint: Wir müssen die Promenade weiter entwickeln. Mehr Aufenthaltsqualität an diesem romantischen Ort wünscht sich Complan-Mitarbeiterin Tania Gianelli – auch das fand die Zustimmung der Teilnehmer. Einer sagte: Es muss ja nicht gleich eine Beachbar sein wie in Minden.

Alte Fährstelle

Die alte Fährstelle sei ein schöner Platz für Touristen und Bewohner, meinte Wilm Quaß. Doch wer den Ort nicht kenne, findet ihn nicht, da ein Hinweisschild fehlt. Das sei leicht zu verwirklichen mit einem Wegweiser an der Promenade. Deutlich schwieriger ist die Verbindung der beiden Weserseiten. Brücke, Seilbahn, Fähre, all diese Möglichkeiten wurden diskutiert. Eine Fähre sei sehr personalintensiv, wusste Hermann Humcke vom Fährverein Windheim-Hävern. Bei der Suche nach einer Lösung solle man nicht nur an die Autofahrer denken, so ein Teilnehmer. Die große Brücke etwa sei für Rollstühle oder Rollatoren zu steil. Jörg Borcherding vom Gewerbeverein sieht eine Brücke nicht in unmittelbarer Nähe der Autobrücke, sondern eher am Stauwehrübergang weiter östlich.

Rathausplatz

„Hier fehlt der Blick aufs Schloss“, sagt Volker Steffen am Platz vor dem Rathaus. Direkt hinter der Verwaltung liege der Schlosspark, dorthin solle seiner Meinung nach ein Durchbruch geschaffen werden. Dann würde das Schloss vielleicht wieder für Investoren interessant, da es einen direkten Bezug zur Stadt gebe, meinte er. Er sehe hier jedenfalls kein Gesundheitszentrum. Andere schon: In ganz Petershagen gibt es keinen Kinder- und keinen Augenarzt, sagt eine Anwohnerin. Wichtig sei, dass genügend Parkplätze zur Verfügung stehen.

Neben diesen Vorschlägen der Gruppe Freiraum gab es eine Gruppe, die sich mit dem Stadtbild auseinandersetzte. Im Anschluss wurde an Arbeitstischen in der ehemaligen Grundschule Petershagen weitergearbeitet und Eindrücke zusammengetragen. Die Vorschläge von Stadtplanern und Bürgern sollen nun in Varianten zusammengefasst werden, sagt der Bauamtsleiter. Und weiter: „Wir werden Kompromisse finden müssen.“

Die nächste Planungswerkstatt findet am Donnerstag, 28. November, ab 19 Uhr in der Sekundarschule in Lahde statt. An diesem Abend werden den Bürgerinnen und Bürgern erstmals öffentlich die Ergebnisse der Bestandsanalyse und die Szenarien für die Bereiche „Ortskern Petershagen“ und „Lahde-Nord“ präsentiert und gemeinsam weiter ausgearbeitet. Auch die Ergebnisse des Stadtspaziergangs fließen als Grundlage ein.

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PetershagenIdeen für ein Petershagen der ZukunftClaudia HynaPetershagen (mt). Freier Blick aufs Schloss, eine Fußgängerbrücke über die Weser, ein neues Gesundheitszentrum: Themen, die Petershagen bewegen, beschäftigten auch die Teilnehmer eines Stadtspaziergangs. Rund 60 Teilnehmer waren der Einladung der Stadt gefolgt. Sie machten sich mit Bauamtsleiter Kay Busche und den Mitarbeitern der Complan-Kommunalberatung aus Bielefeld in zwei Gruppen auf verschiedenen Routen durch den Ortskern. An zentralen Orten ging es um die Wünsche und Vorstellungen der Einwohner. Die brauchten nicht lange, um warm zu werden, sondern waren gleich mitten drin in den Themen – und sagten sehr deutlich, was Sache ist. Alte Grundschule Die städtische Verwaltung, die bisher in zwei Rathäusern in Lahde und Petershagen untergebracht sind, könnte perspektivisch in der ehemaligen Grundschule an der Nachtigallenstraße ihren Platz finden. Diese Idee wurde von den Spaziergängern diskutiert. Er als Lahder hätte nichts dagegen, meinte Volker Steffen aus dem CDU-Stadtverband. Eine Folge davon wäre, dass weitere Flächen frei würden, an denen sich jetzt die Verwaltungsstandorte befinden. Sportplatz Der Sportplatz B am Busbahnhof wird von den Vereinen kaum noch genutzt. Hier liegen 6.000 Quadratmeter in bester zentraler Lage quasi brach. Die Stadt könnte sich hier perspektivisch betreutes Wohnen bzw. eine Pflegeeinrichtung vorstellen, sagte Stadt- und Regionalplaner Wilm Quaß (Complan). Genau diese Größe würden solche Einrichtungen suchen. Bauplätze seien in Petershagen ständig gefragt, darauf machte Bauamtsleiter Kay Busche aufmerksam. Das konnte Ortsbürgermeister Wilhelm Lange (CDU) bestätigen. Etwa alle zwei Wochen hätte er Anfragen von Interessierten. Ein Anwohner schlug vor, die Sportplätze vollständig aus dem Zentrum zu entfernen und weiter in die Außenbereiche zu verlegen. Andere Anwohner warfen ein, dass viele Kinder den Platz als Bolzplatz nutzten. Weserpromenade Die Weserpromenade sei einer der wichtigsten Wege in Petershagen überhaupt, meinte ein Spaziergänger. Dem schlossen sich die anderen Teilnehmer an. Die Promenade sei nicht nur eine Verbindung für Rad- und Campingplatz-Touristen, sondern für alle Bürger. Wenn die Mühle offen ist, kämen rund 500 Besucher hierher. Die Sitzecke vor dem Jugendgästehaus sei ein Treffpunkt für alle Altersgruppen. „Es vergeht keine halbe Stunde, ohne dass hier jemand sitzt“, sagt der Hausmeister des Besselschen Hofes. Er verweist auf 13.500 Übernachtungen im Jahr und meint: Wir müssen die Promenade weiter entwickeln. Mehr Aufenthaltsqualität an diesem romantischen Ort wünscht sich Complan-Mitarbeiterin Tania Gianelli – auch das fand die Zustimmung der Teilnehmer. Einer sagte: Es muss ja nicht gleich eine Beachbar sein wie in Minden. Alte Fährstelle Die alte Fährstelle sei ein schöner Platz für Touristen und Bewohner, meinte Wilm Quaß. Doch wer den Ort nicht kenne, findet ihn nicht, da ein Hinweisschild fehlt. Das sei leicht zu verwirklichen mit einem Wegweiser an der Promenade. Deutlich schwieriger ist die Verbindung der beiden Weserseiten. Brücke, Seilbahn, Fähre, all diese Möglichkeiten wurden diskutiert. Eine Fähre sei sehr personalintensiv, wusste Hermann Humcke vom Fährverein Windheim-Hävern. Bei der Suche nach einer Lösung solle man nicht nur an die Autofahrer denken, so ein Teilnehmer. Die große Brücke etwa sei für Rollstühle oder Rollatoren zu steil. Jörg Borcherding vom Gewerbeverein sieht eine Brücke nicht in unmittelbarer Nähe der Autobrücke, sondern eher am Stauwehrübergang weiter östlich. Rathausplatz „Hier fehlt der Blick aufs Schloss“, sagt Volker Steffen am Platz vor dem Rathaus. Direkt hinter der Verwaltung liege der Schlosspark, dorthin solle seiner Meinung nach ein Durchbruch geschaffen werden. Dann würde das Schloss vielleicht wieder für Investoren interessant, da es einen direkten Bezug zur Stadt gebe, meinte er. Er sehe hier jedenfalls kein Gesundheitszentrum. Andere schon: In ganz Petershagen gibt es keinen Kinder- und keinen Augenarzt, sagt eine Anwohnerin. Wichtig sei, dass genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Neben diesen Vorschlägen der Gruppe Freiraum gab es eine Gruppe, die sich mit dem Stadtbild auseinandersetzte. Im Anschluss wurde an Arbeitstischen in der ehemaligen Grundschule Petershagen weitergearbeitet und Eindrücke zusammengetragen. Die Vorschläge von Stadtplanern und Bürgern sollen nun in Varianten zusammengefasst werden, sagt der Bauamtsleiter. Und weiter: „Wir werden Kompromisse finden müssen.“ Die nächste Planungswerkstatt findet am Donnerstag, 28. November, ab 19 Uhr in der Sekundarschule in Lahde statt. An diesem Abend werden den Bürgerinnen und Bürgern erstmals öffentlich die Ergebnisse der Bestandsanalyse und die Szenarien für die Bereiche „Ortskern Petershagen“ und „Lahde-Nord“ präsentiert und gemeinsam weiter ausgearbeitet. Auch die Ergebnisse des Stadtspaziergangs fließen als Grundlage ein.