Petershagen/Bielefeld

Drei Jahre Haft wegen Beihilfe zum Drogenhandel

Nils Middelhauve

Fahnder beschlagnahmten in Ilvese eine Marihuana-Plantage. MT-Archivfoto: Alex Lehn - © Lehn Alexander
Fahnder beschlagnahmten in Ilvese eine Marihuana-Plantage. MT-Archivfoto: Alex Lehn (© Lehn Alexander)

Petershagen/Bielefeld (nim). 45.000 Euro plus ein nicht näher beziffertes Handgeld hatte Bartholomäus F. (Name geändert) im Sommer vergangenen Jahres gezahlt, als er ein ländlich gelegenes Anwesen in Petershagen-Ilvese kaufte. Dieses kann der 50 Jahre alte Mann aus Espelkamp in den Hanfduft geschwängerten Wind schreiben: Weil er den Hof vermietete, damit dort mit seinem Wissen eine professionelle Cannabisplantage errichtet werden konnte, verurteilte das Bielefelder Landgericht Bartholomäus F. zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Das Gehöft zog das Gericht ein, da es sich bei der Immobilie um ein Tatwerkzeug handele.

Anfang dieses Jahres war eine Gruppe von Marihuanadealern ins Visier der niedersächsischen Polizei geraten. Während der Ermittlungen stießen die Beamten auf einen Mann aus Espelkamp, der zwar nicht zu den Dealern gehörte, offenbar aber mit diesen zu tun hatte. Bei einer Hausdurchsuchung in Espelkamp fanden die Ermittler eine Cannabisplantage mit 150 Pflanzen. Diese hatte F. der Dealerbande, davon geht die Justiz aus, zur Verfügung gestellt. Das Verfahren wurde in Hinblick auf die wegen der Hanfplantage in Petershagen zu erwartende Strafe vorläufig eingestellt.

Bei der Hausdurchsuchung in Espelkamp fanden die Beamten eine Stromrechnung für ein Anwesen an der Ilveser Straße in Petershagen – jenes, das F. im August 2018 erworben hatte. Dort stellten die Polizisten am 11. März 2019 in zwei Hallen 32 Kilogramm Marihuana sowie 920 Marihuanapflanzen sicher, dazu Equipment. Bei dieser Plantage habe es sich, so die Kriminalpolizei, hinsichtlich Professionalität und Lukrativität um eine der Top-20-Plantagen in NRW gehandelt.

Bartholomäus F. wurde am selben Tag festgenommen und kam in Untersuchungshaft. In der Verhandlung vor dem Bielefelder Landgericht räumte der nicht vorbestrafte Mann ein, der Dealer-Bande das Gehöft gegen eine Monatsmiete von 1.000 Euro überlassen zu haben – mit dem Wissen, dass dort Cannabis angebaut werden solle. Allerdings habe er den Hof zunächst für eigene Zwecke gekauft. Letzterem folgte das Gericht nicht. Aus Sicht der Kammer hatte F. gezielt nach weiteren Räumen gesucht, um diese der Bande zur Errichtung einer Cannabisplantage zur Verfügung zu stellen.

Zunächst war F. angeklagt, der Betreiber gewesen zu sein – dieser Verdacht erhärtete sich nicht. Keiner der Zeugen hatte ihn nach Erwerb des Grundstücks jemals an der Ilveser Straße gesehen. Stattdessen hatten die Ermittler bei der Durchsuchung Schlafstätten und Zahnbürsten gefunden, die für die Anwesenheit mehrerer Beteiligter sprachen. Das Gericht verurteilte F. wegen der Beihilfe zum Drogenhandel zu drei Jahren und drei Monaten Haft.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Petershagen/BielefeldDrei Jahre Haft wegen Beihilfe zum DrogenhandelNils MiddelhauvePetershagen/Bielefeld (nim). 45.000 Euro plus ein nicht näher beziffertes Handgeld hatte Bartholomäus F. (Name geändert) im Sommer vergangenen Jahres gezahlt, als er ein ländlich gelegenes Anwesen in Petershagen-Ilvese kaufte. Dieses kann der 50 Jahre alte Mann aus Espelkamp in den Hanfduft geschwängerten Wind schreiben: Weil er den Hof vermietete, damit dort mit seinem Wissen eine professionelle Cannabisplantage errichtet werden konnte, verurteilte das Bielefelder Landgericht Bartholomäus F. zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Das Gehöft zog das Gericht ein, da es sich bei der Immobilie um ein Tatwerkzeug handele. Anfang dieses Jahres war eine Gruppe von Marihuanadealern ins Visier der niedersächsischen Polizei geraten. Während der Ermittlungen stießen die Beamten auf einen Mann aus Espelkamp, der zwar nicht zu den Dealern gehörte, offenbar aber mit diesen zu tun hatte. Bei einer Hausdurchsuchung in Espelkamp fanden die Ermittler eine Cannabisplantage mit 150 Pflanzen. Diese hatte F. der Dealerbande, davon geht die Justiz aus, zur Verfügung gestellt. Das Verfahren wurde in Hinblick auf die wegen der Hanfplantage in Petershagen zu erwartende Strafe vorläufig eingestellt. Bei der Hausdurchsuchung in Espelkamp fanden die Beamten eine Stromrechnung für ein Anwesen an der Ilveser Straße in Petershagen – jenes, das F. im August 2018 erworben hatte. Dort stellten die Polizisten am 11. März 2019 in zwei Hallen 32 Kilogramm Marihuana sowie 920 Marihuanapflanzen sicher, dazu Equipment. Bei dieser Plantage habe es sich, so die Kriminalpolizei, hinsichtlich Professionalität und Lukrativität um eine der Top-20-Plantagen in NRW gehandelt. Bartholomäus F. wurde am selben Tag festgenommen und kam in Untersuchungshaft. In der Verhandlung vor dem Bielefelder Landgericht räumte der nicht vorbestrafte Mann ein, der Dealer-Bande das Gehöft gegen eine Monatsmiete von 1.000 Euro überlassen zu haben – mit dem Wissen, dass dort Cannabis angebaut werden solle. Allerdings habe er den Hof zunächst für eigene Zwecke gekauft. Letzterem folgte das Gericht nicht. Aus Sicht der Kammer hatte F. gezielt nach weiteren Räumen gesucht, um diese der Bande zur Errichtung einer Cannabisplantage zur Verfügung zu stellen. Zunächst war F. angeklagt, der Betreiber gewesen zu sein – dieser Verdacht erhärtete sich nicht. Keiner der Zeugen hatte ihn nach Erwerb des Grundstücks jemals an der Ilveser Straße gesehen. Stattdessen hatten die Ermittler bei der Durchsuchung Schlafstätten und Zahnbürsten gefunden, die für die Anwesenheit mehrerer Beteiligter sprachen. Das Gericht verurteilte F. wegen der Beihilfe zum Drogenhandel zu drei Jahren und drei Monaten Haft.