Wasserstraße

Bewohner wollen Schule für Dorfgemeinschaft nutzen

Ulrich Westermann

Um die Zukunft der Grundschule Wasserstraße ging es in einer Bürgerversammlung. - © Foto: Westermann
Um die Zukunft der Grundschule Wasserstraße ging es in einer Bürgerversammlung. (© Foto: Westermann)

Petershagen-Wasserstraße (Wes). Kann ein Teil der Räume von der Dorfgemeinschaft genutzt werden, soll die Stadt Petershagen die Vermarktung übernehmen oder muss ein Abrissbagger ans Werk gehen? In einer Bürgerversammlung ging es jetzt um die Zukunft des früheren Grundschulgebäudes Wasserstraße.

Die Abstimmung war eindeutig: Von 91 Versammlungsteilnehmern waren 89 dafür, die Entwicklung des Gebäudes zum Wohle der Ortschaft voranzutreiben. „Das ist unsere letzte Chance, in Wasserstraße ein Dorfgemeinschaftshaus zu bekommen“, sagte eine Einwohnerin. Dabei geht es nicht um das gesamte frühere Schulgebäude, sondern um das Erdgeschoss auf der Südseite, insgesamt um eine Grundfläche von 300 Quadratmetern – verteilt auf zwei Klassenräume, Lehrerzimmer, Küche, Sanitärbereich sowie Lehrmittel- und Abstellraum. Die Wünsche der Bürger waren vielfältig: Sie reichten von Volkshochschulkursen, Lese-, Bastel- und Handarbeitskreisen, bis zu Jugendtreff, Musikveranstaltungen, Lesungen, Frühschoppen, Theaterabende und zur Aktion „Alt hilft Jung“. Besonders gut kam der Vorschlag an, einen Fitnessraum einzurichten. Hans-Heinrich Rasche sagte: „Lasst es uns anfangen. Es sollte keine Konkurrenz zu anderen Vereinen und Einrichtungen entstehen, sondern ein Zusatzangebot für alle“. Damit sprach er die Räume der Feuerwehr, der Kirchengemeinde und des Sportvereins an.

Die Teilnehmer der Bürgerversammlung stimmten für die weitere Nutzung der alten Grundschule zu Zwecken der Ortschaft. - © Foto: Ulrich Westermann
Die Teilnehmer der Bürgerversammlung stimmten für die weitere Nutzung der alten Grundschule zu Zwecken der Ortschaft. (© Foto: Ulrich Westermann)

Ortsbürgermeister Helmut Hevermann meinte, dass im ehemaligen Lehrerzimmer Ortsbürgermeister-Sprechtage stattfinden könnten. „Die Grundschule bietet bei Bürgerversammlungen Platz für 100 Personen. Bisher fanden diese Treffen im Feuerwehrgerätehaus statt. Dort ist die Personenzahl auf 60 bis 70 begrenzt“, führte er weiter aus. Zudem sagte der Ortsbürgermeister, dass für die zukünftige Nutzung der Grundschule ein Förderverein bzw. -kreis gegründet werden könnte. Für Sanierung und Umgestaltung könnten im übrigen Fördermittel beantragt werden.

Eine Erweiterung auf das Obergeschoss und die weiteren Räumlichkeiten im benachbarten Gebäudeteil sei möglich, wusste er. „Die Stadt gibt uns die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu mieten und für unser Dorf zu nutzen. Denkbar ist, unsere Schule zu einem Dorfgemeinschaftszentrum umzugestalten. Dafür brauchen wir Unterstützung der Wasserstraßer Bürgerinnen und Bürger.“

Die Stadt Petershagen erhebt für das Nutzungsobjekt eine jährliche Betriebskostenpauschale von 1.200 Euro. Die ehemalige Schulhoffläche ist ebenfalls Bestandteil des Vertrages, der auf das komplette Gebäude erweitert werden kann. Dann erhöht sich das Nutzungsentgelt für jeden weiteren Klassenraum um 400 Euro im Jahr.

Wie geht es jetzt weiter? Zunächst wird Helmut Hevermann das positive Signal aus der Bürgerversammlung an die Stadt weitergeben. 18 Personen und die Vorstandsmitglieder der Kulturgemeinschaft erklärten sich bereit, dass sie aktiv daran mitarbeiten möchten, den Leerstand zu beenden und die Entwicklung voranzutreiben. Auch Kinder und Jugendliche sollen eingebunden werden.

Zum Hintergrund: Der Rat der Stadt Petershagen hat in seiner Sitzung im Dezember 2013 beschlossen, in der Gemeinschaftsgrundschule Wasserstraße ab dem Schuljahr 2014/15 keine Eingangsklassen mehr zu bilden und die Einrichtung bis zum Schuljahresende 2015/16 auslaufend aufzulösen. Seitdem steht das Gebäude leer. Der Spiel- und Bolzplatz, die Turnhalle und alle Sporteinrichtungen auf dem Grundstück werden auch nach der Schulschließung weiter von der Stadt unterhalten und für den Vereinssport und weitere Vereinsaktivitäten zur Verfügung gestellt.

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WasserstraßeBewohner wollen Schule für Dorfgemeinschaft nutzenUlrich WestermannPetershagen-Wasserstraße (Wes). Kann ein Teil der Räume von der Dorfgemeinschaft genutzt werden, soll die Stadt Petershagen die Vermarktung übernehmen oder muss ein Abrissbagger ans Werk gehen? In einer Bürgerversammlung ging es jetzt um die Zukunft des früheren Grundschulgebäudes Wasserstraße. Die Abstimmung war eindeutig: Von 91 Versammlungsteilnehmern waren 89 dafür, die Entwicklung des Gebäudes zum Wohle der Ortschaft voranzutreiben. „Das ist unsere letzte Chance, in Wasserstraße ein Dorfgemeinschaftshaus zu bekommen“, sagte eine Einwohnerin. Dabei geht es nicht um das gesamte frühere Schulgebäude, sondern um das Erdgeschoss auf der Südseite, insgesamt um eine Grundfläche von 300 Quadratmetern – verteilt auf zwei Klassenräume, Lehrerzimmer, Küche, Sanitärbereich sowie Lehrmittel- und Abstellraum. Die Wünsche der Bürger waren vielfältig: Sie reichten von Volkshochschulkursen, Lese-, Bastel- und Handarbeitskreisen, bis zu Jugendtreff, Musikveranstaltungen, Lesungen, Frühschoppen, Theaterabende und zur Aktion „Alt hilft Jung“. Besonders gut kam der Vorschlag an, einen Fitnessraum einzurichten. Hans-Heinrich Rasche sagte: „Lasst es uns anfangen. Es sollte keine Konkurrenz zu anderen Vereinen und Einrichtungen entstehen, sondern ein Zusatzangebot für alle“. Damit sprach er die Räume der Feuerwehr, der Kirchengemeinde und des Sportvereins an. Ortsbürgermeister Helmut Hevermann meinte, dass im ehemaligen Lehrerzimmer Ortsbürgermeister-Sprechtage stattfinden könnten. „Die Grundschule bietet bei Bürgerversammlungen Platz für 100 Personen. Bisher fanden diese Treffen im Feuerwehrgerätehaus statt. Dort ist die Personenzahl auf 60 bis 70 begrenzt“, führte er weiter aus. Zudem sagte der Ortsbürgermeister, dass für die zukünftige Nutzung der Grundschule ein Förderverein bzw. -kreis gegründet werden könnte. Für Sanierung und Umgestaltung könnten im übrigen Fördermittel beantragt werden. Eine Erweiterung auf das Obergeschoss und die weiteren Räumlichkeiten im benachbarten Gebäudeteil sei möglich, wusste er. „Die Stadt gibt uns die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu mieten und für unser Dorf zu nutzen. Denkbar ist, unsere Schule zu einem Dorfgemeinschaftszentrum umzugestalten. Dafür brauchen wir Unterstützung der Wasserstraßer Bürgerinnen und Bürger.“ Die Stadt Petershagen erhebt für das Nutzungsobjekt eine jährliche Betriebskostenpauschale von 1.200 Euro. Die ehemalige Schulhoffläche ist ebenfalls Bestandteil des Vertrages, der auf das komplette Gebäude erweitert werden kann. Dann erhöht sich das Nutzungsentgelt für jeden weiteren Klassenraum um 400 Euro im Jahr. Wie geht es jetzt weiter? Zunächst wird Helmut Hevermann das positive Signal aus der Bürgerversammlung an die Stadt weitergeben. 18 Personen und die Vorstandsmitglieder der Kulturgemeinschaft erklärten sich bereit, dass sie aktiv daran mitarbeiten möchten, den Leerstand zu beenden und die Entwicklung voranzutreiben. Auch Kinder und Jugendliche sollen eingebunden werden. Zum Hintergrund: Der Rat der Stadt Petershagen hat in seiner Sitzung im Dezember 2013 beschlossen, in der Gemeinschaftsgrundschule Wasserstraße ab dem Schuljahr 2014/15 keine Eingangsklassen mehr zu bilden und die Einrichtung bis zum Schuljahresende 2015/16 auslaufend aufzulösen. Seitdem steht das Gebäude leer. Der Spiel- und Bolzplatz, die Turnhalle und alle Sporteinrichtungen auf dem Grundstück werden auch nach der Schulschließung weiter von der Stadt unterhalten und für den Vereinssport und weitere Vereinsaktivitäten zur Verfügung gestellt.