Heimsen

Auf Achse: Güterverkehr auf der B482 kontrolliert

Carsten Korfesmeyer

Einsatzleiter Wilfried Bartsch (links) klärt einen Temposünder auf. Der Mann fuhr 79 statt der erlaubten 60 km/h. Ihn erwartet ein Bußgeld.
Einsatzleiter Wilfried Bartsch (links) klärt einen Temposünder auf. Der Mann fuhr 79 statt der erlaubten 60 km/h. Ihn erwartet ein Bußgeld.

Petershagen-Heimsen (mt). Läuft alles glatt, dauert die Kontrolle nur 30 Minuten. In dieser Zeit nehmen die Experten von Polizei, Zoll und Dekra die Lastwagen auf dem Parkplatz „Auf dem Holze“ genau unter die Lupe. Sie achten auf Reifenprofile, Bremsen und darauf, dass die Ladung richtig gesichert ist. Eingelesen werden außerdem die Daten aus den digitalen Kontrollgeräten der Fahrzeuge. Bis zu 28 Tage lässt sich damit verfolgen, ob die Fahrer die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten eingehalten hat. So manche Verstöße kommen so ans Licht.

Einsatzleiter Wilfried Bartsch zeigt am Mittag auf die neonfarbenen Gurte, mit denen Stahlteile auf einem rumänischen 40-Tonner festgezurrt sind. Was der Laie nicht sieht, erkennt das Auge des Gesetzes auf Anhieb. „Die sind ungeeignet“, sagt der 58-Jährige. Sie sitzen nicht richtig fest und dadurch könnte die tonnenschwere Ladung verrutschen. Mehr muss der Hauptkommissar nicht sagen, um die Brisanz deutlich zu machen. Dieser Lastwagen ist ein Risiko und sein Fahrer darf erst wieder starten, wenn er nachgebessert hat.

Die Ladung dieses rumänischen Lastwagen ist nicht fachgerecht gesichert. Die Gurte sind ungeeignet, so dass die transportierten Stahlteile verrutschen könnten. Die Experten von Polizei, Dekra und Zoll stoßen bei den Lkw-Kontrollen am Mittwoch noch auf weitere Verstöße. MT-Fotos: Carsten Korfesmeyer
Die Ladung dieses rumänischen Lastwagen ist nicht fachgerecht gesichert. Die Gurte sind ungeeignet, so dass die transportierten Stahlteile verrutschen könnten. Die Experten von Polizei, Dekra und Zoll stoßen bei den Lkw-Kontrollen am Mittwoch noch auf weitere Verstöße. MT-Fotos: Carsten Korfesmeyer

Die Beamten können nicht jeden Lastwagen auf der hoch frequentierten Bundesstraße 482 hinaus winken. Wer zu schnell unterwegs ist, ist aber ganz sicher dabei. Denn ein paar Kilometer nördlich stehen Polizisten mit der Laserpistole und treffen eine Auswahl. Mit Tempo 79 statt 60 geht beispielsweise ein französischer Trucker ins Netz. Auf englisch erklärt Bartsch dem Mann, dass ihn nun ein Bußgeld und eine Anzeige erwartet. „19 Kilometer pro Stunde zu schnell, wird bei Lastwagen härter geahndet als bei Autos“, erklärt der Hauptkommissar gegenüber dem MT.

Der Vorposten mit der Laserpistole achtet auch auf offensichtliche Mängel oder darauf, ob der Fahrer möglicherweise gerade mit dem Handy daddelt. „Das ist lebensgefährlich“, sagt der Einsatzleiter und stellt klar: Ein Smartphone im Fahrzeug ist zwar erlaubt, man darf es unterwegs nur nicht in die Hand nehmen. Leider würden viele das hohe Unfallrisiko durch diese Ablenkung immer noch unterschätzen.

Bis zu acht Lastwagen werden zeitgleich kontrolliert. Die Fahrer nehmen es weitgehend gelassen. Sie wissen um die Notwendigkeit, kommen aber unter Termindruck. „Ich fahre jetzt weiter nach Lemgo“, sagt Mike Hallmann, der Schüttgut geladen hat. Er ist vergleichsweise schnell zurück auf der Strecke, andere harren länger als eine Stunde aus oder dürfen gar nicht mehr weiter. Der Einsatzleiter weiß, dass der Konkurrenzkampf in der Transportbranche enorm ist und die Fahrer häufig unter einem enormen Zeitdruck sind. Regelmäßige Kontrollen seien aber unverzichtbar. „Sie sehen ja, was wir hier alles entdecken“, sagt der Lübbecker, der seit 1977 bei der Polizei beschäftigt ist.

Gecheckt werden auch Lizenzen, Ladepapiere und sogar Ausweise. „Mit einem Scanner“, sagt Willi Kreft. Das Gerät sei noch relativ neu und könne erkennen, ob Dokumente echt sind. In dem „mobilen Büro“ herrscht die ganze Zeit über Hochbetrieb, erklärt der Mann von der Herforder Polizei, die ihre Mindener Kollegen unterstützt.

Bis zum Nachmittag werden 35 Lastwagen überprüft. Der Zoll schlägt zwei Mal zu und ins Visier der Experten geraten unter anderem noch ein Sattelschlepper mit gepresstem Altpapier. Bei dem aus Nienburg stammenden Fahrzeugs stellt sich heraus, dass es Ladelücken gibt. Erwischt wird auch ein Schrotthändler, der ohne Genehmigung unterwegs war und bei dessen Wagen die Laderampe angebrochen ist. Für staunende Gesichter sorgt ein weiteres Mal der Sattelschlepper aus Rumänien. Mit den neonfarbenen Gurten hatte der Fahrer zwei Pappkartons zwischen Führerhaus und Aufleger festgespannt. Eine gefährliche Eigenkreation, wie Bartsch sagt.

Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 237 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de

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HeimsenAuf Achse: Güterverkehr auf der B482 kontrolliertCarsten KorfesmeyerPetershagen-Heimsen (mt). Läuft alles glatt, dauert die Kontrolle nur 30 Minuten. In dieser Zeit nehmen die Experten von Polizei, Zoll und Dekra die Lastwagen auf dem Parkplatz „Auf dem Holze“ genau unter die Lupe. Sie achten auf Reifenprofile, Bremsen und darauf, dass die Ladung richtig gesichert ist. Eingelesen werden außerdem die Daten aus den digitalen Kontrollgeräten der Fahrzeuge. Bis zu 28 Tage lässt sich damit verfolgen, ob die Fahrer die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten eingehalten hat. So manche Verstöße kommen so ans Licht. Einsatzleiter Wilfried Bartsch zeigt am Mittag auf die neonfarbenen Gurte, mit denen Stahlteile auf einem rumänischen 40-Tonner festgezurrt sind. Was der Laie nicht sieht, erkennt das Auge des Gesetzes auf Anhieb. „Die sind ungeeignet“, sagt der 58-Jährige. Sie sitzen nicht richtig fest und dadurch könnte die tonnenschwere Ladung verrutschen. Mehr muss der Hauptkommissar nicht sagen, um die Brisanz deutlich zu machen. Dieser Lastwagen ist ein Risiko und sein Fahrer darf erst wieder starten, wenn er nachgebessert hat. Die Beamten können nicht jeden Lastwagen auf der hoch frequentierten Bundesstraße 482 hinaus winken. Wer zu schnell unterwegs ist, ist aber ganz sicher dabei. Denn ein paar Kilometer nördlich stehen Polizisten mit der Laserpistole und treffen eine Auswahl. Mit Tempo 79 statt 60 geht beispielsweise ein französischer Trucker ins Netz. Auf englisch erklärt Bartsch dem Mann, dass ihn nun ein Bußgeld und eine Anzeige erwartet. „19 Kilometer pro Stunde zu schnell, wird bei Lastwagen härter geahndet als bei Autos“, erklärt der Hauptkommissar gegenüber dem MT. Der Vorposten mit der Laserpistole achtet auch auf offensichtliche Mängel oder darauf, ob der Fahrer möglicherweise gerade mit dem Handy daddelt. „Das ist lebensgefährlich“, sagt der Einsatzleiter und stellt klar: Ein Smartphone im Fahrzeug ist zwar erlaubt, man darf es unterwegs nur nicht in die Hand nehmen. Leider würden viele das hohe Unfallrisiko durch diese Ablenkung immer noch unterschätzen. Bis zu acht Lastwagen werden zeitgleich kontrolliert. Die Fahrer nehmen es weitgehend gelassen. Sie wissen um die Notwendigkeit, kommen aber unter Termindruck. „Ich fahre jetzt weiter nach Lemgo“, sagt Mike Hallmann, der Schüttgut geladen hat. Er ist vergleichsweise schnell zurück auf der Strecke, andere harren länger als eine Stunde aus oder dürfen gar nicht mehr weiter. Der Einsatzleiter weiß, dass der Konkurrenzkampf in der Transportbranche enorm ist und die Fahrer häufig unter einem enormen Zeitdruck sind. Regelmäßige Kontrollen seien aber unverzichtbar. „Sie sehen ja, was wir hier alles entdecken“, sagt der Lübbecker, der seit 1977 bei der Polizei beschäftigt ist. Gecheckt werden auch Lizenzen, Ladepapiere und sogar Ausweise. „Mit einem Scanner“, sagt Willi Kreft. Das Gerät sei noch relativ neu und könne erkennen, ob Dokumente echt sind. In dem „mobilen Büro“ herrscht die ganze Zeit über Hochbetrieb, erklärt der Mann von der Herforder Polizei, die ihre Mindener Kollegen unterstützt. Bis zum Nachmittag werden 35 Lastwagen überprüft. Der Zoll schlägt zwei Mal zu und ins Visier der Experten geraten unter anderem noch ein Sattelschlepper mit gepresstem Altpapier. Bei dem aus Nienburg stammenden Fahrzeugs stellt sich heraus, dass es Ladelücken gibt. Erwischt wird auch ein Schrotthändler, der ohne Genehmigung unterwegs war und bei dessen Wagen die Laderampe angebrochen ist. Für staunende Gesichter sorgt ein weiteres Mal der Sattelschlepper aus Rumänien. Mit den neonfarbenen Gurten hatte der Fahrer zwei Pappkartons zwischen Führerhaus und Aufleger festgespannt. Eine gefährliche Eigenkreation, wie Bartsch sagt. Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 237 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de