Schlüsselburg

Schlüsselburger Konzerte klingen nach 30 Jahren aus

Volker Knickmeyer

Ausklang der Schlüsselburger Burgkonzerte: Jürgen Hannemann (von rechts), Burgherrin Ellen Svoboda, Kerstin Gaszo, Ortsbürgermeister Jens Baumgartl, Sofia Svoboda, Malte Vief (Gitarre), Jochen Roß (Mandoline) und Joachim Flintzak. - © Foto: Knickmeyer
Ausklang der Schlüsselburger Burgkonzerte: Jürgen Hannemann (von rechts), Burgherrin Ellen Svoboda, Kerstin Gaszo, Ortsbürgermeister Jens Baumgartl, Sofia Svoboda, Malte Vief (Gitarre), Jochen Roß (Mandoline) und Joachim Flintzak. (© Foto: Knickmeyer)

Petershagen-Schlüsselburg (VK). Wenn es am schönsten ist sollte man aufhören – so sagt der Volksmund. Oder eben wenn alle Organisatoren und Mitmacher etwas müde geworden sind. Nach 30 erfolgreichen Jahren und mehr als 60 Konzerten ist nun Schluss mit den klassischen Konzerten im Saal der historischen Schlüsselburg.

Das Duo Jochen Roß (Mandoline) und Malte Vief (Gitarre) gestaltete mit eingängigen Eigenkompositionen den lauschigen Abschlussabend, der mit einem Sektempfang unter alten Bäumen begann. Rund eine Stunde spielte das Duo Stücke, die man als Crossover bezeichnen kann: Mal rockig, mal etwas folkloristisch, stets aber Klangbilder, die man in dieser Form noch nicht kannte. Das Publikum zeigte sich sehr zufrieden mit den Arrangements.

Joachim Flintzak, der die Konzertreihe in den letzten Jahrzehnten seitens der Stadt Petershagen betreute, betonte in seiner Dankesrede dass er immer besonders gern für Schlüsselburg und die Konzerte Kulturarbeit geleistet habe. Seinen Kontakten in die klassische Musikszene war das abwechslungsreiche Programm der letzten Jahrzehnte zu verdanken. Sogar die Nordwestdeutsche Philharmonie war als Quartett einmal vertreten.

Jürgen Hannemann, langjähriger Vorsitzender der mitveranstaltenden Kulturgemeinschaft, erzählte aus den Anfangszeiten der Burgkonzerte: „Es begann 1986 mit den Schlüsselburger Feierlichkeiten zum 650. Ortsjubiläum. Es kam so gut an, dass wir beschlossen, die Konzerte als Reihe fortzuführen.“ Auch die eine oder andere Anekdote hatte er parat: „An einem Abend hatten wir mehr als 1.000 Besucher – eine Ameisenkolonie hatte den Raum gekapert und lief an der Wand lang!“

Den größten Applaus des zahlreich erschienenen Publikums erhielt Burgherrin Ellen Swoboda, sie stellte stets auf eigene Kosten den Veranstaltungsraum der Burg zur Verfügung. Darüber hinaus das gemütliche Kaminzimmer für den gemeinsamen Ausklang bei einem Glas Wein.

Das allererste Konzert fand 1986 im ersten Stock auf dem Flur statt, Sofia Swoboda, Tochter der Burgherrin spielte damals die Trompete.

Jürgen Hannemann und Joachim Flintzak bedankten sich für den Einsatz der Swobodas mit einem Präsent. Die neu gewählte Vorsitzende der Schlüsselburger Kulturgemeinschaft, Kerstin Gaszo, dankte in ihrer Ansprache unter anderem für das Engagement ihres Vorgängers und deutete an, dass es Überlegungen bezüglich anderer musikalischer Aktivitäten gebe – mehr könne sie aber noch nicht verraten. Auch Ortsbürgermeister Jens Baumgartl (CDU) war am Abschlussabend anwesend und nutzte die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch.

Dem treuen Stammpublikum in der Schlüsselburg wird die Konzertreihe fehlen, war sie doch stets Treffpunkt der Klassikfreunde im äußersten Zipfel des Altkreises Minden.

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SchlüsselburgSchlüsselburger Konzerte klingen nach 30 Jahren ausVolker KnickmeyerPetershagen-Schlüsselburg (VK). Wenn es am schönsten ist sollte man aufhören – so sagt der Volksmund. Oder eben wenn alle Organisatoren und Mitmacher etwas müde geworden sind. Nach 30 erfolgreichen Jahren und mehr als 60 Konzerten ist nun Schluss mit den klassischen Konzerten im Saal der historischen Schlüsselburg. Das Duo Jochen Roß (Mandoline) und Malte Vief (Gitarre) gestaltete mit eingängigen Eigenkompositionen den lauschigen Abschlussabend, der mit einem Sektempfang unter alten Bäumen begann. Rund eine Stunde spielte das Duo Stücke, die man als Crossover bezeichnen kann: Mal rockig, mal etwas folkloristisch, stets aber Klangbilder, die man in dieser Form noch nicht kannte. Das Publikum zeigte sich sehr zufrieden mit den Arrangements. Joachim Flintzak, der die Konzertreihe in den letzten Jahrzehnten seitens der Stadt Petershagen betreute, betonte in seiner Dankesrede dass er immer besonders gern für Schlüsselburg und die Konzerte Kulturarbeit geleistet habe. Seinen Kontakten in die klassische Musikszene war das abwechslungsreiche Programm der letzten Jahrzehnte zu verdanken. Sogar die Nordwestdeutsche Philharmonie war als Quartett einmal vertreten. Jürgen Hannemann, langjähriger Vorsitzender der mitveranstaltenden Kulturgemeinschaft, erzählte aus den Anfangszeiten der Burgkonzerte: „Es begann 1986 mit den Schlüsselburger Feierlichkeiten zum 650. Ortsjubiläum. Es kam so gut an, dass wir beschlossen, die Konzerte als Reihe fortzuführen.“ Auch die eine oder andere Anekdote hatte er parat: „An einem Abend hatten wir mehr als 1.000 Besucher – eine Ameisenkolonie hatte den Raum gekapert und lief an der Wand lang!“ Den größten Applaus des zahlreich erschienenen Publikums erhielt Burgherrin Ellen Swoboda, sie stellte stets auf eigene Kosten den Veranstaltungsraum der Burg zur Verfügung. Darüber hinaus das gemütliche Kaminzimmer für den gemeinsamen Ausklang bei einem Glas Wein. Das allererste Konzert fand 1986 im ersten Stock auf dem Flur statt, Sofia Swoboda, Tochter der Burgherrin spielte damals die Trompete. Jürgen Hannemann und Joachim Flintzak bedankten sich für den Einsatz der Swobodas mit einem Präsent. Die neu gewählte Vorsitzende der Schlüsselburger Kulturgemeinschaft, Kerstin Gaszo, dankte in ihrer Ansprache unter anderem für das Engagement ihres Vorgängers und deutete an, dass es Überlegungen bezüglich anderer musikalischer Aktivitäten gebe – mehr könne sie aber noch nicht verraten. Auch Ortsbürgermeister Jens Baumgartl (CDU) war am Abschlussabend anwesend und nutzte die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch. Dem treuen Stammpublikum in der Schlüsselburg wird die Konzertreihe fehlen, war sie doch stets Treffpunkt der Klassikfreunde im äußersten Zipfel des Altkreises Minden.