Petershagen

Ben-David Wiesjahn ist der erste Gemeindepädagoge in Petershagen seit 20 Jahren

Vasco Stemmer

Ben-David Wiesjahn ist einer Partie Billard – wie hier im CVJM-Jugendheim – nie abgeneigt. Hier wird der Pädagoge künftig häufig anzutreffen sein. MT- - © Foto: Vasco Stemmer
Ben-David Wiesjahn ist einer Partie Billard – wie hier im CVJM-Jugendheim – nie abgeneigt. Hier wird der Pädagoge künftig häufig anzutreffen sein. MT- (© Foto: Vasco Stemmer)

Petershagen (mt). Es weht ein frischer Wind durch die evangelische Kirchengemeinde in Petershagen. Seit Anfang des Monats ist mit Ben-David Wiesjahn ein neuer Gemeindepädagoge in Stadt und Amt – der erste seit zwanzig Jahren. Er will die Jugendarbeit der Gemeinde voranbringen, den Menschen einen neuen Zugang zur Religion bieten und den Pfarrer entlasten.

Doch zunächst muss sich Wiesjahn in Petershagen einleben. „Ich gehe nun erstmal durch die Institutionen in der Stadt und lerne alles kennen“, erklärt der gelernte Erzieher und meint damit Schulen, Kindergärten und Jugendgruppen. Auch die einzelnen Kirchengruppen, die nicht primär mit der Jugendarbeit zusammenhängen, sieht er als wichtige Partner an. Im Kreis der Frauenhilfe hat sich Wiesjahn bereits vorgestellt und in den kommenden Wochen will er auch bei den ehrenamtlichen Bürgermeistern der Ortsteile „guten Tag“ sagen. Seiner Wohnung fehle zudem auch noch der letzte Schliff – denn Wiesjahn ist erst Ende August aus Werther im Kreis Gütersloh nach Petershagen gezogen.

Für die pädagogische Arbeit bringt er gute Voraussetzungen mit. Als Erzieher hat er bereits sieben Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Kindertagesstätten sammeln können. Um auch für die theologische Arbeit gerüstet zu sein, absolvierte er zudem eine dreijährige Zusatzausbildung am Johanneum, einer evangelikalen Schule in Wuppertal. Sein erstes Arbeitsjahr in Petershagen absolviert Wiesjahn als Anerkennungsjahr dieser Ausbildung. Deshalb muss er in dieser Zeit auch noch die ein oder andere Facharbeit schreiben. Seine Aufgaben in der Gemeinde soll er trotzdem voll ausfüllen.

Dabei wird er auch Pfarrer Daniel Brüll bei Gottesdiensten unterstützen. Seine Ausbildung erlaubt es Wiesjahn, auch Gottesdienste zu gestalten. Den ersten möchte er zu Erntedank mit der Gemeinde feiern. Zu Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Feier des Abendmahls ist er nicht befugt. „Die Ausbildung ist aber so angelegt, dass da noch Weiterbildungen möglich sind“, erklärt der 31-Jährige.

Auch im Unterricht der Konfirmandinnen und Konfirmanden soll er in Zukunft mitwirken. Dieser gestaltet sich, so Wiesjahn, aber anders als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Ein Grund dafür seien unter anderem die veränderten Schulzeiten, die es nötig machen, mehr an Abenden und Wochenenden mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Als Chance sieht er die Möglichkeit, mit verschiedenen pädagogischen Konzepten zu arbeiten.

Mit seinem Beruf ist Wiesjahn eine öffentliche Person. „Auch wenn ich privat unterwegs bin, werde ich der Gemeindepädagoge sein“, ist sich Wiesjahn darüber im Klaren, dass seine Arbeit nur schwer vom Privatleben zu trennen sein wird. Doch für ihn ist seine Aufgabe ohnehin mehr Berufung als Beruf. „Gott will mich hier haben“, ist sich Wiesjahn sicher. Für die Menschen in seiner Gemeinde will er immer ein offenes Ohr mitbringen.

Zwar ist der Gemeindepädagoge voll und ganz bei der Kirchengemeinde angestellt, den CVJM in Petershagen wird er aber mit seiner Stelle weitreichend unterstützen. Da er selber mit dem Verein aufgewachsen ist, ist dieser ihm eine Herzensangelegenheit. Sein Ziel ist es, wieder eine aktive Jungschar aufzubauen.

Eine weitere wichtige Aufgabe sieht Wiesjahn darin, ehrenamtliche Helfer, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, zu schulen und seine beruflichen Erfahrungen weiterzugeben. So möchte er eine nachhaltig funktionierende Struktur in der Jugendarbeit aufbauen.

„Eigentlich mache ich meinen Beruf gut, wenn ich überflüssig werde“, scherzt der Gemeindepädagoge. Schließlich wären die Kinder in einer Kita auch am glücklichsten, wenn alles ohne das Zutun des Erziehers läuft, so Wiesjahn weiter. Einer Partie Billard mit seinen Schützlingen ist Wiesjahn aber trotzdem nie abgeneigt.

Den Enthusiasmus für seinen Glauben möchte Wiesjahn den Menschen weitergeben. „Die Kirche ist kein verstaubtes Haus und die Bibel ist etwas, das mit dem wahren Leben zu tun hat“, ist sich der Pädagoge sicher. Dabei kommt es ihm auch nicht auf die Konfession, sondern auf den Glauben an Jesus an.

Wiesjahn ist es wichtig, auf Menschen zuzugehen, ihnen zu begegnen und sie mit ihren Fragen und Problemen ernst zu nehmen. Dazu hat er bereits am heutigen Samstag Gelegenheit, wenn er am sich mit der CVJM-Cafeteria ins Getümmel des Altstadtfestes in Petershagen stürzt, bei der Kuchen, Torten und Kaffee angeboten werden.

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PetershagenBen-David Wiesjahn ist der erste Gemeindepädagoge in Petershagen seit 20 JahrenVasco StemmerPetershagen (mt). Es weht ein frischer Wind durch die evangelische Kirchengemeinde in Petershagen. Seit Anfang des Monats ist mit Ben-David Wiesjahn ein neuer Gemeindepädagoge in Stadt und Amt – der erste seit zwanzig Jahren. Er will die Jugendarbeit der Gemeinde voranbringen, den Menschen einen neuen Zugang zur Religion bieten und den Pfarrer entlasten. Doch zunächst muss sich Wiesjahn in Petershagen einleben. „Ich gehe nun erstmal durch die Institutionen in der Stadt und lerne alles kennen“, erklärt der gelernte Erzieher und meint damit Schulen, Kindergärten und Jugendgruppen. Auch die einzelnen Kirchengruppen, die nicht primär mit der Jugendarbeit zusammenhängen, sieht er als wichtige Partner an. Im Kreis der Frauenhilfe hat sich Wiesjahn bereits vorgestellt und in den kommenden Wochen will er auch bei den ehrenamtlichen Bürgermeistern der Ortsteile „guten Tag“ sagen. Seiner Wohnung fehle zudem auch noch der letzte Schliff – denn Wiesjahn ist erst Ende August aus Werther im Kreis Gütersloh nach Petershagen gezogen. Für die pädagogische Arbeit bringt er gute Voraussetzungen mit. Als Erzieher hat er bereits sieben Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Kindertagesstätten sammeln können. Um auch für die theologische Arbeit gerüstet zu sein, absolvierte er zudem eine dreijährige Zusatzausbildung am Johanneum, einer evangelikalen Schule in Wuppertal. Sein erstes Arbeitsjahr in Petershagen absolviert Wiesjahn als Anerkennungsjahr dieser Ausbildung. Deshalb muss er in dieser Zeit auch noch die ein oder andere Facharbeit schreiben. Seine Aufgaben in der Gemeinde soll er trotzdem voll ausfüllen. Dabei wird er auch Pfarrer Daniel Brüll bei Gottesdiensten unterstützen. Seine Ausbildung erlaubt es Wiesjahn, auch Gottesdienste zu gestalten. Den ersten möchte er zu Erntedank mit der Gemeinde feiern. Zu Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Feier des Abendmahls ist er nicht befugt. „Die Ausbildung ist aber so angelegt, dass da noch Weiterbildungen möglich sind“, erklärt der 31-Jährige. Auch im Unterricht der Konfirmandinnen und Konfirmanden soll er in Zukunft mitwirken. Dieser gestaltet sich, so Wiesjahn, aber anders als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Ein Grund dafür seien unter anderem die veränderten Schulzeiten, die es nötig machen, mehr an Abenden und Wochenenden mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Als Chance sieht er die Möglichkeit, mit verschiedenen pädagogischen Konzepten zu arbeiten. Mit seinem Beruf ist Wiesjahn eine öffentliche Person. „Auch wenn ich privat unterwegs bin, werde ich der Gemeindepädagoge sein“, ist sich Wiesjahn darüber im Klaren, dass seine Arbeit nur schwer vom Privatleben zu trennen sein wird. Doch für ihn ist seine Aufgabe ohnehin mehr Berufung als Beruf. „Gott will mich hier haben“, ist sich Wiesjahn sicher. Für die Menschen in seiner Gemeinde will er immer ein offenes Ohr mitbringen. Zwar ist der Gemeindepädagoge voll und ganz bei der Kirchengemeinde angestellt, den CVJM in Petershagen wird er aber mit seiner Stelle weitreichend unterstützen. Da er selber mit dem Verein aufgewachsen ist, ist dieser ihm eine Herzensangelegenheit. Sein Ziel ist es, wieder eine aktive Jungschar aufzubauen. Eine weitere wichtige Aufgabe sieht Wiesjahn darin, ehrenamtliche Helfer, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, zu schulen und seine beruflichen Erfahrungen weiterzugeben. So möchte er eine nachhaltig funktionierende Struktur in der Jugendarbeit aufbauen. „Eigentlich mache ich meinen Beruf gut, wenn ich überflüssig werde“, scherzt der Gemeindepädagoge. Schließlich wären die Kinder in einer Kita auch am glücklichsten, wenn alles ohne das Zutun des Erziehers läuft, so Wiesjahn weiter. Einer Partie Billard mit seinen Schützlingen ist Wiesjahn aber trotzdem nie abgeneigt. Den Enthusiasmus für seinen Glauben möchte Wiesjahn den Menschen weitergeben. „Die Kirche ist kein verstaubtes Haus und die Bibel ist etwas, das mit dem wahren Leben zu tun hat“, ist sich der Pädagoge sicher. Dabei kommt es ihm auch nicht auf die Konfession, sondern auf den Glauben an Jesus an. Wiesjahn ist es wichtig, auf Menschen zuzugehen, ihnen zu begegnen und sie mit ihren Fragen und Problemen ernst zu nehmen. Dazu hat er bereits am heutigen Samstag Gelegenheit, wenn er am sich mit der CVJM-Cafeteria ins Getümmel des Altstadtfestes in Petershagen stürzt, bei der Kuchen, Torten und Kaffee angeboten werden.