Lahde

"80 Prozent Umsatzeinbußen" - Blaualgen sorgen für teure Flaute am Lahder Badesee

Oliver Plöger

Noch immer ist der Lahder Badesee wegen der Blaualgen gesperrt. Das ärgert die Besucher, die beim angesagt schönen Wochenendwetter eigentlich Abkühlung suchen wollten. MT- - © Foto: Oliver Plöger (Archiv)
Noch immer ist der Lahder Badesee wegen der Blaualgen gesperrt. Das ärgert die Besucher, die beim angesagt schönen Wochenendwetter eigentlich Abkühlung suchen wollten. MT- (© Foto: Oliver Plöger (Archiv))

Petershagen-Lahde (mt). Dass der Badesee in Lahde jetzt seit einem Monat „blau“ macht, ist für die Gäste hochgradig ärgerlich und auch für den Betreiber des Bistros zum Problem geworden. Alexander von Eye spricht von 80 Prozent Umsatzeinbußen. Und auch nach der Blaualgen-Untersuchung in dieser Woche gibt es keine Entwarnung. Das beauftragte Institut sprach am Freitag von einer „weiterhin deutlich vorhandenen Belastung.“ Die Häufung sei „mittel bis hoch“, von der Nutzung des Badesees sei weiterhin abzuraten.

„Die Beachbar kann theoretisch ohne Badesee nicht wirtschaftlich überleben. Lahde ist für diesen Standort einfach zu weit ab vom Schuss“, sagt von Eye, und: „Aktuell können wir nur auf gutes Wetter donnerstags hoffen und dort unseren Gästen Afterwork-Events anbieten.“ Die kämen nach wie vor gut an, schaffen es aber nicht, die Verluste durch das Badeverbot zu kompensieren. Solange die Schilder aufgestellt sind, so lange werde es Probleme geben, sagt Alexander von Eye. „Die Blaualgen müssen irgendwie bekämpft werden.“ Und trotz allem: „Wir werden unseren Gästen natürlich trotzdem dieses Jahr einen sicheren Anlaufpunkt an der Bar liefern.“

von Eye1_pl

Auch für die Stadt Petershagen ist die Blaualgen-Problematik ärgerlich, wie Evelyn Hotze aus der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus auf MT-Anfrage mitteilt. Der Kreis prüft derzeit die Möglichkeit einer so genannten Phosphatfällung, wodurch das Gewässer durch die Zugabe von Chemikalien vor Blaualgen geschützt wird. Wichtig sei es für den Badesee, dass das Problem auf lange Sicht gelöst werde. „Im vorigen Jahr hielten sich die Verluste in Grenzen, diesmal dauert das Problem deutlich länger an“, so Evelyn Hotze, die sich auch einen natürlichen Blaugenschutz durch den entsprechenden Fischbesatz vorstellen kann. Das müsste dann auch mit den Anglervereinen und dem Fischereiverein besprochen werden.

Die Phosphatfällung hatte andernorts schon für Schlagzeilen gesorgt. In Münster wollte man den Blaualgen durch die Einspeisung von Eisen-Chlorid an den Kragen, die Inbetriebnahme einer eigens aufgestellten Anlage zur Phosphatausfällung habe ein Umkippen des Sees im heißen Sommer 2018 nicht verhindern können, hieß es dann aber vom BUND. Erst die dann sinkenden Temperaturen hatten dafür gesorgt, dass der Aasee wieder Sauerstoff produzieren konnte. Sinkende Temperaturen wird es in Lahde voraussichtlich nicht geben – am Wochenende soll es wieder schön werden, am Samstag sind Temperaturen bis 29 Grad angesagt.

Alexander von Eye, der auch von kürzeren Zeiten für das Personal spricht, hilft all das in der jetzigen Situation nicht wirklich weiter, aufgeben will er – gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Babur Sahebzadar – allerdings nicht. Dabei hilft ihm auch die Tatsache, dass die beiden Geschäftsleute noch andere Standbeine haben: „Wichtig ist uns, dass wir die Beachbar natürlich weiterhin betreiben, da wir mit unseren anderen Betrieben den aktuellen Verlust ausgleichen können.“ Das Konzept in Lahde sei aber generell an den Badesee gekoppelt. Alexander von Eye: „Es muss eine nachhaltige Dauerlösung in Zukunft gefunden werden.“ Daran arbeitet jetzt auch die Stadt. Bauchschmerzen durch Blaualgen will keiner.

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Lahde"80 Prozent Umsatzeinbußen" - Blaualgen sorgen für teure Flaute am Lahder BadeseeOliver PlögerPetershagen-Lahde (mt). Dass der Badesee in Lahde jetzt seit einem Monat „blau“ macht, ist für die Gäste hochgradig ärgerlich und auch für den Betreiber des Bistros zum Problem geworden. Alexander von Eye spricht von 80 Prozent Umsatzeinbußen. Und auch nach der Blaualgen-Untersuchung in dieser Woche gibt es keine Entwarnung. Das beauftragte Institut sprach am Freitag von einer „weiterhin deutlich vorhandenen Belastung.“ Die Häufung sei „mittel bis hoch“, von der Nutzung des Badesees sei weiterhin abzuraten. „Die Beachbar kann theoretisch ohne Badesee nicht wirtschaftlich überleben. Lahde ist für diesen Standort einfach zu weit ab vom Schuss“, sagt von Eye, und: „Aktuell können wir nur auf gutes Wetter donnerstags hoffen und dort unseren Gästen Afterwork-Events anbieten.“ Die kämen nach wie vor gut an, schaffen es aber nicht, die Verluste durch das Badeverbot zu kompensieren. Solange die Schilder aufgestellt sind, so lange werde es Probleme geben, sagt Alexander von Eye. „Die Blaualgen müssen irgendwie bekämpft werden.“ Und trotz allem: „Wir werden unseren Gästen natürlich trotzdem dieses Jahr einen sicheren Anlaufpunkt an der Bar liefern.“ Auch für die Stadt Petershagen ist die Blaualgen-Problematik ärgerlich, wie Evelyn Hotze aus der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus auf MT-Anfrage mitteilt. Der Kreis prüft derzeit die Möglichkeit einer so genannten Phosphatfällung, wodurch das Gewässer durch die Zugabe von Chemikalien vor Blaualgen geschützt wird. Wichtig sei es für den Badesee, dass das Problem auf lange Sicht gelöst werde. „Im vorigen Jahr hielten sich die Verluste in Grenzen, diesmal dauert das Problem deutlich länger an“, so Evelyn Hotze, die sich auch einen natürlichen Blaugenschutz durch den entsprechenden Fischbesatz vorstellen kann. Das müsste dann auch mit den Anglervereinen und dem Fischereiverein besprochen werden. Die Phosphatfällung hatte andernorts schon für Schlagzeilen gesorgt. In Münster wollte man den Blaualgen durch die Einspeisung von Eisen-Chlorid an den Kragen, die Inbetriebnahme einer eigens aufgestellten Anlage zur Phosphatausfällung habe ein Umkippen des Sees im heißen Sommer 2018 nicht verhindern können, hieß es dann aber vom BUND. Erst die dann sinkenden Temperaturen hatten dafür gesorgt, dass der Aasee wieder Sauerstoff produzieren konnte. Sinkende Temperaturen wird es in Lahde voraussichtlich nicht geben – am Wochenende soll es wieder schön werden, am Samstag sind Temperaturen bis 29 Grad angesagt. Alexander von Eye, der auch von kürzeren Zeiten für das Personal spricht, hilft all das in der jetzigen Situation nicht wirklich weiter, aufgeben will er – gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Babur Sahebzadar – allerdings nicht. Dabei hilft ihm auch die Tatsache, dass die beiden Geschäftsleute noch andere Standbeine haben: „Wichtig ist uns, dass wir die Beachbar natürlich weiterhin betreiben, da wir mit unseren anderen Betrieben den aktuellen Verlust ausgleichen können.“ Das Konzept in Lahde sei aber generell an den Badesee gekoppelt. Alexander von Eye: „Es muss eine nachhaltige Dauerlösung in Zukunft gefunden werden.“ Daran arbeitet jetzt auch die Stadt. Bauchschmerzen durch Blaualgen will keiner. Lesen Sie zu diesem Thema auch „Das ist mir egal“ - Badeverbot am Lahder Badesee schreckt nicht alle Gäste ab