Petershagen

Wogen geglättet: Weserschwimmen beim Wesertag ohne Zoff

Oliver Plöger

Die Schwimmer lassen sich die Weser nicht versalzen, aber auch das Weserschwimmen nicht. Alle Akteure hatten sich vorab an einen Tisch gesetzt. Archivfoto: Ulrich Westermann
Die Schwimmer lassen sich die Weser nicht versalzen, aber auch das Weserschwimmen nicht. Alle Akteure hatten sich vorab an einen Tisch gesetzt. Archivfoto: Ulrich Westermann

Petershagen (mt). Der alljährliche Ärger um das Weserschwimmen gehört wohl der Vergangenheit an. Eingebunden in den Wesertag am kommenden Sonntag und mit einem begrenzten Kontingent an Schwimmern hat der Kreis offenbar keine Probleme mit der Genehmigung einer solchen Veranstaltung. Das entsprechende Schreiben liegt Evelyn Hotze aus der Petershäger Stabsstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus vor. „Und ja, darauf sind wir auch ein wenig stolz“, sagt sie. Denn zur Philosophie der Veranstaltung gehöre es nunmal, Naturschützer an einen Tisch zu bringen – auch wenn die ansonsten nicht immer einer Meinung sind.

Gegenüber dem MT meldete sich auch Harm Ahlers von der Weserschwimmer-Bewegung in Bremerhaven zu Wort, die am gesamten Fluss Schwimmveranstaltungen organisiert. Ahlers spricht für Petershagen nicht mehr vom „Big Jump“, dem Leitwort für den Europäischen Flussbadetag, sondern von einem umweltfreundlichen Weserschwimmen. Weiter weist er auf die begrenzte Teilnehmerzahl hin. Wie Evelyn Hotze bestätigte, sei das Teilnehmerfeld bereits voll – 15 Personen wollen symbolisch auf die Reinhaltung der Flüsse und die Versalzung der Weser aufmerksam machen. Das Teilnehmerfeld schwimmt ab 11 Uhr zwischen den Fährstellen Petershagen und Windheim. Vor Ort ist Rudi Blome für die Organisation verantwortlich, für die Sicherheit der Schwimmer sorgt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus Minden.

Insbesondere seit 2014 war das Weserschwimmen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Dabei hatte sich auch die Bezirksregierung in Detmold eingeschaltet: Die für das Protestschwimmen in Anspruch genommene Weserabschnitt sei Bestandteil des Naturschutzgebietes Weseraue. Dieser Abschnitt zwischen Petershagen und Windheim habe für die Schutz- und Erhaltungsziele des Vogelschutzgebietes auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil er „infolge des parallel verlaufenden Schleusenkanals von der Berufsschifffahrt freigehalten ist.“ Auch die Umweltschutzverbände Nabu und BUND hatten gemeinsam erklärt: „Erneut soll in diesem Jahr im Juli unter dem Deckmantel des Umweltschutzes ein Schwimmen über sieben Kilometer im Vogelschutzgebiet veranstaltet werden.“ Damals hieß es, dass der Endpunkt des Schwimmens im Kernbereich des EG-Vogelschutzgebietes mit der „höchsten ornithologischen Bedeutung“ liege. Schwimmveranstaltungen fanden dennoch statt – teils unter polizeilicher Begleitung oder verlegt nach Porta Westfalica. Sensibel sei der Bereich nach wie vor, die begrenzte Teilnehmerzahl und ein geordneter Veranstaltungsablauf hatte aber laut Hotze für die behördliche Genehmigung gesorgt.

Verschiedene Interessengruppen, so Evelyn Hotze, waren aufeinandergetroffen. Das sollte sich 2019 ändern, alle Akteure sitzen gemeinsam am Tisch und gestalten den Wesertag. Das wird auch beim Statement von Bürgermeister Dieter Blume (CDU) deutlich: Manchmal führe das Engagement für den Weserraum zu unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Konflikten, wenn andere Schwerpunkte gesetzt werden. „Umso wichtiger ist es, sich gegenseitig zu informieren, über die Gründe für Maßnahmen zu sprechen und in den Dialog zu kommen.“ Der erste Wesertag mache deutlich, dass die Akteure bereits in diesen Dialog eingetreten seien.

Geboten wird am Sonntag, 25. August, ein umfassendes Programm, das nicht nur an den Fährstellen Petershagen und Windheim stattfindet, sondern rund ums Storchenmuseum in Windheim, am Ösperhafen und am Schiffsanleger Heisterholz.

Das Programm des ersten Wesertags:

Schiffsanleger Heisterholz: 10 bis 18 Uhr kleine Touren im Zweier-Kajak mit dem Kanu-Klub Petershagen, Führungen auf dem Gelände durch den Förderverein Schiffsanleger, 15 bis 18 Uhr Schnuppern beim Aqua-Fun-Klub/Wasserski.

Fährstellen Petershagen und Windheim: 11 bis 13 Uhr Weserschwimmern zischen den Fährstellen, 10 bis 19 Uhr Fährbetrieb zwischen Hävern und Windheim.

Ösperhafen: 11.15 bis 13.15 Uhr GPS-Bildungstour „Wasserexpedition am Wildbach – Wasser vor Ort und weltweit“ mit der BUND-Ortsgruppe Petershagen.

Rund ums Storchenmuseum in Windheim No 2: 13.30 bis 15 Uhr Fahrradexkursion „Entwicklungsstadien einer Kiesgrube“ mit Dr. Dietmar Meier, 11 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr Segway-Touren mit der Biologischen Station durch die Windheimer/Jösser Marsch, 11 bis 16 Uhr Dorfspaziergang mit Elke Stünkel,11 bis 18 Uhr offene Führungen durch die Kirche Windheim, 13 bis 14.30 Uhr, Live-Musik mit der Feuerwehrkapelle Windheim, 15 bis 18 Uhr, Live-Musik mit Trio Culinare. (plö)

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PetershagenWogen geglättet: Weserschwimmen beim Wesertag ohne ZoffOliver PlögerPetershagen (mt). Der alljährliche Ärger um das Weserschwimmen gehört wohl der Vergangenheit an. Eingebunden in den Wesertag am kommenden Sonntag und mit einem begrenzten Kontingent an Schwimmern hat der Kreis offenbar keine Probleme mit der Genehmigung einer solchen Veranstaltung. Das entsprechende Schreiben liegt Evelyn Hotze aus der Petershäger Stabsstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus vor. „Und ja, darauf sind wir auch ein wenig stolz“, sagt sie. Denn zur Philosophie der Veranstaltung gehöre es nunmal, Naturschützer an einen Tisch zu bringen – auch wenn die ansonsten nicht immer einer Meinung sind. Gegenüber dem MT meldete sich auch Harm Ahlers von der Weserschwimmer-Bewegung in Bremerhaven zu Wort, die am gesamten Fluss Schwimmveranstaltungen organisiert. Ahlers spricht für Petershagen nicht mehr vom „Big Jump“, dem Leitwort für den Europäischen Flussbadetag, sondern von einem umweltfreundlichen Weserschwimmen. Weiter weist er auf die begrenzte Teilnehmerzahl hin. Wie Evelyn Hotze bestätigte, sei das Teilnehmerfeld bereits voll – 15 Personen wollen symbolisch auf die Reinhaltung der Flüsse und die Versalzung der Weser aufmerksam machen. Das Teilnehmerfeld schwimmt ab 11 Uhr zwischen den Fährstellen Petershagen und Windheim. Vor Ort ist Rudi Blome für die Organisation verantwortlich, für die Sicherheit der Schwimmer sorgt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus Minden. Insbesondere seit 2014 war das Weserschwimmen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Dabei hatte sich auch die Bezirksregierung in Detmold eingeschaltet: Die für das Protestschwimmen in Anspruch genommene Weserabschnitt sei Bestandteil des Naturschutzgebietes Weseraue. Dieser Abschnitt zwischen Petershagen und Windheim habe für die Schutz- und Erhaltungsziele des Vogelschutzgebietes auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil er „infolge des parallel verlaufenden Schleusenkanals von der Berufsschifffahrt freigehalten ist.“ Auch die Umweltschutzverbände Nabu und BUND hatten gemeinsam erklärt: „Erneut soll in diesem Jahr im Juli unter dem Deckmantel des Umweltschutzes ein Schwimmen über sieben Kilometer im Vogelschutzgebiet veranstaltet werden.“ Damals hieß es, dass der Endpunkt des Schwimmens im Kernbereich des EG-Vogelschutzgebietes mit der „höchsten ornithologischen Bedeutung“ liege. Schwimmveranstaltungen fanden dennoch statt – teils unter polizeilicher Begleitung oder verlegt nach Porta Westfalica. Sensibel sei der Bereich nach wie vor, die begrenzte Teilnehmerzahl und ein geordneter Veranstaltungsablauf hatte aber laut Hotze für die behördliche Genehmigung gesorgt. Verschiedene Interessengruppen, so Evelyn Hotze, waren aufeinandergetroffen. Das sollte sich 2019 ändern, alle Akteure sitzen gemeinsam am Tisch und gestalten den Wesertag. Das wird auch beim Statement von Bürgermeister Dieter Blume (CDU) deutlich: Manchmal führe das Engagement für den Weserraum zu unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Konflikten, wenn andere Schwerpunkte gesetzt werden. „Umso wichtiger ist es, sich gegenseitig zu informieren, über die Gründe für Maßnahmen zu sprechen und in den Dialog zu kommen.“ Der erste Wesertag mache deutlich, dass die Akteure bereits in diesen Dialog eingetreten seien. Geboten wird am Sonntag, 25. August, ein umfassendes Programm, das nicht nur an den Fährstellen Petershagen und Windheim stattfindet, sondern rund ums Storchenmuseum in Windheim, am Ösperhafen und am Schiffsanleger Heisterholz. Das Programm des ersten Wesertags: Schiffsanleger Heisterholz: 10 bis 18 Uhr kleine Touren im Zweier-Kajak mit dem Kanu-Klub Petershagen, Führungen auf dem Gelände durch den Förderverein Schiffsanleger, 15 bis 18 Uhr Schnuppern beim Aqua-Fun-Klub/Wasserski. Fährstellen Petershagen und Windheim: 11 bis 13 Uhr Weserschwimmern zischen den Fährstellen, 10 bis 19 Uhr Fährbetrieb zwischen Hävern und Windheim. Ösperhafen: 11.15 bis 13.15 Uhr GPS-Bildungstour „Wasserexpedition am Wildbach – Wasser vor Ort und weltweit“ mit der BUND-Ortsgruppe Petershagen. Rund ums Storchenmuseum in Windheim No 2: 13.30 bis 15 Uhr Fahrradexkursion „Entwicklungsstadien einer Kiesgrube“ mit Dr. Dietmar Meier, 11 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr Segway-Touren mit der Biologischen Station durch die Windheimer/Jösser Marsch, 11 bis 16 Uhr Dorfspaziergang mit Elke Stünkel,11 bis 18 Uhr offene Führungen durch die Kirche Windheim, 13 bis 14.30 Uhr, Live-Musik mit der Feuerwehrkapelle Windheim, 15 bis 18 Uhr, Live-Musik mit Trio Culinare. (plö)