Petershagen

DRK feiert die Fusion von den Ortsvereinen Petershagen und Lahde

Oliver Plöger

Der erste Krankenwagen des DRK Lahde. Das Foto entstand 1955. Wer abgebildet ist, müsste noch herausgefunden werden. - © Foto: pr
Der erste Krankenwagen des DRK Lahde. Das Foto entstand 1955. Wer abgebildet ist, müsste noch herausgefunden werden. (© Foto: pr)

Petershagen (mt). Natürlich hatten sich Zweifler zu Wort gemeldet. Leute, die die Fusion der beiden DRK-Vereine kritisch sahen. So beschreibt es Peter Ruhe, mit Joachim Hausdörffer stellvertretender Vorsitzender des „neuen“ Ortsvereins Petershagen/Lahde. Mittlerweile aber habe sich gezeigt: Die Bündelung der Kräfte seit Anfang 2018 hat funktioniert, die Abteilungen arbeiten störungsfrei zusammen, das DRK ist auf 70 Aktive angewachsen, passiv sind 1.500 dabei. „Heute wissen alle, dass der Zusammenschluss der beiden Vereine keine feindliche Übernahme war“, sagt Ruhe, und: Die Furcht, dass sich irgendjemand zurückgesetzt fühlen muss, war unbegründet. Mit einem Tag der offenen Tür soll die Fusion am Sonntag, 1. September, groß gefeiert werden – von 11 bis 17 Uhr im und am DRK-Zentrum Lahde an der Nienburger Straße 37.

Zusammen stark

Gründe für die Fusion habe es viele gegeben, sagt Christian Klöpper, DRK-Urgestein, Schatzmeister und unter anderem auch für den Hausnotruf und den Schulsanitätsdienst zuständig. Immer weniger sind bereit, ein Ehrenamt aktiv zu übernehmen. Und: „Die Aufgaben im DRK sind immer vielfältiger und zeitintensiver geworden. Besonders die Vorschriften im Katastrophenschutz haben sich verändert.“ Der Staat, so Klöpper weiter, ziehe sich immer mehr aus den Aufgaben heraus. Der Druck auf die Ortsvereine sei gewachsen – gemeinsam fühlen sich Petershagen und Lahde heute stärker. Etwa wenn es zu einem Massenanfall von Verletzten kommt.

Hier ist das DRK gefragt

Immer einsatzbereit: Die Rettungssanitäter Detlef Haake und Ina Schneider mit Praktikantin Mia Seele (rechts). Das Fahrzeug ist hochmodern ausgestattet. MT- - © Foto: Oliver Plöger
Immer einsatzbereit: Die Rettungssanitäter Detlef Haake und Ina Schneider mit Praktikantin Mia Seele (rechts). Das Fahrzeug ist hochmodern ausgestattet. MT- (© Foto: Oliver Plöger)

Das DRK ist überall, nicht nur in den 29 Ortschaften, dank alter Kommunal-Aufteilung auch noch in Kutenhausen, Todtenhausen und Stemmer. Die 30 ehrenamtlich Aktiven der Bereitschaft sorgen für Sanitätsdienste bei Veranstaltungen aus Sport und Musik. Weiter im Einsatz sind sie bei den so genannten Großschadensereignissen (wenn viele Menschen betroffen und verletzt sind) und können hier auch Verpflegungstrupps aufstellen. Jugendrotkreuz und Schulsanitätsdienst sind an allen Grundschulen vertreten, als Arbeitsgemeinschaften auch an Sekundarschule und Gymnasium. Hausnotruf und Mobilruf gelten für den gesamten Kreis, die Rettungswache Lahde hat hauptamtliche Kräfte und ist Ausbildungswache. Wichtig ist den DRK-lern auch die Kleiderkammer und die Betreuung der Blutspenden durch den Arbeitskreis Soziales.

Von früher bis heute

1863 ist in Baden-Württemberg die erste Rotkreuz-Gemeinschaft gegründet worden, den Altverein Petershagen gab es laut Ingrid Schäfer, Leiterin des Arbeitskreises Soziales im ehemaligen Ortsverein Petershagen, seit dem 15. Dezember 1885, zuletzt gab es 20 Aktive. Die „Sanitätskolonne Lahde“ riefen 26 Lahder Bürger am 20. Juli 1929 ins Leben. Vorsitzender dieses Zugs war der damalige Gemeindevorsteher Hermann Meier, Lahde Nummer 1. Ebenfalls 1929 entstand der Halbzug Heimsen mit Zugführer Heinrich Wiegmann aus Ilvese. Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß die Sanitätskolonne Bereitschaft, die aus fünf Zügen bestand: Lahde, Windheim, Döhren, Heimsen und Wasserstraße. Eine lockere Zusammenarbeit mit dem DRK Petershagen gab es oft, konkret ab 1984: Der Sanitätszug für den Katastrophenschutz war gemeinsam besetzt. Heute laufen die Fäden im DRK-Zentrum an der Nienburger Straße zusammen. Das DRK-Heim wurde 1992 fertiggestellt. An der Nienburger Straße befindet sich die Kleiderkammer Lahde. Die Kleiderkammer Petershagen, geleitet von Ingrid Schäfer, besteht weiter an der Kirchstraße 3.

Randale im Stadion

Wie die DRK-Chronik aus Lahde berichtet, sollten die Lahder 1989 den Sanitätsdienst bei einem Rockkonzert in Neuenknick durchführen. Doch der Sänger verweigerte den Auftritt, nachdem der Veranstalter mit den Eintrittsgeldern verschwunden war. Die Besucher randalierten im Stadion, erst die Polizei brachte Ordnung ins Chaos. Mehrere Verletzte mussten durch Rettungsdienst und DRK abtransportiert werden. Die Geschichte wird beim Roten Kreuz noch heute erzählt.

Die Fusion feiern

Der Ortsverein Petershagen/Lahde – heute unter Vorsitz von Friedrich Lange aus Wietersheim – will die Fusion am Sonntag, 1. September, mit einem Tag der offenen Tür feiern. Programm an der Nienburger Straße 37 ist von 11 bis 17 Uhr. Vorführungen gibt es von der DRK-Hunderettungsstaffel, die Einsatzfahrzeuge sind ausgestellt, am Blutspendemobil ist die Blutspende möglich. Es gibt eine Hüpfburg und die Teddyklinik für Kinder, zudem Erbsensuppe aus der Feldküche und eine Caféteria. An Infoständen präsentiert das DRK die eigenen Aufgaben, auch Erste Hilfe und Erste Hilfe am Hund und den DRK-Kindergarten Petershagen. Vorstellen wird sich auch das Schlaganfallcafé mit Sigrid Krueger-Young. Vor Ort ist zudem die Kreis-Verkehrswacht Minden-Lübbecke, die Überrollsimulator, Gurtschlitten und den PKW-Fahrsimulator präsentiert.

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PetershagenDRK feiert die Fusion von den Ortsvereinen Petershagen und LahdeOliver PlögerPetershagen (mt). Natürlich hatten sich Zweifler zu Wort gemeldet. Leute, die die Fusion der beiden DRK-Vereine kritisch sahen. So beschreibt es Peter Ruhe, mit Joachim Hausdörffer stellvertretender Vorsitzender des „neuen“ Ortsvereins Petershagen/Lahde. Mittlerweile aber habe sich gezeigt: Die Bündelung der Kräfte seit Anfang 2018 hat funktioniert, die Abteilungen arbeiten störungsfrei zusammen, das DRK ist auf 70 Aktive angewachsen, passiv sind 1.500 dabei. „Heute wissen alle, dass der Zusammenschluss der beiden Vereine keine feindliche Übernahme war“, sagt Ruhe, und: Die Furcht, dass sich irgendjemand zurückgesetzt fühlen muss, war unbegründet. Mit einem Tag der offenen Tür soll die Fusion am Sonntag, 1. September, groß gefeiert werden – von 11 bis 17 Uhr im und am DRK-Zentrum Lahde an der Nienburger Straße 37. Zusammen stark Gründe für die Fusion habe es viele gegeben, sagt Christian Klöpper, DRK-Urgestein, Schatzmeister und unter anderem auch für den Hausnotruf und den Schulsanitätsdienst zuständig. Immer weniger sind bereit, ein Ehrenamt aktiv zu übernehmen. Und: „Die Aufgaben im DRK sind immer vielfältiger und zeitintensiver geworden. Besonders die Vorschriften im Katastrophenschutz haben sich verändert.“ Der Staat, so Klöpper weiter, ziehe sich immer mehr aus den Aufgaben heraus. Der Druck auf die Ortsvereine sei gewachsen – gemeinsam fühlen sich Petershagen und Lahde heute stärker. Etwa wenn es zu einem Massenanfall von Verletzten kommt. Hier ist das DRK gefragt Das DRK ist überall, nicht nur in den 29 Ortschaften, dank alter Kommunal-Aufteilung auch noch in Kutenhausen, Todtenhausen und Stemmer. Die 30 ehrenamtlich Aktiven der Bereitschaft sorgen für Sanitätsdienste bei Veranstaltungen aus Sport und Musik. Weiter im Einsatz sind sie bei den so genannten Großschadensereignissen (wenn viele Menschen betroffen und verletzt sind) und können hier auch Verpflegungstrupps aufstellen. Jugendrotkreuz und Schulsanitätsdienst sind an allen Grundschulen vertreten, als Arbeitsgemeinschaften auch an Sekundarschule und Gymnasium. Hausnotruf und Mobilruf gelten für den gesamten Kreis, die Rettungswache Lahde hat hauptamtliche Kräfte und ist Ausbildungswache. Wichtig ist den DRK-lern auch die Kleiderkammer und die Betreuung der Blutspenden durch den Arbeitskreis Soziales. Von früher bis heute 1863 ist in Baden-Württemberg die erste Rotkreuz-Gemeinschaft gegründet worden, den Altverein Petershagen gab es laut Ingrid Schäfer, Leiterin des Arbeitskreises Soziales im ehemaligen Ortsverein Petershagen, seit dem 15. Dezember 1885, zuletzt gab es 20 Aktive. Die „Sanitätskolonne Lahde“ riefen 26 Lahder Bürger am 20. Juli 1929 ins Leben. Vorsitzender dieses Zugs war der damalige Gemeindevorsteher Hermann Meier, Lahde Nummer 1. Ebenfalls 1929 entstand der Halbzug Heimsen mit Zugführer Heinrich Wiegmann aus Ilvese. Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß die Sanitätskolonne Bereitschaft, die aus fünf Zügen bestand: Lahde, Windheim, Döhren, Heimsen und Wasserstraße. Eine lockere Zusammenarbeit mit dem DRK Petershagen gab es oft, konkret ab 1984: Der Sanitätszug für den Katastrophenschutz war gemeinsam besetzt. Heute laufen die Fäden im DRK-Zentrum an der Nienburger Straße zusammen. Das DRK-Heim wurde 1992 fertiggestellt. An der Nienburger Straße befindet sich die Kleiderkammer Lahde. Die Kleiderkammer Petershagen, geleitet von Ingrid Schäfer, besteht weiter an der Kirchstraße 3. Randale im Stadion Wie die DRK-Chronik aus Lahde berichtet, sollten die Lahder 1989 den Sanitätsdienst bei einem Rockkonzert in Neuenknick durchführen. Doch der Sänger verweigerte den Auftritt, nachdem der Veranstalter mit den Eintrittsgeldern verschwunden war. Die Besucher randalierten im Stadion, erst die Polizei brachte Ordnung ins Chaos. Mehrere Verletzte mussten durch Rettungsdienst und DRK abtransportiert werden. Die Geschichte wird beim Roten Kreuz noch heute erzählt. Die Fusion feiern Der Ortsverein Petershagen/Lahde – heute unter Vorsitz von Friedrich Lange aus Wietersheim – will die Fusion am Sonntag, 1. September, mit einem Tag der offenen Tür feiern. Programm an der Nienburger Straße 37 ist von 11 bis 17 Uhr. Vorführungen gibt es von der DRK-Hunderettungsstaffel, die Einsatzfahrzeuge sind ausgestellt, am Blutspendemobil ist die Blutspende möglich. Es gibt eine Hüpfburg und die Teddyklinik für Kinder, zudem Erbsensuppe aus der Feldküche und eine Caféteria. An Infoständen präsentiert das DRK die eigenen Aufgaben, auch Erste Hilfe und Erste Hilfe am Hund und den DRK-Kindergarten Petershagen. Vorstellen wird sich auch das Schlaganfallcafé mit Sigrid Krueger-Young. Vor Ort ist zudem die Kreis-Verkehrswacht Minden-Lübbecke, die Überrollsimulator, Gurtschlitten und den PKW-Fahrsimulator präsentiert.