Petershagen

SPD Petershagen fordert Glasfaser bis in jedes Haus

Oliver Plöger

Glasfaserkabel bis in wirklich jedes Haus. Welche Möglichkeiten dazu bestehen, soll die Stadt Petershagen noch dieses Jahr ausloten. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa - © Oliver Berg
Glasfaserkabel bis in wirklich jedes Haus. Welche Möglichkeiten dazu bestehen, soll die Stadt Petershagen noch dieses Jahr ausloten. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa (© Oliver Berg)

Petershagen (mt). Der Ausfall von Northern Access hat einmal mehr gezeigt, wie sehr auch die Menschen in Petershagen von der funktionierenden Netz-Stabilität abhängen. Da aber nicht alle Kunden beim Liebenauer Unternehmen sind, das jüngst unter einer Cyber-Attacke leiden musste, dürfte der aktuelle Antrag der Petershäger SPD auf reges Interesse stoßen. Die fordert nämlich die „Durchsetzung einer Glasfaser-Initiative zum Ausbau im gesamten Stadtgebiet Petershagen.“ Mit Erfolg: Nach dem einstimmigen Beschluss im Rat muss die Verwaltung noch im laufenden Jahr „Möglichkeiten und Rahmenbedingungen aufzeigen, um eine Versorgung mit Glasfaseranschlüssen bis ins Haus sicher zu stellen.“ Es könne nicht sein, so SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp am Montag zum MT, dass etwa Bereiche in Meßlingen oder Eldagsen auch künftig unterversorgt sind.

Stand heute ist, dass die ersten Tiefbauarbeiten im ländlichen Bereich im September auch in Petershagen beginnen sollen. Dort könne die Baufirma zügig große Strecken der Glasfasertrasse verlegen, da diese hauptsächlich über Feldwege oder kommunale Straßen verlaufe, hatte Uwe Krabbe erklärt, Geschäftsführender Gesellschafter und technischer Leiter bei Internexio. Das Unternehmen hatte den Zuschlag bekommen und will in vier Jahren kreisweit 15.600 Gebäude ans Netz bringen (das MT berichtete).

Die SPD begrüße den Start des Breitbandausbaus. Es bleiben allerdings weite Teile des Stadtgebiets, in denen es keinen Glasfaser-Ausbau geben wird, so Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp. Gemeint seien die so genannten „grauen“ und „schwarzen Flecken“, also eine Versorgung unter 30 M/bit oder gar keine brauchbare Anbindung. Ziel der Stadt Petershagen sollte es aus Sicht der SPD-Fraktion sein, flächendeckend eine zeitgemäße Breitbandanbindung zu gewährleisten.

Hierzu sei, so wörtlich, schnellstmöglich die Initiative durch die Verwaltung zu ergreifen, um mit potenziellen Anbietern oder Partnern über den Glasfaserausbau bis in die Gebäude zu sprechen und zu verhandeln. Auch weitere Gespräche mit Internexio sollten folgen: Verknüpfungen mit dem Ausbau der „weißen Flecken“ durch das Unternehmen könnten möglich sein. Laut Ellerkamp müssten auch Förderprogramme abgeklopft werden. Zu prüfen sei zudem die kommunale Beteiligung. Auch im Haushalt der Stadt Petershagen sollten Finanzen bereit gehalten werden.

Eine leistungsfähige Breitbandanbindung sei für Privathaushalte, Unternehmen und Einrichtungen heute so bedeutend wie der Anschluss an das Wasser-, Strom- oder Gasnetz, das Telefon- oder das Straßennetz. Laut Ingo Ellerkamp bestehe dringender Handlungsbedarf.

Beim Kreis warfen Antrag und im Rat erfolgter Beschluss am Montag Fragen auf, zumal die Ausschreibung auch für Petershagen bereits abgeschlossen sei. Welche Gebiete genau nicht erschlossen werden, ließ sich zunächst nicht klären. Eine Antwort auf die MT-Anfrage zur Einschätzung des SPD-Antrags ist für Dienstag angekündigt.

Internexio aus Hamburg will den Kreis nach eigenen Angaben von zwei Seiten erschließen. Erste Spatenstiche soll es – neben Petershagen – in Stemwede und Rahden geben.

Voraussetzung für den Anschluss eines Gebäudes ist der Abschluss eines Dienstleistungsvertrages mit Internexio. Die Produktpalette sieht Internet-Dienste von 200 bis 1.000 Mbit/s ab 40 Euro im Monat vor. Wichtig: Jedes Telekommunikationsunternehmen hat den Anspruch auf Zugang zum neu geschaffenen Netz. Damit können Kunden bei ihrem Anbieter bleiben. Voraussetzung dabei sei aber, dass der Anbieter einen Vertrag mit dem ausbauenden Unternehmen abschließt.

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PetershagenSPD Petershagen fordert Glasfaser bis in jedes HausOliver PlögerPetershagen (mt). Der Ausfall von Northern Access hat einmal mehr gezeigt, wie sehr auch die Menschen in Petershagen von der funktionierenden Netz-Stabilität abhängen. Da aber nicht alle Kunden beim Liebenauer Unternehmen sind, das jüngst unter einer Cyber-Attacke leiden musste, dürfte der aktuelle Antrag der Petershäger SPD auf reges Interesse stoßen. Die fordert nämlich die „Durchsetzung einer Glasfaser-Initiative zum Ausbau im gesamten Stadtgebiet Petershagen.“ Mit Erfolg: Nach dem einstimmigen Beschluss im Rat muss die Verwaltung noch im laufenden Jahr „Möglichkeiten und Rahmenbedingungen aufzeigen, um eine Versorgung mit Glasfaseranschlüssen bis ins Haus sicher zu stellen.“ Es könne nicht sein, so SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp am Montag zum MT, dass etwa Bereiche in Meßlingen oder Eldagsen auch künftig unterversorgt sind. Stand heute ist, dass die ersten Tiefbauarbeiten im ländlichen Bereich im September auch in Petershagen beginnen sollen. Dort könne die Baufirma zügig große Strecken der Glasfasertrasse verlegen, da diese hauptsächlich über Feldwege oder kommunale Straßen verlaufe, hatte Uwe Krabbe erklärt, Geschäftsführender Gesellschafter und technischer Leiter bei Internexio. Das Unternehmen hatte den Zuschlag bekommen und will in vier Jahren kreisweit 15.600 Gebäude ans Netz bringen (das MT berichtete). Die SPD begrüße den Start des Breitbandausbaus. Es bleiben allerdings weite Teile des Stadtgebiets, in denen es keinen Glasfaser-Ausbau geben wird, so Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp. Gemeint seien die so genannten „grauen“ und „schwarzen Flecken“, also eine Versorgung unter 30 M/bit oder gar keine brauchbare Anbindung. Ziel der Stadt Petershagen sollte es aus Sicht der SPD-Fraktion sein, flächendeckend eine zeitgemäße Breitbandanbindung zu gewährleisten. Hierzu sei, so wörtlich, schnellstmöglich die Initiative durch die Verwaltung zu ergreifen, um mit potenziellen Anbietern oder Partnern über den Glasfaserausbau bis in die Gebäude zu sprechen und zu verhandeln. Auch weitere Gespräche mit Internexio sollten folgen: Verknüpfungen mit dem Ausbau der „weißen Flecken“ durch das Unternehmen könnten möglich sein. Laut Ellerkamp müssten auch Förderprogramme abgeklopft werden. Zu prüfen sei zudem die kommunale Beteiligung. Auch im Haushalt der Stadt Petershagen sollten Finanzen bereit gehalten werden. Eine leistungsfähige Breitbandanbindung sei für Privathaushalte, Unternehmen und Einrichtungen heute so bedeutend wie der Anschluss an das Wasser-, Strom- oder Gasnetz, das Telefon- oder das Straßennetz. Laut Ingo Ellerkamp bestehe dringender Handlungsbedarf. Beim Kreis warfen Antrag und im Rat erfolgter Beschluss am Montag Fragen auf, zumal die Ausschreibung auch für Petershagen bereits abgeschlossen sei. Welche Gebiete genau nicht erschlossen werden, ließ sich zunächst nicht klären. Eine Antwort auf die MT-Anfrage zur Einschätzung des SPD-Antrags ist für Dienstag angekündigt. Internexio aus Hamburg will den Kreis nach eigenen Angaben von zwei Seiten erschließen. Erste Spatenstiche soll es – neben Petershagen – in Stemwede und Rahden geben. Voraussetzung für den Anschluss eines Gebäudes ist der Abschluss eines Dienstleistungsvertrages mit Internexio. Die Produktpalette sieht Internet-Dienste von 200 bis 1.000 Mbit/s ab 40 Euro im Monat vor. Wichtig: Jedes Telekommunikationsunternehmen hat den Anspruch auf Zugang zum neu geschaffenen Netz. Damit können Kunden bei ihrem Anbieter bleiben. Voraussetzung dabei sei aber, dass der Anbieter einen Vertrag mit dem ausbauenden Unternehmen abschließt.