Heimsen

Heimser bezahlen beim Dorfgemeinschaftsfest mit Talern

Oliver Plöger

Petershagen-Heimsen (mt). Der Dorftaler in Heimsen nimmt Formen an. Ab sofort können die Heimser ihre Spenden auf das Konto der Kulturgilde einzahlen. „Wir kalkulieren für jeden Bewohner einen Euro pro Monat, also zwölf Euro im Jahr, die dann am besten als Dauerauftrag jährlich zum 1. August und pünktlich zum Dorfgemeinschaftsfest auf das Konto der Kulturgilde Heimsen überwiesen werden“, sagt Ortsbürgermeister Olaf Sprick (SPD). Jeder Bewohner erhalte dann fünf Dorftaler im Wert von fünf Euro zurück, die er dann wieder auf den dörflichen Veranstaltungen einsetzen könne. So spende jeder Bewohner nur sieben Euro pro Jahr, also laut Sprick „eine für jeden mögliche Summe“.

Bereits beim Dorfgemeinschaftsfest sollen die Heimser mit dem Dorftaler bezahlen können, hofft Ortsbürgermeister Olaf Sprick. Das Konto sei bereits eingerichtet. MT- - © Foto: Oliver Plöger
Bereits beim Dorfgemeinschaftsfest sollen die Heimser mit dem Dorftaler bezahlen können, hofft Ortsbürgermeister Olaf Sprick. Das Konto sei bereits eingerichtet. MT- (© Foto: Oliver Plöger)

Bewusst haben die Initiatoren – Ortsbürgermeister und örtliche Kulturgilde – die Summe klein gehalten, damit jeder mitmachen kann. Dennoch komme eine lohnende Summe zusammen, wenn sich viele Bewohner beteiligen. 550 seien es in Heimsen, so Sprick. Und: „Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um eine freiwillige Spende für die Ortschaft Heimsen handelt.“

Jeder Bürger könne Wünsche und Anregungen äußern. Die Kulturgilde entscheide dann in der nächsten Sitzung über den Einsatz des Geldes. Denkbar seien Finanzierungen bei Altenfeiern, für das Kinderfest, den Spielplatz, Erhalt und Erweiterung der örtlichen Ruheplätze, Jugendarbeit, Veranstaltungen, Heimser Chronik und generell Anschaffungen für das Dorf.

Sprick nennt ein Beispiel: Bei einer Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern werden 48 Euro pro Jahr eingezahlt. 20 Dorftaler erhält die Familie zurück (5 pro Person) und setzt sie auf den Veranstaltungen wie Dorfgemeinschaftsfest, Fischerhagenfete, Disco, Mühlentage oder Osterfeuer wieder ein. 28 Euro werden dann für einen guten Zweck gespendet. „Das Geld fließt ja wieder in die Ortschaft zurück, so dass wir da alle was von haben, ob jung oder alt. Es soll möglichst für alle Altersgruppen eingesetzt werden“, so der Ortsbürgermeister, der nach der ersten Berichterstattung im MT bereits viel Zuspruch für das Projekt bekommen habe.

Geplant ist, den Taler bereits beim Dorfgemeinschaftsfest vom 14. bis zum 18. August einzusetzen. Dazu kann jetzt der Dauerauftrag auf das Konto der Kulturgilde eingerichtet werden. Möglich sei es auch, ein in Heimsen herausgegebenes Formblatt bei den Mitgliedern der Kulturgilde oder beim Ortsbürgermeister abzugeben. Auf dem Dorfgemeinschaftsfest selbst soll es einen Infostand geben, an dem die Anträge ebenfalls unterschrieben und abgegeben werden können. Dort, so kündigt es Olaf Sprick an, können dann auch die Dorftaler in Empfang genommen werden. Sprick und Günter Damke, Vorsitzender der Kulturgilde, hoffen auf einen durchschlagenden Erfolg des Talers. Die Idee sei bisher wohl einmalig. Und für Heimsen lohne es sich, die Idee aus der Ideenschmiede 2017 weiter auszubauen.

Wichtig ist den Taler-Machern auch die Transparenz des Projekts: Alle Bewohner erhalten regelmäßig in dem Infobrief Kenntnis über den Verbleib und den Einsatz des Dorftalers. Die Währung ist dauerhaft angelegt. Sprick: „Da das Ganze ja eine freiwillige Sache ist, ist es natürlich auch möglich, mehr oder weniger zu spenden. Die Dorftaler verfallen nicht und sind auch in den nächsten Jahren gültig.“

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HeimsenHeimser bezahlen beim Dorfgemeinschaftsfest mit TalernOliver PlögerPetershagen-Heimsen (mt). Der Dorftaler in Heimsen nimmt Formen an. Ab sofort können die Heimser ihre Spenden auf das Konto der Kulturgilde einzahlen. „Wir kalkulieren für jeden Bewohner einen Euro pro Monat, also zwölf Euro im Jahr, die dann am besten als Dauerauftrag jährlich zum 1. August und pünktlich zum Dorfgemeinschaftsfest auf das Konto der Kulturgilde Heimsen überwiesen werden“, sagt Ortsbürgermeister Olaf Sprick (SPD). Jeder Bewohner erhalte dann fünf Dorftaler im Wert von fünf Euro zurück, die er dann wieder auf den dörflichen Veranstaltungen einsetzen könne. So spende jeder Bewohner nur sieben Euro pro Jahr, also laut Sprick „eine für jeden mögliche Summe“. Bewusst haben die Initiatoren – Ortsbürgermeister und örtliche Kulturgilde – die Summe klein gehalten, damit jeder mitmachen kann. Dennoch komme eine lohnende Summe zusammen, wenn sich viele Bewohner beteiligen. 550 seien es in Heimsen, so Sprick. Und: „Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um eine freiwillige Spende für die Ortschaft Heimsen handelt.“ Jeder Bürger könne Wünsche und Anregungen äußern. Die Kulturgilde entscheide dann in der nächsten Sitzung über den Einsatz des Geldes. Denkbar seien Finanzierungen bei Altenfeiern, für das Kinderfest, den Spielplatz, Erhalt und Erweiterung der örtlichen Ruheplätze, Jugendarbeit, Veranstaltungen, Heimser Chronik und generell Anschaffungen für das Dorf. Sprick nennt ein Beispiel: Bei einer Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern werden 48 Euro pro Jahr eingezahlt. 20 Dorftaler erhält die Familie zurück (5 pro Person) und setzt sie auf den Veranstaltungen wie Dorfgemeinschaftsfest, Fischerhagenfete, Disco, Mühlentage oder Osterfeuer wieder ein. 28 Euro werden dann für einen guten Zweck gespendet. „Das Geld fließt ja wieder in die Ortschaft zurück, so dass wir da alle was von haben, ob jung oder alt. Es soll möglichst für alle Altersgruppen eingesetzt werden“, so der Ortsbürgermeister, der nach der ersten Berichterstattung im MT bereits viel Zuspruch für das Projekt bekommen habe. Geplant ist, den Taler bereits beim Dorfgemeinschaftsfest vom 14. bis zum 18. August einzusetzen. Dazu kann jetzt der Dauerauftrag auf das Konto der Kulturgilde eingerichtet werden. Möglich sei es auch, ein in Heimsen herausgegebenes Formblatt bei den Mitgliedern der Kulturgilde oder beim Ortsbürgermeister abzugeben. Auf dem Dorfgemeinschaftsfest selbst soll es einen Infostand geben, an dem die Anträge ebenfalls unterschrieben und abgegeben werden können. Dort, so kündigt es Olaf Sprick an, können dann auch die Dorftaler in Empfang genommen werden. Sprick und Günter Damke, Vorsitzender der Kulturgilde, hoffen auf einen durchschlagenden Erfolg des Talers. Die Idee sei bisher wohl einmalig. Und für Heimsen lohne es sich, die Idee aus der Ideenschmiede 2017 weiter auszubauen. Wichtig ist den Taler-Machern auch die Transparenz des Projekts: Alle Bewohner erhalten regelmäßig in dem Infobrief Kenntnis über den Verbleib und den Einsatz des Dorftalers. Die Währung ist dauerhaft angelegt. Sprick: „Da das Ganze ja eine freiwillige Sache ist, ist es natürlich auch möglich, mehr oder weniger zu spenden. Die Dorftaler verfallen nicht und sind auch in den nächsten Jahren gültig.“