Wasserstraße

MT-Serie "Zu zweit": Jörg Glowienke nimmt Irish Setter Astino mit zum Mammutmarsch

Oliver Plöger

Petershagen-Wasserstraße (mt). Vor knapp 20 Jahren klang „Wandern" noch ziemlich muffig und war höchstens des Müllers Lust. Diese Zeiten haben sich geändert. Heute ist der „Mammutmarsch" eine Marke – Motto: „Am Ende weißt du, dass dich nichts mehr aufhalten kann." Für diese Form der Grenzerfahrung interessiert sich auch Jörg Glowienke aus Wasserstraße, der seit Jahren Distanzläufe absolviert und als Schütze im Biathlon kämpft, aber eben auch (schon vor dem Boom) gerne wandert. Jetzt hat er sich ein neues Ziel gesteckt: den Mammutmarsch am 27. Juli in München. Aufgabe: Hundert Kilometer in 24 Stunden.

Unschlagbares Team: Jörg Glowienke und Astino bereiten sich auf den Mammutmarsch in Bayern vor. MT- - © Foto: Oliver Plöger
Unschlagbares Team: Jörg Glowienke und Astino bereiten sich auf den Mammutmarsch in Bayern vor. MT- (© Foto: Oliver Plöger)

„Ich weiß, dass das heftig ist. Nur ein Drittel der Teilnehmer kommen erfahrungsgemäß ins Ziel", weiß der 45-Jährige und setzt ein wenig ironisch hinzu: „Bei solch einem Ereignis sollte man schon wissen, wie das Wort Wandern geschrieben wird." Seine jahrelange Erfahrung als Sportler in Rehburg und beim TuS Wasserstraße helfen ihm, aber auch die Liebe zur Natur. „Ich habe ganz bewusst den Mammutmarsch in München ausgewählt", sagt Jörg Glowienke, wobei die Stationen tatsächlich an bayrische Reiseprospekte erinnern: Starnberger See, Ammer See, Isartal, Kloster Andechs. Und das wissen auch die Veranstalter, die auf ihrer Einladung texten: „Bayern hat so viel zu bieten, dass es fast unmöglich ist, eine Strecke zu bauen, die nicht atemberaubend ist."

Dabei wird Glowienke vor allem eines brauchen: Atem. Am „Megamarsch" durchs Wesergebirge (MT berichtete) hatte er zwar nicht teilgenommen, aber hier auf eigene Faust eine Probewanderung absolvier: 55 Kilometer auf verschlungenen Wegen von der Schaumburg bis zur Mooshütte. „Das lief gut", sagt er und streichelt Astino. Der sechsjährige Irish Setter sei immer dabei, sagt Jörg Glowienke. „Der kommt auch zu allen Tempoläufen mit." Und natürlich zum Wandern. „Der Hund ist meine Leidenschaft, er gibt mir Kraft und ist auch selbst ein Kraftpaket." Astino sei ein Laufhund. „Der ist dafür geboren", sagt Jörg Glowienke. „Wenn wir bei Wettkämpfen sind, kommt der sofort in den Wettkampfmodus." Auch bei Hundewettkämpfen war Astino schon erfolgreich. Und war dabei, als das Herrchen Deutschland-Cup-Sieger im Biathlon wurde oder Dritter in Clausthal-Zellerfeld.

Knapp 300 Teilnehmer waren beim jüngsten Mammutmarsch in Friesland dabei, wie viele in München mitmarschieren, ist noch nicht bekannt. Hoffentlich erfüllt sich auch ein weiterer Wunsch Glowienkes: „Ich mag die Ruhe während des Laufens, ich mag es, allein mit dem Hund durch den Wald zu rennen, keiner quatscht mich voll." Das sei – neben Astino und der Naturnähe – ohnehin eine der großen Motivationen, überhaupt zu wandern.

Wahrscheinlich werden die Sportler, die erfahrungsgemäß in kleiner werdenden Gruppen marschieren, bald vor allem „mit sich" beschäftigt sein. Hundert Kilometer, das weiß auch Glowienke, gehen psychisch und körperlich an die Grenze. „Ich bin aber ziemlich überzeugt, dass ich es schaffe", sagt der Wasserstraßer, der im Hauptberuf als Fahrer für eine Schlachterei arbeitet.

Hundert Kilometer sei er noch nie gewandert, sagt Jörg Glowienke, der sich natürlich mit den Spielregeln einer solchen Wanderung auseinandersetzt: die richtige Kleidung, die sich schnell an Wetterbedingungen anpasst, sicher auch die Stirnlampe, um nachts nicht die Orientierung zu verlieren, überhaupt Funktionskleidung statt Baumwolle und – ganz wichtig – die richtigen Schuhe. „Hier im Weserbergland hatte ich keine Blasen, das passt schon mal", sagt er. Doping sei natürlich kein Thema, aber die Versorgung mit Kohlenhydraten schon. „Körperlich muss das schon passen", sagt Glowienke, der auch seine regelmäßigen Vorbereitungen für die Biathlon-Wettkämpfe als Schliff für den Mammutmarsch versteht.

Falls er dann doch einen Durchhänger hat und nicht einmal Astino, der natürlich auch mit den passenden Snacks versorgt wird, für den nötigen Schub sorgen kann, gebe es an der Strecke immer wieder Ausstiegspunkte. „Da sind dann Bahnhöfe angegeben", sagt Jörg Glowienke. Und: „Nur wenn du verletzt bist, holen sie dich ab."

Dazu aber soll es nicht kommen, sagt der Wasserstraßer, der auch noch ein paar Tage Urlaub anschließend will. Den, da ist sich auch die Familie einig, haben sich beide dann verdient.

Jörg Glowienke kommt übrigens ursprünglich aus Berlin, ist aber dann durch die Bundeswehr hier in Petershagen „hängen geblieben", wie er sagt. Ohnehin: „Ich wollte immer aus Berlin weg, die große Stadt ist nichts für mich." Wasserstraße hingegen sei genau richtig. Außerdem habe er hier zuhause mit einem Swimmingpool im Garten ohnehin die besten Trainingsbedingungen für den Mammutmarsch mit Alpenpanorama. Das sieht bestimmt auch Astino so.

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WasserstraßeMT-Serie "Zu zweit": Jörg Glowienke nimmt Irish Setter Astino mit zum MammutmarschOliver PlögerPetershagen-Wasserstraße (mt). Vor knapp 20 Jahren klang „Wandern" noch ziemlich muffig und war höchstens des Müllers Lust. Diese Zeiten haben sich geändert. Heute ist der „Mammutmarsch" eine Marke – Motto: „Am Ende weißt du, dass dich nichts mehr aufhalten kann." Für diese Form der Grenzerfahrung interessiert sich auch Jörg Glowienke aus Wasserstraße, der seit Jahren Distanzläufe absolviert und als Schütze im Biathlon kämpft, aber eben auch (schon vor dem Boom) gerne wandert. Jetzt hat er sich ein neues Ziel gesteckt: den Mammutmarsch am 27. Juli in München. Aufgabe: Hundert Kilometer in 24 Stunden. „Ich weiß, dass das heftig ist. Nur ein Drittel der Teilnehmer kommen erfahrungsgemäß ins Ziel", weiß der 45-Jährige und setzt ein wenig ironisch hinzu: „Bei solch einem Ereignis sollte man schon wissen, wie das Wort Wandern geschrieben wird." Seine jahrelange Erfahrung als Sportler in Rehburg und beim TuS Wasserstraße helfen ihm, aber auch die Liebe zur Natur. „Ich habe ganz bewusst den Mammutmarsch in München ausgewählt", sagt Jörg Glowienke, wobei die Stationen tatsächlich an bayrische Reiseprospekte erinnern: Starnberger See, Ammer See, Isartal, Kloster Andechs. Und das wissen auch die Veranstalter, die auf ihrer Einladung texten: „Bayern hat so viel zu bieten, dass es fast unmöglich ist, eine Strecke zu bauen, die nicht atemberaubend ist." Dabei wird Glowienke vor allem eines brauchen: Atem. Am „Megamarsch" durchs Wesergebirge (MT berichtete) hatte er zwar nicht teilgenommen, aber hier auf eigene Faust eine Probewanderung absolvier: 55 Kilometer auf verschlungenen Wegen von der Schaumburg bis zur Mooshütte. „Das lief gut", sagt er und streichelt Astino. Der sechsjährige Irish Setter sei immer dabei, sagt Jörg Glowienke. „Der kommt auch zu allen Tempoläufen mit." Und natürlich zum Wandern. „Der Hund ist meine Leidenschaft, er gibt mir Kraft und ist auch selbst ein Kraftpaket." Astino sei ein Laufhund. „Der ist dafür geboren", sagt Jörg Glowienke. „Wenn wir bei Wettkämpfen sind, kommt der sofort in den Wettkampfmodus." Auch bei Hundewettkämpfen war Astino schon erfolgreich. Und war dabei, als das Herrchen Deutschland-Cup-Sieger im Biathlon wurde oder Dritter in Clausthal-Zellerfeld. Knapp 300 Teilnehmer waren beim jüngsten Mammutmarsch in Friesland dabei, wie viele in München mitmarschieren, ist noch nicht bekannt. Hoffentlich erfüllt sich auch ein weiterer Wunsch Glowienkes: „Ich mag die Ruhe während des Laufens, ich mag es, allein mit dem Hund durch den Wald zu rennen, keiner quatscht mich voll." Das sei – neben Astino und der Naturnähe – ohnehin eine der großen Motivationen, überhaupt zu wandern. Wahrscheinlich werden die Sportler, die erfahrungsgemäß in kleiner werdenden Gruppen marschieren, bald vor allem „mit sich" beschäftigt sein. Hundert Kilometer, das weiß auch Glowienke, gehen psychisch und körperlich an die Grenze. „Ich bin aber ziemlich überzeugt, dass ich es schaffe", sagt der Wasserstraßer, der im Hauptberuf als Fahrer für eine Schlachterei arbeitet. Hundert Kilometer sei er noch nie gewandert, sagt Jörg Glowienke, der sich natürlich mit den Spielregeln einer solchen Wanderung auseinandersetzt: die richtige Kleidung, die sich schnell an Wetterbedingungen anpasst, sicher auch die Stirnlampe, um nachts nicht die Orientierung zu verlieren, überhaupt Funktionskleidung statt Baumwolle und – ganz wichtig – die richtigen Schuhe. „Hier im Weserbergland hatte ich keine Blasen, das passt schon mal", sagt er. Doping sei natürlich kein Thema, aber die Versorgung mit Kohlenhydraten schon. „Körperlich muss das schon passen", sagt Glowienke, der auch seine regelmäßigen Vorbereitungen für die Biathlon-Wettkämpfe als Schliff für den Mammutmarsch versteht. Falls er dann doch einen Durchhänger hat und nicht einmal Astino, der natürlich auch mit den passenden Snacks versorgt wird, für den nötigen Schub sorgen kann, gebe es an der Strecke immer wieder Ausstiegspunkte. „Da sind dann Bahnhöfe angegeben", sagt Jörg Glowienke. Und: „Nur wenn du verletzt bist, holen sie dich ab." Dazu aber soll es nicht kommen, sagt der Wasserstraßer, der auch noch ein paar Tage Urlaub anschließend will. Den, da ist sich auch die Familie einig, haben sich beide dann verdient. Jörg Glowienke kommt übrigens ursprünglich aus Berlin, ist aber dann durch die Bundeswehr hier in Petershagen „hängen geblieben", wie er sagt. Ohnehin: „Ich wollte immer aus Berlin weg, die große Stadt ist nichts für mich." Wasserstraße hingegen sei genau richtig. Außerdem habe er hier zuhause mit einem Swimmingpool im Garten ohnehin die besten Trainingsbedingungen für den Mammutmarsch mit Alpenpanorama. Das sieht bestimmt auch Astino so.