Petershagen/Bielefeld

Blaulicht-Prozess: Vier Jahre Haft für Marcel B, Geldstrafe für Kevin G.

Patrick Schwemling und Nadine Schwan

Kevin G. (links) und Marcel B. (rechts) mit ihren Verteidigern Florian Carlo (Mitte links) und Raban Funk (Mitte rechts) am Tag der Urteilsverkündung. - © Foto: Nadine Schwan
Kevin G. (links) und Marcel B. (rechts) mit ihren Verteidigern Florian Carlo (Mitte links) und Raban Funk (Mitte rechts) am Tag der Urteilsverkündung. (© Foto: Nadine Schwan)

Petershagen/Bielefeld (mt). In dem vor dem Bielefelder Landgericht neu aufgerollten "Blaulicht-Prozess" sind am Dienstagvormittag die Urteile gefallen: Der Hauptangeklagte Marcel B. wurde - wie schon zuvor am Mindener Amtsgericht - zu einer Haftstrafe von vier Jahren wegen vierfacher fahrlässiger Tötung, einfacher fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung verurteilt. Der zweite Angeklagte, Kevin G., hingegen kam deutlich besser davon. Der 26-Jährige bekam wegen Amtsanmaßung eine Geldstrafe von 2.800 Euro, aufgeteilt in 70 Tagessätzen zu 40 Euro, auferlegt. Vor dem Mindener Amtsgericht wurde G. noch zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

Der Vorsitzende Richter Johannes Wiemann entsprach mit dem Urteil gegen Marcel B. der Empfehlung von Staatsanwalt Sven Büscher und verwarf die Berufung. Bei Kevin G. hatte Büscher eine Geldstrafe von 4.000 Euro gefordert, die nun etwas geringer ausgefallen ist. Während B. und seinen Angehörigen, die auf eine mildere Strafe gehofft hatten, nach der Urteilsverkündung nahezu erstarrten, war bei G. und seiner Mutter die Erleichterung deutlich sichtbar. Hier wurde die Strafe gesenkt, da im Verlauf des Prozesses klar wurde, dass Beifahrer Kevin G. ein Blaulicht zwar illegal eingesetzt hatte, aber eben nicht bei dem Unfall, durch den vier Menschen getötet und einer schwer verletzt wurde.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, alle Beteiligten haben nun eine Woche Zeit Revision einzulegen. Am Rande der Urteilsverkündung wurden allerdings bereits Stimmen laut, dass die Verteidigung des Hauptangeklagten Marcel B. dies tun würde. Vor allem die Nebenklage um die libanesische Großfamilie hoffe, dass die nicht geschehen werde.

Hintergrund

Marcel B. und Kevin G. haben am 25. Mai 2016 durch ein riskantes Überholmanöver auf der B 482 in Petershagen einen Unfall mit vier Toten und einem Schwerverletzten verursacht. Bei dem Unfall kollidierte ihr Wagen mit dem BMW einer libanesischen Familie. Dieser schleuderte in den Gegenverkehr und prallte mit einem Lkw zusammen. Zuvor fielen B. und G. mit einem illegalen Blaulicht auf.

Nach einem ersten Urteil am Mindener Amtsgericht wurde der sogenannte Blaulichtprozess am Landgericht Bielefeld neu aufgerollt. Die Verteidiger legten Berufung ein, weil sie mit dem Strafmaß nicht einverstanden sind.

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Petershagen/BielefeldBlaulicht-Prozess: Vier Jahre Haft für Marcel B, Geldstrafe für Kevin G.Nadine Schwan,Patrick SchwemlingPetershagen/Bielefeld (mt). In dem vor dem Bielefelder Landgericht neu aufgerollten "Blaulicht-Prozess" sind am Dienstagvormittag die Urteile gefallen: Der Hauptangeklagte Marcel B. wurde - wie schon zuvor am Mindener Amtsgericht - zu einer Haftstrafe von vier Jahren wegen vierfacher fahrlässiger Tötung, einfacher fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung verurteilt. Der zweite Angeklagte, Kevin G., hingegen kam deutlich besser davon. Der 26-Jährige bekam wegen Amtsanmaßung eine Geldstrafe von 2.800 Euro, aufgeteilt in 70 Tagessätzen zu 40 Euro, auferlegt. Vor dem Mindener Amtsgericht wurde G. noch zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Der Vorsitzende Richter Johannes Wiemann entsprach mit dem Urteil gegen Marcel B. der Empfehlung von Staatsanwalt Sven Büscher und verwarf die Berufung. Bei Kevin G. hatte Büscher eine Geldstrafe von 4.000 Euro gefordert, die nun etwas geringer ausgefallen ist. Während B. und seinen Angehörigen, die auf eine mildere Strafe gehofft hatten, nach der Urteilsverkündung nahezu erstarrten, war bei G. und seiner Mutter die Erleichterung deutlich sichtbar. Hier wurde die Strafe gesenkt, da im Verlauf des Prozesses klar wurde, dass Beifahrer Kevin G. ein Blaulicht zwar illegal eingesetzt hatte, aber eben nicht bei dem Unfall, durch den vier Menschen getötet und einer schwer verletzt wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, alle Beteiligten haben nun eine Woche Zeit Revision einzulegen. Am Rande der Urteilsverkündung wurden allerdings bereits Stimmen laut, dass die Verteidigung des Hauptangeklagten Marcel B. dies tun würde. Vor allem die Nebenklage um die libanesische Großfamilie hoffe, dass die nicht geschehen werde. Hintergrund Marcel B. und Kevin G. haben am 25. Mai 2016 durch ein riskantes Überholmanöver auf der B 482 in Petershagen einen Unfall mit vier Toten und einem Schwerverletzten verursacht. Bei dem Unfall kollidierte ihr Wagen mit dem BMW einer libanesischen Familie. Dieser schleuderte in den Gegenverkehr und prallte mit einem Lkw zusammen. Zuvor fielen B. und G. mit einem illegalen Blaulicht auf. Nach einem ersten Urteil am Mindener Amtsgericht wurde der sogenannte Blaulichtprozess am Landgericht Bielefeld neu aufgerollt. Die Verteidiger legten Berufung ein, weil sie mit dem Strafmaß nicht einverstanden sind. Alle Berichte zum Thema finden Sie hier