Windheim

NRW-Stiftung spendiert 138.000 Euro für das alte Backhaus und das Storchenmuseum

Oliver Plöger

Halte einen Balken vom Backhaus (von links) und freuen sich, dass es in Windheim vorangeht: Oliver Wolff, Peter Witte, Alfons Bense und Johannes Weinig vom Aktionskomitee, Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg, Landrat Ralf Niermann, Karl-Peter Brendel (NRW-Stiftung), Wolfgang Riesner (Verein Denk-Mal!) und Franz-Josef Lersch-Mense (NRW-Stiftung). MT-Fotos: Oliver Plöger
Halte einen Balken vom Backhaus (von links) und freuen sich, dass es in Windheim vorangeht: Oliver Wolff, Peter Witte, Alfons Bense und Johannes Weinig vom Aktionskomitee, Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg, Landrat Ralf Niermann, Karl-Peter Brendel (NRW-Stiftung), Wolfgang Riesner (Verein Denk-Mal!) und Franz-Josef Lersch-Mense (NRW-Stiftung). MT-Fotos: Oliver Plöger

Petershagen-Windheim (mt). Noch liegt das alte Warmser Backhaus zerlegt auf dem Gelände der Hofstelle Windheim No 2. Spätestens im Herbst soll der Ofen wieder angeheizt werden. Das Gebäude soll das historische Ensemble aus Hof, Storchenmuseum und Storchenspielplatz komplettieren. Das alles kann allerdings nur funktionieren, wenn das nötige „Kleingeld“ fließt. Das brachte gestern Ex-NRW-Umweltminister und Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg (CDU) in seiner Funktion als Präsident der NRW-Stiftung nach Windheim. Über die Förderzusage von 138.000 Euro freuten sich Prof. Dr. Johannes Weinig als Vorsitzender des Aktionskomitees Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke und Wolfgang Riesner, Vorsitzender vom Verein Denk-Mal! Windheim No 2.

Das Backhaus – gebaut wohl um die Mitte des 19. Jahrhunderts – ist zuletzt 1955 in Betrieb gewesen. Zimmermann Hanspeter „Hansi“ Rohde hatte in den vergangenen Jahren immer wieder darauf geachtet, dass es nicht ganz verfällt und freute sich gemeinsam mit Wolfgang Riesner über die Zusage von Inhaberin Gertrud Könemann, dass einer Verlegung nach Windheim nichts im Wege stehe. Künftig soll das knapp 35 Quadratmeter große Gebäude vor allem für museumspädagogische Zwecke genutzt werden. Eine eigene Brackgruppe, so Wolfgang Riesner, werde sich dann eigenständig um den Betrieb kümmern. Die Baugenehmigung liege zwar noch nicht vor, sei aber vorbereitet – der Verein rechnet fest mit grünem Licht.

Hier steht das Backhaus noch in Warmsen, momentan wartet es in Windheim auf den Wiederaufbau.
Hier steht das Backhaus noch in Warmsen, momentan wartet es in Windheim auf den Wiederaufbau.

Wie Eckhard Uhlenberg betonte, werde ein Teil der aktuellen Stiftungsförderung auch in die professionelle Beratung gehen, um den – so wörtlich – „Gesamtbetrieb des denkmalgeschützten Ensembles weiter zukunftsfähig zu machen.“ Wie immer hat die Stiftung also auch das Wohl der Störche im Blick. Was den Storchenbestand betrifft, habe der Kreis ein Alleinstellungsmerkmal: Nicht zuletzt durch die Arbeit des Komitees habe es 2018 insgesamt 74 Horstpaare gegeben, 1986 seie es gerade mal vier gewesen. Ohnehin 1986: Die NRW-Stiftung fördere die Anliegen der Storchenfreunde seit ihrer damaligen Gründung durch den NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau. Ihm müssten wir parteiübergreifend dankbar sein, wie gestern auch Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) hervorhob.

Dass mit Eckhard Uhlenberg der höchste Vertreter der NRW-Stiftung in Windheim weilte, bezeichnete Johannes Weinig als ein gutes Zeichen, anders als: „Da habt ihr, jetzt macht mal!“ Für Weinig ist die Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort ein wichtiges Moment zur Stärkung der Demokratie. Dieses Ehrenamt betonte auch Wolfgang Riesner, der aber ebenso sagte: „Wir haben uns nicht für die Hofstelle engagiert, weil wir Langeweile haben. das Gebäude wäre abgerissen worden.“ Heute konserviere es die Zeit. Und an den Scharnieren könne man sehen, dass sie tausende Male bewegt worden sind. Ein solches Gebäude, zu dem auch der Storchenspielplatz gehöre, stehe für das gute Leben auf dem Lande. „Und wer nicht das Glück hat, hier zu wohnen, sollte wenigstens diese Hofstelle besuchen“, so Riesner.

Uhlenberg schätzte, dass in den vergangenen Jahren bereits eine Millionen Euro in die Arbeit im Kreis Minden-Lübbecke geflossen seien. Den Kauf von rund 480 Hektar Grünland für den Schutz der Weißstörche in den Weserauen werte die NRW-Stiftung in Kombination mit der Restaurierung des 300 Jahre alten Fachwerkhauses Windheim No 2 als beispielhaft für ihre Arbeit. Das Geld für solche Aufgaben erhalte die Stiftung überwiegend vom Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto, zunehmen aber auch aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und aus Spenden.

Der Autor ist erreichbarunter (0571) 882 264 oder Oliver.Ploeger@MT.de

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

WindheimNRW-Stiftung spendiert 138.000 Euro für das alte Backhaus und das StorchenmuseumOliver PlögerPetershagen-Windheim (mt). Noch liegt das alte Warmser Backhaus zerlegt auf dem Gelände der Hofstelle Windheim No 2. Spätestens im Herbst soll der Ofen wieder angeheizt werden. Das Gebäude soll das historische Ensemble aus Hof, Storchenmuseum und Storchenspielplatz komplettieren. Das alles kann allerdings nur funktionieren, wenn das nötige „Kleingeld“ fließt. Das brachte gestern Ex-NRW-Umweltminister und Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg (CDU) in seiner Funktion als Präsident der NRW-Stiftung nach Windheim. Über die Förderzusage von 138.000 Euro freuten sich Prof. Dr. Johannes Weinig als Vorsitzender des Aktionskomitees Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke und Wolfgang Riesner, Vorsitzender vom Verein Denk-Mal! Windheim No 2. Das Backhaus – gebaut wohl um die Mitte des 19. Jahrhunderts – ist zuletzt 1955 in Betrieb gewesen. Zimmermann Hanspeter „Hansi“ Rohde hatte in den vergangenen Jahren immer wieder darauf geachtet, dass es nicht ganz verfällt und freute sich gemeinsam mit Wolfgang Riesner über die Zusage von Inhaberin Gertrud Könemann, dass einer Verlegung nach Windheim nichts im Wege stehe. Künftig soll das knapp 35 Quadratmeter große Gebäude vor allem für museumspädagogische Zwecke genutzt werden. Eine eigene Brackgruppe, so Wolfgang Riesner, werde sich dann eigenständig um den Betrieb kümmern. Die Baugenehmigung liege zwar noch nicht vor, sei aber vorbereitet – der Verein rechnet fest mit grünem Licht. Wie Eckhard Uhlenberg betonte, werde ein Teil der aktuellen Stiftungsförderung auch in die professionelle Beratung gehen, um den – so wörtlich – „Gesamtbetrieb des denkmalgeschützten Ensembles weiter zukunftsfähig zu machen.“ Wie immer hat die Stiftung also auch das Wohl der Störche im Blick. Was den Storchenbestand betrifft, habe der Kreis ein Alleinstellungsmerkmal: Nicht zuletzt durch die Arbeit des Komitees habe es 2018 insgesamt 74 Horstpaare gegeben, 1986 seie es gerade mal vier gewesen. Ohnehin 1986: Die NRW-Stiftung fördere die Anliegen der Storchenfreunde seit ihrer damaligen Gründung durch den NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau. Ihm müssten wir parteiübergreifend dankbar sein, wie gestern auch Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) hervorhob. Dass mit Eckhard Uhlenberg der höchste Vertreter der NRW-Stiftung in Windheim weilte, bezeichnete Johannes Weinig als ein gutes Zeichen, anders als: „Da habt ihr, jetzt macht mal!“ Für Weinig ist die Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort ein wichtiges Moment zur Stärkung der Demokratie. Dieses Ehrenamt betonte auch Wolfgang Riesner, der aber ebenso sagte: „Wir haben uns nicht für die Hofstelle engagiert, weil wir Langeweile haben. das Gebäude wäre abgerissen worden.“ Heute konserviere es die Zeit. Und an den Scharnieren könne man sehen, dass sie tausende Male bewegt worden sind. Ein solches Gebäude, zu dem auch der Storchenspielplatz gehöre, stehe für das gute Leben auf dem Lande. „Und wer nicht das Glück hat, hier zu wohnen, sollte wenigstens diese Hofstelle besuchen“, so Riesner. Uhlenberg schätzte, dass in den vergangenen Jahren bereits eine Millionen Euro in die Arbeit im Kreis Minden-Lübbecke geflossen seien. Den Kauf von rund 480 Hektar Grünland für den Schutz der Weißstörche in den Weserauen werte die NRW-Stiftung in Kombination mit der Restaurierung des 300 Jahre alten Fachwerkhauses Windheim No 2 als beispielhaft für ihre Arbeit. Das Geld für solche Aufgaben erhalte die Stiftung überwiegend vom Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto, zunehmen aber auch aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und aus Spenden. Der Autor ist erreichbarunter (0571) 882 264 oder Oliver.Ploeger@MT.de