Döhren

Der Holzschuh-Doktor aus Döhren

Ulrich Westermann

Beim Dorfspaziergang erfahren die Teilnehmer Spannendes über Land und Leute

Döhrener Idylle: Eine Etappe des Dorfspaziergangs führte zum Teich an der Weckenburgquelle. Fotos: Ulrich Westermann - © westermann
Döhrener Idylle: Eine Etappe des Dorfspaziergangs führte zum Teich an der Weckenburgquelle. Fotos: Ulrich Westermann (© westermann)

Petershagen-Döhren (Wes). Bei einem Dorfspaziergang der Kulturgemeinschaft Döhren erfuhren 32 Teilnehmer spannende Details aus der Ortsgeschichte. Stationen waren die Weckenburgquelle, eine landwirtschaftliche Hofstätte auf der Borg, ein Reetdachhaus und die Wassermühle.

Die Exkursion begann am Dorfhaus und endete auch dort. Ortsbürgermeister und Kulturgemeinschaftsvorsitzender Martin Sölter erinnerte an 2017, als in Döhren die urkundliche Ersterwähnung des Dorfes vor 975 Jahren gefeiert und der Prospekt „Dorfspaziergang“ herausgeben wurde. An dieser Schrift orientiere sich die Wanderung.

Die erste Etappe hatte die Weckenburgquelle zum Ziel. In der nördlichen Ortslage an der Grenze zu Ilvese soll einer Sage zufolge die Weckenburg gestanden haben. Dieses Gelände haben Rolf und Ursula Christoffer gestaltet. Zum Verweilen laden Teichanlage und Sitzbänke. Außerdem erfahren die Besucher Einzelheiten über die heimische Sagenwelt. Dazu ist bereits vor einigen Jahren das Leseheft „Zur Weckenburgquelle – Sagen- und Märchenzug aus dem Stippenland“ herausgegeben worden.

Die Quelle wird im Sommer genutzt, um einen idyllisch gelegenen Teich aufzufüllen. Das Brunnenwasser hat eine ausgezeichnete Qualität.

In der Sagen- und Märchenstube, einem kleinen Häuschen, haben sich bereits viele Besucher ins Gästehaus eingetragen: „Eine wunderbare Erfrischung, viele Grüße aus Leipzig“, „Ein schönes Flecken Erde“, „Vielen Dank für die liebevoll hergerichtete Quelle, ich habe mir eine Flasche Wasser mitgenommen.“

Eine weitere Station des war der Familienbetrieb von Dirk und Nicol Nürge (Zur Borg). Auf dieser Hofstätte und einem Pachtstall in Heimsen werden 220 Milchkühe und Jungtiere gehalten und 100 Hektar Land bewirtschaftet.

Martin Sölter führte die Spaziergänger danach zu einem sehenswerten Reetdachhaus (Tipperberg). Der Ortsbürgermeister berichtete, dass der frühere Döhrener Arzt Henning Fikentscher dieses Gebäude im Jahr 1949 errichtet habe. „Er beschäftigte sich intensiv mit Naturheilverfahren und trug fast immer Holzschuhe.“ Diese Angewohnheit brachte ihm den Beinamen „Holskendoktor“ eingebracht.

Gemeinsam gesungene Lieder („Wo die Weser einen großen Bogen macht“, „Jetzt fängt das schöne Frühjahr an“) ermunterten die Gruppe, die Wanderung mit frischem Elan fortzusetzen. Die letzte Station war die Wassermühle in Plaggen Holz. Der preußische König Friedich Wilhelm I. hatte im Jahr 1721 eine Bestandserhebung aller Mühlen und ihrer Besitzer veranlasst. In diesem Schriftstück wird für die Döhrener Mühle ein Arnold Plagge genannt. Der Name wurde bis heute beibehalten, obwohl bereits mehr als 250 Jahren die Familie Ehlerding das Bauwerks besitzt.

„Die restaurierte Wassermühle mit ihrem imposanten Baumbestand in der Umgebung ist zu einem Wahrzeichen unseres Dorfes geworden“, bekräftigte Ortsbürgermeister Martin Sölter. Burkhard Ehlerding berichtete über die Geschichte des Kultur- und Industriedenkmals. Zudem stellte er die Funktionsweise des Wasserrades und des historischen Sägewerks in unmittelbarer Nachbarschaft vor.

Von Plaggen Holz wurde die letzte Etappe bis zum Dorfhaus zurückgelegt. Dort warteten Christiane Friedrichs, Lydia Funk und Hartmut Reising, um die Wanderer mit Getränken und kleinen Köstlichkeiten zu versorgen. 2020 ist die zweite Etappe des Dorfspaziergangs geplant.

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DöhrenDer Holzschuh-Doktor aus DöhrenBeim Dorfspaziergang erfahren die Teilnehmer Spannendes über Land und LeuteUlrich WestermannPetershagen-Döhren (Wes). Bei einem Dorfspaziergang der Kulturgemeinschaft Döhren erfuhren 32 Teilnehmer spannende Details aus der Ortsgeschichte. Stationen waren die Weckenburgquelle, eine landwirtschaftliche Hofstätte auf der Borg, ein Reetdachhaus und die Wassermühle. Die Exkursion begann am Dorfhaus und endete auch dort. Ortsbürgermeister und Kulturgemeinschaftsvorsitzender Martin Sölter erinnerte an 2017, als in Döhren die urkundliche Ersterwähnung des Dorfes vor 975 Jahren gefeiert und der Prospekt „Dorfspaziergang“ herausgeben wurde. An dieser Schrift orientiere sich die Wanderung. Die erste Etappe hatte die Weckenburgquelle zum Ziel. In der nördlichen Ortslage an der Grenze zu Ilvese soll einer Sage zufolge die Weckenburg gestanden haben. Dieses Gelände haben Rolf und Ursula Christoffer gestaltet. Zum Verweilen laden Teichanlage und Sitzbänke. Außerdem erfahren die Besucher Einzelheiten über die heimische Sagenwelt. Dazu ist bereits vor einigen Jahren das Leseheft „Zur Weckenburgquelle – Sagen- und Märchenzug aus dem Stippenland“ herausgegeben worden. Die Quelle wird im Sommer genutzt, um einen idyllisch gelegenen Teich aufzufüllen. Das Brunnenwasser hat eine ausgezeichnete Qualität. In der Sagen- und Märchenstube, einem kleinen Häuschen, haben sich bereits viele Besucher ins Gästehaus eingetragen: „Eine wunderbare Erfrischung, viele Grüße aus Leipzig“, „Ein schönes Flecken Erde“, „Vielen Dank für die liebevoll hergerichtete Quelle, ich habe mir eine Flasche Wasser mitgenommen.“ Eine weitere Station des war der Familienbetrieb von Dirk und Nicol Nürge (Zur Borg). Auf dieser Hofstätte und einem Pachtstall in Heimsen werden 220 Milchkühe und Jungtiere gehalten und 100 Hektar Land bewirtschaftet. Martin Sölter führte die Spaziergänger danach zu einem sehenswerten Reetdachhaus (Tipperberg). Der Ortsbürgermeister berichtete, dass der frühere Döhrener Arzt Henning Fikentscher dieses Gebäude im Jahr 1949 errichtet habe. „Er beschäftigte sich intensiv mit Naturheilverfahren und trug fast immer Holzschuhe.“ Diese Angewohnheit brachte ihm den Beinamen „Holskendoktor“ eingebracht. Gemeinsam gesungene Lieder („Wo die Weser einen großen Bogen macht“, „Jetzt fängt das schöne Frühjahr an“) ermunterten die Gruppe, die Wanderung mit frischem Elan fortzusetzen. Die letzte Station war die Wassermühle in Plaggen Holz. Der preußische König Friedich Wilhelm I. hatte im Jahr 1721 eine Bestandserhebung aller Mühlen und ihrer Besitzer veranlasst. In diesem Schriftstück wird für die Döhrener Mühle ein Arnold Plagge genannt. Der Name wurde bis heute beibehalten, obwohl bereits mehr als 250 Jahren die Familie Ehlerding das Bauwerks besitzt. „Die restaurierte Wassermühle mit ihrem imposanten Baumbestand in der Umgebung ist zu einem Wahrzeichen unseres Dorfes geworden“, bekräftigte Ortsbürgermeister Martin Sölter. Burkhard Ehlerding berichtete über die Geschichte des Kultur- und Industriedenkmals. Zudem stellte er die Funktionsweise des Wasserrades und des historischen Sägewerks in unmittelbarer Nachbarschaft vor. Von Plaggen Holz wurde die letzte Etappe bis zum Dorfhaus zurückgelegt. Dort warteten Christiane Friedrichs, Lydia Funk und Hartmut Reising, um die Wanderer mit Getränken und kleinen Köstlichkeiten zu versorgen. 2020 ist die zweite Etappe des Dorfspaziergangs geplant.